DAY 36

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Es war letzen Sommer. Ich war betrunken und fühlte mich frei. Ich lachte viel, tanzte bis die Sonne wieder aufging.
Es war letzten Sommer als ich mich selbst verloren habe.

Ich trinke keinen Alkohol mehr. Ab und zu mache ich eine Ausnahme und genehmige mir einen Becher Glühwein am Weihnachtsstand. Das kommt ungefähr ein Mal in drei Wochen vor. Wenn überhaupt. Daran wäre vor ein paar Monaten nicht zu denken gewesen. Wir haben jeden Tag getrunken. Wein oder Bier uns war alles recht. Einen Abend an dem wir uns ohne Becher oder Flasche an den Fluss gesetzt hätten kam für uns nicht in Frage. Für meine Freunde mag es in Ordnung sein jeden Tag ohne ersichtlichen Grund dem Mund zur Flasche zu führen. Ich war ein auto-aggressives Mädchen welches sich vor der Realität flüchten wollte. Was ich auch ziemlich gut geschafft habe. Wenn ich an diese Person zurück denke die total betrunken Morgens am Bäcker steht um sich noch Brötchen zu holen, welche jede Woche im selben Club ist und mit fremden Menschen redet und andauern dem selben Jungen hinter her rennt. Wenn ich an diese Person zurück denke werde ich traurig. Ich wollte mich niemals so gehen lassen und nüchtern betrachtet weiß ich nun auch, dass ich von Außen vielleicht glücklich aussah aber eigentlich habe ich mich komplett verloren. Ich habe mich an die Nacht verloren weil ich Gefühle hatte die ich nicht fühlen wollte. Die Angst sich nur lebendig zu fühlen wenn man eine Flasche Wein getrunken hatte um sich dann zwischen den lachenden Menschen fallen zu lassen. Ich hätte mich fast selbst weg geworfen. Doch dann war ich einen Monat alleine. Ich musste mich auf mich selbst konzentrieren, musste endlich mein Leben ordnen. Nun hatte ich endlich mal genügend Zeit. Wäre dieser Monat nicht gewesen, ich weiß nicht was aus mir geworden wäre.

Nun sitze ich hier. Bin gerade etwas stolz auf mich, dass ich es geschafft habe mich aus dem Loch zu ziehen. Hoffe , dass es sich hier nicht nur um eine trügerische Ruhe handelt sondern, dass ich mein Leben wirklich mal im Griff habe.
Zwar sind die Suizid-Gedanken nicht mehr immer in meinem Kopf präsent aber ich weiß, dass sie akzeptieren. Vielleicht muss ich lernen damit zu leben. Ich mache eine Therapie und bekomme meine kleine Essstörung auch noch hin.
Im Allgemeinen geht es mir gut. Mir geht es wirklich endlich mal gut.

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