DAY_43 (Nacht)

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 Ich habe die Tür zu deinem Zimmer aufgemacht. Mir kam eine Rauchwolke und der beißende Geruch von Gras entgegen.  Da saßt du nun. Schenktest mir nur einen kurzen Blickkontakt, ein belangloses Hallo. Ich setzte mich zu dir. Ungeschickt, unwissend was ich sagen sollte, eingeschüchtert. Du hast zum Glück geredet wie ein Wasserfall. Ich lächelte, stelle dämliche Fragen und nickte. Warum kann ich nicht locker sein?! Es war Zeit den Wein aufzumachen. Wir können zwar nicht viel aber trinken und rauchen, jeder kann was. Ich hab meine Füße auf deinen Schoß gelegt, wir haben Musik gehört. Was wir dann noch geredet haben weiß ich nicht mehr, ich war ganz schön betrunken. Kennt ihr diese Momente in Filmen, wenn alles in Zeitlupe passiert und sich der Soundtrack zu emotionaler Indiemusik ändert? So hat es sich angefühlt, so ist es in meiner Erinnerung. Wir sind so perfekt. Warum siehst du das denn nicht? Ich nahm deine Hand. Du hast dich langsam ins Bett verkrochen, du wusstest, dass ich nicht mehr heimgehen würde. Unausgesprochene Wahrheit. Du hast das Licht ausgemacht. Ich durfte die Playlist aussuchen. Du hast mich umschlungen, ganz fest an dich gedrückt als ob du mich nie wieder los lassen wollen würdest, als ob ich dir alle deine Probleme abnehmen könnte. Wir waren sicher und geborgen. Niemand umarmt so wie du. Du umarmst wie ein jemand auf Entzug, jemand der sich endlich wieder einen Schuss setzen kann und den Moment so lange genießt bis er vorbei ist. Du weißt du musst noch lange von diesem Moment zehren.

 

TitelAutorDatumBesucher
DAY 21400_DAYS_OF_SUMMER16/03/2014 - 17:54453
DAY 11400_DAYS_OF_SUMMER07/03/2014 - 00:38685
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