Manche wollen eben nur die Welt brennen sehen... (kleines kopfkino)

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Wir sitzen da... unter uns die welt... die brandung... tosende wellen klatschen auf nackten stein und lassen nur erahnen welche naturgewalten sich dort befinden... der himmel ist grau und es zieht wohl bis spätestens morgen ein sturm auf... es ist frisch, aber nicht kalt... wir lassen die beine über das kliff hängen und sitzen im gras... unter uns nur stein, wellen, rauhe gischt die tosenden lärm macht und natürlich das weite blau...
hinter uns alles was uns angst macht... träume die nie verwirklicht wurden, komplexe die uns tagtäglich beschäftigten, die hintergedanken, die falschheit, das nicht-dazugehören... sie schlagen und trommeln hinter uns auf eine unsichtbare wand... giganten mit unfassbarer hässlichkeit, schlagen mit ihren fäusten auf die mauer ein, die wir aufgebaut haben... hinter der wand ist es dunkel und chaotisch... eine post-apokalyptische welt, voller trümmer und dunklen rauch, in der jeder seinen beitrag leistete... sie haben ketten... riesige fäuste... schnauben schwarze luft aus ihren lungen, die die transparente wand vor ihnen trüb erscheinen lässt, wie milchglas... und sie schlagen... mit aller kraft... mit ihrem köpfen... mit ihren riesigen armen, so dick wie bäume und adern, die unter ihrer haut wütend pulsieren... sie versuchen es... sie wollen zu uns rein... in unser reich... können sie aber nicht...
ich sehe mich kurz um und schaue in ihre blutunterlaufenden augen... sie schreien stumm... sie schlagen stumm... ich höre sie nicht... aber ihre gestik verrät mir, das purer hass sie antreibt...
als ich die ungeheuer zu lange anstarrte und schon aufstehen wollte, legtest du deine hand auf meinen arm und deinen kopf auf meine schulter... und es machte sich wieder in mir breit.. das gefühl alles perfekt zu sein... du.. ja du...
diejenige bei der ich mich nicht zu verstellen brauche... du bist nicht eine von denjenigen bei denen ich mir denke: "ich bin nur das, was du mir erlaubst zu sein"... nein... so jemand bist du nicht... du nimmst mir die last des verstellens ab... keine maske die ich tragen muss... ich bin frei... kann durchatmen und wir reden über dinge, die so belanglos erscheinen, das es für aussenstehende völlig skurril sein muss, da zuzuhören...
du inspirierst mich und ich kann wieder sachen, die ich vergessen habe... lerne dinge, die noch nie jemand zuvor getan hat... erschaffe objekte die der physik trotzen und so unscheinbar sind, das man nur erahnen kann ob sie existieren oder nicht...
du hast deine hand in mich reingerammt und hast den ganzen dreck rausgezogen, ihn weggeworfen und mir ins ohr geflüstert: "alles ist jetzt gut"... danach hast du mich angelächelt und mich umarmt... und meine augen wussten nicht mehr wohin mit der schönheit die du mir entgegenbringst...
jetzt sitzen wir da... dein kopf auf meiner schulter... und ich weiss das du lächelst... weil du mir geholfen hast... weil wir einander gefunden haben... weil sämtliche fehlnisse unseres lebens ausgefüllt wurden... wie ein puzzle in denen noch teile fehlten... du nahmst mir die kurzatmigkeit... du nahmst mir das beissende gefühl in meinem hinterkopf, das mich ständig begleitete...
die einzigartigkeit des moments, die ich grad verspüre, lässt mich freudentränen weinen und frage leise ob es eigentlich wirklich ist... ob so etwas gutes, real sein kann... und ob es ewig halten kann... du hebst deinen kopf, schaust mir in die augen und küsst mich... irgendwann legst du deine hand auf meine wange und schiebst unsere köpfe ein wenig voneinander weg... und sagst das dies alles nur das ist, was ich will...
ein perfekter moment, den ich nur herbeisehne... und ich erstmal suchen muss, bevor ich dich finde... das ich mir sowas erstmal verdienen muss... es gibt eben immer einen haken...
und so stehe ich auf und du schaust mich mit schuldigen augen an... und fragst mich wohin ich gehe...
"da wo ich hingehöre"...
ich schritt durch die wand und ließ alles über mich ergehen was die ungeheuer von mir wollen und werde wieder einer von ihnen... wie immer... wie jedes mal...
vielleicht finde ichs dort... vielleicht verdiene ich es mir so... mal sehen was wird...
aber wahrscheinlich hab ich einen krieg angefangen, den ich nicht gewinnen kann... hab zuviel gesäht, aus dem nichts wird... immer dieses nichts... nichts erwarten... nichts tun... nichts verstehen... nichts werden... nichts finden... manche leben eben in ketten die sie selber geschmiedet haben... so einfach ist es nicht...

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ohhh.. das video mit der

ohhh.. das video mit der blinden hündin.. ist so schön...

TitelAutorDatumBesucher
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