Denkversuche

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Zu mehr reicht es nicht, wahrscheinlich ist das aber auch gut so und eventuell schon zu viel.

:i: Diese DW hat sich in den Pater verliebt. Verliebt. Unsterblich. In mir johlt christlich-tugendhafte Schadenfreude. In einen Priester verliebt zu sein macht ähnlich viel Freude, wie in einen desinteressierten Zahnarzt verliebt zu sein.
Die Schadenfreude mildert nicht meine Eifersucht. Sie bombardiert ihn mit Mails, er antwortet. Sie war abends mit ihm aus, ist mit ihm einen trinken gegangen. Sie schreiben sich SMS.
Zu mir sagte er, als wir uns vergangenen Sonntag überraschend noch einmal trafen: "Jo, schön dass wir uns nochma gesehn haben."
Thou shall not lie.
Ich weiß inzwischen, warum ich immer die Abgespeiste, Danebenstehende, Zuschauende, Nichtshabende bin: Ich bin nicht aufdringlich genug.
Ich schreibe ihm heute Abend. Aus Prinzip. Manche Prinzipien wollen neu erschaffen werden.

:i: Frank ist von seiner Reise zurück und will mich am Wochenende treffen. Ich will zwar nicht, aber ich muss wollen, denn außer ihm wird mich keiner wollen, also will ich wollen lernen. Will lernen, gewollt werden zu wollen. Wer nicht kommt zur rechten Zeit... und so weiter.
Ich würde es gern einmal erleben, aufgeregt, nervös, voller Vorfreude, verliebt zu sein. Aber das ist nicht meine Art und immer wenn ein Mann mir solche Gefühle in Gang gerufen hat, ist nichts daraus geworden. Es waren immer die, die mich nicht wollten.
Umkehrschluss: Es wird dann etwas, wenn ich nicht verliebt bin, wenn es einer ist, der mir keine Gefühlsregungen verursacht.
Wie sich doch der Weg meiner Mutter zu meinem Lebensweg gemacht hat. Ich wollte so gern einen anderen gehen, aber es ist mir nicht gelungen, ich habe keinen anderen gefunden und niemand kann sagen, ich hätte mich nicht bemüht, von ihrem Pfad abzukommen. Alle Wege führen nach Rom. Nein, das ist Golgotha.

:i: Jeder, Verzeihung, dämlichen Sau, die meint sich über "Schönheitsoperationen" moqieren zu müssen mit Hinweisen auf Arme, Kranke, Entstellte, Verstümmelte gestehe ich das Recht zur Kritik nur dann ein, wenn sie den Hungernden gedenkend aufhört Schnitzel zu fressen und dem Friseur Geld für Farbe und Dauerwelle in die Kasse zu scheißen und mir glaubhaft versichern kann, sich eine riesige haarige Warze nicht mitten von der Nase herunteroperieren zu lassen.

:i: Noch 32 Minuten bis zu meinem Friseurtermin.

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