Ob das einer der glücklichsten Tage meines Lebens war?

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Das ist sehr wohl möglich.

Die Tagesthemen im Überblick:

  • WL zum Frühstück
  • Mein Thera = meine beste Freundin
  • Pater C erteilt mir Absolution
  • Sommer am Main
  • Das Lob der FitCom-B.
  • Der schönste Apfelweingarten vor Deutschlands schönster Skyline

Ich "wusste" als ich heute Vormittag aus dem Haus ging, dass ich WL treffen würde. Also tat ich es auch. Er saß auf einer Bank und Fräulein A spielte so gedankenversunken auf der Wiese, wie nur ein Hundekind spielen kann.
"Darf ich?" fragte ich (mein Hinterteil befand sich bereits im Landeanflug auf die Bank) und ließ mich neben ihm nieder.
Wann werde ich einsehen, dass ich mit ihm nichts, aber auch gar nichts anfangen könnte?
Unser Smalltalk war so extremely small, dass er nach etwa drei Minuten mit der Bemerkung "Wir müssen nämlich jetzt gleich arbeiten!" aufstand und mit A. von dannen zog und das war auch gut so, denn wären wir länger nebeneinander sitzen geblieben, hätte einer von uns früher oder später gesagt "Oh! Sehen Sie mal! Da sind lauter grüne Blätter an dem Baum!"
Was mir von der Begegnung blieb waren die Abdrücke A.s riesiger Mulm-Pfoten auf meiner frisch gewaschenen schlohweißen Hose.
Er will mich nicht. Und das ist gut so.

Um 13 Uhr Thera. So habe ich mich noch nie darauf gefreut, ihn wiederzusehen.
Ob irgendjemand verstehen kann, wie wichtig er mir ist - trotz unserer Differenzen, trotz der Würgereien, die wir uns manchmal liefern?
Er hat sich so gefreut über den Verlauf des Treffens mit... nenne ich ihn mal Frank. Er war stolz auf mich und zufrieden mit mir und er hat sich mit mir gefreut. Er ist für mich die Freundin, die sich mit mir freut, die strahlt und lacht, wenn ich glücklich bin, die mir sagt, was sie von dem, was ich erlebe, hält, die mir ein Feedback gibt.
Das geben mir auch viele hier im Tagebuch. Aber es ist noch etwas anderes, eine Stimme dazu zu hören und ein Gesicht dazu zu sehen.
Über diese Thera-Stunde müsste ich einen eigenen Eintrag schreiben.
Unter dem Strich ist herausgekommen, dass ich gestern alles richtig gemacht habe, dass ich einmal nicht versagt habe, dass ich mich erwachsen verhalten habe, dass ich zu mir gestanden habe, dass ich mal etwas richtig gemacht habe und mich nicht ärgern und schämen muss.
Man muss nicht gleich zu Anfang verliebt sein, sagte er und ich war froh. Man muss kein "Kribbeln" spüren, man muss nicht aufgeregt sein, man muss nicht vor Verliebtheit rote Ohren bekommen und verklärt grinsen. Es kann auch ganz anders beginnen, nämlich sachlich, ruhig und abgeklärt.
Es ist ein Segen, dass mein Thera mir in vielen Hinsichten so ähnlich ist, dass wir so ähnlich denken und so ähnliche Werte- und Moralvorstellungen haben.
Ich verließ in Hochstimmung die Praxis.

Zu Hause die im letzten Eintrag zitierte Mail von Pater C.
Ich kann nicht beschreiben, wie unsagbar glücklich und erleichtert ich war. Habe ich mich je über eine Mail so gefreut, war ich je so froh, etwas zu lesen?
Ich zitiere mich selbst:

"Hirten was ist Euch begegnet, dass Ihr so voll Jubel seid? ...
Von diesem Weihnachtslied habe ich seit der Ankunft von Pater C.s Mail einen Ohrwurm, trotz knapp 30 Grad Außentemperatur. ;-)
Behaupte ich auch immer, ich könne gar keine "richtige, echte, wahre" Freude empfinden, werde ich heute eines Besseren belehrt! :-) Als hätte meine Seele von jetzt auf gleich 20 Kilo abgenommen. ;-) Fast ist es schon albern, dass mich eine solche "Kleinigkeit" erst so belastet hat und mich jetzt so freut. Aber es war keine Kleinigkeit für mich. Das Gefühl der Blamage und des Im-Stich-gelassen-worden-seins war keine Kleinigkeit und die Erleichterung jetzt ist keine Kleinigkeit. Und es ist auch keine Kleinigkeit, dass er nicht nur geantwortet hat, sondern mir VON SICH AUS ein Treffen anbietet. Von sich aus! Ich hatte nämlich in meiner Mail mit keinem Wort darum gebeten!
Oh, die Hirtin weiß was Ihr begegnet ist, dass sie so voll Jubel ist... ;-)"

Dann saß ich etwa 2 1/2 Stunden lang lesend am Main in der Sonne.

Um 19.30 Uhr hatte ich einen Termin im Fitnessstudio zur Trainingsplanerneuerung.
B. hat mich ausführlich für meine Trainingserfolge gelobt - und nichts rührt mich so sehr wie Lob... Wer mich lobt, kann beinahe alles von mir haben, ich muss da manchmal wirklich aufpassen und meine Begeisterung im Zaum halten.
Wir wollen am Mittwoch oder Donnerstag oder am Wochenende mal zusammen weggehen, in einen neuen Beachclub. Wer hätte je gedacht, dass ich eines Tages mit B. weggehen würde!?

Von 20.15 Uhr bis etwa 22.30 Uhr war ich in der Gerbermühle und feierte mit der FAZ und Apfelwein diesen herrlichen Tag.
Auf dem Rückweg fuhr ich mit dem Fahrrad direkt auf die leicht rosa gefärbte Frankfurter Skyline zu, die auch von der Gerbermühle aus so spektakulär vor den Augen prangt und ich dachte mal wieder, dass Frankfurt doch eigentlich den Titel "Schönste Stadt Deutschlands" verdient hätte.

Klinge ich zu euphorisch? Das bin ich nicht. Ich bin nur glücklich. Sei es auch nur bis morgen, warum sollte mich das heute Abend kümmern? ;)

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