Plan misslungen

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Um nicht wieder bis um 13 oder 14 Uhr zu schlafen, sondern von diesem Tag etwas zu haben und ihn für irgendetwas nutzen zu können, habe ich mir beim Orthopäden den Termin für die Spritzen und die Wärmebehandlung um 8.30 Uhr geben lassen. Damit ich aufstehen muss.
Das hat immerhin geklappt, alles andere misslang.
Ich wollte von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr im Sportstudio an Kursen teilnehmen. Habe ich geglaubt, mit frisch gespritzen Schultern sei man sehr beweglich?
Es hat nur weh getan, ich konnte die Hälfte der Übungen nicht mitmachen - und wollte auch gar nicht. Meine Motivation beim Sport lässt massiv nach. Mich anstrengen? Über meine Schmerzgrenze rausgehen? Versuchen, mein Limit ein bisschen zu erweitern?
Nein, danke, ich doch nicht.
Wie immer.
Ich würde es nie zu einer unnötigen Unbequemlichkeit kommen lassen. Weder beim Sport, noch sonst.

Um 10.30 Uhr war ich schon wieder zu Hause, war frustriert, müde, unzufrieden, gelangweilt und fror fürchterlich, also ging ich mit meinen zwei Kirschkernkissen ins Bett. Und blieb dort bis gerade, bis 16.30 Uhr, fest schlafend und von nichts etwas wissen wollend.
Gibt es die Schlafkrankheit?
Ja, aber das ist es bei mir nicht. Bei mir ist es Langeweile, reine Lebenslangeweile. Die verwundert ja auch nicht wenn man bedenkt, dass ich schon wieder seit zwei Wochen nicht gearbeitet habe und den nächsten Auftrag erst Ende nächster Woche habe.
Mein Leben besteht zur Zeit aus Orthopädenterminen, Theraterminen und Fitnessstudio.
Dass das selbst mich nicht befriedigt, erstaunt nicht so sehr.
Will ich aber etwas ändern? Könnte ich es mir anders vorstellen? Hätte ich es gern anders? Anders im Sinne von
einer geregelten Arbeit nachgehen?
Nein.

Ich will nicht mehr.
Mal wieder.
Ich fühle mich schwer, tonnenschwer, wenn ich um mich schaue ist alles dunkel, alles verödet und leer, ich sehe keine Farbe, höre keinen Ton, spüre keine Empfindung.

Lust? Auf was?
Jemanden treffen? In die Stadt gehen? Fernsehen? Lesen? Telefonieren? Mailen? Fotos ins Internet stellen?
Nein.
Im Moment bin ich zu leer dazu, fühle mich zu schwer, ich kann mich kaum mehr bewegen (körperlich schon, aber nicht seelisch und geistig).

Ich will mit so vielem nichts zu tun haben. Da fängt das Problem an. Ich habe das Gefühl, die Realität greift mich an, bedroht mich, will mir ans Leben. Vor ihr will ich mich verstecken wie vor einer lebensbedrohlichen Virusinfektion.

Was nun tun mit diesem Tag? Nein: Was nun tun mit mir?
Ich bin mal wieder gelähmt, ausgeleert, bleischwer.
Das einzig Lebendige in mir Unlernfähigen sind Gedanken an den Orthopäden. Ausgerechnet an diesen alternden, fiesen Kerl.
Was habe ich aber von diesen lebendigen Pünktchen in meinem Geist, wenn ich nicht mal mit ihm "flirten" kann, sondern vor ihm stehe wie ein kleines Mädchen?
Übermorgen ist sowieso der letzte Termin, danach geht dann auch die letzte Kerze in meinem Kellergewölbe wieder aus.
Ich kann die Wüste um mich herum nicht mehr zum blühen bringen.

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ja so sind wir halt

Aktuelles Thema: Der Fisch

Mit dem Satz: „Ich will kein Millionär sein, ich will nur wie einer leben“ ist die Lebensphilosophie der Fische-Geborenen beschrieben. Fische kennen keine Habgier, sind sorglos in Bezug auf ihre Zukunft, was jedes Zielbewusstsein ad absurdum führt.

Sanft und ohne Biss
Zunächst einmal sehen sie überhaupt nicht ein, weshalb es sinnvoll sein könnte, sich den Weg stromaufwärts zu erkämpfen, ist es doch viel müheloser, sich mit dem Strom treiben zu lassen, wo immer er einen hintreiben mag. Ihre milde Duldsamkeit gegenüber der Gegenwart lässt sie sich problemlos in fast jede vorgegebene Situation einfügen und ihre Gabe, die Welt durch eine rosarote Brille zu sehen, lässt die von Neptun regierten Menschen alle unerfreulichen Seiten des Leben einfach ausblenden.

Illusionen verhindern Tatkraft
Wenn das Leben dem Fisch einen richtigen Tiefschlag versetzt, ihm Misserfolge und Hoffnungslosigkeit beschert, neigt er dazu, sich hinter seinen blassgrünen Illusionen zu verschanzen, die ihn davon abhalten, praktische Entscheidungen zu treffen, um sich aus dieser auswegslosen Situation zu befreien. Der enttäuschte Fisch gibt sich zu sehr seinen falschen Hoffnungen hin, statt einen entschlossenen Kurswechsel vorzunehmen, der ihm einen wirklichen statt einen eingebildeten Erfolg bringen würde..
Der musische Fisch
Nach dieser Beschreibung werden Sie sicher verstehen, weshalb man so selten Fische hinter einem Bankschalter oder als Sprecher des Vorstands einer großen Aktiengesellschaft findet. Sie fühlen sich in Theatern, beim Fernsehen, in Kunstgalerien, auf Schriftstellervereinigungen oder auf einer Esoterikmesse einfach wohler. Aber diese Umgebung führt auch in die typische Neptun-Falle, die reale Welt auszublenden mit der Welt der Träume und Phantasien. In dieses Bild passt die Schauspielerin, die Jahre lang auf ihren Durchbruch wartet, kleine Rollen so schlecht spielt, dass Theater- oder Fernsehkritiker sie nicht einmal erwähnen. Die die Tatsache, mit über 40 Jahren immer noch vom Geld ihrer Eltern zu leben, damit rechtfertigt, dass Künstlertum ohne Mäzenatentum nicht lebensfähig wäre, Künstler zu allen Zeiten auf die Unterstützung gut situierter Bürger angewiesen waren. Oder der Maler, der Tag für Tag durch den Park bummelt und sich einredet, für sein großes Meisterwerk die Natur studieren zu müssen, während die Pinsel zu Hause Staub ansetzen und sich die unbezahlten Rechnungen stapeln.
Der Weg des geringsten Widerstandes
Der Charme und die träge Gutmütigkeit der Fische ist beeindruckend. Vorschriften sind ihnen gleichgültig, solange sie ihnen nicht die Freiheit nehmen, ihren Träumen nachzuhängen. Natürlich ist der Fisch nicht nur mild und sanft. Erst einmal wachgerüttelt, kann er auch sehr heftig reagieren. Viele werden dann auf sehr kluge und ätzende Art ironisch. Sie können auch ärgerlich um sich schlagen oder nervöse Gereiztheit zeigen. Für gewöhnlich wird der Fisch aber den Weg des geringsten Widerstands gehen, und sein Ärger, ist er erst einmal entfacht, wird sich auch sehr schnell wieder legen.
Vorsicht vor Stoffwechselgiften
Wie Krebs und Skorpion ist auch der Fisch ein Wasserzeichen. Und die Vertreter der Wasserzeichen trinken alle gerne und viel. Dagegen ist nichts einzuwenden, solange es sich um Mineralwasser, Tee oder Kaffee handelt. Für Neptun-Menschen ist es aber extrem schwierig, auf einer größeren Gesellschaft nur einen Cocktail zu trinken und dann die Finger vom Alkohol zu lassen. Besonders viele Fische-Geborene ertränken ihre Sorgen mit Alkohol. Fische-Geborene haben einen trägen Stoffwechsel, erwachen deshalb oft lustlos und träge und sollten deshalb ganz besonders auf gesunde Ernährung achten, um Komplikationen mit der Leber und den Verdauungsorganen zu vermeiden. Fische scheiden auf Grund ihrer Veranlagung Gifte wesentlich schwieriger aus, als andere. Deshalb ist erhöhte Vorsicht bei der Einnahme von Medikamenten geboten. Fische leiden unter den damit verbundenen Risiken und Nebenwirkungen immer stärker, als andere. Ganz schlecht auch die sog. Genussgifte, allen voran das Nikotin, das die ohnehin nicht besonders starken körpereigenen Abwehrkräfte reduziert.
Der empathische Fisch
Ganz typisch für den Fisch ist sein Wunsch, Kranken und Schwachen zu helfen. Wir keine andere erfassen sie die Sorgen und Nöte der Versager, der von der Gesellschaft Ausgestoßenen, die sich durch den Fisch angenommen, verstanden fühlen. Der Fisch wird denjenigen, den die Jungfrau für schwach (aus eigenem Verschulden) und für unwürdig hält, gütig trösten. Sein Verständnis ist grenzenlos und er wird soviel praktische Hilfe leisten, wie er kann.
Meister der Satire
Die einzige wirkliche Geheimwaffe der Fische ist ihr Humor. Neptun-Menschen lächeln, um ungeweinte Tränen zu verbergen. Sie sind Meister der Satire, und ihre beiläufigen Bemerkungen sind dann wie Peitschenhiebe. Fische spielen für ihr Leben gerne anderen einen Streich und sind unübertroffen darin, Ausgelassenheit um sich zu verbreiten. Wer den Fisch zum Freund haben will oder ihn liebt, muss versuchen, sein Wesen durch die Phantasie zu erfassen.

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