Schritte kündeten den König

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Was ziehe ich an? Meine Haare! Welches Parfüm? Was sag ich? Wie schminken? Wie lächeln? Welche Rolle, welcher Auftritt?

Oh mein Gott, ich lebe! Ich lebe, ich spür es, das Leben!

Ich liebe dieses Leben, diese Freude, diese Spannung, ich liebe zu leben, zu lieben, ich liebe diese Spannung, dieses Kribblen, ich liebe diese Vorfreude, sie treibt mich, sie nährt mich, mein Leben ist erfüllt, ich liebe dieses Glück!

Ihn sehen, ihn hören, Erfüllung der Träume, das Loch ist gestopft, endlich wieder ein Sinn, endlich wieder leben, endlich wieder wissen wofür!

Oh, ich liebe es, liebe dieses Leben, genieße es, spüre es, brauche es, lebe es, es ist so prall, so reich, so wertvoll, so schön! Wie ich es liebe, dieses Leben!

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Erfüllung. Erreichung. Erleben. Extase.
Ich war großartig. Genial. Gewaltig. Gefährlich.
Erlieg mir! Ich krieg Dich. Ich siege. Na warte, Signore!

Und es leuchtete die Sonne, die Erde duftete,
es knarrte die Praxistüre,
Schritte kündeten den König.

Er war es, der herein trat,
in dessen Arme mein Herz fiel…
O süße Worte, o schmachtendes Berühren,
während ich bebend enthüllte
die in Stoffen verborgenen Reize meiner Formen.

Soll für niemals hinüber sein der Liebesrausch,
aber verflogen ist die Stunde…
und wann sterbe ich in Verzweiflung, wann sterbe ich in Verzweiflung?
Habe ich das Leben je zuvor geliebt?

Ah! Ja, ich weine, sieh her … Signore!
Deine Seele ist so edel wie dein Herz,
sag du mir, wo hast Du Dich versteckt?
Bist Du dort? … Nicht wahr? ... Du schweigst ...
Ah! Signore, Verzeihung! Hab Mitleid!
Signore, Verzeihung! Erbarmen! O mein Herr, Erbarmen, Erbarmen...

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