Was geht und was bleibt

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Was geht:

  • Der Pater. Am Sonntag. Ich weiß noch nicht ob ich es mir antue, der Abschiedsfeier beizuwohnen.
  • WL. Im übertragenen Sinne zumindest geht er.

Was bleibt:

  • Die Frage, wie ich Frank loswerde.
  • Die Frage, ob ich ihn denn wirklich loswerden will bzw. ob ich ihn nicht doch behalten muss.
  • Die nicht nachzuvollziehende Lust, WL weiterhin zu treffen.
  • Sport- und Badeverbot.
  • Erkenntnis Nummer 1:
    Ich suche mir regelmäßig Menschen aus der Menge, denen ich unterstelle, in bestimmten Situationen schlecht von mir zu denken. Wohlbemerkt ohne dass sie auch nur ein Wort gesagt hätten. Diesen Menschen lege ich es in den Mund, mich als dumm, lächerlich, albern, hysterisch, kindisch... zu bezeichnen und werde furchtbar wütend auf sie.
    Damit mache ich sie zu meinem "Chor", zur Stimme meines Über-Ichs, zur Stimme meines "Inneren Kritikers", oder, viel simpler formuliert:
    Ich lege ihnen das in den Mund, was ICH von mir denke und lasse sie das sagen, was ich mir sagen möchte. Sie beschimpfen mich an meiner Stelle.
    Diese Erkenntnis finde ich großartig.
  • >Erkenntnis Nummer 2:
    Ich bin in Wahrheit gar nicht die einzige Frau von 30 Jahren, die in bestimmten Situationen überreagiert. Ich bin nicht die Einzige, die sich oft noch völlig unreif verhält, übersteigert reagiert, sich in Dinge hineinsteigert. Kurzum: Ich bin gar nicht so viel peinlicher als andere.
    Schade, ich dachte, wenigstens die Peinlichkeit hätte ich ganz für mich allein gepachtet. Ich teile doch so ungern.
  • >Erkenntnis Nummer 3:
    Würde ich mir meinen Kummer zugestehen können und würde ich nicht immer meinen, ich hätte ja eigentlich gar keinen Grund und gar keine Berechtigung, traurig zu sein, müsste ich mich nicht mehr schneiden. Die Schnitte dienen mir in erster Linie als Beweismittel, als Legitimation. Ich will mit ihnen ausdrücken:
    "Ich weiß ja, dass jeder andere es lächerlich findet, dass ich jetzt so verzweifelt bin und bestimmt glaubt jeder, ich würde maßlos übertreiben. Aber bitte, hier der Beweis: Ich habe mich sogar verletzt. Das beweist doch, dass meine Gefühle echt und nicht gespielt sind!"
    Weitere Erkenntnis:
    Da die Schnitte außer mir ja kaum jemand zu sehen bekommt, schneide ich mich offenbar, um mir selbst zu beweisen, dass ich wirklich traurig bin und um mir selbst zu beweisen, dass ich MIR nichts vorspiele.
    Ich muss mir selbst also meine eigenen Gefühle beweisen, da ich ihnen sonst nicht traue.

    Auch diese Erkenntnis finde ich großartig.

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