Wenn mal etwas nicht seinen Reiz verlöre

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Um etwas Sinnvolles zu tun, habe ich erst noch mal zwei Stunden lang geschlafen, das war in jedem Fall besser als zu lesen, zu putzen, nach über zwei Jahren wieder etwas zu schreiben, meine Mailschulden zu begleichen oder mich um meine Fremdsprachenkenntnisse zu kümmern.

Ich habe überhaupt keine Lust, nachher in die Kirche und anschließend zum "Umtrunk" zu gehen. So spannend das die ersten Male war und so sehr ich mich jetzt wochenlang immer sechs Tage lang auf den Sonntag gefreut habe, so sehr langweilt es mich inzwischen.
Gibt es wohl irgendetwas auf der Welt, das mich nicht nach kürzester Zeit langweilt? Was ist das für eine unglückselige Veranlagung, alles so schnell wieder uninteressant zu finden? Wie kommt so etwas zustande? Es war ja schon so, als ich noch ein Kind war. Der Bastelkurs, der Flötenunterricht, der Schwimmkurs, der Tennisverein, die Judo-Stunden, die musikalische Früherziehung... aber auch jedes Spielzeug und jeder Freund waren mir nach kurzer Zeit wieder langweilig, schon damals verfügte ich über keinerlei Begeisterungsfähigkeit.
Was frustriert mich jetzt? Dass ich die Religion nicht kapiere? Dass ich an Pater C. nicht so nah herangekommen bin, wie ich erhofft hatte? Dass mir der Lehrer doch etwas lästig wird und ich fürchte, er könne doch mehr Interesse für mich haben?
Die Religion muss ich nicht kapieren.
Um C. näher kennen zu lernen, muss ich öfter als fünf oder sechs mal hingehen.
Den Lehrer kann man auf freundlicher Distanz halten.
Was habe ich denn gehofft?
In erster Linie, Pater C. als "Freund" zu gewinnen, als Menschen, der eine Rolle in meinem Leben spielt, als jemanden, der mich wahrnimmt und für den ich jemand bin, als Ansprechpartner und als Rettungsanker für den Fall der Fälle.
Wer sagt denn, dass er das nicht noch wird? Wer sagt, dass ich ihn nicht eines Tages nur grüßen werde, sondern dass er auch, wie ja schon einmal, immer öfter an unseren Tisch kommt und wir uns immer öfter unterhalten werden. Geduld bräuchte ich, keine Frustration.
Aber es ist wohl einfach wirklich nicht mehr neu und spannend genug, der Reiz ist weg, wie immer.

Was macht dauerhaft Spaß? Was macht dauerhaft zufrieden? Woran kann man sich dauerhaft freuen? Was ist für lange Zeit wichtig?
Ich suche etwas Konstantes, aber alles ist flüchtig.

TitelAutorDatumBesucher
Jo grüß Sie Gott!Adrienne30/03/2004 - 17:211430
Ob ich jemals wieder wach werde?Adrienne30/03/2004 - 11:001360
Jetzt kann er mich wirklich leckenAdrienne29/03/2004 - 15:061638
Ja leck mich doch!Adrienne29/03/2004 - 10:331280
FrühlingsfrierenAdrienne28/03/2004 - 18:411409
FastenfrierenAdrienne27/03/2004 - 23:491362
Von einem Ochsen zur blöden Kuh gemachtAdrienne25/03/2004 - 16:371494
Wir empfinden Haß gegen die,Adrienne25/03/2004 - 00:281186
GefühlshorrorAdrienne20/03/2004 - 00:001188
Muss das sein?Adrienne16/03/2004 - 11:421394
Den Pater habe ich ihm untergejubeltAdrienne15/03/2004 - 14:422055
3 UhrAdrienne14/03/2004 - 03:262107
Die Weinbergpredigt und die, die immer noch nicht aufgegeben hatAdrienne14/03/2004 - 00:001544
12 UhrAdrienne13/03/2004 - 12:191378
Die Befriedigung, sich als guter Patient zu fühlen und die Unbefriedigung, einen verkrusteten Backofen zu haben Adrienne12/03/2004 - 12:391527
Feste feiern oder Feste fallen lassen?Adrienne11/03/2004 - 21:021318
SucheAdrienne11/03/2004 - 12:131717
Weil ich meinen Ansprüchen nicht genügeAdrienne10/03/2004 - 22:171501
Man soll die Feste feiern wie sie fallenAdrienne10/03/2004 - 13:511887
Willkommen im ClubAdrienne09/03/2004 - 23:021349
ÜberstandenAdrienne09/03/2004 - 11:481460
Wenn sie doch endlich still wäre!Adrienne08/03/2004 - 15:101665
NotizenAdrienne07/03/2004 - 23:431494
Völlig fehlorganisiertAdrienne07/03/2004 - 11:221166
Ver/Zer/Störungen/StreuungenAdrienne06/03/2004 - 18:541465
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