Vom Klammern, Schneiden und Träumen

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Wann lerne ich endlich, dass ich für andere Menschen nicht die Bedeutung habe, die sie für mich haben?

Ich klammere mich an diese Menschen, weil sie mir wenigstens etwas das Gefüh geben, nicht allein und wertlos zu sein und überhaupt Sinn geben, etwas anderes zu machen als vor mich hin zu vegetieren. Und jedes Mal, wenn mir bewusst wird, dass diese Menschen ein Leben mit mehr Inhalt führen als ich und ich nur eine total kleine belanglose, ersetzbare Randfigur bin, wird mir klar, dass mein Leben total leer und freudlos ist und dass es doch immer an mir liegt, wenn mich Menschen verlassen und ich eigentlich besser dran wäre, einen Menschen erst gar nicht mehr so wichtig für mich werden zu lassen, da die Enttäuschung früher oder später immer eintreten wird und ich dann im späteren Verlauf nicht ständig qualvoll an diesen Menschen zurückdenken muss. Ich stelle mir so oft vor, auf der anderen Seite zu sein...das zu tun, was sie tun, und dabei glücklich zu sein. Wie gerne würde ich doch tauschen.

Oder zumindest weinen, um mich etwas befreiter zu fühlen. Aber ich kann irgendwie nicht mehr, und dieses schreckliche Gefühl bleibt weiter in mir. Nur das Ritzen hilft noch etwas, so als ob durch den Schnitt dieses beklemmende, ich kann es kaum beschreiben, dieses Gefühl von Traurig- und Sinnlosigkeit, wie ein Gas aus meinem Körper entweicht, bis es sich dann wieder aufgebaut hat und nur durch einen neuen Schnitt entweichen kann. Manchmal hab ich das Gefühl, dass ich durch diese Stimmung in mir nicht mehr richtig Luft bekomme, ich weiß nichts mit meinem Körper anzufangen,mit meinen Armen...ich würde mich am liebensten auf den Boden legen und rumrollen, weil das in meiner Phantasie Linderung zu bringen scheint, aber es bringt auch nichts. Es ist wie in einem Traum: Du versucht vor etwas wegzulaufen, und bist gaaanz langsam und fällst hin, und du gibst dir alle Mühe aufzustehen und weiterzulaufen, weil das Etwas, das dich verfolgt immer näher kommt, aber du kannst einfach nicht aufstehen, weil es weshalb auch immer physisch unmöglich ist und die Schwerkraft hält dich auf. Aber der Unterschied ist, dass man aus dem Traum aufwacht und nicht mehr am Boden klebt, aber ich in der Realität diese Gefühle in mir durch nichts dauerhaft loswerden kann.

Kommentare

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das dein geritze irgendetwas

das dein geritze irgendetwas ändert?
Sei nicht so feige und hör auf von allem wegzulaufen.
Wenn du n schönes Leben haben willst musst du dafür auch was tun!
Dir kommt nicht alles entgegengeflogen.

Und was soll der quatsch den du dir einredest beim ritzen??
Ganz ehrlich da passiert überhaupt nichts außer das dein Körper ein paar Hormone freisetzt die quasi betäubend und belebend zu gleich wirken. Quasi n mini-tripp.
Das wird dir genau wie alle anderen normalen junkies kein stück helfen ins Leben zu kommen. Gott Mädel statt rumzusitzen und sowas zu machen ruf lieber ne Freundin an und unternehm was.
Genau das machen nämlich die "coolen" auch.

Bild von Avocado

Ist schon klar, dass das

Ist schon klar, dass das beim Ritzen passiert...das war auch sinnbildlich gemeint. Und ich erwarte nicht, dass mir etwas entgegengeflogen kommt, ich tue was dafür...schon immer, aber manche Menschen haben dabei nicht so viel Glück. Weitere Worte sind der Mühe zu viel, du wirst dafür es eh nicht verstehen.

Bild von hackworth

"Wann lerne ich endlich,

"Wann lerne ich endlich, dass ich für andere Menschen nicht die Bedeutung habe, die sie für mich haben?" Das ist ein wichtiger Satz, der mir ganz ähnlich mal mehr, mal weniger durch meine Gedanken spukt. In den letzten Wochen vielleicht wieder mehr als die Jahre davor.
Danke fürs Formulieren; einen Rat habe ich nicht, denn jeder muss für sich lernen, sein eigenes Leben zu haben. Es gibt da für jeden wohl nur den eigenen Weg, und wenn es Wegweiser für den gibt, dann nur ganz allgemeine.

Kennst Du "Siddharta" von Hermann Hesse?

/hw

Bild von Avocado

Nein, kenne ich nicht.

Nein, kenne ich nicht.

Mehr kann ich dazu nicht

Mehr kann ich dazu nicht sagen, es gibt viele Menschen mit größeren Problemen.
Das juckt dich nicht? Ich weiß. Aber,
genau so sehen die anderen DEINE problemchen nämlich auch.
Denk mal drüber nach

Bild von Avocado

Von außen kann man das

Von außen kann man das schön so aburteilen. Klar weiß, dass es Menschen mit echten Problemen gibt. Ich weiß auch dass meine Probleme nicht schlimm sind, das Problem dabei ist, dass sie sich für mich schlimm anfühlen. Nur weil es anderen schlechter geht, wird meine Stimmung nicht besser, sondern die Depressionen werden aus Empathie eher noch schlimmer, denn im Gegensatz zu anderen Personen nehme ich Probleme anderer Menschen ernst und bemühe mich um deren Besserung. Aber ich will mich hier nicht rechtfertigen müssen, weil ich keinen Einfluss auf meine Gefühle habe und ich mir die deprssiven Verstimmungen bestimmt nicht ausgesucht hätte. Aber durch eine hormonelle Umstellung kann das Problem jetzt vielleicht behoben werden.

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