a little sympathy, I hope you can show me.

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 Nachdem hier ja zuerst Sendepause war, dachte ich nun ist es nach jahrelangem mehr oder weniger regelmässigem Schreiben endgültig vorbei. Der Gedanke war irgendwie gut - trotz allem. Einzig schade war, dass ich die Texte nicht gespeichert hatte, bevor die Seite abgeschalten wurde, doch dann kam ich nochmals vorbei und alles war wieder da. Mein Gedankenchaos ist nun gesichert und diese Wochen ohne Absicherung waren irgendwie sehr befreiend. Das ganze hier reicht sehr weit zurück, in eine Lebensphase, die zu einer anderen Person gehören und mit der ich mich nicht mehr identifiziere. Umso schöner ist es, nun wieder hier zu sein, ohne Druck und mit freiem Geist. 

Seit einem Jahr nun habe ich mein Diplom und bin in einer Vollzeitanstellung. Vor dem Diplom dachte ich, dass ich vielleicht ein Jahr, evtl. 1.5 Jahre 100% arbeiten werde und nun ging die Zeit so unglaublich schnell vorbei, dass ich mir gar nicht vorstellen kann das Pensum zu reduzieren. Abgesehen davon bin ich so wahnsinnig glücklich mit meinem Team und der Abteilung! Seit der Arbeit lebe ich so viel bewusster, geniesse jeden Moment und fühle mich so leicht, einfach weil ich kann, gesund bin und alles bei mir habe, was ich brauche um glücklich zu sein. Wir wohnen unglaublich schön, erleben täglich die schönsten Sonnenuntergänge und -aufgänge, leben am See mit tausend Spinnen und Mücken und trotz allem möchte ich nicht weg von ihr. Ich geniesse dieses Städtchen, die Atmosphäre, die Möglichkeiten und die Zweisprachigkeit so sehr. Inzwischen bin ich auch so wagemutig und sage von mir, dass ich zweisprachig bin. 

Einen riesigen kleinen Dämpfer bekam mein Glück jedoch im Juni, als ich eines morgens mit einer idiopathischen peripheren Faszialisparese erwacht bin. 2.5 Wochen lang lief ich mit schrägem Gesicht, sabbernd und tränend durch die Welt, musste meine Ferienpläne im Kopf annullieren, machte die skurrilsten Geburtstagsbilder und erlebte am eigenen Körper, wie Kortison dich verändern kann. Ich hatte wahnsinniges Glück, lebe achtsamer und nehme mir wieder bewusster Zeit für mich. Das schlechte Gewissen, wenn ich bei schönem Wetter nur zu Hause sitze und nicht in der Sonne liege bzw. sportlich bin, ist kaum mehr da, weil ich mir auch mal einen faulen Tag oder sogar mehrere Tage aufeinander gönnen darf. Dieses Bewusstsein ist so unglaublich befreiend. Zudem habe ich mit Yoga angefangen und geniesse diese Ruhe, das Atmen und bei mir angekommen sein extrem. Ich habe das Gefühl, dass ich mich langsam in eine Richtung entwickle, die ich gar nicht bewusst gewählt habe, aber die durch die vielen Umwelteinflüsse so natürlich über mich kam. 

Ich befinde mich in einer Phase im Leben, wo ich sage, dass es nicht schlimm wäre, schwanger zu werden, während ich zeitgleich meine zweite Ausbildung plane und eigentlich gerne bald mal eine längere Reise machen möchte. Ebenso lebe ich im Moment, geniesse diese wundervollen jungen Jahre und die Zweisamkeit mit der Nr1. seit 7 Jahren. Alles Kitsch und rosa ja, aber was nützt es, sich über Kleinigkeiten aufzuregen, die ich sowieso nicht ändern kann. 

 

In diesem Sinne ein kurzes, glückliches Hallo neben all der Negativität da draussen!

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