Komm mir nicht zu nahe

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Also vor Jahren, sage ich einem Freund, ja heute bin ich ja für niemand eine Gefahr mehr. Ja früher war ich stark und kampfbereit. Nein, meint mein Freund:“Komm mir nicht zu nahe, dass signalisierst Du sehr deutlich. Komm mir nicht zu nahe!“

Ich sitze also da als 19 oder 20 jähriger in einer Kneipe. Die Kneipe hat der Stiefmutter eines Freundes gehört. Er hieß M. Peinliches Detail, sie ist in der Früh immer gekommen ihm einen blasen, obwohl sie mit dem Vater zusammen war.
Sie war so 40 volle Brüßte und er halt, der Vater von M. Ja eben ihr Sklave.

Ich besuche ihn dort und trinke was. Da kommt so ein alter Knacker und schreit und politisiert da herum. Ja wir hätten keine Ahnung und so. Irgendwann überschreitet er den Punkt und ich sehe M. an. Er nickt mit dem Kopf „Nein“. Ich hatte bis dahin kein Wort gesprochen. M. grinst. Dem Alten kwillen die Adern aus dem Hals so regt der sich auf. Ich weiß heute nicht mehr wie alt der war 50, 60 oder 70. Keine Ahnung war mir auch wurscht.
Ich gebe ihm ein paar Kombinationen und in 3 Sekunden ist er am Boden und rührt sich nicht mehr. Er dreht sich noch, weiß nicht wo er ist was war- nichts. So ein ahnungsloser Trottel, der glaubt, weil ich wie 16 aussehe und keine Narben im Gesicht habe, hat er Narrenfreiheit.
Ich gehe dann und nach dem ok von M. bin ich wieder mal in dem Lokal.
An einem Tisch sitzt dem Pfeiffer sein Vater. Der Pfeiffer war Möbelträger, seit seiner Jugend, habe dann oder irgendwann ein paar Jahre mir ihm bei einer Spedition gearbeitet. Sein Vater ein gestandener Möbelträger. Sein Leben lang, bei einer renomierten Firma und immer bei der gleichen. Auch so 50 oder 60 vor der Pension jedenfalls.
Er schreit rüber:“ Ja auf die alten könnt ihr gehen, probier das einmal bei mir!“ M. sieht mich an und faltet die Hände. So quasi :“Bitte nicht!!“ Ich überlege:“ Kann ich Pfeiffers Vater niederschlagen????“ M. zeigt mir noch mal seine gefalteten Hände. Die Lage spitzt sich schon zu. Also gehen oder wumm. Ich gehe. :“Ja jetzt gehst Du, auf die Pensionisten kannst Du losgehen!“ Kurz kommt mir in den Sinn ich gehe ganz einfach rein und schlage ihn so nieder, dass der nie wieder irgendwen mit erhobener Stimme anfliegt.
Ich bin voll Wut in mir kocht es. Du musst wissen, damals habe ich mich immer im Recht gefühlt. Ich habe nie angefangen, aber wehe Du bist mir blöd gekommen.

Ich gehe in meine Stammkneipe. Da sitzt die Novotny. Ja über die musst Du wissen, die war so was von schön, hat jedoch irgendwann ein Gewichtsproblem bekommen und ja – über hundert Kilo. Bei ihr sitzt so ein Kerl, kenne ich nicht vielleicht 30, keine Ahnujng ich war 20 oder so. Ich bin auf Hundert, weil Pfeiffers Vater mir zugesetzt hat. Ich erzähle ihr die Geschichte. Ich sage, der soll froh sein dass er Pfeiffers Vater ist.
Plötzlich, völlig unerwartet bekomme ich eine volle Rechte von dem Typen vis a vis von der Novotny. Mein Sessel kippt nach hinten und ich falle fast samt Sessel. Im vorwärtskippen habe ich schon mein Gesicht gedeckt und luge durch meine Hände durch. Du muß wissen, damals immer Kampfbereit, in einer Sekunde eine Bestie. Mit der linken erwische ich ihn an den Haaren, will ihn aus der Bank- Tisch Kombination ziehen, er ist zu stark im Moment, ich schlage auf ihn ein wie ein Irrer. Ich muß ihn mindendestens 5 oder 10 mal schwer auf seinen Kopf getroffen haben. Du musst wissen. Normalerweise wenn ich einmal richtig traf, war der Kampf vorbei und ich konnte so 30 Minuten voll hindreschen, aber das brauchst Du auf der Straße nicht, nur im Ring.
Der Lokalbesitzer kennt mich gut und weiß wenn er nicht was tut kommt bald die Rettung Polizei und die ganze Scheiße. Er weiß ich war im Knast und will nicht unbedingt dort wieder rein. „Alex ich ruf die Polizei!“ Von dem Arsch, der mich angegriffen hat gibt es kaum Gegenwehr, außer, dass er sich da nicht rausziehen lässt. Dann wäre es nämlich zur Sache gegangen. Das weiß der mittlerweile auch.
Ich gehe also und verspreche, dass wir uns wiedersehen.
Ich gehe nachhause und zeihe mir Kampfschuhe an. Nicht so wie die Mattens, aber Schlüpfer mit einer Harten Sohle, mit denen ich mich aber doch noch bewegen konnte. Es ging ja um Leben und Tod. In Ottakring auf der Straße immer. Und der wird büßen. Normal trifft mich niemand ungefasst, aber ich habe den Typ ja gar nicht als Gegner erwogen und wer kennt schon Pfeiffers Vater.
Ich warte gut eine Stunde, zwischen zwei Autos gekauert, dann kommen sie raus. Ich, so Alter jetzt ohne Polizei und ohne schützende Bank. Du und ich, sonst niemand. Er ist bleich hat angst zittert. Er sei ein Freund von Pfeiffers Vater und hat da überreagiert, ob wir das nicht vergessen können. Ich sag ihm, Pfeiffers Vater soll Gott danken dass sein Sohn mein Freund ist sonst wäre er heute „Zelteln“ gegangen! (Sauerstoffzelt anm.) Du musst wissen die Möbelträger hatten schon Kraft nur habe ich mit 2 Meter Anlauf beidbeinig auf eine Laderampe springen können und wenn so ein Saurier, dachte seine Körperfülle würde ihm helfen, dann weit gefehlt ich war genauso stark viel wendigen und krankhaft aggressiv und brutal.
Ich kalkuliere blitzschnell, ich sage ja zahle mir ein Bier beim Rauchfangkehrer und wir sind quitt.
Ich gehe so einen Meter Sicherheitsabstand zwischen ihm und mir, denn ein zweites mal trifft er mich nicht ungefasst. Wir sind in Ottakring Leute!!!! Meine Strategie ist folgende, wir bestellen 2 Krügeln Bier, ich stoße mit ihm an und mit meinem Handballen haue ich ihm sein Krügel in die Birne, sofort haue ich ihm meine Krügel über den Schädel und dann nehme ich einen Sessel und hau im den solange über die hohle Birne, bis das Werk vollendet ist.
Der Arsch aber findet eine Ausrede, er muss heim und nix für ungut und so – was für eine Scheiße.
Die Novotny hat gesagt er hat sich voll angeschissen. :“Der kommt wieder, der kommt wieder!“ Hat er dauernd gejammert.
M. erzählte mir später der Frühwirth sei früher Kampfboxer gewesen, hat einen irren Ruf in Ottakring. Jetzt sei er bei der Müllabfuhr.
Hat mich wenig gejuckt.......

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