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Manchmal, da frage ich mich ob ich nicht doch besser mit Papa umgezogen wäre. Ich hätte die FOS dort beenden können, hätte mich dort um eine Ausbildung kümmern können und hätte nicht das problem mit zu teuren Mieten. Ich wäre definitiv nicht glücklicher als hier, aber zumindest hätte ich die eine oder andere Sorge weniger und heute... heute reizt mich alles in Papas Stadt. Nur eines hält mich hier und das ist er. Wäre ich mit umgezogen, hätte ich ihn nie kennengelernt und er ist das beste was mir je passiert ist. Gleichzeitig bekomme ich aber auch Angst vor unserer gemeinsamen Zukunft. Wie sollen wir uns sein Studium leisten können? Werden wir dadurch erst mit mitte Dreißig eine Familie gründen können? Es sind so diese Fragen die mir im Kopf rumspucken und die mir eine riesen Angst einjagen. So eine große Angst, dass ich am liebsten meine Koffer packen und abhauen würde. In ein leichteres Leben.... Heute auf dem Geburtstag seines Stiefbruders wurde mir wieder mal bewusst, dass ich nicht die Art von Zuhause habe, die er hat. Er behauptet zwar, dass ich mittels seiner Familie ein zweites Zuhause habe, aber dem ist nicht so. Ich bin vermutlich die einzige die das so sieht, denn seine Mama hat vor seinen Stiefgroßeltern wirklich nur Gutes über mich gesprochen. Ich wäre so eine Süße und höfliche und würde ihr so gut im Haushalt helfen und ich wäre schon ihre Tochter. Dann hat sie mir durch die Haare gestreichelt und mich ganz verträumt angesehen. Aber selbst nach zwei Monaten hier fühle ich mich wie ein ungebetener Gast. Wie ein Parasit, der seine Eltern aussaugt und auf den Zeiger geht, zu nichts zu gebrauchen ist. Ich möchte mich nicht anderen Leuten aufdrängen... Ich möchte eine eigene Familie haben. Ich möchte, dass bei unserer Hochzeit unsere beiden Familien aufeinandertreffen und nicht nur seine anwesend ist. Ich will mich nicht in ihre Familie drängen, weil ich keine imtakte habe und ich will nicht, dass sie für mich die Mutter ist, die ich nicht habe. Wir betreiben hier doch keinen Inzest... Bei all dieser Liebe und Herzlichkeit wird mir bewusst, in was für einer "Familie" ich liebe. Ohne meinen Freund hätte ich niemanden, der mich Donnerstag vom Termin beim Kieferchirurg abholt. Wie schon seit Jahren ist abholen bei mir aber nicht drin. Ich muss mich anderweitig darum kümmern...

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