Mööp

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Freitagnacht habe ich geträumt, dass meine kleine Schwester angeschossen wird. Wir waren bei irgendeinem fremden Mann Zuhause, der hatte einen Sohn der wohl etwas jünger als ich, und auf einmal stand sie da mit einer Schusswunde an der Seite und wirkte apathisch. Es war Nacht, der Strom fiel immer wieder aus und der Mond war bedeckt, so dass ich kaum was sehen konnte. Ich hab den Mann angebettelt uns ins Krankenhaus zu fahren, aber der hat nicht zugehört, mich immer nur beiseite geschoben, und dem sein Sohn war noch viel komischer. Saß nur auf dem Sofa und grinste so fieslich vor sich her und jedes Mal, wenn der Strom wieder ausfiel und ich nichts sehen konnte, hatte ich Angst, dass der gleich eine Waffe zieht. Ich habe mich versucht zu verstecken, aber der Mann hat mich immer wieder aus den Verstecken rausgescheucht, immer wieder an dem Jungen und damit der "Gefahrenzone" vorbei. Dann waren wir auf einmal Zuhause, meine kleine Schwester immer noch mit der Wunde und ich völlig verzweifelt. Papa und meine ältere Schwester beluden das Auto, wollten anscheinend wegfahren, und ich hab versucht auf Papa einzureden. Irgendwann willigte er endlich mal ein, wollte aber vorher noch zum Baumarkt und meine ältere Schwester zur Tierhandlung. Ich fuhr beide völlig außer mir an, wie sie in der Lage jetzt an so etwas denken konnten. Zur Tierhandlung sind wir dann aber trotzdem noch gefahren.

Obwohl der Traum nichts mit meiner Mutter zutun hat, erinnert er mich irgendwie an sie. Vielleicht aber auch nur wegen der Gesamtsituation... Niemand hört mir zu, ich werd nicht ernst genommen,... Dabei sollte doch mein Hauptaugenmerk darauf liegen, dass ich meine ach so verhasste kleine Schwester beschützen will. Wobei das gar nicht sooo abwegig ist, habe ich damals auch gemacht, wenn es nötig war. Wenn man Mutter sie besoffen angeschrien hat und kurz darauf mir vermutlich die Tracht Prügel meines Lebens verpasst hätte, hätte mein Schreibtischstuhl nicht unter die Türklinke gepasst... Ich will mich so weit es nur geht von ihr abgrenzen, will sie nicht mal meine Mutter nennen, wollte lange Zeit nicht mal im Ansatz über ein Jurastudium nachdenken, weil sie das ebenfalls studiert hat. Bei solchen Träumen kommt irgendwie alles wieder hoch... Ich wüsste gerne, was an diesem Traum der Triggerpunkt war. Was genau das alles wieder so hochkommen lässt in mir. Zwar kann ich meine Träume nicht wirklich steuern, aber es interessiert mich einfach, weil ich den Zusammenhang nicht verstehe. Überhaupt verstehe ich nicht, was dieser bescheuerte Traum jetzt schon wieder soll... Meine Therapeutin wird ihn morgen vermutlich wieder feiern, dann freut sich wenigstens einer über die Sache.

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