Mööpp

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Vergangene Nacht war anstrengend... Ich bin um 10 ins Bett, ab halb Eins haben irgendwelche Nachbarn eine halbe Stunde Radau gemacht, bis die restliche Nachbarschaft entnervt aus ihren Fenstern geplärt hat, dass die gefälligst leise sein sollen. Ein paar haben für die mutigen Worte Beifall geklatscht, geantwortet "Endlich spricht's mal jemand aus" und dann war es endlich ruhig. Meine Kopfschmerzen wurden jedoch von Sekunde zu Sekunde schlimmer und machten mir das Einschlafen noch schwerer. Irgendwann hab ich es doch noch geschafft einzuschlafen und bin wegen irgendeines komischen Traums kurze Zeit später wieder aufgewacht. Lag wieder eine Ewigkeit wach, bin aufgestanden, aufs Klo gegangen, Fenster aufgemacht, Fenster zugemacht, eine dritte Tablette Neurexan genommen, mich wieder hingelegt und mich in Gedanken beschimpft, weil ich es nicht hinbekomme einzuschlafen. Die Uhrzeit wollte ich da gar nicht wissen, ich hatte Angst, dass sich mein Kopf dann sowas denkt wie "Ach, jetzt lohnt sich's eh nicht mehr". Irgendwann bin ich dann tatsächlich eingeschlafen - und um halb sieben wieder aufgewacht. Da wurde es mir dann zu blöd, so dass ich aufgestanden bin und mir Kaffee gemacht habe. Inzwischen bin ich bei der vierten oder fünften Tasse, was ich als viel erachte, und der Tag ist nicht mal zur Hälfte rum.
Ich weiß nicht ob ich es auf die anstrengende Nacht schieben kann, aber heute geht's mir wieder schlechter. Meine Kopfschmerzen sind nicht mehr so schlimm wie gestern Nacht, aber dieses Tief ist wieder richtig da. Freitag ist mein neues Buch angekommen, ich habe es direkt angefangen und bin jetzt so gut wie fertig. Sollte eigentlich die Lektüre für den Urlaub und Ferienjob werden, jetzt ist's eine kleine Wochenendlektüre geworden... Muss ich mir nächste Woche wohl noch eins bestellen, am liebsten würde ich mir direkt zwei holen, aber dafür reicht mein Geld nicht mehr. Mit etwas Glück kriege ich ein bisschen Zeugnisgeld und selbst am Ende der Welt, wo ich meine Ferien verbringen darf, werden die hoffentlich sowas wie eine Buchhandlung haben die zügig was bestellen kann.
Ich versuche mir Papas Worte ins Gedächtnis zu holen. "Es wird bald besser werden". Er weiß bestimmt wovon er spricht, war ja schließlich selber in Therapie und auf Kur, aber heute sind diese tröstenden Worte irgendwie nur heiße Luft. Es kommt mir nicht so vor, als würde es bald besser werden. Bald. Bald... Bald, in zwei Jahren, oder wie? Ich will nicht, dass es bald besser wird, ich will, dass es jetzt besser wird. Jetzt gleich sofort und auf der Stelle. Es macht mich schier wahnsinnig... Ich hab das Gefühl absolut machtlos zu sein, nur dasitzen zu können und abzuwarten und ich habe das Gefühl wertlos zu sein. Wieder einmal.
Praktikum ist auch nicht so das Wahre... Die letzten vier Tage muss ich noch überstehen, wobei Donnerstag nur Gottesdienst ist, also eigentlich drei. Drei Tage in denen mich die Lehrer von allen Seiten anmpampen und ignorieren, meine Bewertung im freien Fall ist und die Kinder nur hören, wenn man sie alle zwei Sekunden gehörig zusammenstaucht. Und selbst dann grinsen diese Zwerge teilweise noch so kackendreist und sagen "Nö". Die Lehrer sind gestresst, was ich durchaus verstehen kann, aber müssen sie das an mir auslassen? Ich kann doch auch nichts dafür... Bin mal gespannt, ob meine Bewertung noch weiter runtergeht. Ich kriege es einfach nicht mehr hin interessiert und neugierig zu wirken, mit einem fröhlichen Lächeln hinten in dem Eck zu sitzen und frisch wie der Morgentau auszusehen, wenn ich es nun mal nicht bin. In der ersten Phase, da war meine Beurteilung echt gut. Da dachte ich noch, dass das echt was werden könnte. Tja, und dann ging es immer nur nach unten und nach unten und nach unten... "Du hast so eine positive und fröhliche Ausstrahlung, das ist echt spitze", hatte sie zu mir gesagt. Sonst durfte ich mir immer anhören, ich würde schüchtern und eher zurückhaltend wirken - was ich auch eher bin. Aber die Praktika haben mich dazu gezwungen das etwas zu ändern, was ich durchaus als positiv ansehe und ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass es endlich mal jemandem aufgefallen ist, dass sich was getan hat bei mir. Bei der letzten Beurteilung wurde gar nichts zu mir gesagt, die Noten sprachen für sich. Und die Endbeurteilung wird hoffentlich auch kein Gespräch mit sich bringen, dafür habe ich echt nicht mehr die Nerven. Ich will einfach nur den Zettel, die Unterschrift und dann bin ich da weg.
Ich glaube, ich schreibe gerade wild durcheinander, kriege meine Gedanken wieder nicht so richtig geordnet und unter Kontrolle. Das ist gut, oder? Dass ich schreibe, dass ich überhaupt etwas tue, das ist gut, nicht? Und eines gibt es noch, was ich loswerden will: Ich vermisse sie. Ich vermisse Christoph, ich vermisse PJ, ich vermisse Christel, ich vermisse Wayne, ich vermisse Eddy, ich vermisse Sharleen. Ich vermisse sie alle so schrecklich und ich vermisse Texas. Ich bereue es richtig, dass PJ und ich nicht mehr dazu gekommen sind Nummern zu tauschen. Er war lustig und super nett und ich denke oft an ihn und hoffe, dass es ihm gut geht. Ich glaube, das kann man als Fernweh bezeichnen und ich glaube, es hat mir gut getan. Da war ich abgelenkt, hatte zwar auch dort die Schlafstörungen und zwischendrin richtig miese Tage, aber ich hatte es halbwegs im Griff und habe mich auf die Unternehmungen versucht zu freuen. Noch immer spreche ich Papa hier und da mal darauf an nächstes Jahr wieder rüber zu fliegen und insgeheim hoffe ich, dass ich PJ wiedersehen werde. Die Wahrscheinlichkeit ist vermutlich lächerlich gering und selbst wenn, würde er mich nicht oder ich ihn nicht erkennen, aber ein bisschen träumen ist doch auch mir gegönnt.

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MoppMissDunkelbunt03/01/2016 - 22:44683
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