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Endlich kam heute der Anruf. Noch mals eine Bestätigung, dass ich den Ausbildungsplatz bekomme, den Vertrag kriege ich wohl aber erst nächste Woche zugeschickt. So lange will ich gar nicht warten, werde es aber wohl oder übel müssen.
In der Therapie heute habe ich meinem Ärger über mich selbst etwas Luft gemacht. Es ging zuerst darum, dass ich mich nie einfach mal freuen kann. So richtig aus dem Herzen heraus, ohne direkt danach so eine Stimme im Kopf zu haben, die mich ermahnt und mir die Freude nimmt, mir sagt, ich solle mich besser nicht zu früh freuen. Jetzt mit der Ausbildung zum Beispiel. Anstatt mich einfach zu freuen, dass ich den Platz bekomme, sind da etliche neue Sorgen in meinem Kopf die mich abends wieder um den Schlaf bringen - trotz der Tabletten. Meine Therapeutin hat da eine interessante Theorie aufgestellt: Dieser kleine Mann in meinem Ohr hat sich im Laufe der Jahre bei mir entwickelt und eingenistet und sich dank meiner Mutter regelmäßig bewahrheitet. Jetzt ist er am Drücker, will mich vor zu großen Hoffnungen und zu großer Freude warnen, denn oft genug wurde ich doch noch enttäuscht. Genau diese Enttäuschungen will er verhindern. Aber meine Mutter ist nicht mehr da. Meine Ausbildung hat nichts mit ihr zu tun, der Mann im Ohr hat also nichts mehr zu melden. Ja, meine Mutter hat mich oft genug vergessen. Entgegen aller Aussagen von ihr und Papa wurde es nicht besser, sondern immer schlechter und selbst dann, als ich dachte, es würde endlich bergauf gehen, kam der dicke Knall. Der Mann im Ohr hatte immer recht gehabt damit, dass ich mich etwas zügeln sollte mit meinen Hoffnungen und meiner Freude... Es ist gar nicht so leicht ihn abzustellen. Er hat's sich ziemlich gemütlich gemacht in meinem Kopf.
Zum Ende hin sollte ich einen Fragebogen ausfüllen. Unvollendete Sätze, die ich frei zu Ende stellen sollte. Bei manchen ist mir gar nichts zu eingefallen. Bei einigen sofort und bei manchen traute ich mich nicht mal das aufzuschreiben, was mir wirklich durch den Kopf ging. "Scheußlich finde ich... wie ich aussehe." "Mir ist es peinlich... Fehler zu machen und mein Aussehen." Nur zwei von, ich glaube, zwanzig Fragen. Die habe ich so beantwortet wie ich sie hier geschrieben habe. Ich wollte dann eigentlich auch nur noch nach Hause, bin heute wieder so furchtbar müde, und es fiel mir schwer während der Stunde am Ball zu bleiben und nicht gedanklich auszusteigen.

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