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Ich mache ziemliche Fortschritte, meinte meine Therapeutin heute. Ich bin nicht nur in der Lage meine Gefühle wahrzunehmen, sondern kann sie auch zulassen und sie verarbeiten. So wirklich bewusst war mir das gar nicht, aber gerade die Sache mit der Wut war ein ganzes Stück Arbeit für mich. Ich sperre sie nicht mehr weg und schließe sie weg, sondern lasse sie im angemessenen Maße raus und das ohne mich völlig verrückt deshalb zu machen. Das ist gut, aber für mich anstrengend, denn dadurch weiß ich manchmal gar nicht mehr wo mir der Kopf steht und dann neige ich wieder dazu zurückzufallen. Dann versuche ich sie zu verdrängen und die Strenge in mir richtet die Wut gegen mich. Schimpft mich, weil ich wütend bin, weil ich versagt habe, weil irgendwas nicht perfekt ist. Alles einfach wegzuschließen und stumpf und taub zu sein hat seinen Vorteil, aber wirklich das Wahre ist das auch nicht. Man resigniert. Gestern habe ich meine erste Beurteilung von der Arbeit bekommen und innerlich habe ich sie bereits mit meiner letzten von der FOS verglichen. Da, wo nichts mehr ging. Nicht mal mehr vortäuschen. Desinteressiert, unkonzentriert, distanziert. In meiner jetzigen werde ich als gewissenhaft, interessiert und freundlich beschrieben. Montag haben wir noch darüber gesprochen, dass bei Freude bei mir kein "Aber" mehr dabei ist. Keine Sorgen mehr, keine Befürchtungen. Aber bei dieser Freude der Verbesserung kommt all das wieder hoch. Da ist diese unglaubliche Angst, dass es wieder schlechter wird. Und jeden Morgen, jeden Morgen, wenn ich müde aus dem Bett steige, jedes Wochenende genauso erschöpft bin wie nach einem 10 Stunden Arbeitstag, meldet sich diese Angst wieder. Angst und Panik, wie ein kleines schrilles Männlein in meinem Kopf, was kreischend alle Alarmglocken betätigt und mir sagt, ich müsse mich zusammenreißen und dürfe jetzt nicht wieder nachgeben, wieder zurückfallen. Es ist ja nur die Müdigkeit, rede ich mir ein. Und der Schlaf. Aber der Arzt meinte, ich müsse einfach selber entscheiden ob ich damit auskomme oder nicht. Ich komme damit aus. Noch. Es wird schon gehen. Ganz ehrlich, alleine der Gedanke wieder zurück an den Punkt zu fallen, an dem ich vor zwei Jahren stand, macht mir richtige Panik. Wie ich mich für jeden Bissen überwinden musste, weil ich nichts runterbekommen habe, wie ich nachts kaum ein Auge zubekommen habe, jeden Tag diese Kopfschmerzen, jeden Tag diese Rückenschmerzen, dieser lärmende Gedanke "Wozu denn noch?", diese absolute Taubheit,... Noch mal will ich das echt nicht...

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mööpMissDunkelbunt03/12/2017 - 13:1336
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