Termin

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Gestern war dann also der Termin mit der Familienhilfe. Ich hatte den ganzen Tag bereits darüber gegrübelt, ob ich nicht lieber absagen wollte, denn mir war so gar nicht mehr nach Reden zumute. Aber irgendwie wäre es ziemlich unhöflich von mir gekommen, dann plötzlich wieder abzusagen, wo sie mich extra noch irgendwo dazwischen geschoben hatte, weshalb ich mich dann doch zusammengerissen hatte. Ein paar Kaffee mehr als die üblichen drei, vier Tassen und ich war halbwegs gesprächsfähig nach meinem recht kurzen Schultag in der noch kürzeren Schulwoche. Trotzdem war ich total fertig und das bereits vor dem Gespräch. Da ich ihr bereits in der Sms geschrieben habe, was so in mir vorgeht und wie ich mich fühle, musste ich es bei dem Gespräch nicht mehr aussprechen und hatte das Glück, dass sie dazu keine Fragen mehr stellen musste. Sie lobte mich. Fand es gut, dass ich mich gemeldet habe, hielt es für den richtigen Schritt und beteuerte immer wieder, wie gut das alles von mir fand. Und dann sprach sie es aus. Das, was mir seit Monaten im Kopf rumschwirrt. Es war ein komisches Gefühl sowas direkt gesagt zu bekommen, von jemandem der sicher wusste was er da sagt. "Ich halte eine Therapie bei dir schon für sinnvoll". Egal was mich so beschäftigt, ich solle es anpacken und verarbeiten können. Mir kamen sofort die Tränen und anstatt, dass ich mich erleichtert fühlte, weil mir jetzt definitiv geholfen wird, fühlte ich mich absolut...- Ja, wie fühle ich mich eigentlich? Irgendwie fühlte ich mich nackt, so entblößt und entstellt, gleichzeitig bekam ich Angst und Bedenken und zwischendrin sogar ein bisschen Wut auf mich selber, wieso ich mir das jetzt auch noch aufzwingen wollte. Von Erleichterung fehlte jede Spur.

Wir redeten noch ein wenig über dieses deprimierte Gefühl was ich zur Zeit wieder ganz stark habe. Naja, sie redete wesentlich mehr als ich... Es wäre normal in meinem Alter, dass es da mal so Phasen gibt in denen man sich so fühle. Wichtig sei nur, wie sehr es mich in meinem Alltag einschränkt, was mir dagegen helfe und wie ich es in den Griff bekäme. Da kamen mir dann wieder die Tränen, denn über solche Dinge so direkt hatte ich noch nicht nachgedacht. Ich bekomme es nie selber in den Griff, irgendwann wird es einfach wieder besser, und dagegen helfen tut nichts - wie sollte es denn auch? Ich kann mich zu nichts aufraffen, mache häufig die letzten Stunden in der Schule blau, weil ich keine Nerven mehr habe und weggehen mit Freunden ist sicherlich nicht drinnen. Ich bin hundemüde, lustlos, manchmal wirklich reizbar oder nah am Wasser, da gehe ich nicht mit Freunden feiern. Da gehe ich auch in keinen Park, da setze ich mich nicht mal auf die Terrasse. Da lege ich mich ins Bett sowie ich wieder Zuhause bin und hoffe, dass ich am nächsten Morgen fitter bin. Kann man das als Einschränkungen im Alltag einsehen? Inzwischen mache ich fast gar nichts mehr mit meinen Freunden (und ich habe eh schon einen sehr kleinen Freundeskreis), höchstens gehe ich nach der Schule noch eine Stunde Kaffee trinken mit ihnen...

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Voll gut! <3 Das

Voll gut! <3

Das schwierigste kommt dann jetzt noch, ne? Das Therapeut suchen... und finden. Das ist ja leider echt gar nicht so einfach - oft muss man Ewigkeiten auf einen Platz warten. Ich kann dir (aus eigener Erfahrung und mit meinem Wissen als Psychologie-Studentin) empfehlen, dir für eine Depression eine (kognitive) Verhaltenstherapie zu suchen. Am besten bei einer noch etwas jüngeren Therapeutin. Mir hat das echt richtig gut geholfen - ich wünsche es dir auch!
Liebste Grüße!

Ja, leider... Naja,

Ja, leider... Naja, zunächst einmal müssten wir herausfinden was überhaupt das Problem ist. Ob's wirklich eine Depression ist oder ob's einfach die vergangenen Jahre sind die mir so schwer im Magen liegen und mit denen ich nicht klarkomm. Morgen ist der nächste Termin und eigentlich hatten wir abgemacht, dass ich mir bis dahin eine oder ein paar Therapieformen rausgesucht habe die mich ansprechen, aber irgendwie hab ich noch gar keine wirklich gefunden...

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