Dienstag, 02.04.2013, Wassergymnastik

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Heute Abend bin ich total kaputt. Vorhin war ich nun endlich bei der Dienstags-Gruppe Wassergymnastik. Es waren genau die gleichen Frauen, die auch Donnerstags in der ersten Gruppe sind. Als Gruppenleiterin die Frau, bei der ich dort mit der Wassergymnastik angefangen habe. Ich sage mal so, sie hat eine so lockere und frische Art, ihre gute Laune kommt dabei total rüber, mit ihrer positiven Stimmung "steckt" sie einen dabei so richtig an. Ich bereue es ganz bestimmt nicht, dass ich heute dorthin gegangen bin, ganz im Gegenteil, es war total super gut und wenn ich Zeit habe (nächste Woche kann ich zum Beispiel nicht, da habe ich einen anderen Termin), dann werde ich demnächst auch Dienstags regelmäßig daran teilnehmen (zusätzlich zu der Donnerstags-Gruppe).

Für manche Sachen brauche ich halt etwas länger, um mich endlich dazu aufzuraffen. Um endlich den Mut zu finden, etwas Neues in Angriff zu nehmen. Das war schon immer so, auch schon während der Schulzeit. Wenn ich mir etwas Neues vornehme, ein neues Hobby oder irgendwo hinzugehen, dann brauche ich je nach Sache bzw. Situation zwischen ein paar Wochen und mehreren Monaten, um es dann endlich durchzuziehen. Bis jetzt war dann im Prinzip alles positiv. Ich kann mich an nichts erinnern, wobei ich diesen Schritt je bereut hätte, völlig egal, um welche Sache es dabei gegangen ist. Spontan bin ich diesbezüglich leider absolut nicht. Wenn andere spontan sagen, da gehe ich morgen hin, das möchte ich ausprobieren, dann dauert es bei mir noch mindestens ein paar Wochen, bis auch ich den Mut habe, um diesen gleichen Schritt zu gehen.

Wir haben heute "Zirkeltraining" gemacht, was ich total heftig fand. Nach diesen 45 Minuten war ich voll und ganz k o. Ich glaube, wenn wir so ein Training Donnerstags machen würden, dann würde ich die zweite Gruppe ganz bestimmt nicht mehr durchhalten. In der zweiten Gruppe nur noch höchstens andeutungsweise ein paar Sachen mitmachen. Aber super war es auf jeden Fall. Es hat Spaß gemacht, dass so viele unterschiedliche Bewegungsabläufe dabei gewesen sind.

Wir waren mit 10 Personen und sollten anfangs 2er Gruppen bilden. Im Grunde mag ich das gar nicht, weil das bei mir immer sofort viele negative Erinnerungen an die Schulzeit weckt. Ich meine, in dieser Gruppe bleibt wirklich keiner alleine, jeder spricht mit jedem und ruck zuck hatte ich eine Partnerin neben mir. In der Schulzeit bin ich in solchen Situationen halt immer alleine geblieben, immer bis zum Schluss alleine stehen geblieben, bis ich jemandem "zugewiesen" worden bin. Das kann ich meinen Klassenkameraden allerdings nicht wirklich verübeln. Jeder wusste, dass ich Probleme mit dem Rücken habe und deswegen eigentlich offiziell per Attest gar nicht am Sportunterricht teilnehmen dürfe. Wenn ich dann doch daran teilgenommen habe (wenn mich meine Lehrerin "dazu" geholt hat, weil die Sportart ganz bestimmt nicht Rücken schädigend wäre), dann wussten die Anderen dennoch nicht, wie einsatzfähig ich dabei wirklich bin, ob sie dabei wirklich auf mich zählen können. Deswegen wollte im Sportunterricht keiner freiwillig was mit mir zusammen machen. Aber dieses Gefühl, immer "über" zu bleiben, bei Gruppenübungen alleine zu bleiben, das bekomme ich halt nicht aus mir raus und sobald auch in der jetzigen Gruppe solche Übungen angesagt werden, da bekomme ich immer sofort eine innere "Angst", dass ich wieder über bleibe, dass sich die Situation von damals wiederholen könnte (was in der jetzigen Gruppe jedoch noch nicht der Fall gewesen ist). 

Es gab verteilt im Becken dann 8 "Stationen", an denen wir verschiedene Übungen machen sollten. Immer zu zweit an einer Station. Erst eine Runde jede Übung 2 Minuten, dann 30 Sekunden Pause (zur nächsten Station gehen) und dann wieder 2 Minuten. Für die erste Runde, bis alle an jeder Station waren, haben wir rund eine halbe Stunde gebraucht. In der zweiten Runde gab es an jeder Station neue Übungen, die wir dann jeweils eine Minute machen sollten, dazwischen wieder 30 Sekunden Pause. 

Die Leiterin hat für die Übungen am Beckenrand die nötigen "Hilfsmittel" hingelegt, also die Hanteln, die Wassernudeln und die Schwimmbretter usw. Die Stationen waren immer im Wechsel, eine Übung für die Arme, die nächste für die Beine, dann wieder für die Arme usw. Jede Übung sollte so schnell es geht durchgeführt werden, so viele Wiederholungen wie möglich (innerhalb dieser Zeit).

Mit allen Übungen für die Arme kam ich mal wieder sehr gut klar, die Bewegungen für die Beine habe ich zum Teil nur "angedeutet", musste teilweise mächtig improvisieren. Oder besser gesagt, die Leiterin bekam meine Schwierigkeiten zum Teil mit und gab mir kleine Ausweichübungen an, die ich dann stattdessen machen sollte.

Nur mal eine kleine Auswahl (wie gesagt, jede Station eine andere Bewegung): Mal die Nudel waagerecht im Wasser vor dem Körper halten, mit den gestreckten Beinen nach vorne hoch (so hoch wie möglich). Dann die Nudel halten, mit den Beinen bzw. mit den Knien hoch zum gegengleichen Arm. Dann die Nudel weiterhin waagerecht und Kreise durchs Wasser (die "Mühle", wie es genannt wurde). Dann die Enden der Nudel ins Wasser, damit im Wechsel boxen, mit den Fersen zeitgleich hoch zum Po. Dann ein Schwimmbrett senkrecht ins Wasser und wie beim Paddeln zügig rechts und links am Körper vorbei. Dann das Schwimmbrett vor dem Körper (senkrecht) ins Wasser und schnell mit den Armen vor und zurück. Dann am Rand auf der Treppe, auf einer Stufe sitzen (also mit dem Körper noch im Wasser) und mit den Beinen Fahrrad fahren, nach ihrer Ansage mal die Füße anziehen (Richtung Schienbein) mal nach unten wegstrecken. Dann auf der Stelle laufen und mit den Hanteln nach unten boxen........ Und noch mehrere zusätzliche Bewegungsabläufe.....

Eine Übung ging bei mir gar nicht. Ein Seil straff zwischen die Hände nehmen, mit den Händen möglichst tief unter Wasser und mit den Füßen über das Seil vor und zurück springen. Ja, das war mal wieder meine "Spezial"-Übung, die ich absolut nicht hinbekomme..... (Die Anderen konnten es.). Mit Mühe und Not habe ich es einmal geschafft, mit den Füßen nach vorne drüber zu kommen. Zurück kam ich dann allerdings nicht mehr. Ich sollte das Gleiche dann mit der Nudel versuchen. Auch nicht besser, eigentlich fast schon schlimmer. Die Nudel bekam ich gar nicht erst so tief unter Wasser (um mit den Füßen darüber springen zu können). Die Leiterin hat schließlich etwas improvisiert und ich sollte mit der Nudel so tief gehen, wie ich konnte und mit den Füßen so hoch springen, dass ich möglichst nah zur Nudel komme. Das hat dann geklappt, dabei habe ich mehrmals die Nudel berührt.

Das Fahrradfahren und dabei auf der Treppe sitzen, das fand ich nicht so gut. Das Wasser finde ich am Rand dafür zu flach, ich bin mehrmals mit den Füßen (mit der Ferse) an die Stufe unter mir gekommen (was weh getan hat).Ich sollte die Beine deswegen dann weiter auseinander nehmen, die Füße etwas mehr nach außen drehen (worüber wir noch Scherze gemacht haben, als wenn ich auf einem Fahrrad mit einem dicken Hilfsmotor zwischen den Beinen sitzen würde). Beim zweiten Durchgang durften wir selber entscheiden, welche Übung wir auf der Treppe machen. Die meisten sind weiterhin Fahrrad gefahren, ich habe stattdessen lieber die "Schere" gemacht, also Beine auf und zu. Das fand ich dort wesentlich sicherer. 

Bei der Übung mit dem Schwimmbrett, damit vor dem Körper mit den Armen vor und zurück, das fand ich für den Rücken schwer. Für die Arme kein Problem, das habe ich gut hinbekommen. Aber dabei sollte man gerade stehen bleiben, was bei mir so gar nicht geklappt hat, ich ging total vor und rück (was sie auch sofort angesprochen hat, dass ich dabei ruhiger, mit geradem Rücken stehen bleiben soll, das ging gar nicht). 

Ja, aber wenn man 2 Runden in diesem Tempo durchgemacht hat, jede Übung so oft und so schnell wie es geht, das schlaucht dann unwahrscheinlich. Als die letzte Übung, die letzte Minute angesagt worden ist, da hatte ich zufällig die Nudel in der Hand, sollte an der Station auf der Stelle laufen, mit den Enden der Nudel (natürlich unter Wasser) nach vorne boxen. Anfangs lief ich dabei noch "normal", wurde dann aber immer schneller. Die letzten 30 Sekunden gab ich dann voll "Power", schneller wäre es wirklich nicht mehr gegangen. Woran ich dabei gedacht habe? An die Arbeit. An die Situation bezüglich der Büroräume, an den Umzug, der uns innerhalb des nächsten Jahres bevor steht und die ganze Aufregung, Unruhe und Hektik, die damit dann zusammen hängt. In dem Moment habe ich vorhin dann meinen ganzen Frust darüber rausgelassen, was so richtig gut getan hat. Für so etwas ist das Boxen bei der Wassergymnastik wirklich sehr gut geeignet...!!!!! 

Also dieses Training hätte ich wirklich ganz bestimmt keine 1,5 Stunden, also für 2 Gruppen durchgehalten, dafür war es viel zu intensiv. Als ich dort rausgekommen bin, da habe ich nur gedacht, Wo ist mein Bett???

Zu Hause habe ich erst was getrunken, mich dann umgezogen und dann wollte ich mich "ein viertel Stündchen" aufs Bett legen, alle Viere von mir, ich war total "Schach matt". Ich bin dann sofort fest eingeschlafen, habe etwa eine Stunde geschlafen. Dann hat mein Freund mich geweckt. Das war richtig, denn ansonsten könnte ich heute Nacht nicht schlafen. 

Ja, aber auch, wenn es sehr anstrengend gewesen ist, trotzdem fand ich es gut. Es hat halt Spaß gemacht, innerhalb dieser Zeit so viele verschiedene Bewegungen durchzuführen. Und ich sage mal so, diese 45 Minuten haben mir auch ganz bestimmt mehr gebracht, als 30 Minuten Fahrrad zu fahren. Nach dem heutigen Training bin ich davon überzeugt. 

 

TitelAutorDatumBesucher
Do. 21.11.2019PetraM22/11/2019 - 08:596
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