Dienstag, 02.10.2012 (Auf und Ab der Gedanken)

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Heute war ein mächtiges Auf und Ab der Gefühle und Gedanken. Es waren ein paar sehr schöne Situationen dabei, aber andere haben mich dagegen seelisch auch mächtig aufgewühlt.

Ich fange mal mit der schönsten Situation an. Meine Freundin (die Kollegin aus der anderen Abteilung) hat mich spontan besucht. Ja, darüber habe ich mich total gefreut. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade mächtig genervt. Die typische Situation, ich wollte mich auf eine Aufgabe konzentrieren und ständig ging das Zentraltelefon. Dann stand plötzlich meine Freundin in der Türe. Ich bin spontan aufgesprungen und habe sie gedrückt, also in den Arm genommen. Ja, das war richtig schön, in dem Moment jemanden zu sehen, den ich mag, womit ich mich gut verstehe. Zuletzt hatten wir uns im August, vor ihrem Urlaub, kurz gesehen. 

Da wir ja beide im September Geburtstag hatten (sie etwa eine Woche vor mir), hatten wir beide auch Geschenke dabei. Ihres hatte ich bereits auf der Arbeit im Schrank eingeschlossen. Unter anderem habe ich von ihr ein sehr schönes Halstuch geschenkt bekommen. Eine sehr schöne Farbwahl (blau, rosa, weiß und schwarz), das passt im Prinzip zu allen Sachen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Wir haben uns dann etwa 10 Minuten unterhalten. In der Zeit bekam ich dann allerdings ein schlechtes Gewissen, obwohl das eigentlich blödsinn ist. Meine Kolleginnen stehen alle hin und wieder mal kurz zusammen und unterhalten sich über private Sachen. Aber kaum rede ich mal mit einer "Kollegin" aus einer anderen Abteilung, bekomme ich schon ein schlechtes Gewissen. 

Weil auch sie nicht so lange Zeit hatte, haben wir uns schließlich verabredet. Sie hat nochmals gesagt, dass sie Samstags ihre Mutter nicht alleine lassen möchte. Freitags Nachmittags kann sie nicht, nach einem Bandscheibenvorfall nimmt sie an einer 3jährigen ambulanten Reha-Maßnahme (Reha-Sport, Krankengymnastik) teil. Wir haben uns schließlich für den 18. Oktober (Donnerstag) verabredet. Wir wollen dann zusammen mit dem Zug nach Hause fahren (also in unsere Stadt) und uns dann in einem Café gemütlich hinsetzen, endlich mal in Ruhe reden. Darauf freue ich mich schon sehr. 

Dann freue ich mich schon wieder auf morgen, also auf das Training. Anstelle von der KG machen wir dann ja eine Stunde Training. Ich sage mal so, bei seinem Training, bei seinen Übungen kommt man wirklich auf andere Gedanken, es sind immer so viele "Kombi-Übungen" dabei, bei denen man sich auf mehrere Sachen konzentrieren muss, dabei kann man dann gar nicht seinen Gedanken nachhängen. Auch dafür ist das Training halt gut, wenn man Probleme hat, dann kann man dabei dann gut abschalten, dabei kommt man dann wirklich auf andere Gedanken.

Meine Erkältung nervt mich weiterhin, der Schnupfen lässt zwar langsam nach, dafür kommt der Husten aber leider verstärkt durch. Noch nicht wer weiß wie schlimm, aber trotzdem nervt das halt.

Unser Auto, der Mini, ist heute in die Werkstatt gekommen. Das wird wohl ein "teuerer Spaß". Auf dem Weg nach Hause konnte mein Freund plötzlich kaum noch lenken, er konnte in den Kurven das Lenkrad kaum noch bewegen. Er fuhr sofort zur Werkstatt (hier bei uns "um die Ecke"). Die erste Diagnose lautete direkt, dass die Lichtmaschine defekt ist, dadurch wäre die Servolenkung ausgefallen. Sehr wahrscheinlich können wir das Auto bereits am Donnerstag wieder abholen, es soll halt aber ein "teuerer Spaß" von mehreren hundert Euro werden. 

Heute hatte ich nach langer Zeit mal wieder Rückenschmerzen, immer mal wieder kräftige Stiche zwischen LWS und BWS, mal mehr unten, mal mehr oben. Entweder habe ich eine falsche Bewegung gemacht, habe falsch gelegen oder die ganzen seelischen Probleme, die ich in der letzten Zeit habe, "drücken" jetzt darauf und verursachen diese Beschwerden (wie gesagt, ich finde es gut, dass ich morgen beim Sport mal von diesen Problemen abschalten kann).

Beim Thema Training fallen mir E-Mails ein, die ich heute mit einem anderen Trainer geschrieben habe. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ich mich mit dem für mich richtigen Trainer in Verbindung gesetzt habe. Der Trainer, der bei meiner Suche (vor rund einem Jahr) an dritter Stelle stand (mit dem ich gelegentlichen E-Mail-Kontakt habe, persönlich kenne ich ihn nicht), hat heute einen Artikel im Internet veröffentlicht. Er regt sich so darüber auf, dass sich die Nachricht, dass Dirk Bach gestorben ist, wie ein Lauffeuer verbreitet hat. Er wäre selber daran Schuld, hätte sich "zu Tode gefuttert". Über die vielen Kinder, die an Unterernährung sterben würden, wofür sie nichts können, würde keiner reden, obwohl das viel schlimmer ist.

Daraufhin habe ich ihm eine Mail geschrieben (das wollte ich nicht öffentlich übers Internet machen). Als ich wegen der starken Schmerzen die Depressionen hatte und sehr viel geweint habe, da fand ich es schön, wenn mich die einzelnen Comedians mit ihren Sprüchen abgelenkt haben, mich zum Lachen gebracht haben. Auch Dirk Bach gehörte dazu, seine Sprüche fand ich zum Teil echt gut (ich habe vorhin noch im ZDF eine Folge "Lukas" gesehen, die als Programmänderung gesendet worden ist und musste über die einzelnen Situationen direkt wieder lachen, das ist halt voll und ganz mein Humor). Natürlich tun mir die hungernden Kinder auch leid, rein theoretisch könnte aus einem dieser Kinder ja auch ein super guter Arzt oder Physiotherapeut werden, aber dennoch tat es mir sehr leid, dass ein Comedian, über dessen Sprüche ich lachen konnte, der mich von den Depressionen abgelenkt hat, gestorben ist. 

Diese Einstellung konnte der andere Trainer natürlich verstehen. Er fragte daraufhin nochmals nach, welche Erkrankung ich genau habe. Wenn ich das mal wüsste, eine genaue Bezeichnung habe ich bis heute diesbezüglich nicht gehört. Alle reden nur von einer schwachen Muskulatur, die den ganzen Körper betrifft, die mit regelmäßigem Sport stabilisiert und aufgebaut werden soll, die aber bei Unterbrechungen (z. B. Urlaub) sehr schnell wieder schlapp werden kann (schneller als bei anderen, bei "gesunden" Menschen) und dadurch Schmerzen verursacht.

Daraufhin meinte der andere Trainer zu mir (also per Mail), dass bei mir alles (die gesamte schwache Muskulatur) nur psychisch bedingt sei (wenn es dafür keine Bezeichnung gibt), der Auslöser dafür könnte sogar noch vor meiner Geburt liegen (dass während der Schwangerschaft irgendwas gewesen ist). Ja ne, ist klar. Er hat dann sogar vorgeschlagen, sich mit uns, also mit mir und meinem Trainer mal zusammen zu setzen und meinem Trainer dann Tipps zu geben, wie, also mit welchen "Methoden" er mir am besten helfen kann.

Das habe ich nicht vor, ganz abgesehen davon, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass mein Trainer so was überhaupt mitmachen würde. Er kennt mich jetzt seit knapp einem Jahr und ich habe ihm ja auch die medizinischen Befunde gegeben, er kennt mich also auf jeden Fall besser, als dieser andere Trainer. Ganz abgesehen davon, dass ich in dem Jahr (mit seiner Unterstützung) inzwischen ja auch schon einige Erfolge hatte. Ich glaube kaum, dass er sich von einem ihm völlig fremden Trainer sagen lassen würde, wie er mit seinen Kunden umgehen soll. Als er dann schon einen Termin für dieses Treffen mit mir vereinbaren wollte, habe ich direkt abgeblockt, dass ich demnächst ja zum Seminar muss und für so etwas im Moment keine Zeit habe.

Ich sage mal so, auch wenn dieser andere Trainer eine bessere Ausbildung hat als mein "eigener" Trainer, bin ich trotzdem froh darüber, dass ich anfangs bei der "Auswahl" auf andere "Kriterien" geachtet habe, so dass ich halt auf meinen Trainer aufmerksam geworden bin. Ob ich bei diesem anderen Trainer glücklicher geworden wäre, ob mir sein Training "noch" besser geholfen hätte (wenn er alles auf die Psyche schiebt), das ist dann eine ganz andere Frage. Nein, es ist schon alles gut, so wie es gelaufen ist und ich habe auch nicht vor, mich mit diesem anderen Trainer zu treffen, nach diesen Kommentaren jetzt ganz bestimmt nicht mehr. 

Nur noch 2 Arbeitstage, dann habe ich es endlich geschafft, dann kommt mein Kollege ja endlich wieder und ich werde von dem Zentraltelefon erlöst. In den letzten 4 Wochen haben es die Kolleginnen ja nur übernommen, wenn ich mich (ebenfalls in seiner Vertretung) um den Postdienst gekümmert habe, ansonsten habe ich es alleine von morgens bis Nachmittags bedient. Dann kann ich endlich mal wieder "entspannt" Pause machen (ohne immer sofort "springen" zu müssen, wenn es klingelt) und auch endlich mal wieder konzentriert Arbeiten. In den letzten Tagen war ich dadurch zum Teil mächtig genervt und gestresst. Manche Aufgaben hatte ich zunächst im Kopf, aber nachdem ich dann mal wieder ans Telefon musste, hatte ich hin und wieder was vergessen (zum Teil dann halt blöde Denkfehler) und wurde von meinen Kolleginnen darauf aufmerksam gemacht. Zum Teil echt peinliche Situationen. Aber wie gesagt, 2 Tage noch und dann kann auch ich endlich mal wieder gut und konzentriert Arbeiten. Ich bin ja froh, dass ich diese 4 Wochen seelisch überhaupt so gut durchgehalten habe, aber dennoch ist jetzt langsam meine Grenze erreicht, eine längere Zeit würde ich es nicht durchhalten, meine Konzentration geht halt "flöten", umso öfter das Telefon dann schellt. 

Thema Wassergymnastik, dass ich Sachen vor mir herschiebe, die mir zunächst unangenehm sind, vor denen ich eine gewisse Angst habe, das ist bei mir völlig normal. Als ich zum ersten Mal zu der Jazz-Tanz-Gruppe gegangen bin, in der ich dann viele Jahre war, die ja total super war, da traute ich mich nicht dort rein. Die Tanzschule war im Erdgeschoss mit einem großen Schaufenster. Beim ersten Mal stand ich nur draußen und guckte zu, ging nicht rein. Erst beim zweiten "Anlauf" ging ich rein, das Probetraining gefiel mir sehr gut, die Gruppe und auch die Leiterin war total super und ich habe bereits beim zweiten Training den Vertrag unterschrieben.

Selbst auf der Arbeit ist es ja nicht anders. Im Grunde verstehe ich mich mit allen Kollegen und Kolleginnen, spreche mit jedem einzelnen, völlig ohne Probleme, aber sobald alle als "Abteilung" auftreten bekomme ich große Probleme. Im Laufe der Zeit ist es jetzt schon öfters passiert, dass die Anderen (bei Geburtstagen) schon mal zu der (oder dem) Kollegen gegangen sind. Wenn ich dann gerade mitten in einer Aufgabe war, wollte ich diese eben schnell fertig machen. Ja, aber wenn ich dann etwas später ebenfalls dort vor der geschlossenen Türe stand und die Stimmen der Anderen dahinter gehört habe, dann fehlte mir bisher jedes Mal der Mut, diese Türe einfach zu öffnen und ebenfalls mit daran teilzunehmen (was ich hinterher jedes Mal bereut habe). Jedes Mal gehe ich dann wieder weg und "verkrieche" mich in mein Zimmer. Wenn ich direkt dabei bin, wenn wir dort rein gehen, dann geht es, dann bin ich zwar auch still, aber immerhin dabei. Aber wenn ich verspätet dorthin komme und die Türe zu ist (diese Situation gab es im Laufe der letzten Jahre bereits mehrmals) dann "traue" ich mich nie, diese "blöde" Türe zu öffnen, dann habe ich Hemmungen ohne Ende und schaffe es nicht. Ich weiß, dass nichts "passieren" würde, die Anderen warten ja sogar auf mich (ich gehöre halt auf jeden Fall "dazu") und diejenigen, mit denen ich mich gut verstehe, die freuen sich auch immer darüber, wenn ich "mal" (selten) bei solchen Sachen (Geburtstagen) teilnehme (das haben sie mir schon öfters gesagt), aber trotzdem fehlt mir der Mut, dann zu dieser "geschlossenen Gesellschaft" (hinter dieser Türe) zu gehen. Ja, so geht es mir bei Kolleginnen und Kollegen, die ich zum Teil schon seit  14 Jahren kenne. Ja, und bei fremden Menschen (Thema Wassergymnastik) fällt mir dieser "erste Schritt" dann halt doppelt und dreifach so schwer. Ich mag gar nicht daran denken, wie es mir seelisch ergehen wird, wenn ich dann an dem ersten Tag zu diesem Seminar, in diese Gruppe gehen werde.... 

Ja, im Moment ist seelisch alles sehr viel für mich. Im Prinzip kein Wunder, dass sich mein Rücken mal wieder "gemeldet" hat. Den Abend über hatte ich zum Teil so starke Schmerzen, dass ich nicht mehr Laufen wollte, mich so wenig wie möglich bewegen wollte. Ich saß den ganzen Abend über auf dem Sessel und hing meinen Gedanken nach (das schönste an diesem Abend war halt die Wiederholung von "Lukas" mit Dirk Bach, dabei wurde ich dann wirklich mal von den Gedanken abgelenkt). Ja, wie gesagt, echt gut, dass ich morgen Sport habe, Bewegung an sich und dabei dann halt auf andere Gedanken kommen. 

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