Dienstag, 23.07.2013

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Heute Mittag war mein Freund zunächst im Baumarkt. Er hat dort ganz starkes "Isolierband" (oder so etwas ähnliches) geholt, halt so eine Art ganz stabiles "Tesafilm". Damit hat er die Gurte von den Rollos im Schlafzimmer und in der Küche umwickelt. Den ganzen Bereich, der nur noch am "seidenen Faden" hing. Wer weiß, ob und wann diese Firma überhaupt mal Zeit für uns hat. Jetzt kann man die Rollos allerdings nicht mehr einfach so hoch und runter ziehen. Durch das Isolierband sind die Gurte deutlich breiter geworden, passen nicht mehr "einfach so" in den Kasten rein. Das ist jetzt reine "Handarbeit", beim Öffnen und Schließen der Rollos muss dieser Bereich jetzt Stück für Stück in den Kasten vorsichtig reingeschoben werden. Aber immer noch besser, als wenn wir hier irgendwann eine völlige Dunkelkammer haben.

Wir haben hier ja alle "Aufgaben" aufgeteilt. Morgens das Hochziehen war eigentlich immer meine Aufgabe. Mein Freund ist als "Morgenmuffel" morgens zu mürrisch für irgendwelche Aufgaben und mir hat es nie was ausgemacht. Jetzt mussten wir diese Aufgabe dennoch tauschen, weil ich es nicht so richtig schaffe, dieses breite Band in den Kasten zu schieben. Das übernimmt ab sofort mein Freund.

Wir haben so einen schönen Balkon, den mein Freund immer so toll pflegt. So richtig schön mit Blumen, Erdbeeren, Tomaten und einem schönen Brunnen. Ab Mittags (ca. 14 Uhr) bis Abends steht die Sonne darauf. "Schubweise" sonne ich mich immer mal wieder gerne darauf, meistens für etwa 15 Minuten (ich will es nicht übertreiben). Aber seitdem das Rollo im Badezimmer kaputt ist und das im Schlafzimmer nur noch am seidenen Faden hängt, traue ich mich nicht mehr auf den Balkon. Was ist, wenn ich gerade draußen bin und in diesem Moment dieser Gurt reißt. Im Badezimmer habe ich mich schon total erschrocken, als das Rollo dann plötzlich "runter gerast" ist und ich in einer Dunkelkammer stand. Was ist, wenn ich gerade draußen sitze und in dem Moment das Rollo runter kommt? Dann sperre ich mich ja sozusagen aus. Das Rollo im Badezimmer, das nur ein Fenster ist, das kriegt mein Freund ja schon kaum noch, für die wenigen Zentimeter war es schon ein mächtiger Kraftakt. Das Rollo im Schlafzimmer ist ja viel größer bzw. länger, das ist die Balkontüre. 

Mein Freund meinte dann, ich solle nur noch mit Handy rausgehen und wenn es dann wirklich passieren sollte, dann soll ich per Handy die Feuerwehr anrufen, denn alleine bekomme ich es ganz bestimmt nicht hoch (wenn er es schon nicht schafft). Meine Angst wurde auf jeden Fall zu groß (dass ich mich draußen dann selber aussperre) und ich gehe jetzt nicht mehr auf den Balkon. Deswegen hat mein Freund sich heute darum gekümmert und hat die Gurte mit diesem Band etwas stabilisiert. 

Heute Abend wollte ich dann eigentlich zur Wassergymnastik gehen. Darauf hatte ich mich wirklich schon gefreut (die Tasche war ja schon gepackt). Zumal diese Gruppenleiterin in den nächsten beiden Wochen jetzt auch erstmal im Urlaub ist. Aber als wir nach Hause kamen, da fing hier gerade ein Unwetter an, ein ganz heftiges. Der Himmel wurde schwarz, Starkregen, Sturmböen und ein lauter Donner jagte den nächsten. Dieses Unwetter hielt dann etwa 1,5 Stunden lang an, bevor es langsam wieder etwas nachließ. Die Blitze schlugen mehrmals ein, unter anderem wurde auch der Zugverkehr in dieser Region eingestellt. Bei so einem Starkregen versagte natürlich auch die SAT-Schüssel, so dass wir schließlich auf Antenne, also DVBT umgeschaltet haben. 

In so ein Unwetter gehe ich freiwillig ganz bestimmt nicht raus. Etwa eine halbe Stunde, bevor ich los gemusst hätte (zum Schwimmbad), war es noch nicht wesentlich besser. Der Starkregen war etwas weniger, aber Donner und Blitze wechselten sich weiterhin ab. Beim Donner hat man jedes Mal gedacht, dass das ganze Haus wackeln würde, das hat total "gescheppert". 

Ich hatte dann Angst raus zu gehen und blieb lieber zu Hause. Zur zweiten Gruppe ließ das Unwetter dann zwar deutlich nach, aber da hatte ich dann auch keine Lust mehr. Zumal die zweite Gruppe meistens noch etwas kürzer ist, als die erste Gruppe. Mit der ersten Gruppe fangen wir meistens pünktlich um 19.15 Uhr an, sie geht dann bis 20.00 Uhr. Die Frauen aus dieser Gruppe unterhalten sich dann meistens aber noch, bevor sie dann in Ruhe das Becken verlassen. Dann kommt die zweite Gruppe ins Becken (die erst am Rand wartet). Bis die zweite Gruppe dann anfängt, ist es oft schon 20.05 Uhr oder auch 20.10 Uhr, die Gruppe geht dann bis 20.45 Uhr. Ja, und für diese knappe dreiviertel Stunde bzw. gute halbe Stunde, konnte ich mich vorhin dann wirklich nicht mehr aufraffen. 

Angst habe ich vor Gewitter nicht, aber ich möchte dabei lieber in einem sicheren Gebäude sein. Man liest so viel davon, dass Menschen immer mal wieder vom Blitz getroffen werden. 

Meine Mutter hat so richtig Angst vor Gewitter. Als ich ein Kind war, da war es bei uns zu Hause ganz schlimm. Damals gab es ja noch keine schnurlosen Telefone. Wenn einer gerade telefoniert hat, wenn das Gewitter losging, dann musste man sofort auflegen. Meine Mutter sagte immer, wenn der Blitz einschlägt, dann bekommt man beim Telefonieren einen Stromschlag, der tödlich sein kann. Alle Fenster wurden sofort geschlossen (sonst kommen Kugelblitze ins Zimmer und es fängt an zu brennen) und natürlich der Fernseher ausgemacht, das Antennenkabel gezogen (sonst "explodiert" der Fernseher beim Blitzeinschlag). Wenn ich gerade zufällig in der Wanne war, dann sofort da raus. Wenn der Blitz einschlägt, dann hätte es die gleiche tödliche Wirkung, als wenn ein Fön ins Wasser fallen würde. 

Meine Mutter denkt noch heute so. Hauptsache ich bin zu Hause bzw. in einem Raum, dann fühle ich mich sicher. Telefonieren tue ich auch bei Gewitter, der Fernseher bleibt an und wir haben während des Unwetters sogar etwas gelüftet, weil die Luft sofort wesentlich angenehmer geworden ist, merkbar abgekühlt hat. 

Ich meide es allerdings, bei Gewitter duschen zu gehen. Mein Freund sagt immer, dass dabei nichts passieren kann, aber manche Ängste von meiner Mutter, die meine Kindheit geprägt haben, die wird man halt doch nicht mehr so richtig los. 

Aber das ist halt typisch hier in Deutschland, sobald es mal ein paar Tage so schön ist, Sonne pur bei herrlich warmen Wetter, sofort steigt die Gefahr von Gewitter und Unwetter. Das ist hier ja immer so. Die Feuerwehr war wohl hier im ganzen Gebiet im Großeinsatz, musste viele Keller leerpumpen. Wir hatten Glück, unser Keller ist immerhin trocken geblieben. 

 

TitelAutorDatumBesucher
Fr. 25. September 2020PetraM26/09/2020 - 13:4636
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