Do. 17. Mai 2018

DruckversionPDF-Version

Heute war nicht so ganz mein Tag. 

Nicht der "berühmte rote Faden", sondern ein "Chaos-Faden" zog sich durch meinen Tag.

Das fing heute Morgen schon an. Ich habe zwei Uhren bzw. Wecker. Einer mit Batterie steht direkt an meinem Bett. Der andere mit Strom und Leuchtziffern etwa einen Meter entfernt auf einem Schrank. Das ist ein Funkwecker. 

Dieser Wecker spinnt zur Zeit etwas rum. Heute morgen ging er eine Stunde und 5 Minuten vor. Das geht gar nicht. Gerade morgens zum Wecken muss darauf Verlass sein. 

Heute Abend sprang die Anzeige mehrmals um. Mal ging er richtig, dann wieder eine Stunde vor, dann wieder richtig. Nun gut, ich werde mir in Kürze einen neuen kaufen. Auf diesen werde ich mich nicht mehr verlassen.

Auf dem Weg zur Arbeit habe ich dann mächtig gefroren. Ich hatte unterschätzt, wie kalt bzw. kühl es geworden ist. Gerade ich Frierpitter. Ich hatte eine Bluse an, darüber eine Jeans-Jacke. Ein fieser kalter Wind. Mir war es total kalt. Ich hatte eine Gänsehaut nach der Anderen. Das mag ich gar nicht. Ich war froh, als ich im Zug bzw. dann im Büro war (wo es dann angenehm warm war). 

Morgen ziehe ich eine etwas dickere, eine Wind- und Regenjacke an. Besser etwas wärmer als zu frieren.

Dann ging mein Taschenrechner im Büro kaputt. Also er hat eine Batterie, so eine Knopfzelle. Gerade ich, wenn ich Rechnungen prüfen muss. Ohne Taschenrechner geht das gar nicht.

Mir fiel dann ein, dass Handys doch auch einen "eingebauten" Taschenrechner haben. Dann habe ich mich damit beschäftigt. 

Zuerst bin ich beim "Zubehör" auf die falsche Taste gekommen, habe die eingebaute "Taschenlampe" angemacht. Dann wusste ich erst nicht, wie man sie wieder ausmacht. Irgendwann (ich habe auf einige Knöpfe gedrückt) habe ich es dann hinbekommen.

So habe ich mich heute diesbezüglich (also Handy) halt mit zwei Funktionen beschäftigt, Taschenrechner und Taschenlampe. 

Heute Abend wurde es dann noch so richtig chaotisch.

Ich saß im Zug, gut gefüllt (im ersten Wagen in der ersten Klasse). Ich wollte gerade in Ruhe lesen, da kam eine Durchsage.

Im zweiten Wagen brennt es. Die Feuerwehr sei schon unterwegs. Es wäre besser, wenn alle aussteigen würden. Ob dieser Zug dann anschließend noch weiterfahren würde, das wüssten sie jetzt noch nicht. 

Nun gut, sofort brach eine allgemeine Unruhe aus. Jeder schnappte sich seine Sachen und drängte zur Türe.

Neben mir saß zufällig eine junge Frau, die kein Deutsch konnte, diese Durchsage nicht verstanden hatte. Als alle aufstanden fragte sie mich total irritiert "What is?". 

Äh ja, ich und mein Englisch.... In dem Moment hätte ich einen Dolmetscher gebrauchen können (Grins). Die anderen Reisenden waren total auf sich konzentriert, alle schnappten nur ihre Sachen und wollten raus. 

Äh ja, es brennt, was heißt das jetzt auf Englisch? In dem Moment war ich selber ja auch total nervös, konnte nicht mehr klar denken bzw. nicht mehr ruhig und bewusst über Vokabeln nachdenken.

In dem Moment fiel mir der Refrain aus dem Lied von Johnny Cash ein. "And its Burns, Burns, Burns....", also es brennt, brennt, brennt. 

https://www.youtube.com/watch?v=b-zNQA5Xi4Q 

https://www.youtube.com/watch?v=nfBmDljbLEg

Ich sagte dann spontan, Its Burning. So, zumindest wusste sie dann schon mal Bescheid.

"Where" war ihre nächste Frage, also Wo. Ich sagte "In the next Wagen" und zeigte rüber zum zweiten Wagen.

Sie fragte "And now?". 

Ich wollte sagen, dass die Feuerwehr kommt, aber mir fielen absolut keine Vokabeln ein. Ich hatte spontan Polizei, also Police-Department im Kopf, aber was Feuerwehr heißt, dazu fiel mir gar nichts ein. Ich sagte wieder nur "Its Burning" (Grins).

Dann fragte sie mich so was wie, wann der Zug denn dann fahren würde....

Ich wollte sagen Eventuell später. Ja, aber was heißt eventuell.... 

Ich redete dann mit "Händen und Füßen" (Lach). Ich zuckte bzw. zog die Schultern hoch und meinte "vielleicht later", also vielleicht später.... 

Sie fragte dann noch was, aber der halbe Wagen war schon leer. Ich wollte endlich dort raus. Ich ließ sie dann stehen, schnappte meine Sachen und ging zügig raus.

Der Bahnsteig war voll. Ich guckte zum zweiten Wagen rüber. Aus der oberen Etage aus dem gekippten Fenster drang dicker schwarzer Qualm. Es stank total fies nach verbranntem Gummi. Total ekeliger Geruch. 

Ich ging die Treppe runter. Mir kamen so einige Polizisten entgegen. Man hörte schon die Martinshörner, die Feuerwehr war schon unterwegs. 

Ich nahm dann halt einen anderen Zug, den die meisten aus diesem defekten Zug ebenfalls genommen haben. Dementsprechend voll wurde er (aber in der ersten Klasse bekam ich gerade noch einen Sitzplatz).

Vor lauter Aufregung musste ich im ersten Moment mit den Tränen kämpfen. Aber dank meines tollen Gespräches, meiner tollen Englisch-Kenntnisse musste ich dann schließlich sogar lachen. Hoffentlich hat das keiner mitbekommen, wie ich da am rumstammeln war. Aber das glaube ich nicht, weil jeder mit sich selber beschäftigt war, bloß schnell dort rauszukommen, bevor sich das Feuer ausbreiten konnte. 

Letztendlich war ich eine halbe Stunde später zu Hause als geplant. 

Unterwegs habe ich meinem Freund noch ein kleines Geschenk geholt, eine kleine persönliche Sache. Nachdem ich mir am Dienstag so Sorgen gemacht hatte (als das E-Plus-Netz zusammen gebrochen war), wollte ich ihm zeigen, wie sehr ich ihn liebe. Er hat sich darüber total gefreut, hatte nicht damit gerechnet.

Mein Abend war dann sehr kurz. Ich war total kaputt, stand seelisch nach dieser Aufregung auch etwas neben mir. Ich wollte mich etwas hinlegen, seelisch etwas runterfahren, bin dann fest eingeschlafen.

Mist, ich wollte ja eigentlich Sport machen. Gut, dass morgen Freitag ist, das lange Pfingstwochenende vor der Türe steht. Dann kann ich wieder jeden Tag ein gutes Sportprogramm durchziehen. 

Ich fand es heute schön,

- als ich, wegen der dünnen Jeans-Jacke, endlich im warmen Büro war.

- dass ich mit dem Taschenrechner im Handy klar gekommen bin.

- dass ich, trotz des Brandes im Zug, gut nach Hause gekommen bin.

- dass ich meinem Freund mit dem Geschenk eine Freude gemacht habe. 

TitelAutorDatumBesucher
Mo. 19. Nov. 2018PetraM20/11/2018 - 02:519
So. 18. Nov. 2018PetraM19/11/2018 - 02:2517
Sa. 17. Nov. 2018PetraM18/11/2018 - 13:2530
Fr. 16. Nov. 2018PetraM17/11/2018 - 13:1640
Do. 15. Nov. 2018PetraM16/11/2018 - 08:3498
Mi. 14. Nov. 2018PetraM15/11/2018 - 08:47200
Di. 13. Nov. 2018PetraM14/11/2018 - 04:14266
Mo. 12. Nov. 2018PetraM13/11/2018 - 02:33304
So. 11. Nov. 2018PetraM12/11/2018 - 02:47314
Sa. 10. Nov. 2018PetraM11/11/2018 - 14:22247
Fr. 09. Nov. 2018PetraM10/11/2018 - 07:06254
Do. 08. Nov. 2018PetraM09/11/2018 - 09:14161
Mi. 07. Nov. 2018PetraM08/11/2018 - 09:08139
Di. 06. Nov. 2018PetraM07/11/2018 - 09:23177
Mo. 05. Nov. 2018PetraM06/11/2018 - 02:47214
So. 04. Nov. 2018PetraM05/11/2018 - 02:42301
Sa. 03. Nov. 2018PetraM04/11/2018 - 14:32237
Fr. 02. Nov. 2018PetraM03/11/2018 - 12:41286
Do. 01. Nov. 2018PetraM02/11/2018 - 09:06226
Mi. 31. Okt. 2018PetraM01/11/2018 - 13:54219
Di. 30. Okt. 2018PetraM31/10/2018 - 09:08222
Mo. 29. Okt. 2018PetraM30/10/2018 - 02:41162
So. 28. Okt. 2018PetraM29/10/2018 - 03:01162
Sa. 27. Okt. 2018PetraM28/10/2018 - 05:09161
Fr. 26. Okt. 2018PetraM27/10/2018 - 02:46158
onlinetagebuch.com - WIE DAS LEBEN SO SCHREIBT ...