Donnerstag, 01.08.2013

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Heute ging es mir zum Glück schon wieder deutlich besser als gestern. Ich habe mich auch bemüht, so viel wie möglich zu trinken, habe heute etwas mehr als 1,5 Liter geschafft. 

Auf der Arbeit war es heute total stressig. Durch Krankheiten, Urlaub und Dienstreisen hatten wir heute mehr oder weniger eine "Notbesetzung" (was sich an den nächsten Tagen auch nicht ändern wird) und das Telefon klingelte sich heiß. Ich war zwar ständig in "Action", habe einiges geschafft, aber nur einen Bruchteil davon, was ich mir im einzelnen vorgenommen hatte. Gut, dass morgen Freitag ist. An den meisten Freitagen ist das Telefon relativ ruhig, morgens ist erst noch viel zu tun, aber gegen Mittag wird es dann meistens ruhiger. Ich habe mir dann noch mehrere Sachen vorgenommen, die ich unbedingt noch schaffen will. 

Immerhin hat sich zwischendurch eine Situation ergeben, die meinem Selbstbewusstsein einen ordentlichen "Pusch" nach oben gegeben hat. Die ich mir zunächst nicht zugetraut habe, es dann aber tatsächlich hinbekommen habe (womit ich ehrlich gesagt nicht wirklich gerechnet habe). Mein Kollege ist ja noch im Urlaub (er kommt Montag wieder) und ich bin dementsprechend noch für die Post zuständig. Im Prinzip kein Problem, soweit habe ich dabei alles gut im Griff. Die Frankiermaschine ist allerdings ein halber Computer. Mit den Standardsachen kenne ich mich ja längst aus, aber vor allen anderen Sachen habe ich doch etwas Angst. Wenn Probleme auftauchen spreche ich dann immer sofort meine Kollegin an, die sich mit allem relativ gut auskennt. Aber diese Kollegin ist zur Zeit leider erkrankt.....

Heute war nun plötzlich das Guthaben auf der Frankiermaschine verbraucht, sie musste also neue geladen werden. Das habe ich bisher noch nie alleine gemacht. Normalerweise hätte ich dann sofort meine Kollegin angesprochen, die dieses neue Aufladen inzwischen schon viele Male gemacht hat, es fast schon aus dem "Eff-Eff" kann. Ja, aber wie gesagt, sie ist zur Zeit halt krank. Mein erster Gedanke war, dann lasse ich die Post halt liegen, spätestens am Montag, wenn mein Kollege wieder da ist, geht es dann ja eh raus. Ja, aber das habe ich mich natürlich nicht getraut, es kann ja auch immer mal was wichtiges, eine Terminsache dabei sein. Dann habe ich spontan gedacht, dann schnappe ich mir halt die Briefe und gehe damit mal eben zur Post, gebe dort alles auf. Ja, aber das war mir dann auch zu blöd und kompliziert. 

Ja, und dann habe ich mir die Beschreibung geschnappt und habe angefangen, mir die Kapitel bezüglich des Aufladens (des Guthabens) durchzulesen. Der erste Versuch an der Frankiermaschine ging dann natürlich schief. Ich habe irgendeine falsche Taste gedrückt, landete in einem falschen Programm und es hat etwas gedauert, bis ich dort dann wieder raus war, wieder in der "neutralen" Anzeige war. Ich wurde dabei immer nervöser.

Ja, aber dann, beim zweiten Versuch, hat es dann wirklich geklappt. Schritt für Schritt, bis ich dann tatsächlich die restliche Post auch noch frankieren konnte. In dem Moment war ich dann wirklich total happy. Für mich persönlich war das (dass ich es alleine geschafft habe) schon ein richtig schönes "Erfolgserlebnis" (anders kann ich es nicht sagen). Wie sagt man immer so schön, dabei bin ich ein Stück über mich "hinaus gewachsen".

In diesem Zusammenhang muss ich an meine Größe im Allgemeinen denken. Ich kann es noch nicht wirklich glauben, aber in den letzten Jahren bin ich durch die Verbiegung meines Rückens um 5 cm "geschrumpft". Wenn ich früher gemessen worden bin, da war ich immer 1,65 m groß, so steht es auch in meinem Personalausweis. Als ich Ende 2009 nach langer Zeit mal wieder beim Orthopäden war und dort mal wieder gemessen worden bin, da war ich nur noch 1,62 m. Ich konnte es nicht glauben und dachte, sie hätten sich vertan. Aber sie haben (vorsichtshalber) zwei Mal nachgemessen, aber es blieb dabei, ich war nur noch 1,62 m. Der Arzt hat mir es dann aber so erklärt, dass das bei meinem Rücken völlig normal wäre. Wenn mein Rücken weiterhin (so wie bei den früheren Messungen) relativ gerade wäre, dann wäre ich auch jetzt wahrscheinlich noch um die 1,65 m, aber durch die Rundung, durch die Verbiegung nach vorne habe ich ein paar Zentimeter verloren. Normalerweise passiert das erst bei älteren Menschen, wenn sie mit der Zeit immer krummer werden (immer mehr gebückt laufen), aber bei meiner Erkrankung ist diese Verbiegung halt schon Jahre früher eingetreten. 

Außerdem hatte ich auf den Röntgenaufnahmen von 2009 ja schon keine Bandscheiben mehr. Die Wirbel sind durch die Verbiegung so fest aufeinander gedrückt, dass dort kein Platz mehr für Bandscheiben ist. Die einzigste Bandscheibe, die ich noch habe, die hat sich damals, als ich mich mit Mitte 20 zu ruckartig gebückt habe, heraus gedrückt und diese Vorwölbung ist bis heute ja noch zu sehen. Durch diese fehlenden Bandscheiben (jeweils ein paar Millimeter) kommt halt auch die Verkürzung des Rückens zustande. Als ich 2009 bei diesem Orthopäden war, da hatte ich ja noch Dauerschmerzen ohne Ende, wusste an manchen Tagen gar nicht, wie ich noch einigermaßen gerade Laufen soll.  Er hat dann auch sofort gesagt, dass ich soviel Sport wie möglich machen soll (von ihm habe ich nach den ganzen Jahren dann wieder die erste KG-Verordnung bekommen). Durch intensiven Muskelaufbau, gerade auch des Rückens, kann man diese fehlenden Bandscheiben auf Dauer gut "überbrücken" und somit die Schmerzen in den Griff bekommen, wobei das ganz bestimmt keine Sache von "heute auf morgen" ist (so hat mir der Arzt das damals erklärt). Aber bis meine Behandlung (und die jetzige Schmerzfreiheit) dann so richtig in die Gänge kam, das hat dann ja noch ein paar Jahre gedauert, da die meisten Physiotherapeuten auch trotz dieser Diagnose bzw. der KG-Verordnung total ängstlich sind. Sobald sie hören, dass eine Patientin Schmerzen hat, trauen sie sich nicht mehr so richtig ran und es folgt eine totale "Schonbehandlung", die dann letztendlich gar nichts brachte.

Ende 2010, also rund ein Jahr später war ich dann in der Reha. Dort wurde ich dann wieder gemessen. Genau 1,60 m. Also 2 cm weniger als noch vor einem Jahr. Die dortigen Ärzte sagten, dass mein Rücken (er wurde dort auch wieder genau nachgemessen), also die Verbiegung im letzten Jahr noch intensiver geworden ist. Die Rundung im Hohlkreuz hat sich noch weiter nach vorne gedrückt. Therapiemäßig konnte man die Zeit in der Reha ja völlig vergessen. Die dortigen Physiotherapeuten waren mit einer solchen Erkrankung ja völlig überfordert, ich ging dort in den Gruppen völlig unter, bin nirgends so richtig mitgekommen und war letztendlich (nachdem ich mich tagelang nur noch auf meinem Zimmer "versteckt" habe, nicht mehr zum Essen gegangen bin, mich nur noch von Schoko-Plätzchen ernährt habe) in der dritten Woche mehr bei der Psychologin als bei irgendwelchen sportlichen Therapien. Diese 3 Wochen waren wirklich total vergeudete Zeit!!!

Seitdem habe ich mich nicht mehr gemessen, gebe bei Fragen immer an, dass ich 1,60 m bin (das musste z. B. letzte Woche beim Einstellen der Pulsuhr auch mal wieder eingegeben werden). Es kann durchaus sein, dass ich inzwischen noch kleiner geworden bin, aber das möchte ich dann lieber gar nicht wissen. Meine Tante, die ja auch diese Erkrankung hat, ist auch immer weiter "geschrumpft", als ich sie vor einigen Jahren (auf dem Geburtstag meiner Mutter) zuletzt gesehen habe, da war sie bereits ein gutes (sichtbares) Stück kleiner als ich. Ich weiß auch nicht, aber ich finde es halt irgendwie deprimierend zu wissen, dass man dadurch im Laufe der Jahre immer kleiner wird. 

Diesbezüglich würde ich zu gerne in die Zukunft gucken können. Ich muss gerade an meinen Trainer denken. Er ist bzw. war bei mir bisher ja der einzigste (von allen Therapeuten), der sofort, also schon beim Probetraining "aufs Ganze" gegangen ist, sofort ein relativ intensives Programm (einschließlich ein paar Übungen für die Bauchmuskeln) durchgezogen hat. Natürlich war das auch für ihn ein großes Risiko, er kannte mich und meine Probleme bis dahin noch nicht und dieser "Schuss" hätte auch nach hinten losgehen können (dass ich mich danach gar nicht mehr bewegen kann). Aber ich fand es halt von Anfang an gut, dass er keine "Berührungsängste" hatte und sofort ausprobiert hat, wie weit er bei mir gehen kann, also mit welchen Übungen ich Probleme habe, wo er gezielt ansetzen konnte. Als ich schon nach diesem "kleinen" Probetraining das erste Mal seit rund 20 Jahren für ein paar Stunden eine kleine Schmerzfreiheit hatte (was für mich schon ein Wunder war!!), da wusste ich, dass ich therapiemäßig den richtigen Weg eingeschlagen habe. Von Woche zu Woche, von Monat zu Monat ging es mir dann besser, die Schmerzen hatte ich dann immer besser im Griff. 

Er sagt mir immer schon mal, welche Ziele er vor hat, was wir bei manchen Sachen (bei manchen Übungen, z. B. Thema Liegestütze) im Laufe der Zeit erreichen wollen. Ein paar kleine Ziele habe ich in den letzten 1,5 Jahren davon auch schon erreicht (wobei die Schmerzfreiheit natürlich ein ganz großes Ziel bzw. einen ganz großen Erfolg darstellt!!!). Ein Ziel liegt auch darin, dass ich auf Dauer eine bessere Körperhaltung bekommen soll (was ja auch mit der Rücken- und Bauchmuskulatur zutun hat). Ja, natürlich wäre das für mich ein ganz großer Traum, mal wieder gerader stehen zu können, nicht immer so intensiv im Hohlkreuz zu sein, dadurch auch nicht mehr weiter zu "schrumpfen" sondern diese Verkürzung durch eine geradere Haltung ausgleichen zu können. Noch bin ich nicht so weit, noch schaffe ich das nicht (sonst wäre ich vor kurzem bei der Wassergymnastik ja auch nicht auf eine mögliche Schwangerschaft angesprochen worden). Aber diesbezüglich würde ich gerne mal in die Zukunft gucken können, ob ich das wirklich schaffen werde, so eine stabile Muskulatur zu bekommen, dass es mir dann relativ leicht fällt, auch im Alltag (ohne groß darüber nachzudenken) eine geradere Haltung zu bekommen. Auch wenn diesbezüglich noch ein sehr weiter Weg vor mir liegt, das ist im Rahmen des Trainings auf jeden Fall ein Wunschtraum von mir!!! 

 

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