Donnerstag, 08.08.2013

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Der heutige Tag ist relativ ruhig verlaufen. Zumindest abgesehen davon, dass bei mir im Büro zum Schluss hin etwas das Chaos ausgebrochen ist. Grundsätzlich mag ich flexibles Arbeiten, wenn man zwei Aufgaben so ziemlich parallel laufen lässt. Aber das gilt wirklich nur für zwei Aufgaben, ansonsten verliere ich zu schnell den Überblick. Heute Nachmittag hat es sich dann so ergeben, dass ich jetzt 4 angefangene Aufgaben auf meinem Tisch liegen habe und ständig parallel dazu das Zentraltelefon. Heute Nachmittag habe ich dann erst versucht, diese Aufgaben ebenfalls alle parallel laufen zu lassen, alles Schritt für Schritt zu bearbeiten, aber dieses Vorhaben war im Prinzip sofort zum Scheitern verurteilt. Wie sagt mein Chef immer so schön, man muss Prioritäten setzen. Ja, das muss ich jetzt wirklich. Ich habe vorhin schon darüber nachgedacht, was ich morgen unbedingt bevorzugt bearbeiten muss und was ich ruhig bis Montag liegen lassen kann (denn alles werde ich morgen ganz bestimmt nicht komplett fertig bekommen). 

Ja, mein Chef, das ist wirklich fast schon ein Thema für sich. Als ich in dieser Abteilung angefangen habe, da hatten wir noch einen anderen Chef, der dann in Rente gegangen ist. Dann kam unser jetziger Chef. Er ist etwa 10 Jahre älter als ich. In den ersten Jahren war er mir von der Art her sehr sympathisch. Im Vergleich zu früheren Chefs, auch von früheren Arbeitsstellen her, sehr locker. Es gab immer mal wieder Zeiten, in denen man echt gut mit ihm reden konnte, als wir uns z. B. über Urlaubspläne unterhalten haben. Arbeitsmäßig hat er sehr viel "frischen Wind" in unsere Abteilung gebracht. Die Sache mit der Telefonzentrale zum Beispiel, für die ich inzwischen ja zuständig bin, diese Idee kam von ihm. Bis dahin landeten alle eingehenden Gespräche im Wechsel bei allen Kollegen. Es gab damals hin und wieder auch mal Situationen, in denen ich arbeitsmäßig Hilfe gebraucht habe. Dabei hat er mich dann nie hängen lassen, hat sich für mich eingesetzt und mir geholfen. Ja, zu der Zeit fand ich ihn wirklich toll, anders kann ich es nicht sagen.

Ab wann genau dann der "Knick" zwischen uns eingetreten ist, das kann ich rückblickend gar nicht mehr so genau sagen. Im Laufe der Zeit ist halt viel passiert. Es sind viele Situationen eingetreten, die sehr "unglücklich" gelaufen sind. Ich sage mal so, wenn mir im Laufe der Zeit "Sachen" passiert sind, Sprüche rausgerutscht sind, die ich besser für mich behalten hätte (über die ich vorher nicht nachgedacht habe), dann bekam ich dafür zum Teil sehr heftigen Druck und Ärger. Aber was er mir im "Gegenzug" zum Teil ebenfalls schon an den Kopf geworfen hat, es waren für mich zum Teil sehr "harte" Kommentare dabei, die muss ich so hinnehmen und "akzeptieren" (er ist halt der Chef......). 

Diese angespannte Situation zwischen uns hat sich in den letzten Jahren dann immer mehr hochgeschaukelt. Umso mehr passiert ist, umso mehr hatte ich das Gefühl, dass er mich auf dem "Kieker" hat, nur darauf warten würde, dass mir mal wieder ein Fehler passiert. Im Laufe der Zeit wurde ich ihm gegenüber dann immer ängstlicher und unsicherer, habe versucht, ihm immer mehr aus dem Wege zu gehen, ihm bloß keine "Reibungspunkte" für weiteren Ärger mehr zu geben. 

Ja, und dann sind bei mir ja auch noch die Depressionen "ausgebrochen". Zeitweise war ich total nah am Wasser gebaut, ein Wort genügte und mir liefen schon die Tränen. Mit dieser Krankheit konnte er dann gar nichts anfangen, konnte nicht verstehen, dass mir im Büro immer mal wieder, auch aus ganz blöden Anlässen, die Tränen einfach nur so liefen. Das hatte ich zum Teil nicht unter Kontrolle. Ich war froh, dass ich meine Arbeit hatte, eine Aufgabe, einfach das Gefühl Gebraucht zu werden (trotz dieser Erkrankung nicht völlig "überflüssig" zu sein). Mein bisheriges Arbeitspensum konnte ich damit jedoch nicht mehr halten, ich war mit den bisherigen Aufgaben völlig überfordert, habe immer weniger geschafft, immer mehr "abgebaut". Aber trotzdem war ich halt froh darüber, dass ich überhaupt noch Aufgaben hatte. 

Der Ärger war im Grunde schon vorprogrammiert. Er sah nur, dass ich nicht mehr in der Lage war, meine Aufgaben in den Griff zu bekommen. Eine Zeitlang blieb in jeder Woche etwas liegen. Ich war in jeder Woche stolz darauf, was ich geschafft habe (ich habe immer so gut es ging gearbeitet), bekam aber dennoch für die anderen Aufgaben den nächsten Ärger. Das zog mich zu der Zeit seelisch immer weiter runter. Egal was ich geschafft habe, egal wie gut ich es gemacht habe, Ärger gab es wegen der anderen Aufgaben ja eh immer. Das war dann das Jahr, in dem ich mehrere Krankenscheine über je mehrere Wochen hatte, weil ich diesem Druck auf der Arbeit absolut nicht gewachsen war.

Ja, und ich glaube, wenn ich das mit der Runterstufung Anfang diesen Jahres nicht gemacht hätte, es wäre so weiter gelaufen und ich wäre seelisch immer tiefer gesunken....!! Das mit der Runterstufung, dass ich die Verantwortung abgegeben habe, im Vergleich zu früher (als Sachbearbeiterin) nur noch die "kleine" Schreibkraft und Telefonzentrale bin, das war für mich persönlich die beste Entscheidung, die ich seit Jahren getroffen habe. Dadurch wurde mir eine sehr große Last genommen, der frühere Druck, alles unbedingt im Griff haben zu müssen, ist seitdem völlig weg. Seitdem gehe ich wieder viel lockerer zur Arbeit (Ja, mir macht meine Arbeit nach wie vor so richtig Spaß!!). 

Ja, aber an dem angespannten Verhältnis zu meinem Chef hat es dennoch nichts geändert. Es ist halt viel passiert, was man jetzt nicht einfach so vergessen oder verdrängen kann. Ich "akzeptiere" ihn als Chef, versuche aber trotzdem, ihm aus dem Wege zu gehen, auch weiterhin keine neuen Reibungspunkte für Ärger mehr zu geben. Ja, ganz habe ich das "ängstliche Gefühl" vor ihm, beim nächsten Fehler (der ja jedem mal passieren kann) den nächsten Ärger mit ihm zu bekommen, bis heute nicht im Griff. Aber trotzdem habe ich schon irgendwie die Hoffnung, dass sich unser angespanntes Verhältnis im Laufe der Zeit wieder einigermaßen legt, so dass man im Büroalltag wieder auf "normaler Basis" reden kann (so dass ich zukünftig auch bei Geburtstagen meiner Kolleginnen teilnehmen kann, ohne Angst davor haben zu müssen, auch ihm dort zu begegnen.....). 

 

TitelAutorDatumBesucher
Mo. 03.02.2020PetraM04/02/2020 - 09:16138
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