Donnerstag, 08.11.2012 Wassergymnastik

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Heute Abend bin ich seelisch so richtig gut drauf, mein Start bei der Wassergymnastik war ein absolut voller Erfolg, besser hätte es dort nicht laufen können. 

Zunächst mal, ich habe meinen Chef heute nicht angesprochen, war dazu seelisch absolut nicht in der Lage. Näher möchte ich hier im Moment lieber nicht darauf eingehen. Es ist für mich eine schwierige Situation. Ich sehe zu, dass ich meine Aufgaben so gut es geht und so schnell wie möglich in den Griff bekomme und wenn es dann doch nicht anders gehen sollte, kann ich ihn zu einem späteren Zeitpunkt ja immer noch ansprechen. Aber im Moment möchte ich mich mit einem solchen Gespräch seelisch nicht weiter belasten. 

Heute Mittag war ich dann mächtig in der Zwickmühle. Wir bekamen eine Mail, dass die diesjährige Weihnachtsfeier jetzt geplant wird, also zunächst die Terminabsprache. Da ich mich ja seit sehr vielen Jahren völlig daraus gehalten habe, wollte ich spontan, so wie immer, dabei absagen, damit ich bei der Terminabsprache gar nicht weiter beachtet werde. Ja, aber dann wurde ich mächtig unsicher, habe total gezögert und habe bisher auch noch nicht geantwortet. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Einerseits möchte ich, so wie immer, nicht daran teilnehmen. Aber andererseits würde ich, nach meinem Seminar in Raunheim und auch nach dem internen Seminar Anfang der Woche, jetzt doch gerne daran teilnehmen. Ach verdammt, ist das schwierig, ich weiß jetzt wirklich nicht, was ich machen soll. 

Anfang der Woche das Seminar war wirklich gut. Ich spreche jetzt nicht von dem Inhalt (von den Änderungen), sondern von den Kollegen. Die Atmosphäre unter den Kollegen war total gut, die Stimmung an sich ebenfalls, alles war total locker. Bei den Übungsbeispielen wurde jeder vom Seminarleiter im Wechsel dran genommen, aber selbst, wenn man dann mal eine falsche Antwort gegeben hat, was fast jedem von uns mal passiert ist (auch mir), es kamen keine blöden Sprüche oder ähnliche Kommentare, wie es früher in meiner Klasse immer der Fall gewesen ist, es wurde dann halt entsprechend korrigiert und erklärt und das war es dann. In meiner früheren Klasse konnte man sich noch Tage später blöde Sprüche anhören, wenn man mal eine falsche Antwort gegeben hat oder die Aussprache im Englischen falsch gewesen ist, dort habe ich dann letztendlich lieber immer geschwiegen. Mit der Zeit wurde ich beim Seminar dann sogar so "mutig", selber mal eine Frage zu stellen, bei den Sachen, bei denen ich halt unsicher bin (das hätte ich mir in der Schulzeit nie getraut). 

Auch in den kleinen Pausen war die Stimmung sehr angenehm und locker, (fast) jeder hat mit jedem gesprochen. Zwischendurch ging ich allerdings kurz in mein Zimmer, um dort was zu Essen. Wegen meiner Allergien habe ich mich nicht an die anderen Sachen getraut, das Risiko war mir viel zu groß. 

Ja, und jetzt weiß ich halt absolut nicht, was ich machen soll, Teilnehmen oder wie sonst üblich Absagen. Was mich halt daran stört, das ist, dass die Weihnachtsfeier außerhalb in einem Restaurant stattfinden soll. Ich glaube, intern, bei uns im Haus, würde ich nicht ganz so lange mit der Entscheidung zögern, aber in einem Restaurant, schließlich muss ich von dort ja auch wieder nach Hause kommen. O. k., die anderen Kollgen natürlich auch (mehrere haben kein Auto), aber die anderen sind es gewohnt, haben in den letzten Jahren ebenfalls an den Weihnachtsfeiern teilgenommen, für mich wäre es, sofern ich zusagen würde, dann halt "Neuland". Ach man, ich weiß wirklich noch nicht, wie ich mich entscheiden werde, bin in einer mächtigen "Zwickmühle". 

Ja, heute Abend war ich dann bei der Wassergymnastik. Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich meinem Trainer dafür bin, dass er mir von diesem Schwimmverein erzählt hat, also dass dort auch Wassergymnastik durchgeführt wird. Dass ich dort heute hingegangen bin, auch das war im Rahmen meiner Therapie mit eine der besten Entscheidungen überhapt gewesen. 

Ich bin ja immer noch froh, dass ich mich aus der Vielzahl der Personal-Trainer, die es hier in der Gegend (auch in den umliegenden Städten) gibt, für meinen Trainer entschieden habe, dass ich mich zuerst mit ihm in Verbindung gesetzt habe. Wieso ich ausgerechnet ihn ganz oben auf meiner Liste hatte? Ich möchte hier nicht zuviel über ihn und seine Hobbys erzählen. Meiner Mutter wäre es letztes Jahr ja lieber gewesen, wenn ich mich für einen Trainer entschieden hätte, der bereits eine bessere Ausbildung hat (mein Trainer befindet sich noch in der Fortbildung). Ich bin jedoch nur nach meinem "Gefühl" gegangen. Ich sage mal so, in den 90er-Jahren gab es eine Fernsehserie, die ich mir regelmäßig angeguckt habe, die mir total gut gefiel. Schauspieler machen für Geld ja fast alles, nehmen fast jede Rolle an. Als ich mir letztes Jahr dann die Internetseiten von mehreren Trainern angeguckt habe, fiel mir das als erstes auf der Seite meines Trainers auf. Er führt tatsächlich diese Tätigkeit, die ich mir früher in der Serie immer angeguckt habe, selber durch und das anscheinend sogar sehr gut. Nun gut, in diesem Moment war mein Interesse halt geweckt und ich habe mir alles weitere im Internet durchgelesen, was ich über ihn finden konnte (also auch seine eigene Internetseite, auf der auch Fotos von dem Raum sind, in dem wir jetzt immer trainieren). Es hat mich dann total gereizt, mal eine Person kennenzulernen, die diese Tätigkeit, die ich nur aus der Serie kannte, tatsächlich von sich aus durchführt. Dass wir uns dann sofort so gut verstanden haben, das war natürlich super, ebenso, dass ich mit seinem Training von Anfang an so gut klargekommen bin, dass es mir von Anfang an so gut geholfen hat. 

Ja, und die heutige Wassergymnastik war die nächste positive Entscheidung im Rahmen meiner Therapie. Ich war zunächst total "über nervös". Als ich ins Schwimmbad kam, also am Eingang, da waren dort alles Eltern, die auf ihre Kinder warteten (oben lernten Kinder gerade noch das Schwimmen). Ich sprach dann eine Frau an, weil ich nicht wusste, wohin ich gehen sollte, wie dort alles läuft. Genau in dem Moment kamen 3 Frauen, in etwa 60 bis 65 Jahre alt, und ich sollte ihnen folgen, sie gehörten ebenfalls zur Wassergymnastik. Ich ging ihnen direkt zügig hinterher und wir kamen direkt etwas ins Gespräch. 

Das Becken hat in etwa die gleiche Größe, wie in meinem früheren Institut (ca. 10 Meter lang). Die niedrigste Wassertiefe (am Rand) ist 0,85 m, die tiefste ganz hinten 1,30 m. In der ersten Gruppe waren etwa 10 oder 12 Frauen, Altersdurchschnitt etwa 60 bis 70 Jahre (oder auch etwas älter). 

Dann kam die Leiterin, die mir sofort total symphatisch war. Schätzungsweise um die 30 Jahre, total "locker, flockig" und total gut drauf. Mir gefiel ihre lockere Art sofort sehr gut. Sie bemerkte mich als "Neue" und sprach mich direkt an. Sie stellte sich mit Vornamen vor, ich nannte ebenfalls nur meinen Vornamen und sie meinte direkt sehr gut, da ihr ein lockeres Du beim Sport lieber wäre (was mich sehr an meinen Trainer erinnert hat). Dann machte sie Musik laut an und los ging es (im früheren Institut haben wir dabei nie Musik angehabt). Es war genau meine Musik, so ziemlich alles Lieder aus den 70er-Jahren, total super. Sie zeigte dabei am Rand vollen Körpereinsatz, deutete alles nicht nur an, sondern machte jede einzelne Übung so gut es außerhalb von Wasser geht intensiv mit (was ich ebenfalls gut fand). Trotzdem hatte sie die Gruppe immer unter Kontrolle, sobald einer etwas falsch machte, sprach sie denjenigen an und gab Tipps, wie man es besser machen könne. Auch ich fiel dabei mal wieder auf. Wir sollten auf der großen Nudel auf dem Rücken liegen, dabei mit den Beinen leicht "Fahrrad fahren", also langsam nach hinten bewegen. Ich hatte dabei zunächst viel zu wenig Spannung, mein Po hing mächtig nach unten durch. Sie sprach mich dann an und wandte sich erst wieder ab, als mein Rücken deutlich gerader an der Wasseroberfläche war. 

Die Auswahl der Übungen war sehr gut. Teilweise die Übungen, die ich von früher von der Wassergymnastik her kenne, aber bei ihr in viel flotterer und schnellerer Variante, was "tausend Mal" mehr Spaß gemacht hat als früher. Dann auch einige Übungen, die ich "normal" vom Sport her kenne, also auch vom Training her, alles halt so abgewandelt, dass man es sehr gut im Wasser machen konnte. Das war einfach nur super gut!!! Die 45 Minuten gingen super schnell um. Mit ein paar Übungen hatte ich zwar Probleme, aber ich bin trotzdem wesentlich besser mitgekommen, als ich gedacht habe und auch als in meiner früheren Gruppe. Auch die Übungen mit der Wassernudel konnte ich relativ gut mitmachen, nicht unbedingt alle perfekt, aber es klappte trotzdem sehr gut. 

Zwischendurch sprach sie mich dann an. Direkt im Anschluss (als ich eigentlich Schwimmen gehen wollte, in einem anderen Becken) kam eine weitere Gruppe, die aus jüngeren Teilnehmern bestand. In dieser Gruppe geht sie wesentlich flotter voran, wenn ich Zeit und Lust hätte, könnte ich probemäßig auch sehr gerne noch daran teilnehmen. Meine Neugierde auf die zweite Gruppe war geweckt und ich blieb dann nochmals 45 Minuten dabei.

Die zweite Gruppe bestand ebenfalls aus etwa 10 bis 15 Personen, der Altersdurchschnitt (bis auf 3 Frauen um die 60 Jahre) lag bei Mitte 20 bis höchtens Mitte 30 Jahren. Bei den gleichen Liedern wie zuvor ging es dabei dann wirklich noch deutlich schneller und intensiver zur Sache, was total Spaß gemacht hat. Die Gruppe war auch gut. In der früheren Gruppe ging immer relativ streng zu, dort war es jedoch sehr locker, zwischendurch fielen viele Sprüche, es gab einiges zu Lachen, alles war total locker und angenehm. Auch diese 45 Minuten gingen total rasend schnell um. Die letzten 10 Minuten haben wir dann sogar noch meine Lieblingsübungen gemacht (ja, auch dabei habe ich "Favoriten"). Übungen am Rand an der Stange, wobei dort keine Stange ist, aber dennoch eine "Griffmulde". Es waren dann genau die Übungen, die ich in der früheren Gruppe an der Stange am liebsten gemacht habe, das war natürlich totaler Zufall. Von den Übungen her hat sie mich gerade in der zweiten Gruppe sehr an meinen Trainer erinnert, da sie viele "Kombiübungen" für Arme, Beine und Körperhaltung gemacht hat (das kannte ich so bei der Wassergymnastik noch gar nicht, das fand ich im Wasser ebenfalls total klasse!!). 

Eine der älteren Damen in der zweiten Gruppe gehörte zum Vorstand des Vereines, die Leiterin machte mich direkt im Anschluss mit ihr bekannt. Wir kamen dann noch etwas länger ins Gespräch. Nächste Woche will ich auf jeden Fall wieder daran teilnehmen und anschließlich mich dort auch anmelden (über diese Dame). Wenn ich Zeit, Lust und "Kraft" habe (die erste Gruppe war ja nicht ganz so "schwer" und intensiv) kann ich theoretisch immer an beiden Gruppen teilnehmen, es sind meistens sehr unterschiedliche Übungen in den beiden Gruppen. Es gibt mehrere Teilnehmer, die immer mal wieder an beiden Gruppen teilnehmen. Ich kann mich natürlich auch für eine Gruppe entscheiden, mal an der früheren (ruhigeren), mal an der späteren (flotteren) Gruppe teilnehmen, ganz wie ich es möchte. Es kann durchaus sein, dass ich dann an beiden Gruppen teilnehmen werde. 

Mein größtes Problem bestand mal wieder im Gleichgewicht. Wir haben auch einige Übungen auf der Nudel sitzend, eigentlich quer durchs Becken durchgeführt (in beiden Gruppen). Ich blieb jedoch immer am Rand (so wie auch in meiner früheren Gruppe) und hielt mich "sicherheitshalber" etwas am Rand fest. Das Gefühl für die Nudel habe ich im letzten Jahr etwas wieder verloren (also darauf ruhig und sicher sitzen zu können). 

Ende November (auch Donnerstags) findet von diesem Verein die Weihnachtsfeier statt. Mein Freund meinte zwar, ob ich nicht dort hin gehen wolle, dort könne ich dort bestimmt andere kennenlernen, aber dafür bin ich noch zu Neu dort. Ich kenne dort doch noch keinen. Ich habe Angst, dass ich dann alleine "am Rand" sitzen bleibe und keinen Kontakt bekomme. Vielleicht im nächsten Jahr, wenn ich die anderen aus den beiden Gruppen besser kenne, wenn ich in den Gruppen besseren Kontakt bekommen habe. Das geht mir sonst alles im Moment etwas zu schnell. 

TitelAutorDatumBesucher
Di 01. Dez. 2020PetraM02/12/2020 - 09:1589
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