Donnerstag, 10.01.2013

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Heute war für mich seelisch ein sehr aufregender Tag, an dem ich eine sehr wichtige Entscheidung bezüglich der Arbeit getroffen habe (dazu gleich mehr). Nachdem ich diese Entscheidung sozusagen "in meinem Kopf" gefällt habe, ging meine Stimmung direkt total hoch und ich habe auf der Arbeit einiges geschafft. Zwar nicht alles, was ich mir vorgenommen hatte (etwas Aktenablage ist noch liegen geblieben), aber mehr, als ich heute morgen gedacht hatte. 

Heute Nachmittag war ich ebenfalls total gut drauf. Zwischen Arbeit und Schwimmen (also ich meine natürlich die Wassergymnastik, aber Schwimmen ist kürzer und kann man schneller schreiben als "Wassergymnastik") hatte ich rund 2,5 Stunden Pause. Zum einen habe ich mit meinem Freund ausführlich über meine Entscheidung gesprochen. Er ist im Prinzip voll und ganz meiner Meinung, hat mir sofort zugestimmt, hat jedoch nur Angst, dass meine "Erwartungen", die ich mit dieser Sache verbinde, nicht erfüllt werden. Aber das kann dann eh erst die Zukunft zeigen. Normalerweise setze oder lege ich mich vor dem Schwimmen etwas hin, ein bisschen ausruhen. Heute war es völlig das Gegenteil, ich war total "energiegeladen" und hatte sozusagen "Hummeln im Bauch", habe in der Zeit keine 5 Minuten gesessen, bin nur durch die Wohnung geflitzt, habe gespült und Wäsche sortiert.

Die Wassergymnastik war dann wieder total super. Ich habe heute endlich den Vertrag abgegeben, damit ich dann "offiziell" zu der Gruppe gehöre. Etwa eine Stunde habe ich sehr gut durchgehalten, bin super gut mitgekommen (also die erste Gruppe und knapp die Hälfte von der zweiten Gruppe), aber dann verließen mich die Kräfte, ich habe die Übungen zwar immer noch so gut wie möglich mitgemacht (ich blieb die ganze Zeit im Wasser), hatte aber immer mehr Probleme, kam sowohl bei Geschwindigkeiten (also den Bewegungen im Wasser) als auch bei den Gleichgewichtsübungen kaum noch mit. Zwischendurch habe ich es auch ein bisschen aufgegeben, bin für mich alleine etwas "Fahrrad gefahren", bin später dann aber wieder mit im Programm eingestiegen.

Als ich nach dem Schwimmen dann zu Hause war, ging ich so wie immer als erstes unter die Dusche, das Chlorwasser loswerden. Danach hatte ich zwar noch ein paar Sachen vor, hatte jedoch einen total "toten Punkt", setzte mich auf den Sessel und schlief direkt fest ein (von etwa 22 bis 23 Uhr). Als ich dann wieder aufgestanden bin, da war ich wieder fit und habe mein geplantes Programm (Wäsche sortieren und bügeln) fertig gemacht. 

So, bezüglich der Arbeit. Ich sage mal so, wenn ich gefragt werde, was ich bei uns "offiziell" bin, dann bin ich Sachbearbeiterin. Wenn ich jedoch gefragt werde, als was ich mich "fühle", welche Aufgaben mir persönlich liegen, dann sage ich immer als "Schreibkraft", wobei ich jetzt nicht das reine Schreiben meine. Briefe schreiben natürlich auch, aber auch die anderen Aufgaben wie Telefondienst, Post, Ablage, Vorgänge sortieren usw. Wie wird das bei uns auch genannt, eine "Zuarbeit" zur Sachbearbeitung, im weitesten Sinne eine "Unterstützung der Kollegen". Eine Stelle als Sachbearbeitung hatte ich für mich im Grunde auch nie eingeplant, ich bin da vor vielen Jahren zufällig "reingeschlittert". 

Damals habe ich meine Kollegin, also die Sachbearbeiterin, in allen Punkten unterstützt, mit Schreiben, Ablage, Dateneingabe (in ein Programm) usw. Über mehrere Jahre. Dann ging diese Kollegin in den Ruhestand und ich habe mich (mehr oder weniger "notgedrungen") um diese Stelle beworben. Jetzt mal ganz im ernst, was hätte ich damals denn sonst machen sollen? Ich war damals in dem Bereich total drin und wenn jemand anders diese Stelle bekommen hätte, womöglich seine Briefe selber geschrieben hätte, was wäre dann aus mir geworden??? Im Prinzip konnte ich gar nicht anders, ich musste mich um diese Stelle bewerben. Ja, aber seit 2008 gibt es diesen speziellen Bereich nicht mehr, dieser Bereich wurde laut Gesetz völlig umgekrempelt und andere Institutionen sind jetzt dafür zuständig. 

Ja, und damit fing mein jetziges Drama dann nach und nach halt an. Ich werde halt als Sachbearbeiterin bezahlt und mein Chef muss dafür sorgen, dass ich auch dementsprechende Aufgaben habe (z. B. letztens die Aufgabe, bei der ich mit dem Programm völlig überfordert war). Ja, aber ich bin nunmal nicht die "geborene" Sachbearbeiterin, wie ich vorhin schon geschrieben habe, ich fühle mich nach wie vor als Schreibkraft im weitesten Sinne. Ja, und darum geht diese ganze Situation im Moment, dass ich meinen Aufgaben als Sachbearbeiterin nicht gerecht werde. Wie heißt es immer so schön, "Schuster bleib bei deinen Leisten". Auch in allen Artikeln (in Büchern und Zeitschriften) bezüglich Burn-Out und Depressionen steht immer wieder drin, dass man sich mit Dingen und Aufgaben beschäftigen soll, die einem liegen, die einem Spaß machen und mit denen man klar kommt, ansonsten ist der nächste Rückfall wegen Überforderung eh schon mehr oder weniger vorprogrammiert.

Nun gut, deswegen habe ich heute morgen meinen Kollegen mal offen darauf angesprochen, nach dem Motto, was muss ich machen, um wieder eine normale Schreibkraft zu sein bzw. zu werden? Damit ich dauerhaft bei den für mich zu anspruchsvollen Aufgaben nicht mehr eingeplant werde (die ich eh nicht in den Griff bekommen würde), keinen Druck mehr bekomme, wenn ich sie halt nicht schaffe und stattdessen wieder die normalen Aufgaben bekomme (für die ich zur Zeit ja auch zuständig bin). Dass das für mich eine finanzielle Runterstufung bedeutet, das ist mir völlig klar, aber damit kann ich leben. Darüber haben mein Freund und ich heute Abend ausgiebig diskutiert. Wir sind beide der Meinung, lieber monatlich rund 200 Euro weniger verdienen (was es bei mir in etwa ausmacht), als dauerhaft seelisch unter Stress zu stehen und dadurch einen Krankenschein nach dem anderen zu nehmen. Diese ständigen seelischen Hoch und Tiefs sind mächtig belastend. Nun gut, ich werde das jetzt schnellstmöglich in Angriff nehmen, damit ich dort endlich wieder eine "normale Schreibkraft" bin. 

Darum ging es auch gestern in dem Gespräch, was mir selber aber erst nach und nach richtig bewusst geworden ist (auch dafür ist dieses Tagebuchschreiben echt gut, man denkt später nochmals über verschiedene Situationen viel intensiver nach). Wenn ich weiterhin als Sachbearbeiterin bezahlt werde, diese Aufgaben aber nicht erfüllen kann, dann steuere ich auf eine "Änderungskündigung" zu, was für mich dann wirklich "gefährlich" werden würde. Dann wäre ein Wechsel im Prinzip nicht zu vermeiden. Und wie sagt mein Chef immer, "allgemeine Aufgaben gibt es bei uns immer reichlich", irgendwas ist immer zu tun. Wie würde ein Politiker jetzt sagen? "Ich lege mein Mandat nieder", also die Sachbearbeitung und kehre zu meinen "Leisten" zurück, zu den Aufgaben, die ich wirklich kann, die mir wirklich liegen. Das werde ich schon morgen mit meinem Kollegen so durchsprechen, welche Wege ich dafür jetzt genau gehen muss. 

Ich persönlich hoffe auch, dass sich bei uns dann die "Unruhe" wieder legen wird. Bis jetzt war es ja immer nur Ärger, weil ich meine Aufgaben nicht erfüllt habe. Wenn ich dann mehr (oder fast ausschließlich) auf "Zuruf" arbeite, dann wird mir der Druck der letzten Monate erheblich genommen. Wie gesagt, ich hoffe, dass dann bei uns wieder mehr Ruhe einkehren wird. Ich weiß zwar nicht, wie ich die Situationen mit meinem Chef regeln soll, aber das wird die Zukunft dann zeigen. Er hat mir halt so einige Kommentare vor den Kopf geworfen, die ich völlig unmöglich und auch total übertrieben (und auch beleidigend) fand. Vergessen kann ich das wirklich nicht. 

Bezüglich einer anderen Stelle, erstens ist es ja eh schwer, etwas anderes zu finden. Natürlich kann es sein, dass sich irgendwann mal irgendwo was ergibt. Aber dann weiß ich nicht, was dort arbeitsmäßig auf mich zukommt (bei uns bin ich seit 1998, die meisten Aufgaben kenne ich im Grunde), dann weiß ich nicht, wie ich dort mit den Kolleginnen klar komme (Stress und Ärger gibt es überall mal) und auch nicht, wie ich dort mit dem Chef klar komme. Ich will deswegen jetzt zunächst abwarten, wie sich bei uns die Situationen entwickelt, wenn ich dann wieder normale Schreibkraft bin und sollte sich dennoch nichts ändern, dann werde ich ernsthaft mit den Bewerbungen beginnen (wer weiß, wann ich dann überhaupt den ersten Erfolg, also das erste Vorstellungsgespräch haben würde).

Noch kurz zur Wassergymnastik, ja, die war heute wirklich gut. Die erste Gruppe war eigentlich schon zu voll, rund 20 Personen. Bei jeder Übung haben wir uns mit Händen oder Füßen berührt. Man konnte keine Bewegung ausführen, ohne mit den anderen in Kontakt zu kommen. Bei einer Übung hatten wir dann alle Probleme mit dem Gleichgewicht. An "Land", also außerhalb des Beckens, bei der Gruppenleiterin sah es total leicht aus. Sie wollte uns dann "beweisen", dass es im Wasser genauso geht, zog sich spontan Shorts und T-Shirt aus, hatte darunter einen Badeanzug an und kam mitten zwischen uns in Becken. Das fand ich von ihr total gut, sie wird mir immer sympathischer. Zwischendurch ging sie kurz raus, zeigte die nächste Übung, kam wieder rein und machte alles mit uns zusammen. Im großen und ganzen kam ich dabei sehr gut mit (abgesehen von der Geschwindigkeit und dem Gleichgewicht).

Die zweite Gruppe war sehr klein, nur 5 Personen (sie blieb dabei weiterhin im Wasser). Die Runde war total locker, wir hatten viel Spaß, es gab so einiges zu Lachen, es fielen sehr viele gute Sprüche. Alle Übungen haben wir in dieser zweiten Gruppe mit den Hanteln durchgeführt. Etwa 20 bis 30 Minuten hielt ich noch durch, dann verließen mich die Kräfte und ich kam nicht mehr mit, hatte immer mehr Probleme. Nach einer Pause bin ich dann aber wieder mit eingestiegen. 

 

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