Donnerstag, 11.07.2013 (Wassergymnastik)

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Am heutigen Tag war eigentlich nur die Wassergymnastik sehr gut (bzw. total super), den Rest konnte man völlig vergessen.

Heute Vormittag rief ich zuerst bei unserem Haus-Verwalter an und sagte ihm Bescheid, dass das Rollor im Badezimmer kaputt ist. Er sagte, dass er sich direkt darum kümmern würde. Direkt danach rief ich bei meinem Arzt an, um mal wieder eine neue KG-Verordnung zu bestellen (schließlich haben wir ein neues Quartal). Dann waren wir Beide hier praktisch "auf Sprung". Wir dachten ständig, dass es jeden Moment schellen könnte, dass die Firma wegen dem Rollor jeden Moment kommen könnte. "Nebenbei" haben wir etwas in der Wohnung gemacht. 

Die Zeit verging, Stunde um Stunde..... Gegen 18 Uhr, eine Stunde, bevor ich zur Wassergymnastik musste, rief ich dann nochmals unseren Verwalter an, was die Firma gesagt hat, wann sie ungefähr kommen würde. Darauf meinte er zu mir, Heute ganz bestimmt nicht mehr, seit 17 Uhr wäre dort schon Feierabend. Er hat denen unsere Telefonnummer gegeben und "in Kürze" würden sie sich mit mir in Verbindung setzen, um einen Termin für die Reparatur zu vereinbaren (wir haben uns zwischenzeitlich auch die Rollos in der Küche und im Schlafzimmer angeguckt, diese "Gurte" hängen auch nur noch am "seidenen Faden", es ist nur eine Frage der Zeit, wann auch die reißen, das wollen wir dann in einem Rutsch machen lassen).

Echt super. Wer weiß, ob bzw. wann die morgen dann bei uns anrufen. Und wer weiß, wann die dann überhaupt kommen. Unser Urlaub nähert sich schließlich dem Ende. Mein Freund muss am Montag wieder Arbeiten (auf Spätschicht) und ich gehe ab Dienstag wieder. Ich hoffe, dass wir das dann morgen oder spätestens am Montag noch geregelt bekommen, ansonsten haben wir echt ein zeitliches Problem. 

Eigentlich wollte ich heute Nachmittag dann ja schon mein KG-Rezept beim Arzt abholen, das habe ich jetzt morgen Vormittag vor, oder aber spätestens am Montag. Ich will es auf jeden Fall am Montag Nachmittag mit zur KG nehmen. 

Auf jeden Fall haben wir diesen "toten" Urlaubstag, den wir im Grunde ja nur mit Warten verbracht haben (wir hätten ihn auch viel besser nutzen können!!!), mit "Möbel-Rücken" verbracht. Morgen früh zwischen 8 und 9 Uhr werden unsere Heizungen abgelesen. Diese Firma kommt jedes Jahr etwa Mitte Juli vorbei. Die Geräte, an die er zum Ablesen dran muss, die hängen mittig an jeder Heizung. Ja, nur dass wir vor den meisten Heizungen Möbel stehen haben, die wir heute bereits zur Seite gezogen haben (das würde uns morgen früh zu stressig werden). Im Wohnzimmer die Couch, in der Essecke der Esstisch usw. 

Zu Beginn der Wassergymnastik hat sich dann mal wieder eine Situation ergeben, die mich mächtig aufgewühlt hat. 

Zu allererst erfolgte eine kleine Terminabsprache. Nächste Woche Donnerstag fällt es aus, weil kurz vor den Sommerferien das Sommerfest vom Verein ist. Allerdings haben mir die Anderen erzählt, dass es laut einem Aushang "Grillfest für Senioren" genannt wird (es ist nicht am Schwimmbad, sondern sehr weit außerhalb unserer Stadt). Damit habe ich mich jetzt wirklich nicht angesprochen gefühlt, werde daran auch ganz bestimmt nicht teilnehmen. Stattdessen plane ich dann das Fahrradfahren hier zu Hause ein. Bis auf die erste Augustwoche, in der das Schwimmbad ganz geschlossen hat, findet die Wassergymnastik ansonsten jeden Dienstag und Donnerstag weiterhin für beide Gruppen statt (das will ich dann auch weiterhin durchziehen). 

Diese Gruppe besteht aus mehreren kleinen "Grüppchen", Frauen, die so ziemlich immer zusammen dorthin kommen und während des Trainings auch zusammen stehen und sich dabei immer mal wieder etwas unterhalten, manche mehr, manche weniger. Zu ein paar Frauen, zu 2 von diesen "Grüppchen" habe ich immer den meisten Kontakt, mit denen stehe ich immer zusammen und gelegentlich unterhalten wir uns dabei dann auch ein bisschen (aber nur hin und wieder, nicht so wie manche andere, die sich nur am Unterhalten sind, von der ersten bis zur letzten Minute). Ich rede zwar mit allen mal ein, zwei Sätze und man begrüßt sich untereinander, aber den meisten Kontakt habe ich halt nur zu ein paar Frauen.

Zu Beginn kam heute dann ein Grüppchen auf mich zu. Eine Frau sprach mich an, die Anderen standen direkt dahinter und hörten uns nur zu. Sie meinte erst zu mir, dass ihr mein neuer Badeanzug gefallen würde (den ich mir im April bereits gekauft hatte). Ich sagte dann zu ihr, dass ich ihn bereits seit April habe. Dann meinte sie zu mir Wann? Und ich sagte nochmals im April. Und dann fragte sie, Nein, wann ich mein Kind bekommen würde..... NEIN.......Grrrrrrrrr..... Das ist so ziemlich die Frage, die ich mit Abstand am meisten hasse!!!!!! Als ich dann sagte, dass ich nicht schwanger bin, da ging in diesem Grüppchen sofort das große "murmeln" los, dass ich aber so aussehen würde, als wenn es bald soweit wäre....... Sie meinte dann noch zu mir, wie alt ich eigentlich wäre. Als ich dann 43 sagte (sie ist 45), da meinte sie zu mir, dass ich noch gar nicht "soooo" alt aussehen würde (alt fühle ich mich ja auch noch nicht), sie hätte mich höchstens auf Anfang bis Mitte 30 geschätzt (Schleim.......). 

Nein, ich bin nicht schwanger, ich habe keine Kinder und ich werde auch ganz bestimmt keine bekommen. Zum einen bin ich froh, wenn ich mein eigenes Leben im Griff habe (ohne die Verantwortung und die Zeit für Kinder), einschließlich Arbeiten gehen (wenn ich dort alles im Griff habe), meine "sportliche Therapie", was ich ja inzwischen als mein Hobby ansehe, zum einen, weil es mir Dank der Erfolge wirklich großen Spaß macht aber auch, weil es mich ansonsten seelisch immer wieder zu tief runter ziehen würde (wenn ich es als reine dauerhafte "Verpflichtung" ansehen würde). Deswegen finde ich es ja gut, wenn ich mich mit den Anderen so gut verstehe (mit meiner Physiotherapeutin, meinem Trainer, den Gruppenleiterinnen bei der Wassergymnastik und auch den anderen Teilnehmern bei der Wassergymnastik), dass man sich immer wieder darauf freut, weil die seelische Belastung, diese Therapie regelmäßig durchziehen zu müssen, ansonsten viel zu groß wäre. Ja, und abends zu Hause dann auch noch den Haushalt im Griff behalten (einschließlich meiner Hobbys Lesen, Internet und Fernsehen gucken). 

Ja, und selbst, wenn ich diesbezüglich eine andere Einstellung hätte (diese Einstellung zum Leben kam bei mir ja nicht von heute auf morgen, die musste ich mir, auch im Rahmen der Depression, sozusagen "erkämpfen"), die Ärzte haben mir ja schon mit Mitte 20 dringend von einer Schwangerschaft abgeraten (genauso wie bei meiner Tante, die ja die gleiche Erkrankung hat). Wenn zu diesem Hohlkreuz noch ein Baby-Bauch kommen würde, das Risiko wäre viel zu groß, die Folgen, die das dann auf den Körper hätte, das könnte kein Mensch dann einschätzen. Wenn ein Mensch im ganzen dick ist, dann würde keiner auf die Idee kommen, zu fragen, ob man schwanger ist. Aber wenn man den Bauch weiter vorne hat (durch das extreme Hohlkreuz), dann wird man immer und immer wieder danach gefragt. Und auch, wenn man dann Nein sagt, dann kommen trotzdem weitere Kommentare, dass das aber wirklich so aussehen würde. Ich hasse das so sehr, deswegen trage ich im Alltag ja nur noch super weite Sachen, am liebsten 2 oder 3 Mal XL., so weit wie möglich. Bloß diesen blöden Bauch verstecken. Ja, aber dieses Verstecken ist im Badeanzug nunmal nicht möglich. Deswegen ist es für mich ja auch immer wieder eine große Überwindung, in einem Badeanzug ins Schwimmbad zu gehen. Bis heute haben mich dort alle Frauen so "akzeptiert", wie ich bin und mit dieser Frage habe ich vorhin auch nicht gerechnet. 

Auf jeden Fall gab mir diese Frage heute aber einen ordentlichen "Pusch". Ich werde dieses Hohlkreuz zwar nie im Leben wieder ganz weg bekommen, aber mit viel Training, mit viel Bewegung kann ich die Muskulatur stärken und stabilisieren. Durch eine bessere Haltung wirkt der Bauch dann nicht mehr so dick und umso mehr ich abnehme, umso dünner wird ja auch der Bauch (der Umfang). Dieses Gespräch gab mir heute eine unwahrscheinliche Energie. Beim Training war heute etwa 15 Minuten "nur so", also Laufen und Sprünge auf der Stelle, dazu verschiedene Armbewegungen, danach rund 30 Minuten mit diesem Schwimmbrett, weiterhin in Bewegung bleiben, also verschiedene Bewegungen mit den Beinen und sehr viele verschiedene Bewegungen mit dem Brett, zum Teil unter Wasser, zum Teil über Kopf. Beim Laufen auf der Stelle und nach vorne boxen habe ich heute dann wirklich "alles" gegeben, habe sozusagen den Frust von diesem Gespräch "rausgelassen". 

Am intensivsten fand ich einen "Block", mit den Beinen ständig in Bewegung (Laufen auf der Stelle, mal die Knie hochziehen, mal die Fersen zum Po, dann seitliche Sprünge, also den Hampelmann, dann Ausfallsprünge, also im Wechsel vor und zurück) und dabei mit den Armen mit diesem Schwimmbrett ständig über dem Kopf. Mal vor und hoch (also mit gestreckten Armen runter bis zur Wasseroberfläche und hoch bis über den Kopf), oben hoch und runter (also runter bis auf den Kopf und dann die Arme wieder strecken), seitlich (mit dem Brett mit gestreckten Armen immer wieder von rechts nach links), Kreise über dem Kopf mit gestreckten Armen usw. Ich dachte, dieser "Block" würde nie ein Ende nehmen. Die Oberarme wurden immer und immer schwerer. Die Beine habe ich dabei im Wasser gar nicht gemerkt, das kam erst heute Abend so richtig durch (sie wurden "schwer wie Blei" und ich konnte heute Abend kaum noch Laufen). 

Nach der ersten Gruppe (also nach 45 Minuten) war ich immer noch total voller Elan. Auch in der zweiten Gruppe habe ich noch sehr lang, sehr intensiv mitgemacht. Es war heute im ganzen irgendwie total schön, hat so richtig Spaß gemacht. Die Gruppenleiterin war die ganze Zeit im Wasser, stand meistens in meiner Nähe und hin und wieder hat mal sie, mal ich einen Spruch über diese Übungen losgelassen, worüber wir dann Lachen mussten. Die Stimmung an sich war total gut, besser hätte sie nicht sein können. In der Gruppe war auch eine Frau, die ich dort (also bei der Wassergymnastik) jetzt schön öfters gesehen habe. Umso öfter wir uns sehen, umso besser und lockerer kommen wir ins Gespräch (in meinem Alter, sie war auch am Dienstag dabei). Zwischendurch und auch am Schluss haben wir uns dann auch noch etwas unterhalten (sie fährt nächste Woche in Urlaub, nach Ostfriesland, in die Gegend, wo wir vor kurzem ja auch noch gewesen sind). 

Bis kurz vor Schluss habe ich das intensive Pensum durchgehalten, etwa 10 Minuten vor Schluss habe ich dann "schlapp" gemacht. Meine Beine wurden immer langsamer, die Knie bekam ich auch nicht mehr richtig hoch. Die Arme wurden dann immer schwerer. Ich konnte sie schließlich nicht mehr oben halten (bei den gleichen Übungen wie in der ersten Gruppe, bei dem "Block", mit dem Brett über dem Kopf) und machte in den letzten Minuten alles nur noch "andeutungsweise" mit. 

Aber alles in allem war es total super schön, hat totalen Spaß gemacht. Ja, und auch, wenn ich diese Frage nach der Schwangerschaft total hasse, sie hat mir immerhin einen ordentlichen "Pusch" für den Sport gegeben. 

Nach dem Unterricht sind wir beide (die Frau, die nächste Woche im Urlaub ist) noch nebeneinander ein paar Bahnen geschwommen, haben uns noch etwas unterhalten. Ich habe erst kurz das Brustschwimmen probiert, hatte meine Beine aber mal wieder nicht unter Kontrolle, ging sofort in ein hektisches "Paddeln" über, daraufhin drehte ich mich um und machte neben ihr ein leichtes "Rückenschwimmen". Mein Po hängt dabei zwar weit nach unten durch, aber Hauptsache, ich komme von der Stelle. Dabei klappt dann "seltsamerweise" die Beinbewegung (vom Brustschwimmen), mit den Armen "paddel" ich dabei dann immer gleichzeitig nach hinten. Mir ist klar, dass das ganz bestimmt kein richtiges Rückenschwimmen ist, aber besser kann ich es halt nicht (ich habe es halt nie gelernt). Aber die Bewegung im Wasser tut mir halt gut, egal welche "Schwimmtechnik" ich dabei dann anwende. 

Zwischendurch haben sich bei der Wassergymnastik dann noch 2 gute Situationen ergeben. Zum einen mit dem Schwimmbrett. Für eine Übung sollten wir es "kurz" zur Seite legen. Mein Brett schwamm sofort weg, fast bis zum anderen Ende des Beckens. Als wir es dann wieder nehmen sollten, machte ich mich sofort auf den Weg, lief "schnellstmöglich", wollte es eben wieder holen. Die Gruppenleiterin fing sofort an zu lachen, machte sich ebenfalls auf den Weg, überholte mich, war vor mir am Schwimmbrett und hielt es mir dann lachend entgegen und meinte, sie wüsste ja schließlich, wie "schnell" ich immer durchs Wasser laufen würde..... Nein, "sauer" war ich darüber nicht, ich musste in diesem Moment selber lachen, sagte nur Danke und sah zu, dass ich wieder zu meinem Platz zurück kam. 

Wir wohnen ja im Ruhrgebiet. Hier gibt es einen kleinen "Dialekt", den man selber meistens aber gar nicht merkt. Wenn man hier aufwächst, dann übernimmt man es halt automatisch. Vorhin hat die Gruppenleiterin bei der Beschreibung einer Übung dann einen total guten Spruch, total in diesem "Ruhrpott-Platt" losgelassen, das war in diesem Moment total drollig. Jeder wusste zwar, was sie meinte, aber wir mussten alle deswegen loslachen. Das war echt mal ein gutes Deutsch..... Grins....

Ich bemühe mich zwar immer, im Hochdeutsch zu reden, aber immer klappt es bei mir auch nicht. Ich arbeite im Rheinland und gerade im Rahmen der Telefonzentrale wurde mir schon von mehreren gesagt, dass man es bei mir raushört, dass ich aus dem Ruhrgebiet komme. Ja, manche Redensarten, mit denen man groß wird, die rutschen einem halt immer mal wieder raus, die kann man nicht völlig verbergen, so ein kleiner "Dialekt" kommt immer mal wieder zu Tage. 

 

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