Donnerstag, 13.09.2012 (Lehrer während meiner Schulzeit)

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Heute ging es mir seelisch wieder deutlich besser als an den letzten Tagen. Allerdings habe ich einen ziemlichen Muskelkater in den Beinen, in den Oberschenkeln, den ich heute ständig, bei jedem Schritt gemerkt habe. Das zieht kräftig im hinteren Bereich von den Kniekehlen bis hoch zum Po, auf beiden Seiten. Das wundert mich nach dem gestrigen Training jedoch nicht wirklich. Zuerst, bei der KG, war unter anderem die Übung dabei, auf dem Rücken liegend, die Beine aufstellen und dann im Wechsel anheben, dabei dann allerdings so lange wie möglich oben halten. Schon das zog mächtig in den Oberschenkeln. Ja, und kurz danach die Übungen beim PT waren zum Teil ja auch sehr intensiv, zum einen der Ausfallschritt mit den Hanteln (dabei habe ich mehrmals gedacht, dass ich schlapp machen würde, habe es nur mit letzter "Kraft und Mühe" geschafft, bis zum Ende durchzuhalten) und bei den anderen Übungen (z. B. den Unterarm-Liegestützen) waren die Beine ja auch mit dabei. Gestern Abend habe ich noch nichts davon gemerkt, aber heute morgen ging es dann so richtig los. Auch den unteren Rücken, den LWS-Bereich, habe ich zeitweise etwas gemerkt, keine Schmerzen an sich, sondern hin und wieder ein kräftiges Ziehen, für mich ist das ebenfalls ein kleiner Muskelkater, ebenso wie in beiden Oberarmen (die gestrige halbe Stunde hat diesbezüglich so richtig "reingehauen"). Mal sehen, wie ich damit das morgige Training schaffe bzw. durchhalten werde (morgen Nachmittag ist ja wieder eine Stunde PT).

Mein Trainer hat es auf jeden Fall geschafft, mir ein schlechtes Gewissen einzureden. Ich bekam heute Nachmittag eine SMS von ihm, in der er mich an das Fahrradfahren erinnert hat. Eigentlich hatte ich dazu heute Abend (mal wieder) so gar keine Lust, aber wie gesagt, ich hatte halt irgendwie ein schlechtes Gewissen und bin dann doch noch gefahren, in 35 Minuten 9 Kilometer. Heute bin ich relativ gut in Fahrt gekommen, bin meistens um die 15 km/h gefahren, gab auch mehrmals Gas und kam dann auf 20 km/h. Nach dem Fahren war ich dann doch froh, dass ich es endlich mal wieder gemacht habe. Es ist dann immer wieder ein gutes Gefühl, wenn man sich "überwunden" hat, obwohl man eigentlich keine Lust dazu hatte, und endlich mal wieder gefahren ist, etwas für sich getan hat. Die Überwindung, "einfach" damit loszulegen, die fällt mir an manchen Tagen halt mächtig schwer. Insbesondere halt auch, wenn ich die Prioritäten falsch lege und mich zu intensiv um den Haushalt kümmere, was ich rein theoretisch natürlich auch auf die nächsten Tage aufteilen könnte. Aber an "manchen" Tagen (oder eigentlich auch häufig) nehme ich mir diesbezüglich zu viel für einen Tag vor und fürs Fahren wird es dann viel zu spät.

Ich frage mich eh immer wieder, wie es Sportler im Allgemeinen, oder auch Personal-Trainer es schaffen, sich zum einen um ihre Kunden zu kümmern, sich aber in ihrer Freizeit zusätzlich noch zum Sport aufraffen können (solche sportlichen Hobbys findet man auf allen Internetseiten bei allen Personal-Trainern, jeder macht selber zusätzlich regelmäßig und intensiven Sport). Ich glaube, entweder hat man die "innere Einstellung" dazu oder eben nicht. Für mich war Sport (egal ob Tanzen oder sonstiges) immer nur ein reines Hobby, was ich aber auch nicht unbedingt täglich brauche. Vor den Auftritten beim Jazz-Tanz war ich zwar täglich dort, aber nur, um mit der Gruppe kurz vorher nochmals "Feinheiten" zu üben und durchzusprechen, im Normalfall war ich immer nur ein bis zwei Mal wöchentlich dort. 

Aber mein Vater war ja auch so "extrem" sportlich, ich habe ja schon darüber geschrieben, dass er mehr Zeit im Turnverein und auf dem Sportplatz verbracht hat, als zu Hause. Schon Sonntags Morgens, vor dem Frühstücken, ging er regelmäßig zum Waldlauf. Er war eine echte "Sportskanone", wovon ich allerdings nicht allzu viel geerbt habe. Mir macht es zwar auch Spaß, aber eine richtige Sportkanone werde ich ganz bestimmt niemals werden. 

Diesbezüglich habe ich vorhin auf der Internetseite eines Personal-Trainers einen guten Satz gelesen, der im Prinzip auf mich zutrifft: 

"Was wir am nötigsten brauchen, ist ein Mensch, der uns zwingt, das zu tun, was wir können.“ (Ralph Waldo Emerson (1803-82), amerik. Philosoph u. Dichter) 

Ja, diese "Aufgabe" hat bei mir jetzt halt mein Trainer übernommen. Ohne seine Hilfe und Motivation hätte ich bis jetzt mit Sicherheit deutlich weniger Erfolge gehabt (dabei denke ich gerade auch an die schweren Hanteln, die ich "freiwillig" ganz bestimmt nicht genommen hätte). 

Ich wollte noch kurz auf meine "Abneigung" bezüglich Lehrer eingehen. In der Grundschule hatte ich eine tolle Klassenlehrerin, die war wirklich super, an diese Zeit habe ich nur positive Erinnerungen. Mein "Brass" auf Lehrer entstand dann in der Realschule. Dort war es super, super streng, dort war ich ja 1,5 Jahre (5. Klasse und die erste Hälfte der 6. Klasse), bis ich auf die Gesamtschule gewechselt bin.

Eine Lehrerin werde ich nie vergessen, ihr Name ist auch der einzigste, der mir von damals in Erinnerung geblieben ist. Bei ihr hatten wir Geschichte, haben damals das alte Ägypten durchgenommen, die Pyramiden, hieroglyphische Schriften usw. Das fand ich damals super interessant, habe mich eine Zeitlang auch abends noch damit beschäftigt (der beste Freund meines Vaters war ebenfalls ein großer "Ägypten"-Fan, von ihm bekam ich darüber viele Bücher geliehen). Ja, aber diese Lehrerin war völlig unmöglich, die ganze Klasse hatte Angst vor ihr, Magenschmerzen vor dem nächsten Unterricht. Damals entstand dann meine Einstellung, dass Lehrer ein "Berufszweig für sich sind", dem man besser aus dem Wege gehen sollte.... 

Diese Lehrerin "verlangte" höchste Konzentration während des gesamten Unterrichts, eine Einzelstunde und eine Doppelstunde lang. Keiner konnte 1,5 Stunden konzentriert nur nach vorne gucken. Aber sobald sie meinte, man höre ihr nicht aufmerksam zu, dann flog das volle Kreidepäckchen durch die Gegend, also auf den Schüler zu. Meine damalige Freundin wurde davon sogar an der Stirne getroffen, eine Platzwunde, die Nachmittags noch genäht werden musste. Natürlich haben sich ihre Eltern darüber bei der Schulleitung beschwert, geändert hat es trotzdem nichts, das Kreidepäckchen flog weiterhin bei jeder Gelegenheit durch die Gegend. "Immerhin" versuchte die Lehrerin dann, einem am Arm oder an der Schulter zu treffen, was allerdings auch schon weh tat, davon hatten wir alle mal blaue Flecken. Man hatte Angst, mal eben kurz aus dem Fenster zu gucken, im nächsten Moment konnte man dann schon das nächste "Ziel" sein. Ja, damals fing ich an, Lehrer zu hassen und natürlich auch Angst vor einigen zu bekommen. 

In der Realschule gab es auch einen Lehrer, bei dem wir "springen" mussten. Sobald er zur Türe reinkam, musste die Klasse geschlossen aufstehen und durfte sich erst wieder setzen, wenn er es uns "erlaubt" hat. Wenn man nicht sofort aufgestanden ist, musste man zur Strafe 5 Minuten vor die Türe. Ja, auch mir ist das mehrmals passiert. Wenn mir gerade etwas eingefallen ist, ich mal eben schnell etwas aufgeschrieben habe und deswegen nicht sofort aufgesprungen bin, musste auch ich im Laufe der Zeit mehrmals für 5 Minuten vor die Türe. Ja, meine damaligen Lehrer habe ich wirklich gehasst. 

In der Gesamtschule wurde es dann zwar völlig anders, total locker, aber meine zuvor gebildete Einstellung über Lehrer konnte ich dennoch nicht mehr ganz ablegen, das war schon viel zu tief in mir drin. Mehrere Lehrer waren so locker, dass sie uns nach kurzer Zeit das Du angeboten haben, aber wirklich "warm" bin ich mit denen dennoch nicht geworden (im Gegensatz zu vielen Klassenkameraden, die sich super mit ihnen verstanden haben), ich bin immer auf Distanz geblieben, wollte mit Lehrer so wenig wie möglich zu tun haben. 

Der beste Lehrer war dann mein Mathe- und Physiklehrer, nur mit dem habe ich mich sehr gut verstanden. Er war mehr der "Kumpeltyp", sein Unterricht, auch in Physik, war immer sehr gut und interessant. Er hat uns ja auch zu den Klassenfahrten begleitet und hat dort absolut jeden Spaß mitgemacht. Er war wirklich super. Er hat mich bei den Klassenfahrten ja "mitgezogen", dass ich mit ihm und unserer Klassenlehrerin die Ausflüge organisiert habe. Nach den Klassenfahrten hat er immer (es waren 3 Klassenfahrten) einen Grillabend bei sich zu Hause organisiert, zu dem fast die ganze Klasse hingefahren ist. Er war ein Hobbyfotograf und hat auf den Fahrten die besten und schönsten Schnappschüsse gemacht, über die wir Jahre später noch lachen konnten. Bei den Grillabenden haben wir dann immer eine Dia-Show gemacht, uns alle Fotos angeguckt und konnten sie dann auch direkt bei ihm nachbestellen. 

Ja, das ist im Prinzip die einzige positive Erinnerung bezüglich Lehrer, die ich an meine Schulzeit habe. Ansonsten bin ich mit allen Lehrern total auf Distanz geblieben. Bei meiner Klassenlehrerin hatte ich übrigens Sport, dass ich mich dabei des Öfteren verdrückt habe, insbesondere bei Ballspielen, was meine Klassenkameraden so geliebt haben, das habe ich ja schon des Öfteren geschrieben. Ja, Lehrer sind für mich halt ein Thema für sich.... (Gut, dass ich das anfangs bei meinem Trainer übersehen habe!!!!) 

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