Donnerstag, 16.08.2012

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Heute Abend wollte ich ja eigentlich Fahrrad fahren, habe mich stattdessen ausgiebig um den Haushalt gekümmert. Habe mich damit sozusagen etwas "abgelenkt". Ich bin sehr nervös, wenn ich an morgen Nachmittag denke. Morgen Nachmittag habe ich doch die Verabredung, das erste Treffen mit der Frau von der Kontaktanzeige "Freundin gesucht". Ich bin echt schon gespannt, wie es laufen wird. Wie wird sie sein, wird die Chemie zwischen uns stimmen, welche Hobbys hat sie usw. Auf der Arbeit konnte ich mich noch ganz gut "ablenken", dort habe ich nach wie vor viel zu tun, habe mich auf die Arbeit konzentriert, aber sobald ich zu Hause war (mein Freund hat Spätschicht, ich bin also Abends alleine), drehten sich meine Gedanken wieder im Kreis. Dann habe ich mich halt auf den Haushalt gestürzt, habe in der Küche wieder "klar Schiff" gemacht und Wäsche sortiert, dabei ging der Abend dann sehr schnell um. 

Ich weiß zwar genau, was mein Trainer diesbezüglich sagen würde, dass gerade Sport, also auch das Fahrrad fahren, ein gutes Mittel zum Abschalten ist, um auf andere Gedanken zu kommen. Aber das unterscheidet uns beide halt, er ist halt durch und durch ein Sportler und ich mache Sport, weil ich es "muss". Das heißt jetzt nicht, dass mir Sport grundsätzlich keinen Spaß machen würde, aber für mich ist und bleibt es halt ein reines Hobby bzw. was das Gesundheitliche betrifft halt ein "muss". Als ich damals noch getanzt habe, da sah es etwas anders aus, da war ich zum Teil wirklich mit "Leib und Seele" dabei, bin auch gerade vor Auftritten täglich zum Training gegangen, das hat mir wirklich Spaß gemacht. Aber das war halt was ganz anderes. Das damalige Tanzen in der Gruppe und das jetzige Fahrrad fahren alleine im Schlafzimmer, nun ja, das sind halt "2 verschiedene Welten", die man im Grunde nicht vergleichen kann. Das Fahren tut mir zwar auch irgendwie immer gut, aber man kann es dennoch nicht mit dem damaligen Tanzen vergleichen. Ja, und Gymnastik-Übungen führe ich alleine eh nicht mehr durch. Unter Anleitung macht es Spaß, aber jedes Mal, wenn ich es alleine gemacht habe, haben sich wieder irgendwelche Fehler eingeschlichen, danach hatte ich dann immer zusätzliche Verspannungen, meistens im Nacken. Ganz abgesehen davon, dass ich die meisten Übungen alleine ja eh nicht so richtig durchführe, sondern sie halt meist mehr oder weniger nur "andeute". Naja, vielleicht kann ich mich ja morgen Abend wieder zum Fahren aufraffen (wenn das erste Treffen hinter uns ist) und übermorgen habe ich ja eh wieder Training.

Ja, im Moment läuft mein Leben im Ganzen recht positiv. Auf der Arbeit läuft es ganz gut, dort habe ich größere Aufgaben endlich soweit im Griff. Ist schon ein schönes Gefühl, wenn man eine große Aufgabe, um die man sich seit Monaten gekümmert hat, in Kürze zum Abschluss bringen kann. Das ist schon ein kleines "Erfolgserlebnis". Im Prinzip das gleiche wie beim Sport, wobei gestern die Übung auf dem Boden sitzend so gut geklappt hat, wobei das für mich schon ein ganz großes Erfolgserlebnis war. 

Mich nerven im Moment nur die Beine. Ich finde das so gemein, der Rücken wird immer besser, die Schmerzen immer geringer (heute habe ich den Rücken gar nicht gemerkt), die Kraft in den Armen wird dank des Trainings immer besser, aber meine Beine spüre ich in den letzten Tagen beim Treppensteigen immer intensiver. Immer mal wieder ein ziehender Schmerz vom Oberschenkel in die Knie (zum Teil auf beiden Seiten). Das hatte ich so seit Monaten nicht mehr, das nervt mich im Moment total. Da achte ich darauf, dass ich anstelle vom Aufzug lieber die Treppe nehme und dort wird der ziehende Schmerz dann von Stufe zu Stufe intensiver. Das hängt aber auch mit der Muskulatur zusammen. Ich will jetzt ganz bestimmt nicht sagen, dass ich demnächst wieder "Stunden" auf der Beinpresse sitzen will, aber ein Physiotherapeut ist mit mir mehrere Wochen im Rahmen der KG an diese Beinpresse gegangen (letztes Jahr im Sommer) und zu dieser Zeit waren auch meine Beine völlig schmerzfrei. Ich wollte meinen Trainer vorhin schon per SMS anschreiben, damit er ein paar intensivere Übungen für die Beine mit einplant, aber das war mir dann zu unpersönlich. Mit ihm kann man wirklich gut reden, darüber werde ich dann lieber am Samstag beim Training mit ihm reden. 

Die OP meiner Mutter ist übrigens völlig anders verlaufen, als es geplant war. Sie ist heute Mittag nach Hause gekommen. Die OP fing mit einer örtlichen Betäubung und einer Schlaftablette an. Während der OP gab es dann Probleme und sie wurde kurzfristig in eine Vollnarkose gelegt. Wie ich letztens bereits geschrieben habe, hatte die Therapie mit den radioaktiven Kapseln erhebliche Nebenwirkungen. Abgesehen davon, dass sie sehr hohen Zucker, also Diabetes bekommen hat (zum Teil spritzt sie am Tag bis zu 70 Insulin-Einheiten), wurden ihre Knochen super weich, fast schon wie Glasknochen. Seit damals hat sie sich deswegen mehrere Knochenbrüche zugezogen. Ganz abgesehen davon, dass sich der Kiefer zurück gebildet hat, alle Zähne fielen aus und sie bekam  natürlich ein Gebiss. Die Knochen an der Hüfte wurden viel zu weich, mit etwa 50 Jahren bekam sie die erste künstliche Hüfte (links), mit etwa 55 Jahren die nächste (rechts), mit 60 Jahren wurde die erste Hüfte, also die linke bereits ausgetauscht, erneuert und wann die rechte Seite dran ist, das ist nur eine Frage der Zeit, sie nimmt schon wieder Schmerztabletten, um die Schmerzen einigermaßen aushalten zu können. 

Vor einigen Jahren ist sie hingefallen, wollte sich abstützen bzw. auffangen und hat sich dabei das linke Handgelenk gebrochen. Das ist nicht richtig zusammen gewachsen. Genau an der Stelle des Bruchs sollte jetzt das Stent gelegt werden, was nicht klappte. Unter Vollnarkose (es dauerte dadurch erheblich länger) musste dann improvisiert werden, wie genau weiß ich nicht, auf jeden Fall ist das Teil jetzt im Handgelenk. Es muss jetzt etwa 6 Wochen lang mit den Knochen und den Adern "verwachsen", erst dann kann frühestens mit der Dialyse begonnen werden. Bis dahin müssen die Nierenwerte mit Tabletten unter Kontrolle gehalten werden. 

Bezüglich Freundschaften wollte ich noch auf meine "Freundin" aus der anderen Abteilung eingehen. Diese Freundschaft liegt im Moment mehr oder weniger "auf Eis". Wir sind wöchentlich per Mail oder SMS in Kontakt, aber nicht mehr und nicht weniger. Sie lebte mehrere Jahre mit einem Mann zusammen, nach der Trennung zog sie aus Kostengründen wieder zu ihrer Mutter (sie ist Anfang 50, ihre Mutter Mitte 70), sie bildeten sozusagen eine "WG". Ihre Mutter ist wohl nicht gerne alleine. Sie hat mir jetzt vor kurzem per Mail mitgeteilt, das sie ihre Mutter nicht mehr alleine lassen möchte, das wäre ihr zu langweilig. Wenn wir uns gelegentlich Treffen würden, dann würde ihre Mutter immer mitkommen. Am liebsten wäre es ihr, wenn ich öfters mal zu ihr nach Hause kommen würde, dann könnten wir drei im Garten zusammen sitzen. Wenn ich mit ihr alleine reden möchte, dann müssten wir beide früher Feierabend machen und uns im Bahnhof "auf einen Kaffee" zusammen setzen.

Ich habe nichts dagegen, wenn sich jemand um seine Mutter kümmert, aber diese ganze Situation geht mir jetzt doch etwas zu weit. Dass ich früher Feierabend machen muss, um mich mit ihr "heimlich" am Bahnhof zu treffen, wenn ich mal alleine mit ihr reden möchte, das kann es doch auch nicht sein. Spontane Treffen am Wochenende, wenn schönes Wetter ist, kann man auch vergessen, man muss immer auf die Mutter Rücksicht nehmen (die beiden fahren auch zusammen in Urlaub). Sorry, aber diese Situation ist jetzt nichts für mich. Ihrer Mutter geht es übrigens gut, gesundheitlich meine ich, es geht dabei ausschließlich darum, dass es ihrer Mutter alleine langweilig ist, das hat sie mir selber so erzählt. Und gerade Samstags Abends, wenn wir eigentlich nochmals ins Theater gehen wollten, lässt sie ihre Mutter auch nicht alleine zu Hause vor dem Fernseher sitzen. Nun gut, ich lasse es jetzt als Freundschaft weiter laufen (sie ist wirklich lieb und nett, ganz möchte ich diese Freundschaft nicht beenden), aber eine richtige Freundin ist das dennoch für mich nicht. Wenn die Mutter ständig dabei ist, dann würde ich eh nicht so locker reden und aufpassen, was ich sage, jedes Wort auf die Goldwaage legen. Dazu habe ich in meiner Freizeit aber keine Lust. Deswegen freue ich mich jetzt umso mehr auf morgen Nachmittag, mal gucken wie diese Frau dann so ist.

TitelAutorDatumBesucher
Do. 05.12.2019PetraM06/12/2019 - 08:302
Mi. 04.12.2019PetraM05/12/2019 - 09:0190
Di. 03.12.2019PetraM04/12/2019 - 09:0996
Mo. 02.12.2019PetraM03/12/2019 - 09:09105
So. 01.12.2019PetraM02/12/2019 - 04:5177
Sa. 30.11.2019PetraM01/12/2019 - 07:5190
Fr. 29.11.2019PetraM30/11/2019 - 14:32122
Do. 28.11.2019PetraM29/11/2019 - 08:5877
Mi. 27.11.2019PetraM28/11/2019 - 08:59145
Di. 26.11.2019PetraM27/11/2019 - 09:00144
Mo. 25.11.2019PetraM26/11/2019 - 08:46142
So. 24.11.2019PetraM25/11/2019 - 04:25136
Sa. 23.11.2019PetraM24/11/2019 - 17:47142
Fr. 22.11.2019PetraM23/11/2019 - 19:53139
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Sa. 16.11.2019PetraM17/11/2019 - 16:39126
Fr. 15.11.2019PetraM16/11/2019 - 19:47174
Do. 14.11.2019PetraM15/11/2019 - 09:03149
Mi. 13.11.2019PetraM14/11/2019 - 04:05148
Di. 12.11.2019PetraM13/11/2019 - 09:09127
Mo. 11.11.2019PetraM12/11/2019 - 04:44142
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