Donnerstag, 25.04.2013

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Heute war nicht so ganz mein Tag. Eigentlich hätte ich heute Abend ja Wassergymnastik gehabt, aber das habe ich ausfallen lassen. Aber ab nächste Woche plane ich beide Gruppen (Dienstag und Donnerstag) auf Dauer fest ein.

Zum einen hatte mir mein Arzt davon abgeraten. Nachdem ich am Dienstag bei ihm den kleinen "Eingriff" hatte, meinte er, dass es besser wäre, wenn ich damit in dieser Woche nicht mehr Schwimmen gehen würde, nicht mehr ins Chlorwasser gehen würde. Es wäre zwar nicht schlimm, wenn ich es doch machen würde, das wäre letztendlich meine Entscheidung, aber er würde mir dennoch davon abraten.

Bis heute Mittag war es auf der Arbeit ganz schön. Im Moment schreibe ich verstärkt Briefe (nach Diktat, also auf Kassette), das macht mir ja eh Spaß, dabei bin ich immer voll und ganz in meinem "Element".

Heute Mittag haben wir uns dann bei einer Kollegin getroffen, die Geburtstag hatte. Sie gab eine kleine Runde. Das war im großen und ganzen echt schön. Wir waren eine kleine Gruppe (heute fehlten mehrere Kollegen) und es war eine schöne, lockere und entspannte Atmosphäre. 

Ja, aber im Rahmen dieser Runde kam es dann leider zufällig zu einer Situation, die bei mir mal wieder leichte Depressionen ausgelöst hat. 

Mein Kollege ist ja seit Oktober krank (nach einem Bandscheibenvorfall) und zur Zeit in der Reha. Zunächst übernahm ich seine Aufgaben als Vertretung, also den Postdienst und auch die Telefonzentrale. Es hieß die ganze Zeit, es würde noch "dauern", bis er mal wieder so gut Laufen kann, dass er Arbeiten kommen kann, sofern er überhaupt wieder kommen würde.... In meiner neuen Stellenbeschreibung wurden diese Aufgaben dann sogar fest mit aufgenommen. Und irgendwie fand ich es auch schön, Aufgaben zu haben, die bei uns auf jeden Fall dauerhaft benötigt werden (also der Postdienst und die Telefonzentrale).

Als wir heute Mittag dann zusammen standen, da wurde "nebenbei" erzählt, dass es ihm (also meinem Kollegen) anscheinend besser geht (worüber ich mich auf jeden Fall freue, ich habe mich schon immer sehr gut mit ihm verstanden!!) und dass er in rund einer Woche wieder Arbeiten kommen würde. Zunächst nur Stundenweise, also in einer Art "Arbeits- und Belastungserprobung". 

In dem Moment zog es mir fast den Boden unter den Füßen weg. Das hat mich total an "damals" erinnert (vor ein paar Jahren), als ich dort einen eigenen, festen Bereich hatte, den ich sehr gut im Griff hatte, aber der dann von heute auf morgen komplett gestrichen worden ist. Es kam ein neues Gesetz raus und dieser bisherige Bereich wurde dadurch völlig überflüssig (alles wurde total "vereinfacht", wodurch meine Aufgaben überflüssig geworden sind). Damals fiel ich in ein tiefes Loch, brauchte sehr lange, um diesen Schock zu überwinden (das kam halt alles ziemlich plötzlich und ich bin mit diesem Bereich halt sehr gut klar gekommen). Im Grunde fingen die Depressionen schon zu diesem Zeitpunkt an.

Und heute Mittag erging es mir sehr ähnlich. Ich habe direkt gedacht, Und was wird dann aus mir, wenn er seine Aufgaben wieder übernimmt? Dass ich auch noch andere Aufgaben habe, so klar konnte ich in diesem Moment gar nicht denken. Ich bekam direkt Angst vor der Zukunft. Werde ich dort dann wieder, so wie damals, mehr oder weniger "überflüssig", bis neue Aufgaben für mich gefunden werden, werde ich dort dann noch "gebraucht"? Die Reaktion, die mein Chef bei mir befürchtet hatte, dass ich mit dem bevorstehenden Umzug des Büros Probleme bekommen würde, was jedoch ausgeblieben ist, weil mich dieser Umzug ja schließlich nicht alleine betrifft, dabei sitzt ja schließlich die ganze Abteilung gemeinsam "in einem Boot", diese Reaktion ist nun heute Mittag bei mir eingetreten. 

Während wir dann noch zusammen gestanden haben, da war ich noch sehr gut abgelenkt, die Stimmung war halt sehr gut, total locker. Aber als ich danach dann wieder in meinem Büro saß, da kam es bei mir so richtig durch. Ich konnte gar nicht mehr klar denken, die Tränen kamen einfach nur so geschossen. Vor Aufregung wurde es mir dann auch noch schlecht und ich bekam Bauchschmerzen. In dem Moment brauchte ich dann jemanden zum Reden, wusste aber nicht, zu wem ich gehen sollte. Ich schrieb dann direkt meinen Freund per SMS an (er war schon auf der Arbeit). Er kennt mich gut genug. Ich brauchte nur zu schreiben, dass mein Kollege wieder kommt und er wusste sofort ganz genau, welche Gedanken ich gerade hatte. Er rief mich dann auch sofort an. 

Er kam dann zwar sofort mit den Argumenten, dass ich dort doch auch noch andere Aufgaben habe, nicht nur die Post und das Telefon, aber in diesem Moment hatte ich im Kopf eine totale "Blockade", konnte nicht mehr klar denken. Ich habe immer nur gedacht, Das war es jetzt, der nächste Bereich, der weg fällt, für den ich zuständig gewesen bin. Die Bauchschmerzen wurden im Laufe des Nachmittages dann immer stärker (das habe ich erst heute Abend wieder in den Griff bekommen). Wassergymnastik hatte ich für heute längst gestrichen, darauf hatte ich schon mal gar keine Lust mehr. Fragt mich nicht, wie ich die nächsten Stunden auf der Arbeit rumgekriegt habe. Keine Ahnung. Ich stand zum Teil mächtig neben mir, konnte mich kaum konzentrieren.

Auf dem Weg nach Hause musste ich dann auch noch Einkaufen gehen. Am liebsten hätte ich mich dann mal wieder mit Schokolade "vollgestopft" (das war dafür halt mal wieder ein typischer Auslöser), aber irgendwie konnte ich widerstehen. Stattdessen habe ich mir mein Lieblingsessen geholt (Hühnerfrikassee mit Reis) und habe mir eine neue Sonnenbrille gegönnt (die ich eigentlich nicht gebraucht hätte, meine alte war eigentlich in Ordnung, das war ein reiner Frustkauf). 

Als ich zu Hause war, da habe ich mich hingelegt, eine Runde "geheult" und dann eine Stunde geschlafen. Aber danach war ich dann zum Glück wieder ruhiger, konnte wieder klarer und sachlicher denken. So wie häufig, wenn ich seelische Probleme habe, bin ich dann in die Küche gegangen und habe in Ruhe gespült (das ist halt immer mein "Ritual", jedem das Seine...).

Ich werde dort nicht "überflüssig", ich habe ja auch Aufgaben, die mit meinem Kollegen nichts zu tun haben, die ich, auch wenn er wieder kommt, weiterhin haben werde. Zum einen das Schreiben, heute habe ich Diktate geschrieben, für morgen habe ich ebenfalls noch welche (mein Kollege würde z. B. alles im "Ein-Finger-such-System" schreiben). Und auch die Buchhaltung, darin arbeite ich mit meiner Kollegin sozusagen "Hand in Hand", die Abläufe klappen bei uns schon ganz gut. Außerdem noch zwei weitere Bereiche. Eigentlich ist es für mich dann sogar positiv, wenn er wieder kommt. Wenn er sich dann zeitweise wieder um das Telefon kümmert, dann kann ich mich auf andere Aufgaben, z. B. auf die Buchhaltung konzentrieren. Im Laufe des Abends ging es mir dann wieder besser, die Übelkeit und die Bauchschmerzen gingen dann wieder ganz weg. Als mein Freund dann nach Hause kam, da haben wir nochmals in Ruhe darüber gesprochen, halt auch über die positiven Punkte, dass ich mich dann zeitweise besser auf die Aufgaben konzentrieren kann, wenn mein Kollege das Telefon übernimmt. 

Ja, heute war halt nicht so ganz mein Tag. Es ist schon ein seltsames Gefühl. Da hört man einen Satz und sofort öffnen sich im Kopf "Schleusentore" zu einer früheren Situation und es haut einen aus den Schuhen, zieht einen sofort seelisch total runter, obwohl es dazu im Grunde keinen Grund gibt. Aber in diesem Moment kann man halt leider nicht vernünftig und klar denken. Ich sah in diesem Moment halt nur meine "Felle davon schwimmen" und habe gedacht, "Das war es jetzt in dieser Abteilung, hier wirst du demnächst gar nicht mehr gebraucht". Wie gesagt, an die anderen Aufgaben habe ich in diesem Moment überhaupt nicht gedacht, so klar konnte ich in dem Moment nicht mehr denken.

 

TitelAutorDatumBesucher
Do. 27.02.2020PetraM28/02/2020 - 04:338
Mi. 26.02.2020PetraM27/02/2020 - 03:108
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