Freitag, 01.02.2013

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Der heutige Tag war etwas nervend. Meinen Kollegen habe ich heute übrigens nicht angesprochen. Es hat sich absolut nicht ergeben. Unser "Krankenstand" ist im Moment vom Feinsten, die Erkältungswelle greift mächtig um sich (mir geht es zum Glück bisher echt gut). Ich bin ja schließlich fürs Telefon zuständig, das geht immer auf jeden Fall vor. Aber sollte demnächst bezüglich der gestrigen Situationen noch mal was kommen, irgendwelche Sprüche oder Kommentare, dann weiß ich auf jeden Fall schon, wie ich mich für mein Verhalten "rechtfertigen" werde, wozu ich dann auch voll und ganz stehen werde. Ich glaube schon, dass mein Kollege meine Gründe dann verstehen wird, das lasse ich jetzt einfach so auf mich zukommen. 

Nachdem ich heute morgen den üblichen Postdienst fertig hatte, habe ich mich direkt als erstes um diese Veranstaltung Ende Februar gekümmert, habe mich dafür verbindlich angemeldet. Ich habe mir die Einladung nochmals durchgelesen (es ist ja eine Art "Gesundheitstag") und es hört sich wirklich interessant an mit vielen Infos (insbesondere rund um den Rücken), kleinen Vorträgen und so einigen "kleinen" Mitmachaktionen rund um Entspannung und Fitness. 

Ursprünglich hatte ich eine Teilnahme nicht im geringsten eingeplant, aber ich sage mal so, manche Personen lassen halt Kommentare los (ich bin nunmal nicht taub....), die sie nicht gerade "positiv" meinen, dass dabei der "Schuss" gelegentlich jedoch auch mal nach hinten losgehen kann, dass mit solchen "netten" Kommentaren durchaus auch das Interesse geweckt werden kann, nach dem Motto "jetzt erst recht!!", ich glaube damit rechnen diese Personen in dem Moment nicht wirklich. Ja, aber so war es bei mir. Nach dem Motto, dass ich niemals an einer solchen Aktion teilnehmen würde, will ich jetzt erst recht dabei sein!!! Am Montag ist dafür der Anmeldeschluss (die An- und Abreise muss dafür auch noch organisiert werden), deswegen habe ich heute dann direkt "Nägel mit Köpfen" gemacht und habe es dann auch meinem Kollegen gesagt, damit er sich rechtzeitig um eine Vertretung für die Telefonzentrale kümmern kann. 

Aber auch, wenn mir diesen Satz auf der Arbeit wahrscheinlich keiner glauben wird, inzwischen freue ich mich sogar darauf. Unverhofft kommt oft. Die Woche wird dann echt total schön. Montags KG, Dienstag diese Veranstaltung, Mittwoch KG und Training, Donnerstag Wassergymnastik und am Samstag erst Training und Abends dann noch nach Horst Lichter in die Koch- bzw. Comedy-Veranstaltung. Schöner und abwechslungsreicher kann eine Woche doch dann eigentlich gar nicht mehr sein!!!

Heute war ja "eigentlich" unser "Jahrestag", wie wir ihn immer nennen (was für andere z. B. der Hochzeitstag ist), wovon wir heute allerdings gar nichts hatten. Ja, heute vor 25 Jahren waren wir erst im Kino (in "Dirty Dancing"), sind anschließend noch einen Trinken gegangen und dann hat es halt so richtig "gefunkt", seit dem Abend sind wir zusammen. Dass daraus eine so feste Beziehung wird, die auch so viele Höhen und Tiefen besteht, damit habe ich anfangs selber nicht gerechnet. Anfangs war es für mich einfach nur ein "Flirt", wir haben uns halt super gut verstanden, waren (bzw. sind) total auf einer Wellenlänge. 

Im Sommer, als wir ein halbes Jahr zusammen waren, da hat meine Mutter darauf bestanden, dass ich noch einmal mit meinen Eltern zusammen in den Urlaub fahre. Mein Vater war vom Krebs schon schwer krank, die Chemotherapie hatte schon deutliche Spuren hinterlassen. Es war klar, dass dies sein letzter Urlaub sein würde. Mir zuliebe, weil ich ja noch nie so gerne stundenlang am Strand rumgelegen habe, ging es in diesem Sommer dann nach Österreich, mitten in die Berge. Trotz der Chemo war mein Vater noch so fit, dass er immer noch stundenlange Wanderungen machen konnte. Wir haben dann nochmals viele Wanderungen "quer Feld ein" und "von Dorf zu Dorf" gemacht (so wie wir es sonst nur in den Oster- und Herbstferien immer gemacht haben). 

In der ersten Woche ging es mir seelisch echt noch gut, es kamen halt so viele neue Eindrücke auf mich zu. Aber die zweite und dritte Woche waren seelisch für mich eine Katastrophe. Zum einen meine Eltern, die immer häufiger Streit hatten. Mein Vater schaffte nunmal nicht mehr alles, wollte aber trotzdem so viel wie möglich alleine machen (hat sich nie "hängen" lassen). Meine Mutter wollte ihm immer mehr abnehmen und so hatten die beiden dort dann fast täglich Streit (und ich immer "dazwischen", was für mich immer ein blödes Gefühl gewesen ist, bei ihren Streits wollte ich grundsätzlich immer möglichst "neutral" bleiben, was aber nicht immer geklappt hat). 

Dann kam bei mir das "Heimweh" noch ganz intensiv dazu. Ab der zweiten Woche habe ich meinen Freund vermisst ohne Ende (das war ja unsere erste "Trennung" sozusagen). Handys (oder gar Computer/Laptops) gab es noch nicht (das kam bei uns erst einige Jahre später), so stand ich dann jeden Abend, wenn meine Eltern in der Dorfkneipe saßen, in der Telefonzelle und habe "stundenlang" mit meinem Freund telefoniert. Dafür ging im Prinzip mein ganzes Urlaubsgeld drauf. Aber in der Zeit wurde uns beiden dann so richtig klar, wie sehr wir uns mögen, wie sehr wir uns lieben, dass wir zusammen gehören und zusammen bleiben wollen. Ja, und seitdem hat es bei uns halt so einige sehr intensive Höhen und Tiefen gegeben. 

Ja, den heutigen Tag konnten wir leider wirklich nicht "genießen". Zum einen war mein Freund ja eh arbeiten (auf Mittagschicht). Außerdem hat er sich letzte Tage eine Blasenentzündung zugezogen, einschließlich Bauchschmerzen und Blut im Urin. Zum Arzt geht ein Mann damit natürlich nicht..... Statt dessen trinkt er jetzt Literweise (rund 3 Liter täglich) Kamillentee. Dadurch war er heute Abend, als er dann nach Hause kam, auch alles andere als gut drauf. 

Ja, und bei mir war heute Nachmittag meine Mutter zu Besuch, was eigentlich schon alles heißt..... Sie hat mich um 15.30 Uhr (also nach der Arbeit) am Bahnhof abgeholt und wurde dann heute Abend gegen 20 Uhr von ihrem Freund hier bei uns wieder abgeholt. Diese Besuche sind für mich immer sehr nervenaufreibend. Zuerst "sucht" sie sich im Haushalt immer Aufgaben, um die sie sich kümmern kann. Deswegen habe ich letzte Nacht ja auch noch bis um 1 Uhr gespült, in der Küche fand sie dadurch keine "Arbeiten" mehr. Rumsitzen ist ihr allerdings immer zu langweilig. Sie hat sich dann meine "Klamotten" geschnappt und hat Knöpfe gefunden, die ihrer Meinung nach zu locker waren, die sie vorhin dann "sicherheitshalber" nochmals richtig fest genäht hat. 

Kurz vor Weihnachten haben sie sich ja ein neues Autoradio mit CD und USB-Anschluss gekauft. Sie kam vorhin dann mit einem USB-Stift an. Meine ganzen Schlager-CDs habe ich alle auf den Computer überspielt. Da wir ja (zumindest weitestgend) den gleichen Musikgeschmack haben (nicht unbedingt bei allen Sängern/Sängerinnen, sie liebt z. B. Andrea Berg, die ich so gar nicht mag, bei der schalte ich grundsätzlich immer um), habe ich vorhin dann einen großen Teil der Lieder von meinem Computer auf ihren Stift kopiert. Damit waren wir dann schon eine ganze Zeitlang beschäftigt (sie konnte sich erst nicht so richtig entscheiden, welche Lieder sie genau haben wollte).

Dann hat sie sich meine Bücher "vorgenommen", welche ich aktuell so habe und warum ich ausgerechnet "die" lese (dabei ging es auch um Horst Lichter, Samuel Koch und Gaby Köster). Ich finde es trotzdem nach wie vor sehr interessant, wie andere Menschen mit ihrem Schicksal umgehen, wie sie Höhen und Tiefen im Rahmen einer Therapie verarbeiten. Und Tiefen kommen bei allen, bei jeder Therapie mal vor, bei keinem gibt es ausschließlich Höhen, dass immer alles bestens läuft. Das hängt ja auch von der "Tagesform" ab. Kleine Rückschläge muss jeder mal hinnehmen (was ich bei mir im Moment auf die Crunches beziehe, die mir im Moment so ziemlich am schwersten fallen). 

Dann ging es auch noch um ihren Urlaub. Sie hatte sich ans Telefon gehangen und hat ihren Urlaub, also die Ferienwohnung alleine organisiert (übers Fremdenverkehrsamt), einschließend der Termine für die Dialyse dort im Krankenhaus. Sie war noch nie an der Ostsee, fährt jetzt in den Sommerferien für 3 Wochen (natürlich zusammen mit ihrem Freund) nach Wismar. Vorhin kam dann das übliche, ihr wart ja bereits dort (vor 2 Jahren am Timmendorfer Strand, von dort aus Tagesausflüge nach Lübeck, Kiel, Wismar usw., in diesen Bereich wollen wir dieses Jahr ja ebenfalls nochmals), dann organisiere du uns jetzt unsere Ausflüge, was können wir dort vor Ort so machen. So läuft das immer. Nicht genug, dass ich mich um unseren Urlaub, um unsere Ausflüge kümmern muss, für meine Mutter muss ich es ebenfalls machen. 

So war es, als sie sich in Ostfriesland auf einem Bauernhof eine Ferienwohnung genommen haben (jeder Urlaub grundsätzlich immer 3 Wochen). Sie rief mich dann jeden Abend an, nach dem Motto, uns ist langweilig, such uns mal was raus, was wir morgen machen können, wohin wir morgen fahren können. Ich habe sie dann unter anderem nach Emden, Greetsiel, Norden/Norddeich (zur Seehundstation) usw. "geschickt. Und auch, als sie 3 Wochen in Heidelberg (in einem Vorort) waren. Nach einer Woche kannten sie dort die Innenstadt, die Geschäftsstraße "in- und auswendig". Ich habe ihr von hier aus dann ebenfalls so einige Tipps durchgegeben (Sehenswürdigkeiten in der Umgebung aus dem Internet rausgesucht). Ja, und so läuft es in diesem Jahr dann halt mit der Ostsee rund um Wismar. 

Nachdem sie heute Abend dann wieder weg war, also nachdem ihr Freund sie hier wieder abgeholt hat, musste ich erstmal wieder "runter fahren". Meine Nervosität ist danach immer vom Feinsten, das kann ich danach nicht "verstecken". Zuerst war ich etwas im Internet, etwas durch die Seiten surfen, auf andere Gedanken kommen. Als mein Freund dann nach Hause kam, da war er dank der Blasenentzündung halt relativ schlecht drauf. Er ging dann direkt an den Computer, schon alleine weil er inzwischen jeden Abend mit unserer "Bekanntschaft" aus Emden chattet. Die beiden sind inzwischen schon dicker befreundet, sind auch tagsüber häufig übers Handy in Kontakt (im Sommer wollen wir uns ja auf jeden Fall wieder treffen). Ich habe es mir dann "etwas" im Sessel bequem gemacht und bin direkt für rund 2 Stunden eingeschlafen. Danach fing dann unser "gemeinsamer" Abend von unserem "Jahrestag" an, von dem wir dann nicht mehr allzu viel hatten. 

TitelAutorDatumBesucher
Mo. 21.10.2019PetraM22/10/2019 - 08:137
So. 20.10.2019PetraM21/10/2019 - 03:2417
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