Freitag, 07.12.2012 (Gespräch)

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O man, war das heute ein Tag. Im Büro habe ich heute tatsächlich "Nägel mit Köpfen" gemacht. Ich habe mit meinem Kollegen ein ausführliches Gespräch über meine jetzige Situation geführt, zum einen die seelische Situation, insbesondere im Zusammenhang mit der beruflichen Situation. Also dieser Kollege ist auch ein Vorgesetzter, aber dennoch ist er "menschlich" und man kann gut mit ihm reden. 

Zuerst wusste ich nicht, wie ich das Gespräch beginnen sollte. Kurz vorher habe ich zufällig eine Rechnung geprüft. Als ich gerade "mitten drin" war, hörte ich die Stimme meines Chefs. Er hat sich auf dem Flur mit Kolleginnen unterhalten. In dem Moment war es bei mir aus. Ich bekam direkt Angst, dass er zu mir ins Büro kommen würde, dass ich dann die nächsten Vorwürfe und Beschuldigungen zu hören bekommen würde und in dem Moment bekam ich totales Herzrasen und konnte mich nicht mehr konzentrieren (mit der Rechnung werde ich mich am Montag nochmals in Ruhe beschäftigen). 

Diese Situation nahm ich beim anschließenden Gespräch mit meinem Kollegen dann als Anlass, um ihm meine derzeitige Situation zu schildern, wie ich über meinen Chef denke bzw. welche negativen Gefühle er in mir auslöst. Danach fielen mir dann immer und immer mehr Situationen ein, mit denen ich seelisch mächtig zu kämpfen hatte (also die alle mit meinem Chef zu tun hatten). Ich nahm dabei auch kein Blatt vor den Mund, sondern habe meinem Kollegen die ganzen Situationen völlig offen aus meiner Sicht erzählt, so wie ich alles empfunden habe. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einen Menschen so sehr hassen könnte. 

Mit meinem Chef hätte ich niemals so offen über meine Probleme reden können. Er interessiert sich eh nicht wirklich dafür und geht auch nicht auf einen ein. Er hat sein "Schubladendenken", von dem er auch nicht abweicht. Natürlich ist mir klar, dass er als Chef alles unter Kontrolle halten muss, alles gerecht verteilen muss, also was die Kollegen und die ganzen Aufgaben betrifft. Aber dabei gibt es für ihn nur ein "Schwarz und Weiß", aber kein Bunt. Wenn jemand Probleme hat, dann tut er zwar so, als wenn er helfen wolle, aber letztendlich kann man von ihm keine wirkliche Hilfe erwarten. 

Hin und wieder (im Laufe der Zeit) kam seine "menschliche" Seite zwar mal durch, aber das sind bei ihm leider die Ausnahmen, verlassen kann man sich darauf nicht. Und wenn ich hin und wieder schon mal den Mut hatte und ihn auf meine Probleme angesprochen habe, dann bekam ich von ihm höchstens noch zusätzlichen Druck und Ärger, dass ich zur Zeit wegen meiner Probleme nicht voll einsatzfähig bin. Ihm ist es lieber, wenn man sich einen wochenlangen Krankenschein nimmt, anstatt ins Büro zu kommen und so gut es geht zu arbeiten. Dann bekommt man höchstens noch Ärger, wenn nicht alles 100 prozentig glatt läuft (das ist mir mehrmals passiert). 

Nun gut, da meine Angst vor ihm inzwischen mächtig groß ist, worunter meine Arbeit und auch meine Gesundheit immer mehr leiden (ich rutsche immer tiefer in die Depressionen rein), haben wir heute halt Nägel mit Köpfen gemacht, anders geht es nicht mehr. Mein Kollege wird in Kürze die Personalabteilung ansprechen und für mich offiziell eine Versetzung beantragen. Für mich persönlich bedeutet das "ein Licht am Ende des Tunnels" (in diesem Moment fiel mir "ein großer Stein vom Herzen"). In dieser Abteilung, unter diesem Druck, würde ich eh auf keinen grünen Zweig mehr kommen. Bevor ich seelisch dann irgendwann völlig unten bin und gar nichts mehr geht (was irgendwann der Fall sein würde), ziehe ich lieber vorher die Konsequenzen und lasse mich in eine andere Abteilung versetzen (um dort dann einen neuen Start zu wagen). Bei uns bekomme ich langfristig eh "keinen Fuß mehr auf den Boden", völlig egal, was ich alles mache, wie gut ich manche Aufgaben im Griff habe, der Tag X, wenn es den nächsten Ärger gibt, der wird ganz bestimmt wieder folgen. 

Jetzt freue ich mich erstmal auf Samstag Mittag, auf das nächste Training. Das ist halt etwas, was ich mir ganz bestimmt nicht mehr nehmen lassen lasse. Es macht Spaß, es bringt mir sehr viel (nach rund 17 Jahren Dauerschmerzen bin ich endlich völlig schmerzfrei), ich habe immer mal wieder neue Erfolge bei den einzelnen Übungen und mit meinem Trainer verstehe ich mich zum Glück ja auch sehr gut. 

Wobei man die nächste Kontrolle, was das Gewicht betrifft, wirklich voll und ganz vergessen kann. Gerade in den letzten Tagen habe ich gefuttert ohne Ende, täglich zum Teil zwei von diesen "Weckmännern", von den "Stutenmännern", die es jetzt überall in den Bäckereien gibt (aber auch andere Sachen). Über die Kalorien habe ich kein einziges Mal nachgedacht, das war reines Frustessen ohne Ende. Deswegen, wenn ich mich nach der nächsten Kontrolle zu intensiv mit den jetzigen Werten beschäftige (die ganz bestimmt schlecht ausfallen werden), das zieht mich zusätzlich dann nur noch mehr runter. Stattdessen muss ich jetzt (nach dem Gespräch mit meinem Kollegen) wieder anfangen neu zu kämpfen, um dann zumindest bei der nächsten Kontrolle die nächsten Erfolge zu haben. Aber so ist das halt bei einer Langzeit- bzw. Dauertherapie, ein Auf und Ab lässt sich dabei leider nicht vermeiden, zumindest was mich persönlich betrifft (mag sein, dass andere in solchen Situationen disziplinierter sind, aber unter seelischem Stress habe ich mich nicht mehr unter Kontrolle). 

Heute Nachmittag hat mein Freund mir einen Gutschein geschenkt. Er hatte heute frei und wusste ja von meinem Gespräch auf der Arbeit (wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte ich mich schon längst versetzen lassen, mir schon längst eine andere Arbeit gesucht, schließlich kriegt er meine "Depri-Phasen" hier immer "hautnah" mit). Er hat mir heute Mittag einen Gutschein vom Juwelier geholt. Am Sonntag ist hier in der Stadt ein "verkaufsoffener Sonntag", dann wollen wir ein bisschen durch die Geschäfte bummeln. Um auf andere Gedanken zu kommen, soll ich mir dann beim Juwelier was schönes aussuchen (dort gibt es immer einiges im Schaufenster, was mir echt gut gefällt). Über diesen Gutschein habe ich mich so richtig gefreut. 

Ja, und dann habe ich einen weiteren "Lichtblick". Wir haben uns diese Woche die Karten für das "Tattoo auf Schalke" am 07.09.2013 geholt. Ich weiß, das ist nicht jedermanns Sache, aber ich finde das total klasse, darauf freue ich mich jetzt schon total. Mein Freund schenkt mir diese Karten dann zum Geburtstag. 

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