Freitag, 21.09.2012 PT

DruckversionPDF-Version

Heute Nachmittag hatte ich ja Training und ich bin ehrlich gesagt froh darüber, dass wir es auf heute vorgezogen haben. Morgen Abend gehen wir ja in die Vorstellung von Mirja Boes (die Karten haben wir zeitgleich mit denen von Ralf Schmitz im Mai gekauft) und wenn das heutige Training morgen erst stattgefunden hätte, wer weiß, wie ich mich morgen Abend dann gefühlt hätte.

Wie hatte ich letzte Tage geschrieben, ich fühlte mich beim Laufen wie eine Oma? Nun gut, heute war es noch wesentlich intensiver. Nach dem Training (am Nachmittag) war mein Tag praktisch vorbei. So intensiv wie heute hat es schon lange nicht mehr bei mir "reingehauen". 

Das heutige Training war für mich sowohl körperlich als auch seelisch extrem hart. Ich beginne mal mit der seelischen Seite. Ich habe hier ja schon häufig geschrieben, dass ich es nicht schaffe, mich "von allen Vieren" hochzudrücken, also die Beine gestreckt hochzubekommen. Ich wusste nie, wie ich darauf reagieren würde, wenn diese Übung das nächste Mal kommt. Nun gut, heute war es dann soweit, erst hochdrücken, also nur auf Zehen und den Händen "stehen" und dann Liegestütze. Also gut, dabei habe ich heute zum ersten Mal "gestreikt", ich traue es mir nicht zu, ich kann es nicht, ich schaffe es nicht, beide Beine durchzustrecken (höchstens mal eine Sekunde) und dann, während der Übung, auch durchgestreckt zu halten.

O Gott, war das Ganze peinlich. Ich bekam von ihm natürlich sofort einen Vortrag darüber gehalten, dass ich mir nicht "einreden" soll, dass ich es nicht kann, dass ich mir mehr zutrauen soll usw. und so fort..... Natürlich ist mir klar, dass er mich weiterhin so gut wie möglich motivieren will, aber ich kann das wirklich nicht. Er meint jedes Mal, dass ich es "körperlich" inzwischen könnte, aber ich sehe das völlig anders, die Kraft in meinen Beinen ist immer noch total gering. Ja, das war vorhin eine total unangenehme Situation. Er zog sich mächtig daran auf und redete immer wieder auf mich ein und ich wollte nur aus dieser "blöden" Situation heraus kommen. Wie war das mit dem "Erdboden", der geht ja eh nie auf, wenn man es gebrauchen könnte..... Ich wusste schon gar nicht mehr, wo ich hingucken sollte, um ihn bloß nicht angucken zu müssen. Ja, die ganze Situation war mir total peinlich, trotzdem bleibe ich dabei, dass ich diese Übung nicht kann. 

Als dann die Frage kam, ob ich gestern Fahrrad gefahren bin, da habe ich ihm davon erzählt, dass ich gestern "etwas" neben mir gestanden habe. Allerdings habe ich bei ihm nur das Seminar erwähnt, wo ich Ende Oktober von der Arbeit aus ja hinfahre. Dass ich auch Hemmungen davor habe, wieder mit der Wassergymnastik (und später wahrscheinlich auch mit dem Schwimmen) anzufangen, und es deswegen, obwohl ich es wirklich machen möchte, im Moment noch etwas vor mir herschiebe, das habe ich vorhin lieber nicht erwähnt. Das würde er eh nicht verstehen. Alle Menschen, für die es völlig normal ist, auf andere Menschen zuzugehen (unter anderem auch alle Physiotherapeuten, Personal-Trainer und natürlich, wie in seinem Fall, auch alle Lehrer), die können es nicht verstehen, dass es auch Menschen gibt, denen das unwahrscheinlich schwer fällt, die vor diesem ersten Schritt, neue Menschen kennenzulernen, unwahrscheinliche Hemmungen haben. Auch wenn ich es möchte, dennoch fällt es mir unsagbar schwer. 

Aber gerade in diesem Zusammenhang fand er es gut, dass ich im Oktober an diesem Seminar teilnehmen werde. Da dieses Seminar von Dienstags bis Donnerstags durchgeführt wird, wird die Therapie (KG, Massage und PT) am Mittwoch dann ja auf jeden Fall ausfallen. Dafür hat er mir auf jeden Fall sehr viel Mut gemacht. 

Ja, und dann natürlich die Übungen, die heute zum Teil mächtig schwer waren. Nach ein paar kleinen Aufwärmübungen ging es mit den Hanteln weiter (2 Kg). Dabei habe ich mal wieder sehr deutlich gemerkt, dass die Muskelkraft in meinen Armen nach wie vor sehr unterschiedlich ist. Den linken Arm hatte ich ja als 3jährige gebrochen und seitdem bis zum Beginn der KG (und des PT) immer geschont. In allen Gymnastikgruppen, in denen ich war, habe ich grundsätzlich alle Übungen nur mit rechts so richtig durchgeführt, mit links immer nur "angedeutet". Etwa bis zum 40. Lebensjahr, erst ab diesem Zeitpunkt wurde der linke Arm dann im Rahmen der KG mit einbezogen. Im Laufe meines Lebens, jedes Mal, wenn ich den linken Arm mal "etwas" belastet habe, bekam ich dort eine Sehnenscheidenentzündung. Ich hatte deswegen mehrmals einen Gipsarm (um den Arm ruhig zu stellen) und hatte ansonsten im Alltag sehr häufig eine Bandage (aus der Apotheke) drum. Ja, aber das lässt sich kein Therapeut (KG) von einer Patienten sagen, dass man grundsätzlich keine Übungen für den linken Arm machen möchte, diesbezüglich stößt man bei Therapeuten auf völlig taube Ohren. Aber o. k., Therapeuten wissen, wie man gezielt vorgeht, mit welchen Übungen man auch diese schwachen Muskeln nach und nach aufbauen kann, wieder stabilisieren kann. Und obwohl ich halt seit 3 Jahren im Rahmen der Therapie den linken Arm jetzt regelmäßig mit einbeziehe, hatte ich seitdem dort keine Schmerzen mehr. Aber die Muskelkraft des rechten Armes habe ich im linken dennoch noch längst nicht erreicht. 

Heute sollte ich mit diesen Hanteln dann erst nach vorne "boxen", dann nach oben. Mit rechts gar kein Problem, natürlich auch schwer, aber dennoch habe ich es damit sehr gut hinbekommen. Aber mit links war es eine Katastrophe, mein Trainer musste immer öfter korrigieren. Beim nach vorne boxen sollten die Arme auf Schulterhöhe bleiben, mit rechts gar kein Problem, aber im linken fehlte völlig die Kraft, auf dem "Weg" nach vorne ging der Arm immer wieder einige Zentimeter runter (ich konnte ihn nicht oben halten). Beim nach oben boxen war es ähnlich, mit rechts kein Problem, ich bekam den Arm gestreckt bis oben, aber mit dem linken kam ich etwa nur halb (bis dreiviertel) so hoch, dann kam von oben ein "unsichtbarer Druck", ich konnte den Arm nicht ausstrecken. Schließlich hat sich mein Trainer dann gezielt um den linken Arm gekümmert, den rechten locker (also unten) lassen, mehrere Durchgänge nur mit dem linken Arm. Das war sehr schwer, er hat darauf geachtet, dass ich ihn mit Hantel strecke und auch etwas nach hinten nehme (nicht nach vorne in der Diagonalen bleibe). Ein paar Mal hat es einigermaßen geklappt, aber dann bekam ich sowohl im Ellenbogen als auch im Oberarm so intensive schmerzhafte Stiche, dass ich diese Übung abgebrochen habe (dort habe ich jetzt noch ein ganz leichtes Ziehen, kein Wunder, nach der heutigen Muskelanspannung).

Dann ging es mit dem Theraband an der Sprossenwand weiter. Das Band um eine Sprosse gewickelt, zunächst gerade stehen, das Band eng fassen (also von Anfang an Spannung reinbringen) und dann die gestreckten Arme möglichst weit nach hinten ziehen (also gestreckt halten). Damit hatte ich Probleme, musste mächtig kämpfen. Die ersten Zentimeter klappten gut, dann kam eine "Sperre" und ich musste um jeden weiteren Zentimeter kämpfen. Außerdem sollte ich dabei eigentlich immer die Schultern nach hinten ziehen, die Schulterblätter zusammen ziehen. Das klappte so gar nicht, ich war völlig auf die Arme konzentriert, die Spannung in den Schultern musste er dann einige Male korrigieren, ich bekam sie kaum nach hinten. Das fand ich sehr schwer.

Die nächste Übung fiel mir dann zum Glück wieder leichter. Auf dem Ball sitzen (weiter vor der Sprossenwand), das Band wieder eng fassen, dieses Mal jedoch mit angebeugten Armen und dann die Arme nach hinten ziehen. So habe ich dann viel mehr Kraft, das klappte viel besser als die andere Variante. 

Danach folgten dann zuerst Liegestütze auf den Knien, was ebenfalls gut geklappt hat. Ja, wie gesagt, bei der nächsten Variante, mit den gestreckten Beinen, habe ich dann gestreikt. Ich hatte diesbezüglich zuerst auch ein bisschen "Angst" und habe gezögert, wusste nicht, wie er darauf reagieren würde (weil ich bis jetzt alle Übungen "irgendwie" durchgezogen habe), aber letztendlich kam es dann zu dem "Vortrag", den ich anfangs erwähnt habe (ich hätte mir die Übung wirklich nicht zugetraut). Aber ich sage mal so, dass ich mit einer Übung so große Probleme habe, das hat ja nichts mit unserem Training im Allgemeinen zu tun, die anderen Übungen verliefen heute ja auch relativ gut (abgesehen von meinem schwachen linken Arm bei den Hantel-Übungen) und ich habe bei anderen Übungen ja auch schon sehr gute Fortschritte gemacht. Mal sehen, wie diese Situation demnächst dann weiter geht (am Mittwoch ist ja das nächste Training, danach dann wie üblich am Samstag), ich glaube irgendwie nicht bzw. "befürchte" es, dass er diese Übung nach der heutigen Situation ganz "links liegen lassen wird", ich habe keine Ahnung, wie sich das entwickeln wird.

Danach kamen dann so einige Sit-Ups, bzw. Crunches, die nicht gerade einfach waren. In drei Stufen, die er jeweils angesagt hat, von leicht Anheben, also Schultern vom Boden anheben (Stufe eins), bis so hoch wie möglich (Stufe drei) und dort möglichst lange halten. Mit der Zeit ging das mächtig in den Bauch.

Dann die Beine angewinkelt anziehen und gerade Wegstrecken, immer im Wechsel, dabei natürlich auf den geraden Rücken achten, was heute fast schon sehr gut geklappt hat. Damit hatte ich keine wirklichen Schwierigkeiten, habe die Bauchspannung und den geraden Rücken immer wieder mal von mir aus korrigiert. 

Danach hinsetzen, die Beine aufstellen und die Übung, die ich erst seit kurzem schmerzfrei kann, also mit dem Oberkörper zurück und wieder vor (auch heute hatte ich dabei bis auf ein leichtes Ziehen am Steißbein keine Schmerzen). Erst klappte es sehr gut, aber dann hat er darauf geachtet, dass mein Oberkörper immer in der Diagonalen blieb, nur wenige Zentimeter vor und zurück ging (er hielt immer wieder die Hand davor, wo die Grenze ist). Das war dann extrem schwer, Bauch und Rücken (LWS) habe ich dabei immer mehr gemerkt. Gemein war, dass er es darauf ankommen ließ, wie lange ich diese Übung schaffe, wie lange ich die Spannung halten kann. Ich wartete zunächst, aber es kam und kam keine Pause. Irgendwann hielt ich die Spannung nicht mehr aus (insbesondere im Bauch) und ließ mich langsam nach hinten fallen. Nach dieser Variante haben wir dann noch einen Durchgang gemacht.

Zu Hause fühlte ich mich dann völlig schlapp, mein Tag war praktisch vorbei, ich hing (so wie letzte Tage) nur noch auf dem Sessel rum. Aber dennoch war ich heute seelisch wieder viel besser drauf als gestern, ich war heute Abend vom Training einfach nur kaputt, habe an den Beinen und Oberarmen wahrscheinlich so ziemlich jeden Muskel gemerkt, wollte mich so wenig wie möglich bewegen.

So, gleich gehe ich Schlafen, obwohl ich am liebsten gar nicht mehr schlafen würde. Seit ein paar Nächten habe ich nur noch Alpträume, Alpträume von meinem Chef. Auf der Arbeit hat sich letzte Tage eine Situation ereignet, mit der ich absolut nicht klar komme. Er hat es sinngemäß so dargestellt, als wenn ich kaum noch Arbeiten würde, nach dem Motto, noch eine Aufgabe und wenn ich die nicht richtig mache, dann gibt es Ärger. Ja, nur dass ich mir keiner Schuld bewusst bin, o. k., ich habe letztens einen blöden Fehler gemacht, über den ich nicht nachgedacht habe, aber alle anderen Aufgaben, für die ich zuständig bin, habe ich völlig im Griff, bin zum Teil sogar tagesglatt. Ich sage mal so, eigentlich wäre ein ruhiges und offenes Gespräch dringend nötig, um diese Situation wieder zu klären, um wieder alles ins reine zu bringen. Ja, aber das kann ich nicht, ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen bzw. schreiben würde, aber inzwischen habe ich vor ihm wirklich Angst und gehe ihm deswegen auch möglichst aus dem Weg. Früher habe ich mich mit ihm mal gut verstanden, da fand ich ihn echt nett, aber inzwischen ist eine völlig andere Situation eingetreten, wobei ich nicht weiß, wie diese Situation entstanden ist. Jede Nacht träume ich von ihm, wie er auf mich einredet, mir neue Vorwürfe macht und bin immer froh, wenn die Nacht wieder vorbei ist, wenn ich endlich wieder aufstehen kann. Ja, das belastet mich unwahrscheinlich und ich weiß nicht, wie das jetzt weitergehen soll. So eine angespannte Arbeitssituation kann einem ganz schön an die Nerven gehen (einschließlich Bauchschmerzen und Übelkeit, sobald ich seine Stimme höre, welche Vorwürfe ich als nächstes eventuell zu hören bekomme, ob ich ihm im Moment überhaupt noch was recht machen kann, das weiß ich noch nichtmals). Echt eine blöde Situation. 

TitelAutorDatumBesucher
Mi. 18.09.2019PetraM19/09/2019 - 04:463
Di. 17.09.2019PetraM18/09/2019 - 16:2210
Mo. 16.09.2019PetraM17/09/2019 - 14:2428
So. 15.09.2019PetraM17/09/2019 - 02:3726
Sa. 14.09.2019PetraM17/09/2019 - 02:3528
Fr. 13.09.2019PetraM17/09/2019 - 02:3221
Do. 12.09.2019PetraM17/09/2019 - 02:3018
Mi. 11.09.2019PetraM17/09/2019 - 02:2714
Di. 10.09.2019PetraM17/09/2019 - 02:2413
Mo. 09.09.2019PetraM17/09/2019 - 02:2113
So. 08.09.2019PetraM09/09/2019 - 07:1496
Sa. 07.09.2019PetraM08/09/2019 - 15:0175
Fr. 06.09.2019PetraM07/09/2019 - 13:4471
Do. 05.09.2019PetraM06/09/2019 - 08:5077
Mi. 03.09.2019PetraM05/09/2019 - 08:5070
Di. 03.09.2019PetraM04/09/2019 - 08:3773
Mo. 02.09.2019PetraM03/09/2019 - 09:1179
So. 01.09.2019PetraM02/09/2019 - 03:4866
Sa. 31.08.2019PetraM01/09/2019 - 15:1256
Fr. 30.08.2019PetraM31/08/2019 - 14:0551
Do. 29.08.2019PetraM30/08/2019 - 08:35121
Mi. 28.08.2019PetraM29/08/2019 - 02:4679
Di. 27.08.2019PetraM28/08/2019 - 08:2872
Mo. 26.08.2019PetraM27/08/2019 - 03:0760
So. (Nachtrag)PetraM26/08/2019 - 03:3362
onlinetagebuch.com - WIE DAS LEBEN SO SCHREIBT ...