Mittwoch, 06.03.2013 - Sport

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Mittwochs ist ja immer mein Sport-Tag. Am liebsten wäre ich heute Abend dann auch noch Fahrrad gefahren, aber dazu war ich viel zu kaputt, konnte mich absolut gar nicht mehr dazu aufraffen (beim nächsten Fahren soll ich dabei auch mal auf meinen Puls achten, ich weiß, dass der früher, im Fitness-Studio und auch in der Reha, immer sehr hoch gegangen ist, deswegen wurde ich beim Fahren immer ausgebremst, nur so langsam Fahren, dass ich mich dabei im Prinzip noch unterhalten könnte). Abgesehen davon, dass ich meine Sachen für morgen sortiert habe (natürlich einschließlich der "Schwimm"-Tasche), saß ich nur noch im Sessel und habe Fernsehen geguckt. Unter anderem auch Markus Lanz, wo heute Franziska van Almsick und Matze Knop waren, die ich beide gut finde. "Franzis" Karriere als Schwimmerin habe ich damals eine ganze Zeitlang verfolgt und auch "ihr Leben danach", worüber in einigen Zeitschriften berichtet worden ist.

Im Moment habe ich einen leichten Muskelkater in den Armen, oder, wie mein Trainer wohl eher sagen würde, extrem "schwere" Arme, insbesondere im Bereich Oberarme und Ellenbogen. Der Sport war heute im ganzen sehr intensiv, insbesondere halt für die Arme.

Bei der KG lag ich "ruhig" auf der Liege (auf dem Rücken) und habe mit den Armen (im Wechsel) verschiedene Dehnübungen in sämtliche Richtungen durchgeführt, wobei meine Therapeutin jeweils ihre Hand als Gegendruck davor hielt. Bei manchen Bewegungen kam bei ihr relativ viel Kraft an, was sie deutlich gemerkt hat, bei anderen Bewegungen dagegen kam bei ihr so gut wie nichts an. Das ist je nach Bewegung völlig unterschiedlich.

Beim anschließenden Training ging es dann in erster Linie ebenfalls um die Arme. Anfangs bekam ich zunächst die Auswertung von der Kontrolle, also auch den Vergleich mit den Werten der vorherigen Kontrolle. Was ich an meinem Trainer auch immer wieder gut finde, das ist, dass er merkt, wenn man wegen einer Sache etwas "geknickt" ist und dann immer wieder die richtigen Worte findet, um einem trotzdem wieder positiven "Mut" zu machen, einen halt wieder aufzubauen.

Ich wollte es ja eigentlich schaffen, auf mindestens 77 Kilo runter zu sein (bei dieser Kontrolle), stattdessen war mein Gewicht sogar etwas höher (im Vergleich zur letzten vor rund 1,5 Monaten). Nur darauf habe ich geguckt und war mächtig enttäuscht, dass ich dieses Ziel, trotz des vielen Fahrrad fahrens, nicht geschafft habe.

Er hat mir dann aber an den anderen Werten gezeigt, dass meine Werte im Ganzen dennoch besser geworden sind. Fettanteil im ganzen runter, Muskelanteil stattdessen etwas höher und sowohl der Umfang an Bauch und Hüfte zumindest etwas geringer. Ja, und am Gewicht muss ich halt weiter kämpfen. Deswegen drehen sich unsere Gespräche (Anfangs, am Ende und in den kleinen Pausen) auch immer wieder um die Ernährung, um die "versteckten" Kalorienfallen zu finden, die mir als Laie so gar nicht bewusst sind (Sachen, die ich als kleinen "Zwischen-Snack" ansehe, die haben zum Teil einen sehr hohen Fettanteil, worüber ich mir gar keine Gedanken mache).

Bezüglich des Essens stehe ich eh immer wieder "zwischen den Stühlen". Mein Trainer sagt immer wieder, dass es durchaus reicht, wenn ich hin und wieder (nicht unbedingt täglich) nur einen Salat esse, dazu dann halt auch diesen Diät-Drink. Gelegentlich mache ich das ja auch, aber nur in größeren Abständen, ganz bestimmt nicht täglich. Wenn es nach meinem Freund gehen würde, dann müsste ich täglich "vernünftig" essen. O k, mein Freund macht sich halt Sorgen, nachdem ich damals umgekippt bin, dass es im Laufe der Zeit wieder passieren könnte.

Nachdem ich wegen der Rückenschmerzen mit Mitte 20 mit dem Tanzen aufhören musste, habe ich mich völlig gehen lassen. Ich hatte über viele Jahre kein "richtiges" Hobby mehr (außer sehr viel zu Lesen), habe etwa 10 Jahre lang gar keinen Sport mehr gemacht, zog mich von allen total zurück und stopfte mich über Jahre mit Süßigkeiten voll, nahm dadurch im Laufe der Zeit rund 25 Kilo zu. Die Ärzte haben mir als Kind immer "prophezeit", dass ich mit 30 eh im Rollstuhl sitzen würde. Ich habe nur noch darauf gewartet, dass sich dieses Schicksal dann erfüllt.

Erst mit Mitte 30, vor rund 10 Jahren, wurde ich wieder "wach" und saß ja schließlich immer noch nicht im Rollstuhl. Ich wollte dann wieder Leben und fing an zu kämpfen, ging sportmäßig in die eine oder andere Gymnastikgruppe, wo ich wegen der Dauerschmerzen jedoch nirgends mitgekommen bin (schon damals hätte mir das jetzige Einzeltraining, also auch die KG, mit Sicherheit wesentlich mehr gebracht). Zu der Zeit haben wir auch das Fahrrad, diesen Hometrainer gekauft, auf dem ich jetzt regelmäßig fahre. Die Gymnastikgruppen waren für mich zwar nichts, aber ich bin dann täglich Fahrrad gefahren, jeden Tag eine halbe Stunde lang. Außerdem habe ich mein Essen völlig umgestellt, 1,5 Jahre lang absolut gar nichts Süßes mehr, einmal in der Woche richtiges Essen und sonst täglich nur Salat oder ein Brötchen (als Abendessen meine ich). Ich war total eisern. Die Pfunde purzelten nur so. Ich fing bei über 80 Kilo an. In relativ kurzer Zeit war ich bei 70 Kilo, nach rund einem Jahr bei 60 Kilo. Ich war so stolz, mir passten wieder alle Sachen, auch die ziemlich engen Sachen und von allen Seiten bekam ich deswegen Komplimente. 

Allerdings bekam ich auch Warnungen, ich solle aufpassen und es nicht übertreiben, es würde langsam reichen. Das sah ich aber ganz anders. Über jedes weitere Kilo, das ich geschafft habe, war ich mächtig stolz. Es ging weiter auf 57 Kilo. Ich wollte noch mehr schaffen, wollte auf die "runde" 55 Kilo kommen. Damals redeten so einige schon von Magersucht, aber das glaube ich nicht, dafür esse ich viel zu gerne und weiter als bis zur 55 wäre ich ganz bestimmt auch nicht gegangen.

Ja, aber dann kam der Morgen, als ich zusammen gebrochen bin. Ich saß auf dem Klo, mir wurde es schwindelig, alles drehte sich, die Beine wurden wie Gummi, völlig weich, ich war nicht mehr imstande aufzustehen, konnte nicht mehr alleine Laufen. Ich rief meinen Freund, er "schnappte" mich, ab ins Auto und zum Arzt. Meine Ärztin bekam einen "Schock", als sie mich sah, total blass und das Gesicht "eingefallen". Ich sollte aufzählen, was ich an den letzten Tagen gegessen und getrunken hatte. Viel war es nicht. Ich kam dort dann direkt an den Tropfer, lag dann erstmal ein paar Stunden. Mein Freund war die ganze Zeit bei mir. Die Ärztin hat dann noch mit meinem Freund geredet, dass er etwas auf mich "aufpassen" solle, ich würde ansonsten wirklich auf eine Magersucht zusteuern. Ich wurde dann 2 Wochen krankgeschrieben und mein Freund hat in dieser Zeit Tag für Tag sehr deftig gekocht, um mich wieder einigermaßen aufzupäppeln (zum Glück bin ich deswegen nicht ins Krankenhaus gekommen). 

Ja, und dann kam der berühmte "JoJo-Effekt". Nach und nach nahm ich immer mehr zu, Jahr für Jahr ein paar Kilo mehr, bis ich im letzten Jahr dann wieder meine persönliche "Schallmauer" von 80 Kilo durchbrochen habe, so viel, wie ich eigentlich nie mehr wieder wiegen wollte. Ja, und sobald ich jetzt mal ein paar Tage weniger esse, mich z. B. nur von Salat ernähre, dann bekommt mein Freund immer sofort Angst, dass sich die damalige Situation wiederholen könnte. Wobei ich sagen muss, dass ich selber diesbezüglich keine Angst habe. Damals habe ich diese Diät völlig alleine durchgezogen, auch ohne Ärzte oder sonstige Personen. Das ist heute ja anders, jetzt habe ich ja schließlich, auch halt für Fragen rund um die Ernährung, meinen Trainer im Rücken, der mit "aufpassen" kann. Und sofern ich es irgendwann mal schaffen werde, auf die 70 Kilo zu kommen, oder auch etwas weniger, da kann meiner Meinung nach eigentlich noch nichts passieren, "Magersüchtig-mäßiges" meine ich jetzt.

Das Training war heute echt wieder gut, ich hätte so weiter machen können, es auf eine Stunde ausdehen können.... Unter anderem waren wir wieder an der Seilwinde, die Griffe kamen von den Seiten und dann die Griffe mit gestreckten Armen vor den Körper ziehen, dort etwas halten und langsam wieder zu den Seiten. Das finde ich extrem schwer, das geht unwahrscheinlich in die Oberarme, aber ich habe es trotzdem einigermaßen hinbekommen. Auf jeden Fall besser, als das letzte Mal, als wir die gleiche Übung gemacht haben. 

Ich finde es nur immer wieder "gemein", wenn nach dieser Übung Liegestütze kommen. Das geht dann zusätzlich mächtig in die Arme (kein Wunder, dass ich sie jetzt so intensiv merke). Aber trotzdem, im großen und ganzen fallen mir auch diese Liegestütze immer leichter. Dann folgten noch mehrere Übungen auf dem Rücken liegend. Zum einen die Crunches, bei denen es mir heute sogar leichter fiel, die Arme dabei neben dem Körper zu halten (auch wenn das sehr in den Nacken ging), als hinter dem Kopf. Dabei sollen die Arme ja möglichst weit nach hinten sein. Den Bauch habe ich dabei zwar "auch" gemerkt, aber das Ziehen in den Oberarmen und den Ellenbogen war wesentlich intensiver als alles andere. Ich war dann froh, als diese Übung vorbei war. Dann noch ein paar Übungen für den geraden Rücken, also Beine hoch (anziehen) und mit dem Becken möglichst weit nach vorne bzw. an oben (vom Boden anheben). Ja, im ganzen war das Training wieder gut, die Zeit verging dabei heute allerdings irgendwie viel zu schnell....!!

Morgen Abend habe ich dann ja wieder Wassergymnastik. Ich werde allerdings nochmals einen älteren Badeanzug anziehen, den Neuen muss ich erst noch Waschen. Man soll neue Sachen ja immer erst waschen, bevor man sie anzieht, also die Farbe auf der Haut hat. 

TitelAutorDatumBesucher
Di 01. Dez. 2020PetraM02/12/2020 - 09:1574
Mo. 30. Nov. 2020PetraM01/12/2020 - 09:0223
So. 29. Nov. 2020PetraM30/11/2020 - 08:4639
Sa. 28. Nov. 2020PetraM29/11/2020 - 16:5041
Fr. 27. Nov. 2020PetraM28/11/2020 - 18:2978
Do. 26.11.2020PetraM27/11/2020 - 08:0472
Mi. 25. Nov. 2020PetraM26/11/2020 - 05:36139
Di. 24. Nov. 2020PetraM25/11/2020 - 08:25136
Mo. 23.11.2020PetraM24/11/2020 - 08:33163
So. 22.11.2020PetraM23/11/2020 - 08:19141
Sa. 21.11.2020PetraM22/11/2020 - 18:29165
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Do. 12. Nov. 2020PetraM13/11/2020 - 08:16116
Mi. 11. Nov. 2020PetraM12/11/2020 - 08:01138
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