Mittwoch, 07.11.2012 KG, Training (und Ängste)

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Heute Abend bin ich seelisch nicht ganz so gut drauf. Also im Grunde genommen bin ich seelisch eigentlich total gut drauf, ich bin einfach nur super nervös und "etwas" ängstlich, wenn ich an Situationen denke, die morgen auf mich zukommen werden. 

Zum einen die Wassergymnastik und das Schwimmen. Ich freue mich wirklich darauf, das meine ich völlig ernst, das hat mir im früheren Institut jedes Mal viel Spaß gemacht und hat mir auch sehr gut getan. Diesbezüglich ist es mir halt "mulmig", dass ich morgen dann neue Menschen kennenlernen werde. Das ist für mich persönlich immer wieder ein schwerer Schritt. Wenn ich einzelne Menschen neu kennenlerne (wie es z. B. bei meiner Physiotherapeutin oder bei meinem Trainer gewesen ist), davor bin ich dann schon ziemlich nervös, nach dem Motto, wie ist diese Person, wie komme ich mit ihr klar, also stimmt die "Chemie" zwischen uns zumindest einigermaßen? Wenn ich Gruppen neu kennenlerne, also mehrere Menschen auf einmal, dann ist dieses Gefühl, also diese Unsicherheit bei mir doppelt und dreifach so stark "ausgeprägt". 

Schon alleine wegen der "Kleidung". Wie schon gesagt, im Normalfall laufe ich nur in sehr weiten Sachen rum (XXL), in T-Shirts bis "oben zu" sozusagen. Vorhin habe ich nochmals kurz den Badeanzug angehabt. Ja, darin kann man nunmal wirklich gar nichts mehr "verstecken". Einschließlich des relativ tiefen "V-Ausschnitts", der bei solchen Badeanzügen ja "klassisch" ist. So tiefe Ausschnitte würde ich noch nichtmals im Hochsommer anziehen. Ja, morgen mit diesem Badeanzug (im Prinzip sind ja alle Badeanzüge sehr ähnlich geschnitten) ins Schwimmbad zu gehen, das bedeutet für mich eine gehörige Portion Mut, anders kann ich es wirklich nicht beschreiben. 

Ja, und als wenn dieses Thema, also dass morgen Abend dann halt das Schwimmen angesagt ist, nicht reichen würde, hat mir mein Trainer vorhin dann noch einen zusätzlichen "Floh" ins Ohr gesetzt. Ich sage mal so, er kann verdammt hartnäckig sein, nicht nur bei den einzelnen Übungen, die er immer, so wie er es geplant hatte, so gut es geht durchzieht (gelegentlich, wenn etwas gar nicht klappt, nur mit kleinen Änderungen), sondern auch wenn es um seelische Sachen geht. Wenn er etwas erreichen will, dann redet er immer und immer wieder auf mich ein, lässt absolut nicht locker, bis ich dann schließlich mehr oder weniger "nachgebe". Ja, er kann zum Teil eine "megagroße" Nervensäge sein.....!! Ich bin zum Teil zwar auch sehr stur und kann, je nach Situation, ein mächtiger "Trotzkopf" werden, aber bei ihm komme ich damit nicht durch. Dass ich an einen so hartnäckigen Trainer "geraten" würde, damit hätte ich auch nicht gerechnet....

Wie ich schon mal geschrieben habe, kann ich mit ihm über alles mögliche gut reden. Zur Zeit belastet mich die Arbeitssituation. Mein Kollege, dessen Vertretung ich ja bin, ist erkrankt. So wie es aussieht auf längere Zeit, es kann sich durchaus über mehrere Monate hinziehen. Ich hatte für heute mehrere Aufgaben eingeplant, wovon ich keine einzige geschafft habe. Ich habe mich heute um den Postdienst (in Vertretung) gekümmert, rückwirkend für Montag und Dienstag, als unser Seminar war, und natürlich auch für heute und nebenbei um das Zentraltelefon. Es lief zum Teil so, dass ich ein Brief geöffnet hatte, dann ein Telefonat hatte, dann wieder ein Brief, dann das nächste Gespräch. Zwischendurch habe ich mich um zwei wichtige Terminsachen gekümmert und ehe ich mich versehen habe, war der heutige Tag schon wieder um. 

Von den letzten beiden Wochen (Seminar und Urlaub) habe ich noch Rückstand, ganz abgesehen davon, dass ich bereits davor einen Rückstand hatte (als es mir seelisch vor dem Seminar alles andere als gut ging), den ich jetzt schnellstmöglich aufarbeiten muss. Ich weiß nicht, wie ich das mit der jetzigen Situation schaffen soll, alles gleichzeitig, einschließlich des Telefons, das schaffe ich auf Dauer nicht. 

Mein Trainer meinte vorhin deswegen zu mir, dass ich dringend mit meinem Chef darüber reden soll, dass die Vertretungsaufgaben während dieses längeren Krankenscheines unbedingt anders aufgeteilt werden sollen, damit ich mich mal wieder um meine eigenen Aufgaben kümmern kann. Nun gut, ein solches Gespräch mit meinem Chef wollte ich eigentlich unbedingt vermeiden. Ich gehe ihm meistens lieber aus dem Weg. Mein Trainer ließ vorhin aber absolut nicht locker, dass ich dieses Gespräch unbedingt in Kürze führen soll, bevor es "zu spät" ist, also bevor mein Rückstand so groß ist, so dass dann erst recht der Ärger vorprogrammiert ist.

Ja, aber das ist ja gerade mein Problem. Mein Chef kann zum Teil echt nett und sehr hilfsbereit sein, unterstützt die Mitarbeiter und setzt sich für sie ein, wenn es Probleme gibt. Im großen und ganzen kann man sich diesbezüglich auf ihn verlassen. Ja, nur dass ich diese Seite bei ihm schon lange nicht mehr gesehen habe (also was mich persönlich betrifft). Im Rahmen von Geburtstagen, Weihnachten und Betriebsausflug ist er anscheinend immer gut drauf, nur dass ich mich ja seit Jahren aus solchen gemeinsamen Sachen raus halte. Ich kenne ihn in den letzten Jahren nur noch von der "negativen" Seite, also wenn es halt Ärger gibt, dass entweder etwas falsch gelaufen ist oder weil eine Aufgabe im Rückstand ist. 

Gerade in den letzten beiden Jahren, als ich ja die Depressionen mit mehreren langen Krankenscheinen hatte, da hatte ich große Angst, ihn auf Probleme anzusprechen. Aber umso größer meine Probleme mit der Arbeit wurden (kurz vor dem nächsten Krankenschein), umso mehr Ärger bekam ich mit ihm, ja und umso größer wurde dann auch wieder meine Angst, ihn auf weitere Probleme anzusprechen. Das war bzw. ist bei mir ein "Rattenschwanz", der immer größer geworden ist. Wenn es schon heißt, dass ich mal zum Chef kommen soll, dann bekomme ich schon Angst, weil ich weiß, dass es wieder irgendwelchen Ärger gibt (aus welchen Gründen auch immer). Ja, und jetzt soll ich ihn von mir aus auf Probleme ansprechen?? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich dazu noch viel mehr Mut brauche, als abends zum Schwimmen zu gehen. Ob ich diesen Mut überhaupt aufbringen werde, das weiß ich auch noch nicht. Natürlich weiß ich, dass mein Trainer damit recht hat, wenn ich zu lange mit diesem Gespräch warte und mein Rückstand immer größer wird, dann ist der nächste Ärger erst recht vorprogrammiert. Dennoch habe ich jetzt schon große Angst vor diesem Gespräch, ob er meine Probleme überhaupt versteht und ob er dann auch darauf eingehen wird (schließlich bin ich offiziell die Vertretung für meinen Kollegen).

Vor laufer Nervosität habe ich mich heute Abend dann mal wieder mit Süßigkeiten "vollgestopft", bis es mir zum Glück schlecht geworden ist. Ein kleiner Zitronenkuchen und je eine Tafel Kinderschokolade und Yogurette, dafür habe ich dann natürlich aufs Abendessen verzichtet (was mit Übelkeit eh nicht möglich gewesen wäre). Als ich vorhin dann meine "Arbeitstasche" gepackt habe, kamen mir vor Aufregung auch ein paar Tränen. Im Prinzip haben wir solche Gespräche, also mit man am besten solche Gespräche mit einem Chef führt, zwar im Seminar durchgesprochen, aber Theorie und Praxis sind halt immer zwei Paar Schuhe, die nicht immer zusammen passen. 

Was die Süßigkeiten betrifft, diesbezüglich muss ich mich dann ab morgen unbedingt wieder total zusammen reißen. Mein Trainer hat heute angekündigt, dass er in einem Monat, also in 4 Wochen die nächste Kontrolle durchführen wird. Im ersten Moment fand ich das total "gemein", ich habe erst im nächsten Jahr damit gerechnet, gerade jetzt, wo überall die Weihnachtssachen liegen... Aber andererseits verstehe ich ihn natürlich auch, schließlich kennt er mich ja jetzt schon ein "bisschen"... Gerade jetzt, schließlich will ich bei der nächsten Kontrolle ja nicht schlechter abschneiden als bei der letzten, eher im Gegenteil, ein weiterer Erfolg wäre nicht schlecht. Also ab morgen sind Süßigkeiten dann wieder gestrichen und stattdessen muss ich unbedingt wieder mehr Fahrrad fahren. Aber immerhin finde ich es fair, dass er die nächste Kontrolle erst in 4 Wochen einplant, ansonsten, wenn es schon in zwei Wochen so weit wäre, hätte ich wahrscheinlich morgen mit einer "Null-Diät" begonnen, was ja auch nicht sinnvoll gewesen wäre. Mal sehen, ob ich in den nächsten 4 Wochen etwa 3 Kilo schaffe, also runter auf etwa 75 Kilo komme. Das wäre zumindest mein nächstes Ziel (in größeren Schritten denke ich lieber nicht, das würde ich wahrscheinlich eh nicht schaffen). 

Ich habe meinen Trainer vorhin dann noch auf die Hantelbank angesprochen und er hat direkt gesagt, dass das (was die Arme betrifft) gut geklappt hat, dass er es weiterhin einplanen würde. Als ich ihm dann von meinen Problemen erzählt habe, da meinte er direkt, dass ich nicht immer sofort aufgeben solle, es gibt mehrere Möglichkeiten, wie ich dort ohne Probleme wieder Aufstehen könne. Naja, mal sehen, ich lasse das jetzt erstmal auf mich zukommen (das ich bei Problemen oder schwereren Übungen schnell aufgebe, das hat er auch schon gemerkt).

Vorhin war ich zunächst bei der KG, was heute super schwer gewesen ist. Zuerst lag ich normal mit dem Rücken auf der Liege und es folgten die üblichen Bewegungen für die Beine. Also zunächst anspannen (Füße, Knie und Po), anschließend verschiedene Bewegungen mit ihrem Gegendruck, also erst die gestreckten Beine nach innen drücken, dann nach außen drücken, danach ebenfalls mit aufgestellten Beinen.

Danach kurz von der Liege aufstehen und wieder "quer" darauf legen, also mit dem Oberkörper, mit dem Bauch auf die Liege, so dass die Beine "frei" davor waren. Im Prinzip Übungen wie auf dem großen Gymnastikball, nur dass die Liege nicht wegrollen konnte. Ich sollte dann eigentlich bei allen Übungen die Oberschenkel so weit oben halten, dass sie mit dem Oberkörper eine gerade Linie bilden, was ich jedoch alleine nicht geschafft habe, ich hielt die Beine ständig diagonal nach unten und meine Therapeutin musste mir bei allen Übungen etwas helfen, damit ich sie hoch genug halte. Im Laufe der Zeit ging das mächtig in die Oberschenkel und in den unteren Rücken. 

Mal die gestreckten Beine nur weit Auf und Zu (wie die "Schere"), dann, ähnlich wie zuvor im Liegen, mit ihrem Gegendruck nach außen drücken, dann nach innen drücken. Dann die Oberschenkel ruhig halten und mit den Unterschenkeln hoch (Richtung Decke) und wieder runter, gerade strecken. Danach die Übung, wie wir sie letztens noch beim Training im Liegen gemacht haben, aus der geraden Haltung heraus die Beine weiter nach oben heben, was ich jedoch absolut nicht geschafft habe, mal mit gestreckten Beinen, mal beide Unterschenkel nach oben (senkrechte) und dann ebenfalls die Oberschenkel noch weiter nach oben, also hinten anheben. Gar keine Chance, dabei hat meine Therapeutin mich dann etwas unterstützt. Alles in allem fand ich diese Übungen, diese Bewegungen extrem super schwer!!!

Bei der anschließenden Massage lag der Schwerpunkt auf den Schultern, insbesondere bei der rechten Schulter, die so schmerzhaft verspannt war, wie schon lange nicht mehr. Dann ging sie in einen "schmerzhaften" Massagegriff über, mit den Fingerknöcheln ging sie Stück für Stück den Rücken entlang, über LWS, Rippen und Schulterblätter, das tat mächtig weh. 

Danach ging es dann weiter zum Training. Dort ging es zunächst mit Hanteltraining los. Zuerst kam er mit den 2,5 Kg Hanteln an, was ich heute jedoch nicht geschafft habe. Mit den Hanteln die Arme gerade nach oben strecken, oben halten und damit dann Kniebeugen, die Arme die ganze Zeit gestreckt oben halten. Es war, als wenn jemand meine Arme von oben runter drücken würde, ich konnte sie absolut nicht gestreckt halten. Dabei natürlich gleichzeitig auf die "richtigen" Kniebeugen achten, geraden Rücken und Kopf gerade halten. Ich machte mehrere Pausen, konnte die Arme nicht so lange oben halten und gab es schließlich auf, woraufhin er dann mit den 1 Kg-Hanteln kam, womit es auf jeden Fall besser geklappt hat. Natürlich folgten auch damit noch so einige Korrekturen, aber trotzdem konnte ich die Arme damit besser oben halten. 

Dann weiterhin die Kniebeugen, die Arme zunächst am Körper (mit Hanteln) und beim Runtergehen seitlich gestreckt anheben, eigentlich bis zur Waagerechten, also bis in Schulterhöhe, was ich jedoch absolut nicht geschafft habe, ich kam nur in etwa bis zur Diagonalen, hatte dort eine totale Sperre. 

Danach ging es auf dem Rücken liegend weiter, was mir heute verhältnismäßig einfach fiel (auf jeden Fall deutlich leichter als alle anderen Übungen, die ich heute vorher gemacht habe, einschließlich der Übungen bei der KG). Zuerst das "Klappmesser" nur mit einer Seite, also zunächst das linke Bein aufstellen, das rechte Bein strecken, mit dem rechten Bein hoch zur senkrechten, ebenfalls mit dem Oberkörper hoch, mit der rechten Hand das rechte Schienbein berühren und wieder etwas runter (und wieder hoch). Das gleiche dann mit der linken Seite. Dann beide Beine angewinkelt anziehen und mit dem Oberkörper hochkommen, Richtung Knie, Beine leicht runter (aber Spannung im Bauch, mein Rücken ging trotzdem etwas hoch, ich konnte ihn nicht flach auf dem Boden halten) und wieder hoch mit Beinen und Oberkörper.

Zwischendurch 2 mal kurz aus allen Vieren hoch drücken, als die Beine strecken, oben kurz halten, mit dem Oberkörper möglichst weit nach vorne (Stellung von Liegestütze) und weil ich das nicht allzu lange halten kann, dann möglichst langsam wieder runter (obwohl so super langsam klappte das bei mir dennoch nicht). 

Als Abschluss wurde es nochmals etwas schwerer. Hinsetzen, Beine aufstellen, mit dem Oberkörper zurück zur Diagonalen, dort halten. In die Hände bekam ich Hanteln und damit nur auf dem Oberkörper heraus (in dieser Diagonalen bleiben) nach rechts und links drehen. Dabei ging ich, wenn ich mittig war, automatisch ein Stück nach oben, zum geraderen Sitzen, was er jedoch jedes Mal korrigiert hat. Das fand ich sehr schwer. 

So, mal sehen, wie der morgige Tag dann verläuft, zum einen auf der Arbeit (bezüglich meiner Arbeitsaufgaben und der Telefonzentrale) und natürlich morgen Abend die Wassergymnastik und das Schwimmen. Innerlich bin ich mächtig aufgewühlt und nervös, versuche jetzt trotzdem, etwas zu schlafen. 

TitelAutorDatumBesucher
Mi. 02. Dez. 2020PetraM03/12/2020 - 08:314
Di 01. Dez. 2020PetraM02/12/2020 - 09:1594
Mo. 30. Nov. 2020PetraM01/12/2020 - 09:0240
So. 29. Nov. 2020PetraM30/11/2020 - 08:4655
Sa. 28. Nov. 2020PetraM29/11/2020 - 16:5057
Fr. 27. Nov. 2020PetraM28/11/2020 - 18:2993
Do. 26.11.2020PetraM27/11/2020 - 08:0474
Mi. 25. Nov. 2020PetraM26/11/2020 - 05:36141
Di. 24. Nov. 2020PetraM25/11/2020 - 08:25139
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Sa. 21.11.2020PetraM22/11/2020 - 18:29165
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