Mittwoch, 22.08.2012 KG und PT

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Der heutige Tag war therapiemäßig seelisch für mich mal wieder sehr hart. Das schönste am heutigen Tag war, dass ich vor Beginn der Therapie, also vor der KG, Eintrittskarten für 2 Veranstaltungen (für meinen Freund und mich) geholt habe. Einmal Thema Deutscher Schlager und einmal zu einer Veranstaltung, aber darüber werde ich morgen erst schreiben, dafür ist es heute zu spät.

Dass ich bei meinen Therapeuten, also bei meiner Physiotherapeutin und auch bei meinem Trainer, eigentlich immer den "Kürzeren" ziehe, das habe ich längst gemerkt. So gerne ich bei manchen Übungen "streiken" würde, die ich innerhalb von Gruppen auch ganz bestimmt nicht mitmachen würde (da würde ich eher an meine Tasche, also an die Flasche gehen und in Ruhe etwas trinken, bevor ich bestimmte Übungen mitmachen würde), im Rahmen der Einzeltherapie erspare ich mir inzwischen meistens diese Kraft, da ich damit ja eh nicht durchkomme. Welche Übungen ich gerne, oder zumindest relativ gerne durchführe, das merken meine Therapeuten eh meistens, ebenso mit welchen Übungen ich zum Teil erhebliche Probleme habe, ja und gerade diese Übungen "picken" sie halt immer wieder heraus und ziehen sie intensiv mit mir durch (ganz schrecklich!!).

Bei der KG meinte meine Therapeutin direkt am Anfang, dass wir heute ausschließlich Übungen für die Füße durchführen werden. Als sie dann noch meinte barfuss, da habe ich nur gedacht, na super, das fängt ja schon total super an..... 

Mit den Übungen hatte ich dann zum Teil erhebliche Probleme. Ich saß auf der Matte (auf dem Boden), unter den Füßen ein Bogen Papier. Ich sollte dann versuchen, mit den Zehen das Papier "zusammen zu ziehen", zu zerknüllen. Das habe ich absolut gar nicht hinbekommen, so beweglich sind meine Zehe nicht. Dann nahm sie das Papier und zerriss es, so dass viele kleine "Kügelchen" daraus wurden. Die sollte ich dann einzeln mit den Zehen hochheben und ihr in die Hand legen. Das war ein Akt, ich bekam sie kaum zu packen und für jedes Stück brauchte ich mehrere Anläufe, bis ich es endlich zu packen bekam. Damit dann halt den Fuß anheben und es ihr in die Hand legen. Mehrmals ließ ich es wieder fallen. Ja, mit solchen "einfachen" Übungen habe ich extreme Probleme. 

Dann holte sie einen kleinen Ball und es folgten verschiedene Bewegungen mit den Beinen (Beine strecken, Beine bzw. Knie zur Brust hochziehen), aber dabei die ganze Zeit den Ball zwischen den Füßen festhalten. Die Beine dabei allerdings nach "außen" drehen, so dass man den Ball mit den Füßen nicht seitlich, sondern mit den Fußsohlen hält. Auch das fand ich extrem schwer, ich kann meine Füße so nicht halten, sie gingen immer wieder gerade und meine Therapeutin passte immer wieder mit auf, dass ich sie wieder nach außen drehe.

Danach die Beine strecken und es folgten Dehnbewegungen des Fußes und der Zehe in alle Richtungen, wobei sie jeweils mit ihrer Hand einen Gegendruck machte, wogegen ich halt die Bewegung durchführen sollte. Fuß nach oben ziehen, nach unten drücken, die Zehe nach unten, nach oben, den Fuß seitlich nach außen drehen, nach innen drehen (alles mit ihrer Hand als Gegendruck). Sie musste diesen Gegendruck allerdings im ganzen sehr locker lassen, da ich ansonsten nicht dagegen angekommen bin, dann konnte ich ihn gar nicht bewegen. 

Von der Anspannung im ganzen hatte ich danach insbesondere im rechten Fuß erhebliche Schmerzen, im ganzen Fuß, einschließlich Fußrücken und bis hoch zum Knöchel (das merke ich jetzt noch etwas). Nach der anschließenden Rückenmassage nahm sie sich deswegen zum Abschluss auch noch den Fuß vor (was an manchen Stellen mächtig weh getan hat). 

Wie ich letztens geschrieben habe, habe ich mit den Füßen so meine "Probleme", dass ich "freiwillig" barfuss bin, das ist bei mir wirklich eine Seltenheit (auch jetzt habe ich wieder Socken und feste Schuhe an). Das war für mich deswegen eine seelische Überwindung, ganz abgesehen davon, dass ich von dem "Dauerschonen" halt gar keine Kraft in den Füßen und Zehen habe (was ich bei den Übungen, insbesondere beim "Aufheben" des Papiers, mehr als deutlich gemerkt habe). Aber das sollte für mich heute nicht die einzigste "seelische Herausforderung" bleiben.

Beim anschließenden PT holte mein Trainer direkt als erstes die "Wackelkissen" raus. Na super, auch dieses Training fing heute "super" an. Da das heutige Training ja nur über eine halbe Stunde ging, habe ich mich dann total zusammen gerissen, habe mich mal wieder sehr kräftig an der Sprosse festgehalten, habe meinen ganzen Mut zusammen genommen und zugesehen, dass ich "so schnell es geht" auf diese blöden Kissen komme (was für mich wirklich wieder eine große Herausforderung gewesen ist). Allerdings, wenn ich gewusst hätte, welche Übung dann als nächstes auf mich zukommt, dann hätte ich mir mit diesen Kissen locker doppelt und dreifach so lange Zeit gelassen....!!!!

Als ich mich danach umdrehte, traf mich fast der Schlag. Mein Trainer hielt einen kleinen "Medizinball" in der Hand..... (über diese "Phobie" habe ich ja letztens schon geschrieben). Spontan rutschte mir in diesem Moment der Satz "Ich bring dich um..." raus, was ich natürlich nicht machen werde, aber solche Sätze, solche Kommentare rutschen mir vor "gemeinen" Übungen im Rahmen der Therapie halt schon mal raus. Bei Therapeuten, die mich noch nicht so gut kennen, verkneife ich mir solche Sätze natürlich, beiße mir dann lieber auf die Zunge, aber meine Therapeuten, also auch meine Physiotherapeutin, kennen mich diesbezüglich inzwischen ja gut genug und wissen, wie das gemeint ist.

Zuerst fing es mit diesem Ball dann völlig harmlos an, ich sollte ihn zwischen den Händen halten und ähnliche Bewegungen durchführen, wie sonst mit den Hanteln, also mit geradem Rücken runter, den Ball bis zu den Schienbeinen und danach hoch, den Ball mit gestreckten Armen über den Kopf. Zuerst hatte ich noch ein bisschen Hoffnung, dass es im ganzen bei solchen Bewegungen bleiben würde, was dann natürlich nicht der Fall gewesen ist.

Dann ging es mit Fangen und Werfen los, o Schitt, was ich das hasse. Ich war dabei total konzentriert, bloß nicht daneben zu greifen und auch beim Werfen etwas Schwung zu haben. Dann ging mein Trainer noch einen Schritt zurück, so dass ich mit dem Werfen etwas Probleme bekam. Ein paar Mal klappte es ganz gut, aber ein paar Mal war es etwas zu knapp, aber er hat eine gute Reaktion und konnte den Ball dennoch jedes Mal fangen (kein Wunder, eine Ballspielart ist ja auch eines seiner Hobbys). 

Danach wurde es noch schwerer. Ich sollte im Ausfallschritt stehen und den Oberkörper nach dem Fangen jeweils zur Seite drehen, wieder zurück und werfen. Die Beine und die Hüfte sollten dabei eigentlich ruhig bleiben, Bauch angespannt, die Bewegung nur aus Oberkörper und Armen heraus. Ich habe jedes Mal den ganzen Körper mit bewegt, meine einzigste Konzentration war nur auf diesen Ball gerichtet, ihn richtig zu fangen (ich bin mehrmals etwas abgerutscht, hätte ihn mehrmals fast fallen gelassen, konnte ihn dann gerade noch halten) und ihn dann auch mit genug Schwung zurück zu werfen (auch dabei ging mein Trainer dann ein Stück zurück, also ein größerer Abstand). Ich war dabei so auf den Ball konzentriert, ihn fest genug zu halten (beim Fangen), dass die Hände und Arme im Laufe der Zeit ziemlich weh taten. Von den Beinen und dem Bauch habe ich dabei gar nichts gemerkt, kein Wunder, sie waren ja auch völlig locker. Mal haben wir es mit dem rechten Bein vorne durchgeführt, danach mit dem linken Bein vorne. Ich weiß nicht, wie oft wir dieses "Spielchen" wiederholt haben, mir kam es unendlich viele Male vor. Aber ganz ehrlich, lieber 10 Minuten Training mit den Hanteln oder dem Theraband, als 1 Minute Training mit diesem Ball. Ich war froh, als ich das endlich geschafft hatte.

Anschließend folgten ein paar Unterarm-Liegestütze auf dem Kasten, dieses Mal die Knie im Wechsel zum gegengleichen Arm hochziehen. Da ich ja von der vorherigen KG die Schmerzen, also das Spannungsgefühl im ganzen rechten Fuß hatte, hatte ich dabei etwas Probleme, weil man dabei ja auf den Zehen steht. Deswegen musste mein Trainer mich dabei heute auch mal wieder des Öfteren an den geraden Rücken erinnern und dass ich mit dem Körper weiter vor gehen sollte (meine Konzentration war immer wieder auf den Fuß gelenkt).

Danach ging es auf der Matte weiter. Zunächst hinsetzen, Beine aufstellen, mit dem Oberkörper so weit wie möglich zurück (in die Diagonale), dann bekam ich wieder den Ball zwischen die Hände und damit dann, mit dem Oberkörper nach rechts und links drehen, mit dem Ball möglichst nah Richtung Boden kommen (den Boden kann ich dabei nicht berühren). Jeweils nach ein paar Durchgängen mit dem Oberkörper so langsam bzw. so weit wie möglich runter, dann ablegen, kurze Pause zum Durchatmen, wieder hoch (in die Diagonale) und die nächste Runde. 

Zum Abschluss noch auf dem Rücken liegen, die Beine zusammen hoch ziehen, möglichst weit Richtung Brust, das Becken dabei möglichst hoch drücken, dann Beine zusammen etwas strecken, aber Bauch kräftig anspannen und den Rücken möglichst tief und glatt auf den Boden. Dabei musste er wieder mit aufpassen, weil ich den Rücken meistens nicht tief genug bekam, was ich selber aber meistens nicht merke. Ich habe schon oft genug gedacht, ich wäre gerade und glatt unten, aber spätestens wenn ich merke, dass er mit der Hand immer noch ein ganzes Stück unter den Rücken kommt, dann weiß ich immer erst, dass ich immer noch in der "Schwebe" bin, dass ich immer noch keinen geraden Rücken habe. Das ist halt eine der typischen Übungen, die ich alleine eh nicht durchführen kann, weil ich das Gefühl nicht habe, ob ich dabei wirklich gerade bin oder nicht.

Ich finde es aber gut, dass mein Trainer dieses zusätzliche Training, diese halbe Stunde ebenfalls bereits auf Dauer mit einplant. Wir haben vorhin über die zeitliche Planung bezüglich dieses Trainings in der Woche gesprochen. Ja, das will ich, genauso wie die KG, ebenfalls dauerhaft mit einplanen bzw. durchziehen.

Als ich nach Hause kam, war ich völlig kaputt, total "tot". Ich wollte mich ein viertel Stündchen hinlegen und bin sofort eine Stunde fest eingeschlafen. Danach hatte ich irgendwie keine Lust zum Essen, habe heute deswegen ausschließlich diesen Diät-Drink getrunken. Mein Rücken ist weiterhin in Ordnung, also schmerzfrei. Heute Abend merke ich den rechten Fuß noch etwas (nicht mehr so intensiv wie vorhin) und auch den linken Arm. Das kommt halt vom Werfen und Fangen, von der Anspannung, die ich dabei in den Armen hatte. Ich hatte dabei halt ständig "Angst", dass ich den Fall nicht fest genug packe, dass ich ihn nicht halten kann, dass er mir hinfällt und auch, dass ich ihn nicht  weit genug werfe, dass mein Trainer ihn gar nicht zu packen bekommt (trotz seiner guten Reaktion). Ja, die Anspannung, die ich dabei in den Armen hatte, die war wirklich vom Feinsten. 

TitelAutorDatumBesucher
Sa. 24. August 2019PetraM25/08/2019 - 05:297
Fr. 23.08.2019PetraM24/08/2019 - 13:3910
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