Mo. 19. Febr. 2018

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Wir sind beide wegen Morgen so nervös.

Natürlich wird so eine Wurzelbehandlung sicherlich regelmäßig bei vielen Patienten durchgeführt, aber bei uns ist es halt zum ersten Mal, dass so etwas vorkommt.

Bis jetzt hatten wir bei Zahnärzten (wegen dem Würgereiz) bei Zahnbehandlungen immer rund eine bis 1,5 Stunden Vollnarkose. Zwei bis 2,5 Stunden, was morgen eingeplant ist, das hatten wir bisher noch nicht.

Mein Freund hat Angst ohne Ende. Ich bekam von ihm heute deswegen mehrere SMS. Er versuchte sich zwar auf der Arbeit abzulenken, aber es klappte nicht so richtig. Seine Angst und Nervosität hat sich dann natürlich auch total auf mich übertragen.

Ich würde morgen wirklich lieber Arbeiten gehen, anstatt im Wartezimmer rumzusitzen und mir Sorgen um ihn machen zu müssen.

Ich will zwischendurch auf jeden Fall etwas bummeln gehen, mich etwas ablenken. Sonst wird mir die Wartezeit etwas zu lang.

Ich habe mächtige Bauchschmerzen. Ich nehme an, dass das jetzt von meiner Nervosität her kommt. Wenn morgen Mittag alles vorbei ist (und hoffentlich auch gut gegangen ist), dann werden sie hoffentlich auch wieder weg sein (wegen der Bauchschmerzen habe ich heute Abend auch keinen Sport mehr gemacht, mich nur ruhig und entspannt hingelegt).

Zum einen wissen wir halt nicht, wie mein Freund diese etwas längere Vollnarkose überhaupt verträgt.

Und natürlich, wie es ihm danach geht, also hat er einen dicken Mund, kann tagelang nichts essen usw.

Für Samstag haben wir Eintrittskarten für eine Veranstaltung. Zum einen ein Lichtblick. Wir hoffen natürlich, dass es ihm bis dahin dann wieder soweit gut geht.

Ich habe mit 17 Jahren, also bevor ich meinen Freund kennengelernt habe, als ich noch auf der Höheren Handelsschule war, in den Osterferien die beiden Weisheitszähne gezogen bekommen. Beide Seiten unten, sie sind waagerecht im Kiefer gewachsen.

Soweit ist damals alles gut gelaufen, aber danach waren beide Backen total dick (in den ersten Tagen auch rot und blau). In der ersten Woche konnte ich nur flüssige Nahrung zu mir nehmen (Suppen, Pudding und Joghurt), danach habe ich mit "weichem" Gemüse (klein gestampft) vorsichtig weiter gemacht. Erst in der dritten Woche konnte ich wieder normal essen.

Ja, das waren damals wirklich "schöne" Osterferien. Ich weiß noch, dass ich in den ersten Tagen nur aus einer "Schnabeltasse" trinken konnte, weil alles so angeschwollen war.

Bei meinem Freund wird der Kiefer dann ja auch wieder zugenäht. In den ersten Tagen wird er dann ebenfalls nur flüssiges "essen" können. Wir gehen davon aus, dass er für diese Woche krankgeschrieben wird. Das wollen wir anfangs direkt klären.

Laut wird es hier im Haus morgen auf jeden Fall. Die Arbeiten für die Wasserleitungen unter dem Friseur-Geschäft haben heute angefangen. Zuerst haben sie alle Waschbecken abmontiert, alles abgeklemmt. Danach haben sie angefangen, einen Teil des Bodens auf zu kloppen. Davon hat mein Freund heute Mittag, bevor er zur Arbeit gefahren ist, noch etwas mitbekommen. Er hat heute Abend direkt noch ein paar Ohropax für morgen mitgebracht.

Morgen können wir zwar etwas länger schlafen, als wenn wir arbeiten müssten, müssen aber natürlich trotzdem relativ zeitig aufstehen. Wir müssen ja pünktlich beim Arzt sein und werden die halbe Stunde in die Stadt laufen (das müssen wir zeitlich ja alles einplanen).

Und morgens muss ich auf jeden Fall noch etwas frühstücken, sonst klappt mein Kreislauf vor Aufregung, auch bei den ganzen Gerüchen in der Praxis sofort zusammen.

Der Arzt legt viel Wert auf eine Begleitung (des Patienten) bei der Vollnarkose. Das haben wir beim letzten Mal schon gemerkt.

Wir sind zusammen dorthin (vor rund 1,5 Jahren), ich wollte eigentlich nur kurz gucken, wo die Praxis genau ist, direkt wieder gehen. Aber die Arzthelferin am Empfang sagte direkt, Nein, Moment, der Arzt möchte Sie kurz kennenlernen.

Der Arzt kam dann auch zu mir, hat mich begrüßt.

Als mein Freund dran war (kurze Wartezeit) und ich gehen wollte, da hieß es direkt, Nein, Moment, kommen Sie bitte mit in den Behandlungsraum. Wir möchten, dass der Patient, bis er einschläft, eine vertraute Person in seiner Nähe hat. Ich stand dann an der Türe, mein Freund gab mir eben noch seine Brille an, die ich in meine Tasche gesteckt habe.

Als die Narkose eingeleitet worden ist, da gab mir der Arzt ein Zeichen, dass ich jetzt gehen könne, dass er jetzt einschläft, mich nicht mehr registrieren würde.

Damals hatte ich dann rund 1,5 Stunden Zeit. Ich ging in die Stadt, etwas bummeln. Habe mir als "Seelennahrung" ein paar Zeitschriften geholt und Lotto gespielt (was ich morgen auch vor habe).

Als ich wieder auf dem Rückweg war, da rief mich die Praxis schon an. Ich bekam zuerst einen Schrecken, ob was passiert wäre. Nein, alles in Ordnung, aber beeilen Sie sich bitte.

Sie legen Wert darauf, dass die vertraute Person beim Aufwachen wieder (wie beim Einschlafen) im Raum, an der Türe steht. Dass der Patient, wenn er aufwacht und in den Raum guckt, sofort wieder seine vertraute Person sieht. Mein Freund war damals unmittelbar vor dem Aufwachen.

In der Praxis ging ich auch nicht ins Wartezimmer, sondern wurde direkt in den Behandlungsraum gebracht, wo er dann auch wirklich nach wenigen Minuten aufgewacht ist.

Ja, und wenn man selber Angst vor Ärzten hat, insbesondere halt auch vor Zahnärzten und dann "live" in so einem Behandlungsraum steht, alles sieht, alles hört, alle Gerüche wahrnimmt....

Nun gut, das lässt mich seelisch halt nicht kalt, macht mich selber halt auch total nervös....

Ja, ich bin wirklich froh, wenn wir beide morgen wieder zu Hause sind, alles hoffentlich gut verlaufen ist, mein Freund in seinem Bett schläft und es ihm hoffentlich (dicke Backe) nicht ganz so schlecht geht.

TitelAutorDatumBesucher
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