Montag, 14.01.2013 (Freundin ??)

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Heute Abend wollte ich ja eigentlich Fahrrad fahren, konnte mich dazu aber absolut gar nicht aufraffen. Im ganzen war heute ein positiver Tag, an dem ich sehr viel geschafft habe. Angefangen auf der Arbeit, wo ich mehr geschafft habe, als ich gedacht habe (ich bin jetzt dabei, nach und nach meinen Rückstand aufzuarbeiten) und zu Hause habe ich im Haushalt einiges geschafft, Wäsche und in der Küche. Zum Fahrrad fahren wurde es dann letztendlich viel zu spät. Ich finde es jedoch nicht so schlimm, wenn ich hin und wieder mal an einem Tag eine "Flaute" habe, mich stattdessen halt mit anderen Dingen (also dem Haushalt) beschäftige. Solange es keine anhaltende Flaute wird, ich also mehrere Tage nicht fahren sollte, dann sieht es natürlich ganz anders aus. Aber für morgen plane ich es wieder fest ein. So ist das nunmal bei einer dauerhaften, sozusagen "lebenslänglichen" Therapie (wie die Psychologin in der Reha es genannt hat), es gibt Tage (bei mir zum Glück die Mehrzahl), an denen einem der Sport total leicht fällt, an denen es Spaß macht und man mit total viel Energie an die Sache geht. Es gibt aber auch die anderen Tage, an denen man sich alleine so gar nicht zum Sport aufraffen kann, an denen man sich eher mit "tausend" anderen Dingen beschäftigt, bevor man dann doch mal Sport macht. Auch wenn mir Sport so gut wie immer Spaß macht, eine richtige "Sportskanone" werde ich niemals werden, ich werde es nie im Leben absolut täglich machen, weil mir ansonsten ohne Sport was fehlen würde. Es wird für mich auf jeden Fall Therapie bzw. auch ein Hobby bleiben, worauf ich hin und wieder, an manchen Tagen, durchaus verzichten kann.

Am Freitag Morgen im Zug (auf dem Weg zur Arbeit) habe ich nach langer Zeit mal wieder mit meiner "Freundin" gesprochen. Also eine richtige Freundin wird sie für mich wohl nie werden, es ist mehr eine gute Freundschaft zum plaudern, mit der man sich hin und wieder mal trifft. Im letzten Jahr haben wir uns 2 mal privat getroffen (im März im Theater und im Oktober in einem Cafe), was ihr auch voll und ganz reicht. Sie ist ein absoluter Eigenbrötler, der lieber zu Hause sitzt und liest, als sich mit anderen zu treffen. Ich dachte immer, ich wäre diesbezüglich "schlimm", aber im Vergleich zu ihr bin ich völlig "harmlos". 

Im Zug hatten wir ein sehr heftiges "Streitgespräch". Also wir haben keinen richtigen Streit, aber bei manchen Themen gehen unsere Vorstellungen extrem weit auseinander, wodurch dann halt sehr heftige Diskussionen entstehen. 

Letztes Jahr im Herbst sollte sie auf eine Dienstreise gehen, eine Übernachtung, eventuell auch zwei. Sie hat sich strikt geweigert und nahm sich stattdessen über einige Wochen einen Krankenschein. Nach dem Krankenschein hat sie sich dann um eine andere Stelle, also in einer anderen Abteilung gekümmert (inzwischen hat sie ja auch gewechselt). 

Seit dem Krankenschein ist sie bei einem Psychologen in Behandlung und bekommt auch Medikamente. Ich bekam einen mächtigen Schrecken, als ich sie jetzt wieder gesehen habe. Ihr Gesicht ist total "dicklich", total aufgedunsen, ihre Augen sind nur noch kleine "Schlitze". Sie war immer schon sehr "stabil" (dagegen wirke ich schon dünn), aber so dick, wie sie jetzt aussieht, das ist schon extrem.

Es ging dann um meine Situation, wie es bei mir beruflich jetzt weitergeht. Sie versteht mich nicht. Sie war immerzu dran, Ich bin Ich, wenn ich alles so mache, wie ich es für richtig halte, dann ist auch alles richtig und alle anderen Menschen hätten sich grundsätzlich nach mir zu richten. Über diese Einstellung habe ich mich sehr aufgeregt. Jeder Mensch macht mal Fehler, das muss man auch einsehen und dann an sich "arbeiten", man kann doch nicht grundsätzlich alles auf die anderen Menschen schieben (diesbezüglich konnte ich mir von der Psychologin in der Reha auch so einiges "anhören", weil ich dort in 3 Wochen keinen guten Kontakt bekommen habe und darüber total enttäuscht war). Doch, sie konnte es tatsächlich. Darin sind wir völlig gegenteiliger Meinung. Unser Gespräch wurde dann immer heftiger. 

Ich habe ihr sinngemäß gesagt, dass ich dabei bin mich etwas zu ändern, bzw. es so gut es geht versuche, wofür sie gar kein Verständnis hatte. Ich solle so still bleiben, wie ich es immer (zumindest in den letzten Jahren) war. Dass ich jetzt im Schwimmverein bin und dort auch an der Weihnachtsfeier teilgenommen habe, dafür hatte sie kein Verständnis. Das hätte ich doch nur gemacht, weil andere auf mich eingeredet hätten, weil andere mich dazu überredet hätten, ansonsten wäre ich dort doch ganz bestimmt nicht hingegangen. Das stimmt doch gar nicht. Wassergymnastik an sich macht mir ja schon seit Jahren Spaß, die Gruppe dort ist wirklich toll, ich fühle mich dort so richtig wohl und wir kriegen dort auch Spaß. Ich bin froh darüber, dass ich an der Weihnachtsfeier teilgenommen habe, obwohl es für mich zunächst eine große Überwindung war. 

Und auch die Sache mit dem Seminar. Sie weigert sich nach wie vor grundsätzlich, zu irgendwelchen Seminaren zu fahren. Ich solle das ganz genauso durchziehen, mich könne keiner dazu "zwingen". Natürlich fiel mir das seelisch mächtig schwer, aber ich bereue es trotzdem nicht, ganz im Gegenteil, ich bin sogar stolz darauf, dass ich es durchgezogen habe. Und die einen oder anderen Punkte, die wir dort gehört haben, die kann ich im Laufe der Zeit in meinem Leben auch ganz bestimmt positiv anwenden. Nicht unbedingt alle, aber einen Teil davon auf jeden Fall.

Ja, und dann bezüglich der Kolleginnen. Auch wenn es mir anfangs mit Sicherheit total schwer fallen wird, viel schwerer als die Weihnachtsfeier vom Schwimmverein, ich will mich trotzdem demnächst überwinden und wieder mehr an gemeinsamen Sachen teilnehmen. Ich will versuchen, wieder etwas mehr in die Gemeinschaft zu kommen, wieder etwas mehr Kontakte zu den anderen bekommen, mich nicht immer als Außenseiterin zu fühlen, woran ich ja schließlich selber schuld bin, wenn ich mich ständig in mein Büro zurückziehe. Auch dafür hatte meine "Freundin" gar kein Verständnis. Ich wäre halt ruhig und die anderen sollen es akzeptieren, dass ich lieber für mich alleine bin. Als ich dann sagte, dass es mir aber seelisch "weh tut", wenn ich die anderen zusammen lachen höre, was die für einen Spaß haben und ich bin stattdessen ganz alleine, da meinte sie zu mir, dass ich das nicht wirklich denken würde, dieses Denken, dieses "schlechte Gewissen" (nicht dabei zu sein), hätten die anderen mir nur eingeredet (Nein, ganz bestimmt nicht).

Sie war immer und immer wieder dran, ich sei nunmal eine ganz stille (so wie sie) und solle es auch bleiben. Ich würde absolut alles richtig machen und alle anderen würden die Fehler machen und mir dadurch auch noch ein schlechtes Gewissen an meinem Verhalten einreden. Dass ich von mir aus versuche, mich etwas zu ändern, dafür hatte sie gar kein Verständnis. Unser Gespräch wurde dann immer heftiger und gereizter, was mir schon peinlich wurde, wir saßen ja schließlich mitten im Zug. Sie ließ aber auch nicht locker, dass ich mich bloß nicht "verbiegen" lassen solle. 

Sie macht so gut wie keinen Sport, seit letzten Sommer an jedem Freitag 2 Stunden Rehasport (wegen einem Bandscheibenvorfall), davon eine Stunde alleine an den Geräten (natürlich nach Anweisung) und eine Stunde Krankengymnastik in einer Gruppe. Diese Gruppentherapie findet sie ganz schrecklich und hat sich auch schon des Öfteren mit verschiedenen Ausreden (z. B. Kopfschmerzen) davor gedrückt. Sie geht lieber eine bis zwei Stunden ganz alleine an die Geräte. Auch darin sind wir völlig unterschiedlich (wie man auch heute Abend beim Thema Fahrrad fahren wieder sieht). Alleine was am Gerät zu machen, das fällt mir je nach Tageslaune schwer (mal klappt es, mal halt nicht), aber vor Sport in einer Gruppe oder aber mit anderen zusammen (also KG bzw. dem Training) würde ich mich ganz bestimmt nicht drücken, das lasse ich nie ausfallen, das macht mir doppelt und dreifach soviel Spaß, als dabei alleine zu sein.

Ja, bei diesem heftigen Gespräch habe ich mal wieder ganz deutlich gemerkt, wie extrem unterschiedlich wir beide vom Charakter her sind. Eine richtig gute Freundschaft wird daraus wohl nie werden. Wann wir uns das nächste Mal privat treffen, das ist eh noch völlig offen, irgendwann Richtung Frühjahr oder Sommer sehr wahrscheinlich....

TitelAutorDatumBesucher
Di. 19.11.2019PetraM20/11/2019 - 09:019
Mo. 18.11.2019PetraM19/11/2019 - 09:0014
So. 17.11.2019PetraM18/11/2019 - 04:1924
Sa. 16.11.2019PetraM17/11/2019 - 16:3924
Fr. 15.11.2019PetraM16/11/2019 - 19:4741
Do. 14.11.2019PetraM15/11/2019 - 09:0354
Mi. 13.11.2019PetraM14/11/2019 - 04:0545
Di. 12.11.2019PetraM13/11/2019 - 09:0942
Mo. 11.11.2019PetraM12/11/2019 - 04:4442
So. 10.11.2019PetraM11/11/2019 - 03:5599
Sa. 09.11.2019PetraM10/11/2019 - 16:1941
Fr. 08.11.2019PetraM09/11/2019 - 20:2153
Do. 07.11.2019PetraM08/11/2019 - 08:4551
Mi. 06.11.2019PetraM07/11/2019 - 08:3967
Di. 05.11.2019PetraM06/11/2019 - 08:4478
Mo. 04.11.2019PetraM05/11/2019 - 08:4673
So. 03.11.2019PetraM04/11/2019 - 03:0173
Sa. 02.11.2019PetraM03/11/2019 - 16:2660
Fr. 01.11.2019PetraM02/11/2019 - 16:3865
Do. 31.10.2019PetraM01/11/2019 - 15:1491
Mi. 30.10.2019PetraM31/10/2019 - 04:0886
Di. 29.10.2019PetraM30/10/2019 - 14:1971
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So. 27. Okt. 2019PetraM28/10/2019 - 03:4388
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