Montag, 23.07.2012 (Krankengymnastik)

DruckversionPDF-Version

 Heute morgen war meine Mutter ja bei ihrer Internistin. Sie ist der gleichen Meinung, wie der Nierenarzt. Wenn meine Mutter nicht in wenigen Wochen mit der Dialyse beginnt, dann könnten ihre Nieren versagen. Die Werte sind ziemlich schlecht, noch nicht katastrophal, aber so lange muss man ja auch nicht warten. Vorhin am Telefon war sie auf jeden Fall schon wesentlich ruhiger und gefasster als letzte Woche, als sie diese Diagnose erhalten hat. Ganz klar, so etwas muss man erst mal verarbeiten. 

Da kenne ich ja auch was von. Ich habe ja auch immer gedacht, dass ich mit ein "bisschen" KG wieder völlig gesund werden würde, dauerhaft völlig schmerzfrei werden würde. Nachdem ich es dann begriffen habe, dass es für mich eine dauerhafte Schmerzfreiheit nicht mehr geben wird, da fingen die Depressionen ja so richtig an. Aber als ich dann gemerkt habe, dass ich mit regelmäßiger Therapie eine deutliche Schmerzlinderung erreichen kann, zum Teil sogar eine zeitweise Schmerzfreiheit, da wurde ich immer optimistischer und bekam die Depressionen immer besser in den Griff. Heute ging es mir ziemlich gut, bis auf ein gelegentliches Ziehen im unteren Rücken war ich praktisch schmerzfrei. Mit so geringen Schmerzen hätte ich noch vor einem Jahr nie im Leben gerechnet. Dabei kommt es halt wirklich auf die richtigen Therapeuten an, dass man die richtige Hilfe bekommt. Diese Therapeuten habe ich jetzt ja zum Glück gefunden, so dass ich jetzt mein Leben wieder genießen kann. 

Heute Abend war ich noch Fahrrad fahren, obwohl ich dazu eigentlich so gar keine Lust hatte, aber ich möchte dennoch gerne eine Regelmäßigkeit reinbekommen. Ich bin auch nicht ganz so gut in die Gänge gekommen, bin nur durchschnittlich 14 bis 15 km/h gefahren, habe deshalb für die 9 Kilometer (diese Strecke ziehe ich weiterhin durch) 37 Minuten gebraucht. Aber besser eine Minute länger fahren, als gar nicht zu fahren. 

KG war heute irgendwie "doof", nicht die Übungen an sich, sondern der ganze Ablauf. In diesem Institut bin ich während der Therapie meistens mit meiner Therapeutin alleine, also nicht nur alleine im Behandlungsraum, sondern auch alleine in der Praxis (tagsüber ist dort mehr los, aber nicht mehr abends, wenn ich dort bin). Meistens sind wir dabei völlig ungestört und können die Therapie, die Übungen konzentriert durchziehen. Gelegentlich (aber selten) ruft um diese Zeit schon mal ein Patient zwecks Terminabsprache an. Meine Therapeutin muss dann immer ans Telefon gehen und sich eben schnell darum kümmern (dann bekomme ich mal eben eine "kleine Aufgabe"), aber das kommt halt recht selten vor.

Heute war jedoch der "Wurm" drin. Als sie mich anfangs fragte, welche Übungen ich machen möchte, da sagte ich etwas für den geraden Rücken, um das leichte Ziehen im unteren Rücken etwas besser in den Griff zu bekommen (alleine kriege ich den geraden Rücken ja nie hin). Daraufhin habe ich mich dann mit dem Rücken auf den Boden gelegt, Beine aufstellen, Zehe hoch, Fersen kräftig runter drücken und Hüfte nach vorne, so dass der Rücken möglichst tief kommt und natürlich den Bauch anspannen. Mehrmals diese Grundspannung. Dann dabei gleichzeitig den Kopf etwas anheben. Danach die Arme dabei nach vorne, zunächst den rechten Arm zum linken Knie, dann den linken Arm zum rechten, anschließend beide Arme gleichzeitig hoch, gerade zu den Knien. Bis dahin war alles noch in Ordnung, meine Therapeutin achtete auf die richtige Haltung und die richtige Spannung (im Bauch und Rücken).

Dann ging das Telefon. Ihre Chefin, also die Inhaberin des Instituts rief an. Sie war 2 Wochen im Urlaub, ist heute zurückgekommen und hat morgen ihren ersten Arbeitstag. Sie wollte dann wissen, wie die letzten beiden Wochen gewesen sind, wie die Vertretung meiner Therapeutin bei ihren Patienten gelaufen ist (was bzw. welche Therapie sie mit ihnen gemacht hat). Meine Therapeutin gab dann bereitwillig Auskunft und erzählte von allen Patienten und Therapien, hat mich in der Zeit etwas "vergessen". Ich lag dann "dumm dort rum". Nach einiger Zeit meinte sie dann, dass ich die letzte Übung, das Hochkommen und die Arme gerade Richtung Knie nochmals wiederholen soll. Und noch eine Wiederholung, und noch eine Wiederholung. Zwischendurch ging sie mit dem Telefon zum Empfang, um ihrer Chefin die Termine vorzulesen, die für diese Woche noch eingetragen sind. Zwischendurch steckte sie kurz den Kopf zur Türe rein und meinte, ich solle 20 Mal "hoch gehen", also sie meinte mit der Hüfte hoch zur Brücke. Als ich damit gerade fertig war, kam sie wieder ins Zimmer und meinte nur "nochmals 20".

Sie telefonierte weiterhin und ich lag nach diesem Durchgang wieder etwas rum. Dann setzte sie sich (mit dem Telefon) vor mich, also vor die Beine, nahm meine Hände und zog mich etwas hoch, also zu den Sit-Ups. 10 Mal, kurze Pause, dann nochmals 12 Mal. Danach, sie war immer noch am Telefonieren, meinte sie zu mir, dass wir für heute fertig sind.

Also alles in allem fand ich die heutige Situation, die heutige Therapie irgendwie total doof. Gerade deswegen bin ich heute Abend dann auch noch Fahrrad gefahren, dabei habe ich zumindest noch was für die Beine gemacht. 

Ich bin ja immer noch auf der Suche nach Freundschaften, mit denen ich mich hin und wieder mal treffen kann, mal ein bisschen Reden kann, mal auf andere Gedanken komme. In unserer Wochenzeitung war jetzt eine kleine Anzeige, auf die ich antworten möchte. Eine Frau, 45 Jahre, verheiratet, sucht andere Frauen zum Treffen, Reden und Lachen. Wer sich davon angesprochen fühlt, soll sich bitte bei ihr melden (per Chiffre-Nummer über die Zeitung). Ich weiß zwar noch nicht, wie ich diesen Brief beginnen soll, was ich genau schreiben soll, aber ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, mich mit ihr in Verbindung zu setzen. 

Wie heißt es doch so schön "Who dares wins", nur wer wagt gewinnt. Auch das ist übrigens ein Lieblingsfilm von mir, den ich auch auf DVD habe, schon unzählige Male geguckt habe. "Who dares wins", auf Deutsch heißt der Film "Das Kommando", als Hauptdarsteller Lewis Collins, einer meiner ganz großen Lieblingsschauspieler, bekannt aus der Serie "Die Profis" aus den 70er Jahren (das habe ich in meiner Kindheit immer geguckt, ja ich durfte schon als Kind Krimis gucken). Mein Freund hat sich das Zeichen von "Who dares wins" sogar auf den Oberarm tätowieren lassen, es ist auch sein absoluter Lieblingsfilm.

http://www.youtube.com/watch?v=CR4Z_z82IJ8

Ja, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Hätte ich mich letztes Jahr nicht mit meinem Trainer in Verbindung gesetzt, wer weiß, wie es mir jetzt dann gehen würde. Das war ja auch ein gewisses "Risiko", ich wusste ja schließlich nicht, was auf mich zukommt, wie ich sein Training vertrage und ob es mir überhaupt hilft. Und auch, als ich Ende letzten Jahres das KG-Institut gewechselt habe, da wusste ich ja auch noch nicht, wie es weiter läuft. Ja, manchmal muss man etwas wagen, wenn man was erreichen will. 

TitelAutorDatumBesucher
Do. 14. Dez. 2017PetraM15/12/2017 - 08:248
Mi. 13. Dez. 2017PetraM14/12/2017 - 05:1121
Di. 12. Dez. 2017PetraM13/12/2017 - 04:4821
Mo. 11. Dez. 2017PetraM12/12/2017 - 05:1230
So. 10. Dez. 2017PetraM11/12/2017 - 02:3650
Sa. 09. Dez. 2017PetraM10/12/2017 - 14:2752
Fr. 08. Dez. 2017PetraM09/12/2017 - 10:4668
Do. 07. Dez. 2017PetraM08/12/2017 - 04:2297
Mi. 06. Dez. 2017PetraM07/12/2017 - 03:4197
Di. 05. Dez. 2017PetraM06/12/2017 - 03:5984
Mo. 04. Dez. 2017PetraM05/12/2017 - 03:4489
So. 03. Dez. 2017PetraM04/12/2017 - 02:5397
Sa. 02. Dez. 2017PetraM03/12/2017 - 13:0983
Fr. 01. Dez. 2017PetraM02/12/2017 - 10:5589
Do. 30. Nov. 2017PetraM01/12/2017 - 05:21103
Mi. 29. Nov. 2017PetraM30/11/2017 - 04:1786
Di. 28. Nov. 2017PetraM29/11/2017 - 04:31107
Mo. 27. Nov. 2017PetraM28/11/2017 - 04:12101
So. 26. Nov. 2017PetraM27/11/2017 - 03:17110
Sa. 25. Nov. 2017PetraM26/11/2017 - 15:1085
Fr. 24. Nov. 2017PetraM25/11/2017 - 13:35131
Do. 23. Nov. 2017PetraM24/11/2017 - 04:31165
Mi. 22. Nov. 2017PetraM23/11/2017 - 04:48149
Di. 21. Nov. 2017PetraM22/11/2017 - 04:50175
Mo. 20. Nov. 2017PetraM21/11/2017 - 04:54177
onlinetagebuch.com - WIE DAS LEBEN SO SCHREIBT ...