Montag, 28.10.2013

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Der heutige Tag war ganz schön. Auf der Arbeit lief es ganz gut. Ich komme im Moment ganz gut voran. Zur Hälfte mit den normalen, den täglichen Aufgaben und zur anderen Hälfte mit meinem Bürobereich an sich. Er nimmt jetzt nach und nach immer mehr Formen an. Die Zeit ging heute ruck-zuck um. Ich hatte heute knapp einen 11 Stunden Tag, von 6.10 Uhr bis 16.45 Uhr. Wenn ich erstmal dran bin, dann könnte ich immer so weiter machen, habe mich aber schließlich ausgebremst. Ich war dann auch kaputt und wollte dann nur noch nach Hause.

Zu Hause wartete eine kleine Überraschung auf mich. Die Frau aus meiner Gruppe von der Wassergymnastik hatte angerufen und auf den AB gesprochen. Zum einen wie es mir geht (weil ich letzte Woche nicht im Schwimmbad war) und zum anderen, ob ich Lust hätte, dass wir uns am Freitag zu dritt treffen, uns in der Stadt irgendwo gemütlich hinsetzen und zusammen einen Trinken. Na klar, da bin ich auf jeden Fall dabei!! Auch wenn wir uns morgen sehen, trotzdem rief ich heute Abend dann noch bei ihr an und habe schon mal für Freitag zugesagt. Darauf freue ich mich jetzt schon total. Hoffentlich kommt nicht wieder etwas dazwischen.

Dann wollte mein Freund etwas über Amazon bestellen. Bei der Gelegenheit habe ich dort dann auch direkt die CD von Norman Langen "Pures Gold" bestellt. Die richtigen Lieder zum Fahrradfahren. 

Eigentlich wollte ich heute Abend dann noch Fahrradfahren (weil KG ja ausgefallen ist), aber dazu bin ich nicht mehr gekommen. Mein Freund war total kaputt und lag schon um kurz vor 21 Uhr im Bett. Da das Fahrrad ja im Schlafzimmer steht, konnte ich es dann vergessen. Deswegen wollen wir in der neuen Wohnung ja auch 3 Zimmer haben. Das dritte Zimmer unter anderem fürs Fahrrad, aber auch für meinen Bücherschrank (und weitere, andere Sachen). 

Mein Freund hat auf der Arbeit zur Zeit mächtig viel Stress. Er arbeitet bei einem großen Stahlkonzern, wo in den letzten Jahren sehr viele Stellen abgebaut worden sind. Als mein Freund dort vor rund 20 Jahren anfing, arbeiteten in diesem Bereich noch rund 3.000 Mitarbeiter, jetzt sind es noch rund 700. Sie haben zwar auch viele ruhige Phasen (auch mal Kurzarbeit), aber schubweise ist auch sehr viel zu tun. Auch wenn immer mehr Personal abgebaut wird, trotzdem müssen die Terminsachen immer pünktlich fertig werden. "Offiziell" müssen Stahlplatten zum Beispiel immer mit dem Gabelstapler transportiert werden, aber dafür bleibt meistens keine Zeit, stattdessen heißt es immer zupacken und die Platten alleine (oder mit Hilfe von Kollegen) durch die Halle tragen. Abends ist er dann zum Teil halt mächtig kaputt, hat zum Teil auch heftige Rückenschmerzen und will dann einfach nur noch ruhig und entspannt liegen (was ich auch verstehen kann).

Das ist übrigens ganz bestimmt nicht sein Traumberuf. Sein absoluter Traumberuf wäre etwas völlig anderes gewesen. Am absolut liebsten bei der Polizei, bei einer Spezialeinheit, SEK oder ähnliches. Deswegen hat er sich das Abzeichen von der Spezialeinheit "SAS" ja auch auf den Oberarm tätowieren lassen. Das wäre sein ganz großer Traum gewesen. An zweiter Stelle stand Feuerwehrmann. Er hatte die Prüfung bereits hinter sich, hatte alles bestanden, aber sein Vater war strikt dagegen. 

Sein Vater wollte seinen Sohn ganz für sich, hat ihn immer total für sich in Beschlag genommen. Er war charakterlich total wie "Alfred Tetzlaff", der "Ekel Alfred" aus "Ein Herz und eine Seele". Damals konnten wir die Serie kaum sehen (kaum "ertragen"), es gab zu viele Parallelen, heute gucken wir es gerade deswegen, weil wir seinen Vater darin immer mehr wieder erkennen. Er konnte, wie Ekel Alfred, total nervend sein, total rummoppern, alles besser wissen und gegen alle stänkern. Dann konnte man zum Teil auch sehr gut mit ihm reden. Im Laufe der Jahre habe ich viele gute und interessante Gespräche mit ihm geführt. An manchen Tagen war er super gut drauf, da ließ er so viele gute Sprüche los, dass wir total mit ihm lachen mussten. Ja, aber es musste halt alles immer nach seiner Nase gehen, alle mussten nach seiner Pfeife tanzen, sonst wurde er verdammt ungemütlich und launisch. Wenn es extrem wurde, dann zog ich mich immer zurück (wofür mein Freund vollstes Verständnis hatte), dann hat sich mein Freund mit ihm intensiv auseinander gesetzt.  Er konnte aber auch total lieb und freundlich sein. 

Die Wochenenden und Urlaube haben wir (mein Freund und ich) von Anfang an zusammen verbracht. Über 10 Jahre konnte sein Vater die Wohnung krankheitsbedingt nicht mehr verlassen und wir haben uns intensiv um ihn gekümmert. Mein Freund während der Woche (auch nachts) und wenn ich dort geschlafen habe, habe ich mich nachts um ihn gekümmert, ihm was zu trinken oder essen gebracht, die Zeitung oder die Fernbedienung fürs Fernsehen angegeben, wenn es runter gefallen war usw. Dann war er immer total super nett und auch total dankbar. Damit hatte ich gar keine Probleme. 

Aber er wollte Nachts halt nie alleine sein. Er hatte schweres Asthma, woran er schließlich ja auch gestorben ist (erstickt ist), und nachts kamen die meisten, heftigsten Anfälle. Er wollte, dass mein Freund einen Beruf hat mit geregelten Arbeitszeiten, dass er nachts immer bei ihm in der Wohnung ist. Mein Freund hat das akzeptiert und hat seine Berufswahl dann darauf ausgerichtet. Er ging dann zum Arbeitsamt, ließ sich beraten und wurde dann schließlich Holzmechaniker, was ihm auch (bis heute) viel Spaß macht, das Holz zu bearbeiten (das macht er hobbymäßig gelegentlich immer noch). Er wäre dann auch am liebsten zur Bundeswehr gegangen, wäre auch liebend gerne Berufssoldat geworden, aber auch das ging ja nicht. Auch dabei wären Übernachtungen in der Kaserne Pflicht gewesen. Deswegen ging er dann zum THW, zum Technischen Hilfswerk (wo mein Vater früher ja auch gewesen ist). 

Am Ende seiner Ausbildung, als ich dort die Ausbildung zur Bürokauffrau angefangen habe, haben wir uns dort dann ja kennengelernt. Nach etwa einem halben Jahr sind wir dann zusammen gekommen. Das ging so lange gut, bis wir zusammen in der Stadt gesehen worden sind. Danach hatten wir dort keine ruhige Minute mehr, bissige Sprüche und Kommentare ohne Ende. Im Bürobereich ging es noch, aber im Betrieb, wo mein Freund ja war, da war es noch viel heftiger. Er war davon schließlich so genervt, dass er dort von heute auf morgen gekündigt hat. Dann war er eine Zeitlang arbeitslos. Übers Arbeitsamt erfuhr er dann, dass im jetzigen Bereich dringend Arbeiter gesucht wurden. Er wäre zwar gerne im Holzbereich geblieben, aber da war nichts zu machen, keine freien Stellen. Er fing dann im Stahlbereich an. Zuerst mit Zeitvertrag, aber schließlich bekam er einen festen Vertrag. Ja, und dort, in der gleichen Abteilung wie damals, ist er jetzt schon seit rund 20 Jahren. 

Diesbezüglich hatte ich ja viel mehr Glück. Ich wollte auf jeden Fall ins Büro, was ja eh sehr vielseitig ist (die verschiedenen Arbeitsbereiche meine ich) und bin zum Glück ja auch da rein gekommen. 

Das war bei mir nur sportmäßig, dass ich meine Träume nicht verwirklichen konnte. Auch wenn man Sportarten gut findet, das heißt noch lange nicht, dass man sie dann auch selber irgendwann beherrscht. Das hat meiner Meinung nach auch nichts mit "Wollen" zu tun, manche Dinge liegen einem einfach nicht, die schafft man halt nicht, egal wie gut sie einem gefallen.

Mein erstes großes Hobby war ja das Tanzen, das Ballett. Das durfte ich aus gesundheitlichen Gründen ja nicht richtig ausüben. Ich wurde als Kind immer besser, stand dann schon in der ersten Reihe, aber wurde dann ja wegen meinem Rücken ausgebremst. Zuerst, weil ich keinen Spitzentanz machen durfte (völlig falsche Haltung für meinen Rücken), so dass es für mich dabei nie mehr ein Vorwärtskommen gegeben hätte. Und später ja, weil KG und die Bewegung im Wasser (neben der Schule) vorgingen, so dass meine Eltern mich dann ja im Tanzverein abgemeldet haben. 

In der Grundschule fand ich dann ja Schlittschuhlaufen so toll, Katharina Witt fand ich einsame Spitze, wie sie immer über das Eis geschwebt ist. Das fand ich damals super schön. Aber das lag mir nicht. Die Mutter meines damaligen "Schulfreundes" konnte gut Schlittschuhlaufen und nahm mich mit, wollte es mir beibringen. Mein "Schulfreund" konnte es schon ziemlich gut. Sie gab es aber schnell auf. Mir fehlte die Kraft in den Beinen, ich konnte mich nicht gerade halten, war nur am wackeln und lief schließlich mehr auf den Außenkanten des Fußes, als gerade auf den Kufen zu stehen. Das hatte keinen Zweck. Solange ich mich darauf nicht gerade halten konnte (was nie geklappt hat), konnten wir das auch nicht weiter üben.

Dann die Sache mit dem Schwimmen. In den ersten Jahren fand ich das noch ganz gut. Die Gruppe war toll und wir hatten dabei immer viel Spaß. Es ging in den ersten Jahren ja nur ums Brustschwimmen, dabei relativ sicher zu werden. Ich war und blieb allerdings immer die langsamste aus der Gruppe. Das ist bis heute ja so geblieben. Ich mache bei der Wassergymnastik zwar alles mit, aber fast alles deutlich langsamer als die anderen. Ich komme in dem Rhythmus einfach nicht mit. Beim Laufen durchs Wasser überholen mich die anderen schon ganz selbstverständlich. Ich habe mir damals schon gerne die Schwimm-Meisterschaften im Fernsehen angeguckt, wenn die Schwimmer nur so durchs Wasser schießen. Das hätte ich liebend gerne auch so geschafft, aber das liegt mir halt nicht. Damals hatte ich dann ja auch Michael Groß als "Vorbild", den fand ich damals total klasse. 

Das ging bei mir solange gut, bis es um die Abzeichen ging. Als "Wasserscheu" würde ich mich wirklich nicht bezeichnen, aber mir fehlt halt trotzdem der Mut, mein Gesicht, meinen Kopf bewusst unter Wasser zu nehmen. Das ist für mich jedes Mal eine ungeheure Überwindung. Meine Schwimmlehrerin hat es nie geschafft, dass ich beim Brustschwimmen den Kopf gerade halte, also das Gesicht im Wasser. Bis heute halte ich den Kopf dabei so weit wie möglich im Nacken. 

Bis dahin hat der Schwimmunterricht noch Spaß gemacht, aber dann ging es halt um die Abzeichen. Bei jedem Abzeichen (Seepferchen, Freischwimmer usw.) muss man unter Wasser tauchen, einen Gegenstand hoch holen. Außerdem vom Rand ins Wasser springen. Das wollte ich alles nie machen. Die Anderen machten ihre Abzeichen alle in einer Trainingseinheit. Sie redeten dann alle so lange auf mich ein, bis ich es schließlich auch in Angriff nahm, aber mehrere Wochen dafür brauchte, bis ich endlich alle Voraussetzugen erfüllt habe. Als die Gruppe etwa Anfang der 80er Jahre dann aufgelöst worden ist, da war es für mich eine große Erleichterung. Alle anderen gingen in weitere Gruppen, wo sie besser gefördert worden sind. Ich sollte ja eigentlich in eine Gruppe, wo ich das Rückenschwimmen richtig lerne. Aber ich habe mich geweigert. Das wäre nichts für mich gewegen. Wenn ich beim Brustschwimmen den Kopf schon nicht unter Wasser nehmen kann. Wie sollte ich das dann jemals auf dem Rücken liegend schaffen? 

Aber auch, wenn es mir selber nicht liegt, wenn ich es selber nicht schaffe, trotzdem finde ich Schwimmen und das Bewegen im Wasser immer noch gut. Zum Glück, denn ansonsten würde mein derzeitiges Leben völlig anders aussehen. Sonst hätte ich meinen Trainer nicht kennengelernt (wer weiß, wie mein Training jetzt laufen würde), dann hätte ich den Verein nicht kennengelernt, die Wassergymnastik-Gruppe (wo ich morgen Abend wieder sein werde) und ich hätte Freitag Abend keine Verabredung..... Ja, auch wenn ich es selber nicht richtig beherrsche, mich im Wasser nicht so richtig bewegen kann, trotzdem ist Wasser bzw. Schwimmen was tolles. 

 

TitelAutorDatumBesucher
Mi. 08.04.2020PetraM09/04/2020 - 08:4319
Di. 07.04.2020PetraM08/04/2020 - 09:1222
Mo. 06.04.2020PetraM07/04/2020 - 03:5592
So. 05.04.2020PetraM06/04/2020 - 09:0795
Sa. 04.04.2020PetraM05/04/2020 - 16:3094
Fr. 03.04.2020PetraM04/04/2020 - 14:0296
Do. 02.04.2020PetraM03/04/2020 - 05:28172
Mi. 01.04.2020PetraM02/04/2020 - 04:11196
Di. 31.03.2020PetraM01/04/2020 - 09:06179
Mo. 30.03.2020PetraM31/03/2020 - 04:49200
So. 29.03.2020PetraM30/03/2020 - 18:55206
Sa. 28.03.2020PetraM29/03/2020 - 18:47202
Fr. 27.03.2020PetraM28/03/2020 - 14:36215
Do. 26.03.2020PetraM27/03/2020 - 09:46222
Mi. 25.03.2020PetraM26/03/2020 - 09:47231
Di. 24.03.2020PetraM25/03/2020 - 09:47226
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Thema Hobby, Sport & TherapiePetraM22/03/2020 - 23:27219
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Di. 17.03.2020PetraM18/03/2020 - 10:01267
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