Samstag, 05.01.2013

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Im großen und ganzen war heute ein schöner Tag. Eigentlich wollte ich etwas raus gehen, hatte alleine aber absolut keine Lust dazu (mein Freund war ja Arbeiten). Sonst habe ich Samstags Mittags ja immer Training, also ein "Ziel" sozusagen, aber wegen der Ferien, weil das Schwimmbad eigentlich geschlossen ist (wo sich unser Trainingsraum ja befindet), haben wir den Termin ja auf gestern vorgezogen. Ich wollte ursprünglich etwas Einkaufen gehen, einfach nur so, um hier ein bisschen raus zu kommen. Da ich aber keine Lust hatte, Geld auszugeben (im Prinzip brauchte ich auch nichts, ich habe alles hier), bin ich den ganzen Tag zu Hause geblieben. 

Wenn so ein Samstag demnächst im Sommer mal wieder vorkommt, also dass mein Freund dann arbeiten ist (was immer mal wieder vorkommt), dann will ich in dem Park "hinter unserem Haus" endlich mal wieder Nordic Walking machen, eine Runde laufen gehen, einfach raus an die Luft (für die Dienstage, wenn er Arbeiten ist, plane ich ja schon die zweite "Einheit" für die Wassergymnastik ein, darauf bin ich von den anderen Frauen aus der Gruppe bei der Weihnachtsfeier ja schon angesprochen worden, auf jeden Fall besser, als nur zu Hause rumzuhängen). Im letzten Jahr habe ich ja gar kein Nordic Walking gemacht, konnte mich dazu irgendwie so gar nicht aufraffen, aber in diesem Jahr will ich damit endlich weiter machen. Richtiges Laufen bzw. Joggen ist bei meinem Rücken zu gefährlich, davon wird mir immer wieder von den Ärzten abgeraten, aber gegen schnelles bzw. zügiges Laufen ist nichts einzuwenden, das habe ich ja sogar in der Reha verordnet bekommen.

Ja, ich war zwar den ganzen Tag in der Wohnung, aber trotzdem war der Tag ganz schön, ich habe heute so einiges geschafft. Ich war heute ein mächtiger "Wirbelwind", habe aufgeräumt, Wäsche sortiert, viel gelesen, war zwischendurch immer mal wieder im Internet und habe unsere Küche auf "Hochglanz" gebracht. Irgendwie fiel mir heute alles total leicht. Im Hintergrund hatte ich die ganze Zeit über schöne flotte Musik (auf CD) an. 

Gegen Abend bin ich dann auch noch Fahrrad gefahren, mal wieder 10 Kilometer in 37 Minuten. Ich bin immer wieder stolz, wenn ich das durchgezogen habe. Mein erster Gang danach, bevor ich unter die Dusche gehe, geht immer ins Wohnzimmer, wo ich meine "Sportmappe" liegen habe, immer direkt im Kalender eintragen, dass ich wieder gefahren bin, es wieder geschafft habe, den "inneren Schweinehund" zu besiegen. In diesen Kalender trage ich alles sportliche ein, das Fahrrad fahren, die KG, das Training und natürlich auch das Schwimmen bzw. die Wassergymnastik. Also für Wassergymnastik, Bewegung im Wasser im Allgemeinen, trage ich mir darin immer ein "S" wie Schwimmen ein. 

Bezüglich des "richtigen" Schwimmens bin ich mir total unsicher, ob und wann ich es mir mal trauen werde, ins große Becken zu gehen. Die Wassergymnastik findet ja immer in einem kleinen Becken statt, wo man überall stehen kann (auch im früheren KG-Institut). In einem großen Becken war ich zuletzt in der Schulzeit, das ist ja schon "ein paar Tage" her. Etwa mit Anfang 30 war ich dann ja nochmals Schwimmen, aber das war in meinem früheren Sportverein in einer ganz kleinen Runde, wir waren höchstens 10 Personen, deswegen bin ich ja überhaupt mit dorthin gegangen, weil dort eine "Sommerflaute" war, sonst bin ich nie mit dorthin gegangen. Außerdem leitete meine damalige Schwimmlehrerin diese Gruppe bzw. hatte dort die Aufsicht. Zum einen fand ich es einfach schön, sie nach so langer Zeit mal wieder zu sehen, mal wieder etwas mit ihr Reden zu können. Und als ihr dann meine Unsicherheit aufgefallen ist, da hat sie ja auch sofort etwas auf mich "aufgepasst", gab mir Tipps, worauf ich achten soll und wollte mir ja auch direkt helfen, indem sie z. B. zur Unterstützung mit diesem "Schwimmbrett" angekommen ist. In den Füßen habe ich beim Schwimmen schon so oft einen Krampf bekommen, ich habe halt Angst, dass mir das im großen Becken auch passiert, wenn ich gerade an einer tiefen Stelle bin. Im kleinen Becken, wo man sich überall spontan hinstellen kann, da ist das ja kein Problem, im großen Becken sieht das dann schon völlig anders aus. Als ich beim letzten Mal noch eine halbe Stunde alleine im kleinen Becken geblieben bin (spontan, ich hatte keinen gefragt, ich bin dort einfach noch länger geblieben), da hat mir das Schwimmen so richtig gut getan, es hat richtig Spaß gemacht, aber bis ich die Überwindung finde und wirklich mal ins große Becken gehe, das kann bei mir noch etwas dauern. 

Bezüglich des Fahrrad fahrens bin ich mir nicht sicher, wie das ab nächster Woche laufen wird, wenn ich wieder Arbeiten gehe. Ich nehme es mir zwar auf jeden Fall weiterhin vor, ich habe im Moment konkrete Ziele vor Augen, die ich unbedingt schaffen bzw. erreichen will, aber wenn ich dann abends müde bin (oder auch von der KG komme), ob ich mich dann noch zum Fahren aufraffen kann, das wird sich dann zeigen.

Körperlich ging es mir heute ziemlich gut, abgesehen von einem minimalen Muskelkater in den Oberarmen (ich merke sie immer noch ganz leicht), hatte ich keinerlei Beschwerden bzw. Schmerzen. 

Heute Abend habe ich rund eine Stunde lang mit unserer früheren Nachbarin telefoniert. Die Dame ist etwa Mitte 80. Seitdem wir vor knapp 5 Jahren in diese Wohnung gezogen sind, blieben wir trotzdem immer in Kontakt. Aus allen Urlauben schicken wir ihr schöne Karten, jetzt zu Weihnachten natürlich auch eine Weihnachtskarte und etwa alle 3 bis 4 Monate telefonieren wir zusammen, erzählen uns alles, was es so Neues gibt. Z. B., dass ihre Tochter, die ich ebenfalls flüchtig kenne, vor rund einem Jahr zusammen mit ihrem Enkel in unsere damalige Wohnung gezogen ist. 

Das heutige Telefonat hat mich seelisch mächtig aufgewühlt. Wir haben ja eine Katze, die jetzt 19 Jahre alt ist (Mitte August wird sie 20). Sie ist noch total fit und die Tierärztin schätzt ihr biologisches Alter auf etwa 12 bis 14 Jahre (sie hat auch noch alle Zähne, was für eine Katze diesen Alters sehr selten ist). Sie schläft inzwischen zwar sehr viel, hat aber fast täglich immer noch ihre "dollen 5 Minuten", wo nichts vor ihr sicher ist. Dann springt sie fast wie ein jünger Hüpfer über Tische, Sessel und Couch, so schnell kann dann keiner gucken. Sie isst und trinkt immer noch völlig normal und ist ansonsten total verschmust. Sobald ich im Sessel sitze, kommt sie an und legt sich auf meine Armlehne. Dann ist streicheln angesagt. Nach etwa 5 bis 10 Minuten hat sie dazu dann keine Lust mehr und verzieht sich in eine Ecke des Sofas, um mal wieder zu schlafen. Ich habe jetzt schon Angst davor, wenn ihr mal etwas "passiert" (ihr wisst schon, was ich meine......). Da ich keine Kinder habe, ist sie in den ganzen Jahren total zu meinem "Kindersatz" geworden und wird von uns auch total verwöhnt. Ich hänge total an ihr.

Unsere ehemalige Nachbarin hat ebenfalls eine Katze, die früher immer schon auf der Fensterbank lag, eine ganz liebe. Vorhin am Telefon hat sie mir dann erzählt, dass diese Katze vor ein paar Monaten gestorben ist. Das tat mir unendlich leid. Sie musste nicht eingeschläfert werden, es war ein "natürlicher Tod". Sie kam vom Katzenklo, brach davor zusammen und starb. Als sie mir davon erzählt hat, musste ich mächtig mit den Tränen kämpfen. Unsere Nachbarin konnte aber nicht alleine sein (ihr Mann ist vor einigen Jahren gestorben, ihn haben wir damals auch kennengelernt), sie hat sich deswegen bereits eine neue Katze aus dem Tierheim geholt, wovon sie mir dann ganz stolz ausführlich erzählt hat. Etwa ein Jahr alt, eine Hauskatze und total verspielt und auch verschmust. Das Gespräch ging mächtig an meine Nerven.

Dann kamen wir auf die Arbeit zu sprechen und ich habe ihr von meiner derzeitigen Situation erzählt. Auch dabei musste ich etwas mit den Tränen kämpfen. Sie konnte mich aber gut verstehen, da ihre Tochter ebenfalls vor kurzem die Abteilung gewechselt hat. Auch sie hatte verschiedene Probleme sowohl mit der Arbeit als auch mit ihren Kollegen, so dass sie ihre Versetzung beantragt hat, was auch geklappt hat. In der neuen Abteilung fühlt sie sich um ein vielfaches besser. Ich hoffe, dass ich auch so ein Glück haben werde. 

Nach dem Gespräch kam bei mir die innere Anspannung dann so richtig durch und ich konnte ein paar Tränen nicht unterdrücken. Das Gespräch hat mich mächtig aufgewühlt. Aber trotzdem hatte ich mich sehr schnell wieder unter Kontrolle. Nur noch morgen, dann ist es soweit, dann gehe ich wieder Arbeiten. Seelisch wird das für mich ganz bestimmt hart werden, trotzdem werde ich das jetzt durchziehen. In den letzten Wochen ging es mir seelisch privat so richtig gut, ich war so oft so super gut drauf, habe zum Teil sehr viel gelacht (z. B. an Heiligabend bei meiner Schwägerin und auch bei der KG, als eine Übung irgendwie nicht so richtig klappen wollte). Ich bin Ich und ich will mich von der Arbeit seelisch nicht "kaputt" machen lassen. Die Personalabteilung weiß ja schon Bescheid und ich hoffe, dass ich früher oder später bzw. so schnell wie möglich in eine andere Abteilung wechseln kann. 

Natürlich ist das für mich jetzt zunächst eine ganz blöde Situation. Ich weiß nicht so richtig, wie ich meinen Kolleginnen gegenüber treten soll. Nach diesen 4 Wochen Krankenschein wissen jetzt eh mit Sicherheit alle darüber Bescheid, dass ich wechseln will. Allerdings natürlich nur aus Sicht der Anderen, z. B. meines Chefs. Wie ich die letzten Monate auf der Arbeit empfunden habe, wie es mir dort in den verschiedenen Situationen ergangen ist, das weiß natürlich keiner. 

Ich werde jetzt nicht die ganze "Schuld" an dieser Situation auf meine Kolleginnen schieben, das wäre wirklich unfair, auch ich habe Fehler gemacht. Zum einen, dass ich viel zu still gewesen bin, manche Situationen hätte man eventuell ansonsten ändern können (nach dem Motto "Nur redenden Menschen kann geholfen werden"), aber dafür ist es jetzt eh viel zu spät. Die Uhr kann man halt nicht zurückdrehen, passiert ist passiert. Ich kann jetzt nur versuchen, mich in einer anderen Abteilung anders zu verhalten. Damit meine ich auch, dass ich dann mehr an gemeinsamen Sachen teilnehmen will. Den "Grundstein" dafür, also für diesen Entschluss im Allgemeinen, den habe ich ja schon bei dem Seminar in Raunheim gefasst und dann auch bei der Weihnachtsfeier des Schwimmvereines umgesetzt. Die Teilnahme an der Weihnachtsfeier fiel mir zunächst unwahrscheinlich schwer, aber ich bin total froh und auch stolz darüber, dass ich es gemacht habe, dass ich diesen "ersten Schritt" gegangen bin. 

Ich wollte ja auch an der Weihnachtsfeier auf der Arbeit teilnehmen, das hatte ich ebenfalls schon eingeplant, aber diesbezüglich hat mir mein Chef ja einen Strich durch die Rechnung gemacht. Natürlich tat dieser Abstand zur Arbeit in den letzten 4 Wochen echt gut, aber "eingeplant" hatte ich das ganz bestimmt nicht. Ganz im Gegenteil, ich hatte mir für die Woche bereits mehrere Arbeiten vorgenommen, die ich unbedingt schaffen wollte und mit Sicherheit auch geschafft hätte. Diese ganze Situation mit dem Krankenschein kam für mich dann total plötzlich und überraschend. Aber nun gut, nach allem, was dort halt passiert ist, gibt es für mich jetzt kein Zurück mehr. Ich werde sehen, dass ich die Zeit bis zu einem Wechsel in eine andere Abteilung so gut wie möglich "überbrücken" werde. 

Für morgen haben wir nichts besonderes vor. Allerdings wollen wir ein bisschen raus gehen, ein bisschen an die Luft. Schon alleine, weil ich abends immer besser schlafen kann, wenn wir tagsüber ein bisschen draußen gelaufen sind. Außerdem plane ich weiterhin das Fahrradfahren regelmäßig ein. 

In den letzten Wochen hatte ich hin und wieder zwar immer mal wieder Alpträume, aber ausschließlich von der Arbeit, von verschiedenen Situationen, die sich dort im Laufe der Zeit ereignet haben, in meinen Träumen allerdings in total übertriebener Version. In diesen Träumen spiegelt sich natürlich wieder, dass mich die derzeitige Situation alles andere als kalt lässt. Aber gerade deswegen muss ich diese Sache jetzt auch durchziehen. In meiner Abteilung ist die ganze Situation viel zu "eingefahren". Selbst wenn ich jetzt einen "Rückzieher" machen würde, was ich ganz bestimmt nicht vorhabe, ich bin mir sicher, dass sich die jetzige Situation früher oder später in ähnlicher Art und Weise wieder Wiederholen würde. Und bevor ich mich dort seelisch völlig kaputt mache, seelisch gar nicht mehr zur Ruhe komme, muss ich dort halt einen "Schluss-Strich" ziehen. Einen anderen Ausweg gibt es für mich nicht. Ende und Aus. Aber trotzdem bin ich vor Montag total nervös und habe auch eine "innere Angst", was jetzt noch alles auf mich zukommen wird. 

 

TitelAutorDatumBesucher
Di. 16.07.2019PetraM17/07/2019 - 07:594
Mo. 15.07.2019PetraM16/07/2019 - 08:4412
So. 14.07.2019PetraM15/07/2019 - 02:5826
Sa. 13.07.2019PetraM14/07/2019 - 14:2423
Fr. 12.07.2019PetraM13/07/2019 - 12:5262
Do. 11.07.2019 PetraM12/07/2019 - 05:1881
Do. 11.07.2019 (Arzt)PetraM11/07/2019 - 21:0780
Mi. 10.07.2019PetraM11/07/2019 - 02:2644
Di. 09.07.2019PetraM10/07/2019 - 08:5768
Mo. 08.07.2019PetraM09/07/2019 - 09:0747
So. 07.07.2019PetraM08/07/2019 - 02:0375
Sa. 06.07.2019PetraM07/07/2019 - 04:3179
Fr. 05.07.2019PetraM06/07/2019 - 15:3842
Fr. 05.07.2019 (Zwischeneintrag)PetraM05/07/2019 - 18:41947
Do. 04.07.2019PetraM05/07/2019 - 12:1063
Mi. 03.07.2019PetraM04/07/2019 - 16:1650
Di. 02.07.2019PetraM03/07/2019 - 03:1068
Mo. 01.07.2019PetraM02/07/2019 - 13:3256
So. 30.06.2019PetraM01/07/2019 - 12:4486
Sa. 29.06.2019PetraM30/06/2019 - 14:4991
Fr. 28.06.2019PetraM29/06/2019 - 13:0161
Do. 27.06.2019PetraM28/06/2019 - 08:4174
Mi. 26.06.2019PetraM27/06/2019 - 08:4870
Di. 25.06.2019PetraM26/06/2019 - 03:1695
Mo. 24.06.2019PetraM25/06/2019 - 08:3671
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