Samstag, 09.03.2013, Fahrsicherheitstraining ADAC

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Der heutige Tag war im großen und ganzen einfach nur super schön. Wir waren ja beim Fahrsicherheitstraining beim ADAC und unsere Erwartungen wurden dort voll und ganz erfüllt. Das einzigste doofe war, dass es den ganzen Tag über geregnet hat. Heute morgen zunächst nur Nieselregen, der im Laufe des Tages immer heftiger wurde. Wir waren bis auf wenige Minuten, in denen wir im Gebäude eine kleine "theoretische Schulung" hatten, immer draußen unterwegs, meistens im Auto, zeitweise aber auch zu Fuß auf dem Gelände, wenn uns Sachen erklärt worden sind. Und es regnete und regnete... Wir hatten schließlich alle Cappys oder Kapuzen (von den Jacken) auf, waren im Laufe des Tages alle nass. Ja, aber das war am heutigen Tage wirklich das einzige Negative.

Die Schulung ging von 9 Uhr bis 16.15 Uhr. Wir waren mit insgesamt 16 Personen, davon 2 Paare, also mit insgesamt 14 Autos. Bei dem anderen Paar fuhr die Frau, der Mann als Beifahrer. Wir beide haben anfangs direkt gefragt, ob wir als Beifahrer mitfahren dürfen, was gar kein Problem gewesen ist. Wir hatten 2 Seminarleiter, die total gut drauf waren. Immer einen guten Spruch und sehr gute Vergleiche. Wir haben zwar alle im Laufe des Tages auch sehr viel gelernt (auch sehr viel Theorie), aber Dank der vielen guten Sprüche und Kommentare kam der Spaß auch nicht zu kurz. Es gab so einige Situationen, über die wir alle mächtig lachen mussten. 

Bei den Beiden war dieses Training, einfach nur super, wirklich zu empfehlen:

http://www.halternerzeitung.de/lokales/haltern/40-Jahre-Rallye-Club-im-ADAC-35-Jahre-Fahrsicherheitszentrum-Westfalen;art900,989713

Mein Freund hat heute auf jeden Fall viel über sich selber, also ich meine jetzt über sein Fahrverhalten kennengelernt. Wir (also alle in ihren Autos) mussten sich immer wieder in einer Schlange hintereinander stellen. Im Laufe des Tages bekamen wir dann einige "Aufgaben", die uns jeweils einer von den Beiden vorgemacht hat, Bremsen, Ausweichen usw. Jede Aufgabe mussten wir etwa 4 bis 6 Mal, je nach Schwierigkeitsgrad, durchführen. Beim ersten Durchgang nur zum "Kennenlernen", jeder so schnell, wie er möchte. Beim zweiten und dritten Durchgang wurden konkrete Vorgaben gemacht, also z. B. was die Geschwindigkeit betrifft (meistens 50 bis 60 km/h, also in etwa Stadtgeschwindigkeit), bei den weiteren Durchgängen sollte dann nochmals jeder versuchen, wie er sich selber einschätzt, wo seine Grenzen sind, was man sich zutraut, um in der jeweiligen Situation (z. B. Thema Bremsen) auch wirklich richtig reagieren zu können.

Wir bekamen alle Sprechfunkgeräte ins Auto, mit denen wir nicht senden konnten, sondern nur die Erklärungen und Beschreibungen dieser beiden Herren empfangen konnten. Wenn es bei einer Übung Probleme gab, dann kam einer von beiden anschließend zu einem hin (also zu unserem Auto), um es kurz zu erläutern. Aber alle allgemeinen Beschreibungen, Erklärungen, Kommentare und Verbesserungen wurden allgemein durchgegeben, konnten also jederzeit auch von allen anderen Autos gehört werden. Wir sind direkt zum DU übergegangen, wurden immer mit der Fahrzeug-Marke angesprochen. Bis auf 2 Porsche (immerhin in verschiedenen Farben, schwarz und rot) gab es sonst alles nur verschiedene Automarken, so dass jeder immer sofort wusste, wer gemeint war. Wir waren halt immer der "Mini". 

Die Gruppe an sich war auch gut, vom Altersdurchschnitt bis auf wenige Ausnahmen (2 etwas jüngere) alle in etwa gleich. Etwa zur Hälfte Männer und Frauen. Alle waren total nett und gut drauf. Es fielen so einige gute Sprüche, über die wir sehr lachen mussten. Nach jeder Aufgabe trafen wir uns kurz (also alle Aussteigen, kurz zusammen stellen). Je nachdem, wo die Aufgabe durchgeführt worden ist, trafen wir uns entweder in so einem "Container" (mit Tisch und Stühlen) oder halt ansonsten mitten auf der Wiese (die im Regen immer matschiger wurde) oder halt auf der "Straße". Dort wurde uns dann erklärt, was den Beiden aufgefallen ist, was gut war, was schlecht, was man besser machen könnte, worauf man in Zukunft mehr achten soll. Das war wirklich immer sehr interessant. Dabei wurden negative Sachen immer extra ironisch hervorgehoben (damit man es sich für die Zukunft gut merken kann). 

Ich war überrascht, wie viele Einzelheiten den Beiden bei den ganzen Durchgängen aufgefallen sind. Obwohl sie ja immer am Rand standen, haben sie alles beobachtet, sprachen dann auf Körperhaltung, Kopf, Hände, Daumen, Arme usw. an. Ihnen entging absolut gar nichts. 

Es fing völlig harmlos an. Es wurde ein Parcours aufgebaut (im Laufe des Tages folgten noch viele weitere, verschiedene Varianten), durch das wir in Schlangenlinien fahren sollten. Mehrere Durchgänge, jeder so schnell, wie er konnte, möglichst ohne dabei diese "Hütchen" umzufahren. Dabei war mein Freund voll und ganz in seinem Element, fuhr mit 50/60 km/h absolut sicher dadurch. Die beiden Männer mit den Porsche "flogen" fast schon da durch und die meisten Frauen fuhren super langsam. Eine Frau fuhr den ganzen Tag über super langsam (bei allen Übungen), musste ständig von den Beiden per Funk motiviert werden, mal ein bisschen mehr Gas zu geben. Das hätte ich sein können, so bin ich ja auch.... Mein Fahrlehrer musste mich damals ja ständig "motivieren", auf der Autobahn mal ein bisschen Gas zu geben, mal zum Überholen anzusetzen, das war jedes Mal eine Überwindung für mich.

Bei der zweiten Übung ging es ums Bremsen. Es wurden 2 "Hütchen" aufgestellt, dort mit dem Bremsen beginnen und schnellstmöglich zum Stillstand kommen (mit laufendem Motor). Beim ersten Durchgang ist unser Motor ausgegangen, die weiteren Durchgänge haben bei uns gut geklappt. Jeweils zuvor so schnell fahren wie möglich. Wir kamen dann immer auf etwa 70 km/h. 

Über eine Frau bzw. über deren Auto mussten wir alle lachen. Bei dieser ersten Bremsaktion fiel prompt ihr Nummernschild ab. Einer der Seminarleiter rannte direkt zu ihr und meinte (für alle über Funk hörbar), "Na super, einmal Bremsen und dein Auto fällt schon auseinander". 

Beim nächsten Durchgang wieder Bremsen, aber kurz hinter der Markierung lag ein Hütchen auf der Straße, so dass man einem Hindernis ausweichen musste, nach links lenken und dort dann zum Stehen kommen sollte. Damit hatte mein Freund zunächst kleine Probleme. Er bremste, lenkte nach links (um dem Hindernis auszuweichen) und gab dann im Unterbewusstsein wieder Gas, fuhr also um das Hindernis herum. Sofort wurden wir über Funk angesprochen, was das denn jetzt gewesen wäre. Von Weiterfahren sei keine Rede gewesen, Fuß auf die Bremse und trotz Hindernis zum Stehen kommen. Die weiteren Durchgänge haben bei uns dann gut geklappt.

Bei den weiteren Aufgaben musste ich dann mächtig mit aufpassen. Mein Freund hatte das Auto an sich zwar (relativ) gut unter Kontrolle, aber so wie im Stadtverkehr musste ich mal wieder "menschliches Navi" spielen. Mit diesen "Hütchen" war er irgendwie überfordert. Wenn ich nicht aufgepasst habe, nach dem Motto, Da zwischen her, da am gelben Bremsen usw., dann fuhr er an den Hütchen vorbei und fragte noch, wo er denn Bremsen solle. In solchen Sachen ist er etwas "unbeholfen". 

Das ist den beiden Seminarleitern auch aufgefallen. Als wir ganz zum Schluss die Teilnahmebescheinigungen ausgehändigt bekommen haben (an alle Fahrer), da meinte der eine Seminarleiter noch offen vor der Gruppe, was er persönlich heute mit am schönsten fand, das war die Beifahrerin im Mini, so ein menschliches Navi hätte er dort bei den Seminaren noch nie gesehen. Ich hätte immer so schön gezeigt, wo mein Freund herfahren müsse, dass ich heute Abend doch bestimmt einen Muskelkater in den Armen hätte..... Daraufhin fingen alle an zu Lachen und zu klatschen. Aus Verlegenheit lachte mein Freund dann auch, ich natürlich auch, aber ich wurde gleichzeitig auch dunkelrot (worauf mein Freund mich später auch noch angesprochen hat, auch ihm war das sehr peinlich, darauf so vor der Gruppe angesprochen worden zu sein). 

Bei einer Aufgabe ging es um eine glatte Straße. Auf der linken Spur lag eine "Matte", die rutschig war. Darauf zu fahren und darauf eine Vollbremsung. Beim ersten Durchgang hat mein Freund sich mächtig überschätzt, fuhr mit knapp 60 km/h drauf und beim Bremsen machten wir eine komplette Drehung. Bei späteren Durchgängen, mit etwa 40/50 km/h, brach das Heck zwar etwas aus, aber wir kamen dennnoch relativ gut gerade zum Stehen.

Dann ein großer Kreisverkehr. Zunächst 2 Runden im engsten Kreis fahren, so schnell wie möglich. Dabei wurden so ziemlich alle Autos etwas zum Rand hinaus gedrängt, keiner konnte dabei die innere Spur fest halten. Die Fliehkraft war dabei vom Feinsten. 

Beim nächsten Durchgang wurde der innerste Kreis mit Hütchen "abgesteckt". Noch eine Runde fahren, zügig, aber die Geschwindigkeit dennoch so anpassen, dass man innerhalb der Hütchen fährt (ohne wieder zur Seite weggedrängt zu werden). Dabei war mein Freund so auf die Hütchen konzentriert (beim ersten Mal fuhr er wieder direkt daran vorbei....), dass er beim zweiten Durchgang die falsche "Ausfahrt" nahm (prompt kam über Funk die Frage, wo fährt der Mini denn jetzt her...??). Er hatte im Kreis völlig die Orientierung verloren. Bei den weiteren Durchgängen habe ich dann wieder intensiv mit aufgepasst. 

Dann folgte noch ein Fahr- bzw. Bremstest auf einer komplett glatten Fahrbahn, so ein spezieller Bodenbelag. Das Bremsen hat bei uns mal wieder sehr gut geklappt, auch hier bekam mein Freund das Auto trotz ausbrechendem Heck sehr schnell wieder unter Kontrolle und kam gerade zum Stehen. Aber dann wurden mit den Hütchen 3 "Tore" aufgebaut, rechts, links, rechts, also dass man praktisch im Slalom über diese glatte Strecke fahren soll. Mit welcher Geschwindigkeit, das sollte jeder für sich entscheiden, nicht zu langsam (also nicht in Schrittgeschwindigkeit), aber dennoch nur so schnell, dass man sicher darüber fahren kann, ohne ins Schleudern usw. zu kommen. Damit hatten dann alle Probleme, so ziemlich alle haben sich überschätzt. Der eine Seminarleiter blieb immer in der Nähe, um nach jedem Durchgang die umgefahrenen Hütchen wieder aufstellen zu können. Beim ersten Durchgang fuhr mein Freund so schnell, er kam zwar gerade rüber, ohne zu rutschen, fuhr aber gerade mittig durch die Tore durch, ich meine jetzt gerade mittig auf der Straße, nicht im Slalom, die Tore, durch die wir hindurch sollten, lagen links und rechts von uns. Er war beim ersten Durchgang viel zu schnell (etwa 60 km/h), konnte diese Tore dadurch gar nicht so schnell registrieren (natürlich wurden wir auch darauf wieder über Funk angesprochen). Beim zweiten Durchgang fuhr er noch relativ schnell (etwa 50 km/h), ich zeigte ihm alle Tore, das Auto schwenkte (wegen der hohen Geschwindigkeit) mächtig hin und her und er nahm mehrere Hütchen mit. Bei den weiteren Durchgängen fuhr er dann "angemessen", mit etwa 40 km/h, fuhr im Slalom, nahm jedes Tor richtig mit ohne weitere Hütchen umzufahren. Bei dieser Übung bin ich dem Seminarleiter dann am meisten aufgefallen, weil mein Freund mich ständig fragte, wo ist das nächste Tor, wo muss ich jetzt durchfahren, diese Tore hat er irgendwie nie so richtig registriert, die musste ich ihm jedes Mal zeigen. 

Die Mittagspause ist dann etwas doof gelaufen. Als Essen gab es dort nur Zigeunerschnitzel mit Pommes. Diese scharfe Zigeunersoße mit Paprika vertrage ich jedoch nicht (gegen Paprika habe ich ja leider auch eine Allergie). Vorsichtshalber hatte ich mir heute morgen (so wie letztens auch am Gesundheitstag) Brote von zu Hause mitgenommen. In der Nähe (mit dem Auto etwa 5 Minuten entfernt) sollte ein Schnellimbiss sein. Die Pause ging über 45 Minuten. Mein Freund wollte dann zum Imbiss fahren, Schnitzel Wiener Art oder Würstchen essen. Äh ja, der Parkplatz, auf dem wir unsere Autos zwischen den Übungen (also auch in der Mittagspause) immer parkten, war jedoch aus Sicherheitsgründen von einem großen Zaun umgeben, der mittags auch geschlossen, also das Tor abgeschlossen war. Wir kamen also gar nicht vom Gelände runter. In dem Haus gab es auch einen Automaten, an dem mein Freund sich dann eben mehrere Schokoriegel gezogen hat. Wir setzten uns dann zusammen ins Auto, ich aß die Brote, mein Freund die Schokoriegel, Wasser hatte ich ebenfalls von zu Hause mitgebracht.

Immerhin war dieser Tag gut für meine Beine, die ich schön schonen konnte, da wir die meiste Zeit ja gesessen haben. Diesen "Muskelkater" merke ich in den Waden immer noch total heftig. Beim normalen Laufen geht es, aber beim Treppensteigen ist das sehr intensiv. Am Sonntag Mittag habe ich ja wieder Training, mal sehen, wie ich das mit diesen Beinen hinbekomme.... Zuerst wollte ich heute Abend dann noch Fahrrad fahren, konnte mich dazu heute aber absolut gar nicht mehr aufraffen. Nun gut, wir hatten ja eh gesagt, wenn ich hin und wieder einen Ruhetag in der Woche einlege, dann ist das kein Problem. Dann war das heute halt mein Ruhetag. 

Aber im großen und ganzen hat mir dieser Tag wirklich sehr gut gefallen. Alles in allem war er sehr interessant und ich fand es auch mal gut, dass mein Freund seine "Grenzen" kennengelernt hat, gemerkt hat, ob und wann (bzw. wie) er das Auto unter Kontrolle hat (oder auch nicht). 

 

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Sa. 28.03.2020PetraM29/03/2020 - 18:4718
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