Samstag, 18.08. PT-Training

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 Heute Mittag war ich ja wieder zum PT, was mal wieder sehr schwer gewesen ist. Dieses Mal nicht, was die Übungen an sich betrifft, sondern mehr was das Seelische betrifft. Dass mein Trainer zum Teil hartnäckig sein kann, das habe ich hin und wieder, bei den verschiedenen Übungen ja schon gemerkt, aber heute war es wirklich extrem. So intensiv habe ich ihn diesbezüglich nicht eingeschätzt, habe damit etwas "falsch" gelegen. 

Zukünftig wird das zweite Training, über eine halbe Stunde, übrigens Mittwochs Abends stattfinden. Dienstags und Donnerstags kommen wir nicht in den Raum. Zuerst habe ich zwar etwas gezögert, weil ich Mittwochs ja auch KG und Massage habe, aber jetzt finde ich das gar nicht schlimm, ganz im Gegenteil. KG und PT kann man ja eh nicht vergleichen. Bei der KG geht es sehr viel "lascher" zu, ganz abgesehen davon, dass meine Therapeutin mit mir auch sehr häufig "manuelle Therapie" durchführt, wobei ich dann völlig ruhig liegen bleibe und sie mal einen Arm oder mal ein Bein in alle Richtungen dehnt. Anschließend habe ich Mittwochs bei ihr dann ja noch 25 Minuten Massage, in erster Linie am Rücken, hin und wieder auch an den Beinen, wobei ich dann ja eh ruhig liegen bleibe. Wenn ich zukünftig dann etwa eine Stunde später nochmals für eine halbe Stunde intensiven Sport habe, also das PT, fürs Fahrrad fahren kann ich mich Mittwochs Abends eh nur sehr selten aufraffen, dann finde ich das nicht wirklich schlimm. Anders herum, erst PT und dann KG, das wäre viel "gefährlicher", das würde ich mir nicht zutrauen, nach dem PT kann ich mich zu gar nichts mehr aufraffen, auch nicht mehr zu "lascheren" Übungen bei der KG.

Ganz abgesehen davon, dass ich damit meine Zeit viel besser einteilen kann. Dann habe ich halt (abgesehen von Samstags) Montags und Mittwochs meine festen Sporttermine. Dann habe ich halt für andere Termine (z. B. beim Arzt) oder auch mal Verabredungen (auch mit meinem Freund oder meiner Mutter) noch an den anderen Tagen (Dienstags, Donnerstags und Freitags) genug Freizeit, bin mit dem Sport nicht zu sehr "eingeengt". Und nicht zu vergessen die Arbeit, wenn viel zu tun ist, dann habe ich so mehr Möglichkeiten, um mal länger im Büro zu bleiben. Ja, im Grunde genommen finde ich diese Regelung gar nicht mal schlecht.

Das heutige Training fing zunächst mit Sprüngen an, die ich ja eh so "liebe". Erst im Ausfallschritt (ein Bein vorne, ein hinten) im Wechsel springen, was sehr gut geklappt hat, danach zu den Seiten auf und zu, was mal wieder nicht geklappt hat. Irgendwie springe ich dabei immer nur auf den Zehenspitzen und bekomme bereits nach kurzer Zeit einen Krampf in den Waden. Mein Trainer hat diese Übung deswegen nach verkürzter Zeit abgebrochen, bevor der Krampf noch zu intensiv wird. 

Ja, und danach kam eine Übung, bei der ich ihn am liebsten zum ersten Mal "auf den Mond geschossen hätte". Keine Angst, das werde ich ganz bestimmt nicht machen, ganz im Gegenteil, ich bin ja froh, dass ich ihn kennengelernt habe und die Schmerzfreiheit, ich habe tatsächlich seit einer Woche keine nennenswerten Rückenschmerzen mehr gehabt, die spricht ja auch wirklich für sich bzw. natürlich für sein Training. Ich bin auch davon überzeugt, dass es bei seiner Hartnäckigkeit im Laufe der Zeit sicherlich noch mehr Situationen geben wird, bei denen ich ihn ebenfalls auf den Mond schießen möchte. Aber nun gut, solange es mir so gut geht werde ich es selbstverständlich weiterhin in Kauf nehmen.

Er kam heute mit 2 "Wackelkissen" an, die mit Gel gefüllten Kissen für Gleichgewichtsübungen. Ich sollte mich dann auf beide stellen, also jeden Fuß auf ein Kissen. Ich stellte mich dann mit dem rechten Fuß auf das Kissen, ließ den linken aber auf dem Boden, neben dem Kissen stehen. Das meiste Gewicht lag weiterhin auf dem linken Fuß am Boden. Ich konnte mich nicht überwinden, das Gewicht auf den rechten Fuß, also auf das Kissen zu verlagern, so dass ich den linken Fuß anheben und ebenfalls auf das Kissen stellen kann. Er stand dabei vor mir, hielt meine Hände, so dass ich mich bei ihm etwas abstützen konnte, zum ausbalancieren, trotzdem konnte ich mich nicht überwinden. Das hat aber nichts mit ihm zu tun, ihm vertraue ich wirklich, ich habe jetzt schon mehrmals bei verschiedenen Übungen gemerkt, dass er mich "notfalls" wirklich halten kann. Ich habe einfach Angst vor diesen "Wackelkissen", vor dem "unsicheren" Stehen darauf, dass ich darauf das Gleichgewicht verliere. Selbst wenn ich weiß, dass er mich "notfalls" halten würde, trotzdem habe ich Angst vor diesen Dingern, eine totale Unsicherheit ("den festen Boden unter den Füßen zu verlieren").

Dann sollte ich mich mit diesen Kissen vor die Sprossenwand stellen, mich beim nächsten Versuch an einer Sprosse festhalten. Er blieb die ganze Zeit direkt neben oder hinter mir stehen, es konnte im Prinzip also wirklich nichts passieren, trotzdem hatte ich weiterhin Angst davor und konnte mich zunächst nicht dazu überwinden. Die Hände, ich sollte mich an der Sprosse eigentlich nur etwas stabilisieren, hielt ich total verkrampft an der Sprosse, mit der Zeit taten die Hände, die Finger und beide Unterarme so richtig weh. Er redete die ganze Zeit über ruhig, aber motivierend auf mich ein. Ich hob den linken Fuß zwar mehrmals ganz kurz an, das Gewicht kam also kurz auf den rechten Fuß, aber dann verließ mich jedes Mal aufs Neue der Mut und ich stellte den Fuß immer wieder neben das Kissen ab. Innerlich war ich schon total am Zittern. Ich war mehrmals drauf und dran, die Übung einfach abzubrechen, was ich mich aber nicht "getraut" habe (ob er es "zugelassen" hätte, das wäre eine ganz andere Frage gewesen). Ich habe auch die ganze Zeit über gedacht, dass mein Trainer sie jeden Moment abbrechen würde, dass wir sie erst zu einem späteren Zeitpunkt (irgendwann in der Zukunft) nochmals probieren würden, aber diesen "Gefallen" hat er mir nicht gemacht, er redete weiterhin die ganze Zeit auf mich ein, dass ich es mal versuchen soll, es kann ja schließlich nichts passieren.

Zwischendurch musste ich dann total an 1988 denken, als ich meinen Führerschein gemacht habe. Mir fiel plötzlich wieder die Situation ein, als wir auf der Autobahn waren. Mein Fahrlehrer war damals etwa 35 bis 40 Jahre alt und vom Charakter her sehr ähnlich wie mein Trainer, egal wie nervös oder ängstlich ich beim Fahren war, er blieb immer ruhig, total die Ruhe selbst und hat mir in für mich schwierigen Situationen immer wieder neuen Mut gemacht. Vorhin fiel mir dann ein, wie ich mit 100 "Sachen" hinter einem LKW hergefahren bin. Dort war 130 erlaubt. Ich bin von Anfang an nicht so gerne schnell gefahren, 100 hat mir immer total gereicht. Aber o. k., natürlich musste er mir auch das Überholen beibringen. Ich sollte diesen LKW dann mit 130 überholen, was ich zunächst nicht wollte. Ich habe mich zunächst etwas "geweigert", wollte weiterhin mit 100 hinter ihm herfahren. Er hat dann eine ganze Zeitlang auf mich eingeredet, blieb dabei völlig ruhig, machte mir aber immer wieder neuen Mut. Ich wurde damals immer nervöser, bekam Schweißausbrüche und "krallte" meine Hände immer fester ins Lenkrad. Schließlich nahm ich meinen ganzen "Mut" zusammen und habe diesen "blöden" LKW dann endlich mit 130 überholt. Mein Fahrlehrer meinte dann plötzlich "Peng!" und ich sah ihn irritiert an. Er meinte dann zu mir, wenn das Lenkrad ein Luftballon wäre, dann wäre er jetzt gerade geplatzt, so kräftig wie ich zugedrückt habe (an diesen Satz musste ich schon öfters denken, wenn ich mich bei Übungen zu intensiv irgendwo festgehalten habe). In dem Moment konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Er hätte noch nie eine Fahrschülerin gehabt, die in diesem Moment so nervös geworden ist, die so kräftig am Lenkrad zugepackt hat, alle anderen geben sonst wohl gerne Gas. 

Ja, vorhin habe ich mich genauso kräftig an der Sprosse festgehalten und mein Trainer redete im Prinzip genauso auf mich ein wie damals mein Fahrlehrer. Nun gut, wie gesagt, die Hoffnung, dass er die Übung abbrechen würde, die ist nicht eingetreten, er blieb die ganze Zeit hartnäckig (genauso wie mein Fahrlehrer damals). Schließlich nahm ich dann meinen ganzen Mut zusammen, es kostete mich eine unwahrscheinliche Überwindung, aber ich nahm schließlich den linken Fuß etwas vom Boden, das Gewicht mehr auf das rechte Kissen, und ging mit dem linken Fuß etwas auf das Kissen, zunächst nur am Rand, aber mein Trainer achtete darauf, dass ich "Stückchenweise" immer weiter kam, bis ich schließlich mittig auf beiden Kissen stand. O Gott, ich war total nervös und innerlich bis zum Zerreißen angespannt. Vor Spannung taten auch beide Waden mächtig weh, ganz abgesehen von den Unterarmen (meine Hände waren die ganze Zeit auf Hochspannung). Ja, in diesem Moment hätte ich ihn wirklich wegen seiner Hartnäckigkeit am liebsten auf den Mond geschossen....

Als ich nach dieser Übung was Trinken wollte, haben meine Hände von der Anspannung noch so gezittert, dass ich die Flasche kaum zudrehen konnte. Anschließend kam dann eine Kraftübung für die Arme, bei der ich aber nicht so wirklich bei der Sache war. Zum Glück war sie vom Ablauf her einfach und übersichtlich, so dass ich sie im Prinzip nur "mechanisch" durchgeführt habe, ohne weiter darüber nachzudenken. In Gedanken stand ich immer noch vor Anspannung "zitternd" auf diesen Kissen.

Dann kamen auch mal wieder die Unterarm-Liegestütze auf dem Kasten, dieses Mal ebenfalls mit diesen Kissen (sie haben mich heute "verfolgt"). Dieses Mal lagen sie auf dem Kasten, also die Arme auf diesen Kissen. Auch das fiel mir sehr schwer, die Anspannung in den Armen war dadurch wesentlich intensiver als sonst, sie haben deutlich mehr gezittert als in der letzten Zeit. 

Danach auf dem Rücken liegend hoch zur Brücke, ebenfalls mit den Kissen unter den Füßen. Mit dem Becken kam ich deswegen dieses Mal noch nichtmals bis zur Hälfte hoch, sobald ich ein Stückchen hoch ging, merkte ich unter den Füßen in den Kissen die leichte Bewegung des Gels und sofort hielt ich die Bewegung an. Mein Trainer musste dann ganz schön auf mich einreden, bis ich den Mut fand, das Becken "Zentimeterweise" etwas höher zu nehmen, trotz der Bewegung in den Kissen, bis ich dann endlich eine "vernünftige" Brücke gemacht habe, also das Becken oben war. Die Hauptkraft lag die ganze Zeit auf den Fersen. Ich sollte dann zwar versuchen, die Belastung mehr nach vorne, auf die Zehe zu legen, aber dazu, während der Brücke die Füße auf diesen Kissen zu bewegen, fehlte mir dann doch der Mut. So angespannt, wie meine Oberschenkel heute dabei waren, so schlimm war es eh schon lange nicht mehr. 

Zwischendurch kamen dann noch kleine Übungen mit den Hanteln (teils mit den 1 Kg-Hanteln, teils mit den 2 Kg-Hanteln), die aber alle sehr gut, völlig problemlos geklappt haben. Zum Schluss noch ein paar Übungen auf dem Rücken liegend, mal das "Klappmesser", also Beine (mal beide gleichzeitig, mal im Wechsel, ein Bein dann aufgestellt stehen lassen) gerade hoch, ebenfalls mit dem Oberkörper so hoch wie möglich kommen. Beim Runtergehen der Beine auf einen geraden Rücken achten, dass der Rücken am Boden bleibt, womit ich mal wieder sehr zu kämpfen hatte. Dann die Beine aufstellen, mit dem Oberkörper etwas hoch kommen und so wie bei KG dagegen drücken, mal mit beiden Händen gleichzeitig vor die Oberschenkel, dann mit der rechten Hand vors linke Bein, dann Wechseln.

Ja, alles in allem fand ich die heutige Stunde, schon alleine wegen der Situation mit diesen Kissen, super schwer. Wirklich schwer waren die Übungen ja nicht, es war für mich halt eine große seelische "Herausforderung". Aber auch, wenn ich vorhin dann tatsächlich mal auf diesen Kissen gestanden habe, meine Angst vor diesem unsicheren Untergrund, die habe ich noch nicht wirklich im Griff, ob ich beim nächsten Mal bei dieser Übung lockerer an die Sache gehen werde, darüber bin ich mir alles andere als sicher. Manche Ängste, manche Unsicherheiten kann man nunmal nicht einfach so abstreifen. Die Angst vor dem schnellen Fahren auf der Autobahn, die habe ich übrigens bis heute nicht im Griff. Nach der bestandenen Fahrschulprüfung war ich nur noch wenige Male auf der Autobahn. Von Mal zu Mal wurde meine Unsicherheit größer, die Nervosität schon im Vorfeld riesig groß. Schon Abends vorher konnte ich aus Angst, dass ich am nächsten Tag auf die Autobahn muss, Gas geben muss, nicht mehr abschalten, war total übernervös und innerlich total aufgedreht. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, bin ich etwa 1992 zum letzten Mal Autobahn gefahren, inzwischen traue ich es mir auch gar nicht mehr zu.

TitelAutorDatumBesucher
So. 16.06.2019PetraM17/06/2019 - 02:59246
Sa. 15.06.2019PetraM16/06/2019 - 12:58271
Fr. 14.06.2019PetraM15/06/2019 - 05:13340
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Di. 11.06.2019PetraM12/06/2019 - 09:14228
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