Samstag, 26.01.2013 Training (und Nachbarn)

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Heute war ich mal wieder so richtig gut drauf. Mittags war ich ja beim Training, was mal wieder sehr anstrengend gewesen ist (aber dennoch gut war, Spaß gemacht hat). Dabei habe ich mal wieder gemerkt, wie "relativ" die Zeit immer ist.

Beim Aufwärmtraining haben wir heute aufs Boxen verzichtet (insbesondere wegen meiner aktuellen Probleme mit den Armen), stattdessen haben wir rund 15 Minuten lang verschiedene Übungen gemacht. Unter anderem Kniebeugen, ein paar Sprünge (aus den Kniebeugen heraus), etwas Hanteltraining im Ausfallschritt und beim Abstützen auf dem Kasten (also in der Liegestütz-Position mit den Händen auf dem Kasten) Laufen auf der Stelle, die Knie dabei möglichst hoch ziehen. Ich sage mal so, das war für mich doppelt und dreifach so intensiv wie das Boxtraining. Schon alleine das Laufen auf der Stelle war sehr intensiv, insbesondere durch seine Motivation. Wenn ich hier zu Hause Fahrrad fahre, dann bis auf wenige Ausnahmen (wenn ich kurzzeitig mal etwas mehr "Gas" gebe) immer sehr konstant (bei rund 15 km/h), dabei könnte ich so eine Motivation dann ebenfalls gut gebrauchen. Insgesamt ging das heutige Training wieder extrem schnell um, die Stunde kam mir mal wieder wie eine halbe Stunde vor. Als er jedoch bei diesem Laufen auf der Stelle angekündigt hat, dass ich jetzt 15 Sekunden lang richtig Gas geben soll, da kamen mir diese 15 Sekunden unendlich lange vor, ich habe gedacht, er würde nie mehr Stopp sagen, er hätte vergessen dabei auf die Uhr zu gucken....

Dann kam eine Übung, bei der ich letztendlich etwas improvisiert habe. Mir kommt es zwar immer so vor, als wenn er einen "Röntgenblick" hat, auf jeden Fall fällt es ihm immer sofort auf, sobald ich den Bauch während der Übungen mal eben kurz locker lasse, aber überall kann er seine Augen dann zum Glück auch nicht immer haben. Wir haben eine Übung für die Beine gemacht, die wir letztens schon mal gemacht haben, mit der ich damals extreme Probleme (mangels Kraft) hatte. Der Kasten stand dabei vor der Sprossenwand (zum Glück, sonst hätte ich es auch gar nicht hinbekommen), mit den Händen etwas an der Sprosse festhalten, mit einem Bein (im Wechsel) auf den Kasten und mit dem anderen Bein davor. Dann halt wie auf einer hohen Stufe hochdrücken, oben kurz halten, wieder so langsam wie möglich runter und direkt wieder hoch (einige Wiederholungen mit beiden Seiten im Wechsel). Die Kraft sollte dabei eigentlich nur aus dem oberen Bein, aus dem Oberschenkel heraus kommen. Anfangs klappte das gar nicht, schon alleine beim Hochgehen nahm ich die Kraft bzw. den Schwung aus dem unteren Bein heraus, ging auch immer viel zu schnell wieder runter. 

Mit den Händen habe ich mich anfangs so intensiv an der Sprosse festgehalten, dass ich in den Fingern einen Krampf bekam. Zwischendurch hat er mich dann gefragt, wo ich die Spannung am meisten merke. Als ich dann sagte in den Händen (beim kräftigen Festhalten), da hat er dann darauf geachtet, dass ich die Hände deutlich lockerer halte. Ja, aber in dem Moment musste ich dann an die Wassergymnastik denken, als ich sowohl am letzten Donnerstag mit dieser Scheibe als auch letztens mit den Hanteln einen Krampf in den Händen bekam. Die Kraft in meinen Armen bei diesen Übungen bei der Wassergymnastik ist jedoch schon deutlich bzw. wesentlich besser geworden. Mit den Beinen hatte ich vorhin bei dieser Übung dann nach wie vor ganz große Probleme, hoch kam ich weiterhin nur mit großem Schwung und runter nur sehr schnell. Die Kraft in beiden Oberschenkeln lässt noch sehr zu wünschen übrig. Ob es in diesem Moment richtig war oder nicht das sei dahin gestellt, auf jeden Fall habe ich dann angefangen zu improvisieren, was auch sehr gut geklappt hat, was ihm zum Glück auch nicht aufgefallen ist. Anstatt mich mit den Armen nur zu stabilisieren habe ich dann die Kraft aus den Armen heraus genommen. Beim Hochgehen habe ich mich mit den Armen hochgezogen, dabei war nur minimale Kraft im oberen Bein und beim Runtergehen habe ich mich ebenfalls mit den Armen langsam nach unten gelassen. Aber immerhin hat die Übung so geklappt. Natürlich habe ich ihm das nicht "auf die Nase gebunden", er kennt "zu viele" Varianten bei den einzelnen Übungen, wäre ansonsten mit Sicherheit zu einer anderen Variante über gegangen, die dann für mich wieder deutlich schwerer geworden wäre. 

Dann ging es auf der Matte weiter. Zunächst im Vier-Füßler-Stand, was mir auch ganz recht gewesen ist. Übungen auf dem Rücken liegend für den Bauch würde ich eh im Moment am liebsten völlig ausfallen lassen, aber damit komme ich weder bei ihm noch bei der KG durch, die gehören grundsätzlich zum Standardprogramm dazu. Zunächst ein Bein (im Wechsel) angewinkelt nach oben nehmen, aus Hüfthöhe nach oben wippen. Das fand ich sehr schwer, dabei musste er mir etwas helfen. Ich komme mit dem Bein zwar hoch bis in Hüfthöhe, aber nicht höher. Dabei drehe ich dann automatisch die Hüfte etwas zur Seite, um dabei höher zu kommen. Außerdem falle ich dabei auch schnell mächtig ins Hohlkreuz. Es folgten dabei dann so einige Korrekturen, Rücken gerader halten, Po mehr anspannen (damit die Hüfte dabei gerader bleibt) und beim Hochdrücken des Beines half er mir ein bisschen. Auch wenn ich diese Übung sehr schwer fand, trotzdem habe ich das heute lieber gemacht als die späteren, also auf dem Rücken zu liegen.

Danach weiterhin im Vier-Füßler-Stand, "totale" Spannung (also im Bauch und in den Beinen) und dann die Beine, also die Knie ein paar Zentimeter anheben, oben möglichst lange halten. Dabei war ich selber überrascht, wie gut ich das heute halten konnte, deutlich länger als sonst und dann zumindest "relativ" langsam wieder runter (zumindest meistens, es waren mehrere Wiederholungen und bei einem Durchgang konnte ich mich nicht mehr halten, ging dann doch mal wieder sehr schnell runter). Aber diese Übung hat heute besser geklappt als in den letzten Wochen. 

Zwischendurch war noch eine kleine Übung auf dem Bauch liegend dabei, Arme in U-Haltung und mit dem Oberkörper hoch kommen, was heute aber ebenfalls relativ gut geklappt hat (im Prinzip war mir heute alles lieber, als dabei auf dem Rücken zu liegen). 

Ja, und als es danach hieß, dass ich mich auf den Rücken legen soll, da hätte ich im ersten Moment am liebsten "gestreikt" (was ich natürlich nicht gemacht habe), hätte fast schon eine "schriftliche Aufforderung" gebraucht (Grins), habe auf jeden Fall mächtig gezögert. Es folgten dann Crunches, mehrere Wiederholungen (verschiedene Varianten), immer im Wechsel, erst mit den Armen neben dem Körper, dann unterstützend hinter dem Kopf. Hinter dem Kopf habe ich die Hände heute nicht so intensiv verschränkt wie sonst, deutlich lockerer gelassen, damit hatte ich heute keine Probleme, also auch keine Schmerzen. Aber die Variante mit den Armen neben dem Körper das ging unwahrscheinlich in den Nacken, zog dort ohne Ende (also nur während der Übung, während der Spannung, direkt danach war der Nacken wieder in Ordnung). Das fiel mir heute wirklich wieder mächtig schwer. 

Ich finde es gut, dass er das Training immer im Stehen beendet. Also nach der letzten "richtigen" Übung folgen immer ein paar Dehnübungen, teils im Liegen, zum Teil auf den Knien, bis man letztendlich steht, erst dann ist richtig Schluss. In einer früheren Gymnastikgruppe hieß es immer "plötzlich", also nach einer Übung, Schluss für heute, das war es jetzt. Wenn die letzte Übung dann jedoch auf dem Boden liegend war, bei manchen von der Kraftanstrengung dann sogar der Kreislauf etwas im Keller war, dann blieb man halt noch etwas auf dem Boden liegen, was der damaligen Gruppenleiterin gar nicht aufgefallen erst. Wenn überhaupt, dann hat sie erst nach mehreren Minuten, wenn die Anderen sich schon wieder angezogen haben, gefragt was los ist, weshalb man nicht aufstehen würde. Das finde ich deswegen beim Training echt gut, dass wir immer im Stehen enden. Er fragt dann auch immer sofort, ob alles in Ordnung ist (was Kreislauf und Schmerzen betrifft), was bei mir aber zumindest zu 99 % der Fall ist. Im Grunde merke ich danach immer kurzzeitig alles, jeden Muskel, aber das geht dann relativ schnell wieder weg. Im Moment habe ich noch ein leichtes Ziehen in den Oberarmen, aber ich glaube nicht, dass das zu einem richtigen Muskelkater wird, das kann ich mir nicht vorstellen.

Ich habe ihm übrigens von meiner "kleinen" Sünde mit dem Kuchen erzählt. Ich sage mal so, ich habe mich schließlich mit ihm in Verbindung gesetzt, damit er mir sowohl beim Training als auch beim Abnehmen hilft und mich unterstützt. Dann sollte man auch offen und ehrlich bleiben, ansonsten könnte ich mir das ganze direkt sparen. Dass ich im Moment eine enorme seelische Aufregung bezüglich der Situation auf der Arbeit habe, das weiß er ja schließlich eh. Und "dank" meiner Nuss-Allergie habe ich diese Sünde mit dem Kuchen ja auch bitter bereut. So schlimm wie in der Nacht (mit den Bauchkrämpfen und der Übelkeit) ging es mir schon lange nicht mehr. 

Heute Nachmittag habe ich dann noch einen mächtigen Lachanfall bekommen. In unserem Haus ist im Treppenhaus vor jeder Wohnung ein Nagel in der Wand, jeder hat dort etwas schönes hängen. Wir hatten dort lange Zeit ein Bild mit Blumen, einer Vase mit roten Tulpen, das wir bereits in der früheren Wohnung im Flur hängen hatten. Das Bild fand ich super schön (ich liebe ja rote Tulpen, das war auch der erste Strauß Blumen, den ich damals von meinem Freund geschenkt bekommen habe, ein großer Strauß rote Tulpen). Dann bekamen wir neue Nachbarn und die Umzugsfirma war nicht gerade vorsichtig. Sie kamen an das Bild und es fiel so ungünstig auf den Boden, dass es sich total verzogen hat, man konnte es nicht mehr aufhängen. Als kleine Entschuldigung bekamen wir von diesen Nachbarn dann ein Bild geschenkt, das uns nicht so wirklich gefallen hat, einer Art Bauernhof auf einer großen Wiese. Des lieben Friedens willen (bezüglich der Nachbarschaft) haben wir es dann aufgehangen und eine Zeitlang auch hängen gelassen. 

Nach dem Training waren wir dann noch Einkaufen (bei Real). Dort gab es heute Bilder im Angebot, teils mit Städte-Motiven und teils mit Blumen. Zwei Bilder mit Orchideen gefielen uns besonders gut. Wir haben uns dann für eines entschieden, mit weißem Hintergrund, ein paar schwarzen Steinen und "knallig" pinken Orchideen. Ein sehr schöner Kontrast. Das Bild hat einen Holzrahmen, mittig mit einem Loch zum Aufhängen. Ja, mein Freund hing dieses Bild dann direkt auf, das Loch scheint aber nicht ganz mittig zu sein, auf jeden Fall hing es mächtig schief. Auf jeden Fall musste ich sofort an "Loriot" denken, meinte sofort "Das Bild hängt schief" und musste Lachen. Ich finde Loriot echt gut, nicht unbedingt alle Sketche von ihm, aber dennoch die meisten. Am langweiligsten finde ich "die Nudel", am besten halt "Das Bild hängt schief" und auch "Wo laufen sie denn?". Darüber kann ich immer wieder total lachen. Mein Freund musste vorhin auch Lachen. Er hatte dann reichlich Mühe, um es einigermaßen gerade aufzuhängen. Die ersten Versuche gingen total schief, das Bild verrutschte immer wieder, hing immer wieder schief und wir beide mussten immer mehr Lachen, ich bekam dann einen Lachanfall (und mein Freund wurde immer hektischer, weil es einfach nicht gerade hängen wollte). Irgendwann mit "Trick 17" und viel Improvisation hing es dann endlich gerade. 

Dann haben wir heute Nachmittag erfahren, dass wir neue Nachbarn bekommen, mit denen wir dann "Tür an Tür" wohnen werden (unser Schlafzimmer grenzt an deren Küche). Der Mann ist ein Türke und die Frau eine Deutsche. Jetzt haben wir beide etwas bedenken und ich musste meinen Freund zunächst erstmal etwas "beruhigen", nach dem Motto "erst mal abwarten", es sind ja schließlich nicht alle Menschen gleich (mein Freund fing direkt an, dass wir dann umziehen werden).

Also zunächst mal, ich bin ganz bestimmt nicht "fremdenfeindlich", aber es gibt halt solche und solche, sowohl unter Ausländern, als natürlich auch unter Deutschen.

In meiner Schulzeit gab es hier kaum Ausländer, in meiner Klasse war nur ein Türke, der aber wirklich nett gewesen ist. Anfang der 80er Jahre zog eine türkische Familie in unser Haus, mit der sich meine Eltern super gut verstanden haben (meine Mutter hat bis heute mit denen Kontakt). Die haben 3 Kinder, 2 Söhne und eine Tochter (ein Sohn ist ein Jahr älter als ich, ein Sohn ein Jahr jünger und die Tochter 2 Jahre jünger als ich). Die haben sich damals in der Türkei in Yalova eine Eigentumswohnung gekauft. Dieses Gebiet war damals rein "türkisch", dort kamen keine Touristen hin (heute ist dort mehr eine Touristenhochburg). Mein Vater hat damals dem türkischen Mann angeboten, ihm bei der Renovierung der Wohnung zu helfen. Die beiden wurden damals dicke Freunde, flogen mehrmals für mehrere Wochen zusammen in die Türkei und haben gemeinsam die Wohnung super gut hergerichtet. Als "Dankeschön" haben sie uns dann zu einem Urlaub eingeladen. Wir haben dann alle zusammen in dieser Wohnung für 3 Wochen gelebt (Unterkunft und Verpflegung waren für uns kostenlos). Es war eine große Wohnung mit 3 Kinderzimmern, die beiden Jungen kamen für diese 3 Wochen in ein Zimmer und ich bezog mit meinen Eltern zusammen ein Kinderzimmer. Es war zwar sehr eng, aber für die Urlaubszeit ging es (ich war damals etwa 15 Jahre alt).

Ich kam mit der "Nationalität" allerdings nicht so richtig klar. Türken sind ja mächtige "Familienmenschen" machen alles zusammen, was ich so nicht kannte. Morgens, Mittags, Abends, immer saßen wir alle zusammen an einem großen Tisch im Wohnzimmer, haben zusammen gegessen (die beiden Väter zogen jeden Morgen zusammen los und haben Frühstück für alle geholt). Ich habe mich dort mächtig unwohl gefühlt, so eine "Großfamilie", das kannte ich halt nicht. 

Die 3 Kinder waren allerdings super, während unsere Eltern immer zusammen losgezogen sind (ich war in diesen 3 Wochen nur selten mit meinen Eltern zusammen), haben sich die 3 "Kinder" (wir waren ja fast in einem alter) sehr intensiv um mich gekümmert. Alleine war ich dort kein einziges Mal. Die 3 waren ständig unterwegs, haben mich überall mit hingenommen. Sie haben mich dort in ihren Freundeskreis eingeführt, wo ich ebenfalls sofort total offen und locker aufgenommen worden bin. Dort waren auch ein paar Türken dabei, die rein "türkisch" waren, noch nie in Deutschland waren, nur türkisch und englisch konnten, mit denen habe ich mich dann halt auf Englisch und mit "Händen und Füßen" verständigt, irgendwie hat das immer geklappt. Ich kann mich nur noch an einen großen Tagesausflug erinnern, den wir alle (beide Familien) zusammen gemacht haben, nach Istanbul, wo ich mich ebenfalls total unwohl gefühlt habe, die Stadt ist mir viel zu groß gewesen. Ansonsten hing ich in den 3 Wochen halt nur mit den ganzen Jugendlichen zusammen, die haben mich bei allen Unternehmungen mitgezogen. Aber auch, wenn dort alle super nett, offen und freundlich gewesen sind, trotzdem war es nicht "mein" Urlaub, ich würde jetzt niemals mehr in die Türkei fliegen (meine Mutter liebt die Türkei, sie war seitdem noch mehrmals dort). Diese Wohnung und die ganze Siedlung wurden übrigens bei dem Erdbeben von 1999 komplett zerstört, was mir dann doch sehr leid getan hat, schließlich hat mein Vater, der zu diesem Zeitpunkt ja bereits tot war, sehr viel Zeit und Energie in die Renovierung der Wohnung gesteckt.

Ja, aber immerhin habe ich dadurch Türken von der positiven Seite her kennengelernt. Vor rund einem Jahr haben wir eine neue Kollegin bekommen, eine Türkin. Ich muss sagen, dass ich anfangs sehr skeptisch gewesen bin, was bei ihr aber völlig unbegründet war. Ich verstehe mich inzwischen sehr gut mit ihr. Sie ist total lieb, nett und super hilfsbereit. 

Ja, aber mein Freund kennt Türken nur aus unserem früheren Haus, wo wir früher gewohnt haben. Dort hatten wir total viel Pech, wir haben uns nicht verstanden, es gab nur Zank und Streit und diese Familie war letztendlich auch der Auslöser dafür, dass wir in diese Wohnung umgezogen sind. Sie hatten 2 Kinder, die immer total laut und frech gewesen sind, bei denen musste man wirklich immer aufpassen (natürlich gibt es das unter Deutschen auch, gar keine Frage). Die Wohnungen waren so, dass deren Balkon direkt neben unserem Schlafzimmerfenster war. Ständig zum Essen und bei Feiern saßen dann alle (natürlich bei schönem Wetter) auf dem Balkon zusammen. Das war eine Geräuschkulisse wie bei einer Fußballmannschaft. Wenn die zum Teil bis nachts gefeiert haben, dann war bei uns an Schlaf nicht mehr zu denken. Und wenn die ihren Grill angeschmissen haben, alles dick mit Knoblauch, dann konnten wir auch nicht lüften, den Geruch bekamen wir dann tagelang nicht mehr aus dem Schlafzimmer raus. Mit denen konnte man aber auch nicht reden, wenn man sie ansprach, dann ließen sie einen einfach stehen. Die waren halt ein absolutes negativ Beispiel. 

Dann bekam die Frau noch ein Kind und der Kinderwagen stand immer im Treppenhaus. Damals habe ich noch regelmäßig die Treppe geputzt (inzwischen hat mein Freund das ja für mich übernommen). Ich habe mir dann "erlaubt", den Kinderwagen wenige Zentimeter zur Seite zu schieben, weil es darunter total dreckig war, damit ich überall dran komme. Kurze Zeit später hat mein Freund, als er den Müll im Hof weggebracht hat, zufällig den Türken im Hof getroffen. Der Türke schrie meinen Freund sofort lautstark an, wenn ich nochmals den Kinderwagen berühren würde, dann würde er mich totschlagen. Ich stand zufällig hinter dem Fenster und bekam direkt einen mächtigen Schrecken (das war im Februar 2008). Die beiden (mein Freund und der Türke) bekamen einen mächtigen Streit, schrien sich immer mehr an, es wurde immer heftiger. Ich habe schon gedacht, dass jeden Moment die Fäuste fliegen würden, viel hat nicht mehr gefehlt. Ein Nachbar bekam das mit (oder eigentlich alle, alle hingen schließlich in den Fenstern), ging schnell runter in den Hof, "zog" die beiden auseinander, stellte sich dazwischen und versuchte sie einigermaßen zu beruhigen (ich stand dabei inzwischen zitternd die ganze Zeit hinter dem Fenster). Meinen Freund konnte der Nachbar dann wieder etwas beruhigen. Der Türke rastete jedoch völlig aus und hat dann mit voller Kraft die Haustüre, die aus Glas war, eingetreten, das Glas ging dabei kaputt. Das Scheppern haben auch alle Nachbarn in den Nebenhäusern gehört. 

Danach hatten wir dort nur noch Angst, Angst davor diesem Türken wieder zu begegnen. Dann ging für uns alles ganz schnell, eine Woche später haben wir diese Wohnung hier besichtigt und 6 Wochen später sind wir dann umgezogen. Ja, und jetzt hat mein Freund Angst davor, dass sich das alles wiederholen könnte. Er war vorhin direkt dran, guck mal in die Zeitung, wo es noch leere Wohnungen gibt. Ich fühle mich hier aber wirklich sehr wohl, mir gefällt die Wohnung total gut. Ich würde gerne hier bleiben. Ich habe meinen Freund vorhin dann erstmal beruhigt, erstmal abwarten, vielleicht sind die neuen Nachbarn ja total nett, total in Ordnung. An einen Umzug will ich jetzt wirklich noch nicht denken. 

TitelAutorDatumBesucher
Di. 21.05.2019PetraM22/05/2019 - 09:126
Mo. 20.05.2019PetraM21/05/2019 - 03:5822
So. 19.05.2019PetraM20/05/2019 - 03:4831
Sa. 18.05.2019PetraM19/05/2019 - 14:1468
Fr. 17.05.2019PetraM18/05/2019 - 12:4993
Fr. 17.05.2019 (Zwischeneintrag)PetraM17/05/2019 - 22:17815
Do. 16.05.2019PetraM17/05/2019 - 08:58123
Mi. 15.05.2019PetraM16/05/2019 - 05:30159
Di. 14.05.2019PetraM15/05/2019 - 04:20120
Mo. 13.05.2019PetraM14/05/2019 - 04:53139
So. 12.05.2019PetraM13/05/2019 - 04:03140
Sa. 11.05.2019PetraM12/05/2019 - 04:04142
Fr. 10.05.2019PetraM11/05/2019 - 16:41114
Do. 09.05.2019PetraM10/05/2019 - 09:1582
Mi. 08.05.2019PetraM09/05/2019 - 09:11144
Di. 07.05.2019PetraM08/05/2019 - 03:4694
Mo. 06.05.2019PetraM07/05/2019 - 08:58138
So. 05.05.2019PetraM06/05/2019 - 03:09155
Sa. 04.05.2019PetraM05/05/2019 - 13:16150
Fr. 03.05.2019PetraM04/05/2019 - 05:5269
Do. 02.05.2019PetraM03/05/2019 - 08:5498
Mi. 01.05.2019PetraM02/05/2019 - 03:1082
Di. 30.04.2019PetraM01/05/2019 - 14:41146
Mo. 29.04.2019PetraM30/04/2019 - 03:47230
So. 28.04.2019PetraM29/04/2019 - 03:39251
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