Samstag, 27.10.2012 Training (und Gedanken zum Seminar)

DruckversionPDF-Version

Heute Abend geht es mir seelisch nicht so gut.  Ich bin froh, dass ich direkt nach dem Seminar den Urlaub genommen habe. Nach und nach kommen mir jetzt immer mehr Situationen aus dem Seminar so richtig ins Bewusstsein, was ich jetzt erstmal alles so richtig verarbeiten muss. Auch wenn es im großen und ganzen sehr interessant war und man dabei viele neue Erkenntnisse sammeln konnte, dennoch war es seelisch auch sehr hart. Dieser Meinung bin übrigens nicht nur ich, das haben andere aus der Gruppe bei der Abschlussrunde ebenfalls so gesagt. Man musste ja zu jedem Thema, also zu jedem Rollenspiel seine Meinung sagen, musste sich also mit jedem Thema auseinandersetzen. Dabei wurden, zumindest bei mir, auch viele Erinnerungen an frühere Situationen auf der Arbeit wieder wach, die mich früher seelisch mächtig aufgewühlt haben und die ich eigentlich total verdrängt habe. Jetzt sind viele von diesen Situationen wieder in meinem Kopf und ich muss das jetzt alles wieder so richtig verarbeiten. 

Gestern bei meiner Mutter habe ich ja bereits mit ihr über einige Situationen vom Seminar sehr ausführlich gesprochen und auch beim heutigen Training haben wir zu Beginn und in kleinen Pausen über ein paar Sachen davon gesprochen. Ich sage mal so, ich weiß, dass ich von den gehörten bzw. "gelernten" Sachen ein paar Dinge anwenden bzw. ändern "MUSS", habe aber Angst davor, dass ich es nicht schaffe, weil ich weiß, dass es mir zum Teil sehr schwer fallen wird. Eine Art Verhaltensänderung ist nunmal alles andere als leicht, zumindest mir fällt das total schwer. Irgendwie bin ich diesbezüglich innerlich auch in einer mächtigen "Zwickmühle". Einerseits bin und war ich schon immer ein relativ stiller "Eigenbrötler", bin immer mal wieder sehr gerne alleine, habe gerne meine Ruhe und lese sehr viel (am liebsten spannende Thriller). Das war schon während der Schulzeit so, während die anderen aus meiner Klasse in Freistunden oder in der großen Pause zusammen oder in Gruppen unterwegs waren, saß ich die meiste Zeit alleine entweder in der Schulbibliothek oder aber in der Mensa in einer Ecke. Ich hatte zwar immer Freundinnen, ein paar gute Freundschaften, aber wenn ich mich mit einem Buch in eine Ecke verzogen habe (was häufig der Fall gewesen ist), dann ließen mich alle automatisch in Ruhe. Ja, aber wenn ich dann mitbekomme bzw. sehe, wie gut die anderen sich verstehen, wie viel Spaß sie haben, dann tut es mir seelisch halt weh und ich fühle mich dann immer total alleine und von allen im Stich gelassen. Ich werde dafür jetzt ganz bestimmt keinem die Schuld geben, so ungerecht bin ich ganz bestimmt nicht, mir ist es schon klar, dass ich an dieser Situation ganz alleine Schuld habe, dass diese Situationen ganz allein durch mein Verhalten entstehen. Trotzdem fällt es mir halt mächtig schwer, mich solchen Gruppen dann anzuschließen. Dann zu sagen, dass man keine Lust hat und lieber alleine in Ruhe lesen möchte, das fällt zumindest mir in solchen Momenten immer wesentlich leichter. Ob das dann wirklich stimmt, dass ich wirklich meine Ruhe haben möchte oder mich mal wieder nicht traue, an der Gruppe teilzunehmen, das wissen die Anderen in dem Moment ja nicht. Gedankenlesen können sie ja schließlich nicht. 

Das war halt auch wieder beim Seminar der Fall. O. k., der Mittwoch-Nachmittag ist total blöd gelaufen. Nach dem Rollenspiel, als ich den Chef spielen sollte, war ich seelisch mächtig aufgewühlt und musste erstmal wieder etwas ruhiger werden. Dass ich genau in dem Moment, als ich den Tränen nahe war, von meiner Mutter erfahren habe, dass am nächsten Morgen ihre erste Dialyse beginnt, das war dann natürlich "Schicksal" (ihre Nieren haben übrigens wirklich versagt). Aber selbst, wenn diese Situation nicht eingetreten wäre, ich glaube nicht, dass ich mich abends dann den anderen gegenüber anders verhalten hätte. Das Seminar fing ja am Dienstag Mittag an. Bereits vor dem Seminar saßen die ersten in der Kantine zusammen, haben sich dort bereits etwas kennengelernt. Ich hatte mir von zu Hause was mitgebracht, habe es auf dem Zimmer gegessen. Ich habe von Anfang an nicht eingeplant, mittags in die Kantine zu gehen. Ja, und Dienstag Abend habe ich es mir ebenfalls nicht getraut, direkt nach dem Seminar mit den anderen in die Kantine zu gehen. Ich war etwa 1,5 Stunden auf meinem Zimmer, bis die anderen fertig waren und ging dann erst los. 2 waren noch dort, die noch etwas tranken, aber kurz danach gingen, so dass ich dort dann mal wieder alleine gesessen habe. 

Bereits an dem ersten Abend haben sich Grüppchen gebildet, die abends dann zusammen losgezogen sind, um das Dorf, in dem das Hotel war, ein bisschen kennenzulernen. Außerdem waren ein paar Raucher dabei, aber auch mehrere Nichtraucher gingen mit denen in jeder Pause und auch abends vor die Türe, hatten dort jedes Mal viel Spaß. Ja, dort haben sich mehrere kleine Bekanntschaften und Freundschaften gebildet, nur ich blieb mal wieder alleine, ich schaffe es immer wieder, mich aus "Gemeinschaften" jeglicher Art "heraus zu katapultieren". Ich weiß, dass ich daran selber Schuld bin, aber trotzdem ist es für mich seelisch jedes Mal hart, wenn mir bewusst wird, dass es schon wieder so gelaufen ist, das tut mir seelisch dann jedes Mal aufs neue weh. Ja, so ein Verhaltensmuster zu ändern, das ist wirklich verdammt schwer. 

Mein Freund hatte auch heute Spätschicht und nach dem Training, auf dem Weg nach Hause bin ich noch Einkaufen gegangen. Plötzlich kam bei mir der ganz große Frust durch und ich konnte nicht mehr widerstehen. An die Diät habe ich in diesem Moment absolut gar nicht gedacht. Kuchen, Kinderschokolade, ein großer Schoko-Weihnachtsmann und noch mehrere Tafeln Schokolade (verschiedene Sorten) landeten in meinem Einkaufswagen. Zu Hause habe ich mich direkt darauf gestürzt. Kuchen, Kinderschokolade und der Weihnachtsmann mussten sofort dran glauben. Zum Glück ist es mir dann schlecht geworden, so richtig schlecht, so dass ich mit dem Futtern aufgehört habe, an die restlichen Tafeln nicht mehr drangegangen bin.

Eigentlich wollte ich diesen kleinen Rückfall vor meinem Freund verbergen, wollte alle "Spuren" wegräumen, bevor er nach Hause kommt. Wie es der Zufall wollte, war bei ihm auf der Arbeit heute relativ wenig los und er konnte deutlich früher Feierabend machen (bevor ich in der Küche aufgeräumt habe). Als er dann plötzlich in der Türe stand, habe ich mich nicht wirklich gefreut, sondern bekam eher einen Schrecken. Als er dann in die Küche ging und gesehen hat, was heute Nachmittag hier losgewesen ist (wegen der Übelkeit nach der Schokolade habe ich danach auf richtiges Mittagessen komplett verzichtet), da konnte ich mir erstmal so einige Sprüche und Kommentare anhören. Natürlich weiß ich, dass er damit Recht hatte, aber wenn ich einen solchen seelischen Tiefpunkt habe, dann denke ich über weitere "Konsequenzen" (Thema Diät) halt nicht weiter nach. Ja, und nachdem ich den ganzen Tag über dann nichts weiter mehr gegessen habe, habe ich jetzt etwas einen "flauen Magen". Die restlichen Tafeln hat mein Freund übrigens genommen und irgendwo hin getan, hauptsache sie sind zunächst aus meinem Sichtfeld raus. Er wird sie selber demnächst nach und nach essen (aber bestimmt nicht alle auf einmal, so wie ich es machen würde). 

Ja, heute Mittag war ich ja zum Training, was mir allerdings etwas schwer gefallen ist. Die Übungen an sich waren nicht schlecht, aber in Gedanken war ich noch mehr beim Seminar als beim Training. Deswegen fiel es mir bei manchen Übungen auch sehr schwer, mich auf alles gleichzeitig zu konzentrieren, alles richtig durchzuführen. Aber wie sagt mein Trainer immer so schön, dafür ist er ja schließlich da, um mich an die einzelnen Sachen (z. B. Bauchanspannung) zu erinnern. Und darin ist er zum Glück immer die Ruhe selbst. 

Heute habe ich anfangs mal wieder den Fehler gemacht und habe mich auf die Matte gestellt. Wir haben dann mehrere Übungen mit den mit Sand gefüllten Hanteln durchgeführt. Es dauerte nicht lange und ich bekam einen kleinen Krampf im linken Fuß, der dann immer heftiger geworden ist. Zuerst habe ich noch versucht, das zu ignorieren, aber umso intensiver es geworden ist, umso mehr wurden meine Gedanken zum Fuß gelenkt, auf die Übungen mit den Hanteln konnte ich mich immer schlechter konzentrieren. Schließlich ging ich dann von der Matte runter und auf dem "harten" Boden ging der Krampf innerhalb kurzer Zeit wieder ganz weg. 

Dennoch finde ich Übungen mit diesen Hanteln generell schwer. Zum einen auf die richtige Körperhaltung- bzw. Spannung achten, auf die richtigen Bewegungen der Arme, aber gleichzeitig darauf achten, dass die Bewegungen sehr ruckartig durchgeführt werden, damit man den Sand auch hört. Bis jetzt (einschließlich heute) habe ich es noch nie geschafft, damit alle Übungen richtig durchzuführen. Entweder konzentriere ich mich total auf die Hanteln und es folgen Korrekturen bezüglich der Körperhaltung- bzw. Spannung, oder aber ich konzentriere mich auf den Körper und den richtigen Bewegungsablauf an sich, dann bin ich mal wieder nicht ruckartig genug und man hört den Sand nicht. Ja, damit muss ich jedes Mal mächtig kämpfen.

Dann kam eine Übung auf allen Vieren (also natürlich auf der Matte), die mir heute am schwersten gefallen ist. In eine Hand, zunächst in die rechte (im Wechsel), die 5 kg-Hantel. Damit dann den Arm hochziehen, also den Ellenbogen weit nach hinten ziehen, den Oberkörper dabei leicht zur Seite aufdrehen. Ja, aber dabei die Bauchspannung, also den geraden Rücken nicht vergessen, mit dem Oberkörper vorne bleiben (Kopf vor den Armen) und mit geradem Kopf, also Blick nach vorne. Dabei musste ich heute am meisten kämpfen und es folgten sehr viele Korrekturen. Zum einen ließ ich den Bauch immer mal wieder locker, ich merkte es zum Teil selber, dass ich mächtig nach unten durchhing. Sobald ich die Hantel hoch hob, ging ich häufig mit dem Oberkörper etwas nach hinten, also Gewichtsverlagerung auf die Beine, dadurch fiel die Übung für die Arme dann natürlich etwas leichter. Dabei ging mein Kopf automatisch etwas runter, also Richtung Brust. Ja, diese Übung fand ich wirklich schwer. Umso mehr ich mich auf die vielen Feinheiten konzentrierte, umso schwerer fiel es mir, die Hantel immer wieder hoch zu heben. Letztendlich machte ich dann auch kleine Pausen und legte die Hantel zwischendurch kurz ab, was ich dabei eigentlich nicht machen sollte, aber die Kraft ließ mit der Zeit dann immer mehr nach. Mit dem linken Arm fiel es mir dann sogar noch deutlich schwerer, ich bekam den Arm mit der Zeit kaum noch hoch und mein Trainer musste dann etwas helfen. 

Dann folgten ein paar Übungen auf dem Bauch liegend. Sonst habe ich in diesem Moment immer gedacht "O Nein", heute habe ich stattdessen gedacht, "Egal, besser als die Übung für die Beine auf dem Kasten", also die Übung von letztens. Das ist halt alles immer "relativ". Umso mehr schwere Übungen man kennt, umso leichter fallen einem die anderen Übungen. 

Zuerst für den Oberkörper, Arme in U-Haltung und anheben. Oben dann die Arme nach vorne strecken. Das kann ich immer noch nicht so richtig, zwar besser als früher, aber noch nicht richtig. Umso weiter ich die Arme nach vorne strecke, dann gehen sie weiterhin nach unten, also berühren die Matte, ich kann sie immer noch nicht in der Luft bis ganz nach vorne strecken, komme damit aber ein deutliches Stück weiter als früher. 

Dann eine Übung für die Beine, womit ich weiterhin Probleme habe. Zunächst die Beine kräftig anspannen und mit den Füßen zusammen gehen, eigentlich die Fersen fest zusammen. Das kann ich nicht, das klappt bei mir irgendwie nicht. Ich kann zwar die Zehe fest zusammen drücken, aber nicht die Fersen, dazu muss ich irgendwie die Beine total "verdrehen", was ich nur ganz minimal halten kann. Dann versuchen, die Beine gestreckt anzuheben. Auch das klappt nicht so richtig, ich bekomme weder Knie noch Oberschenkel vom Boden angehoben, egal wie groß meine Anspannung dabei ist. 

Nächste Woche habe ich Montag (nach der KG) und am Donnerstag Mittag (Feiertag) Training, weil mein Trainer über das Wochenende keine Zeit hat. Aber das ist ja das Schöne am PT (im Vergleich zur KG), dass man dabei die Termine bei Bedarf immer so schön flexibel verlegen kann, so dass wir immer wieder Termine finden, an denen wir das Training fortsetzen können. 

Gewichtsmäßig habe ich im Moment übrigens keine Kontrolle, meine Waage zeigt schon wieder an, dass die Batterie leer ist. Das kann eigentlich gar nicht sein, ich nehme eher an, dass die Waage an sich kaputt ist. Aber wie mein Freund vorhin schon sagte, nach dieser "Schoko-Fress-Orgie" soll ich das Wiegen eh besser ausfallen lassen, das Ergebnis frustriert mich sonst zu sehr. 

TitelAutorDatumBesucher
Mi. 02. Dez. 2020PetraM03/12/2020 - 08:314
Di 01. Dez. 2020PetraM02/12/2020 - 09:1594
Mo. 30. Nov. 2020PetraM01/12/2020 - 09:0240
So. 29. Nov. 2020PetraM30/11/2020 - 08:4655
Sa. 28. Nov. 2020PetraM29/11/2020 - 16:5057
Fr. 27. Nov. 2020PetraM28/11/2020 - 18:2993
Do. 26.11.2020PetraM27/11/2020 - 08:0474
Mi. 25. Nov. 2020PetraM26/11/2020 - 05:36141
Di. 24. Nov. 2020PetraM25/11/2020 - 08:25139
Mo. 23.11.2020PetraM24/11/2020 - 08:33165
So. 22.11.2020PetraM23/11/2020 - 08:19141
Sa. 21.11.2020PetraM22/11/2020 - 18:29165
Fr. 20.11.2020PetraM21/11/2020 - 22:04153
Do. 19. Nov. 2020PetraM20/11/2020 - 08:31128
Mi. 18.11.2020PetraM19/11/2020 - 09:02168
Di. 17.11.2020PetraM18/11/2020 - 08:42167
Mo. 16.11.2020PetraM17/11/2020 - 08:45185
So. 15. Nov. 2020PetraM16/11/2020 - 08:56144
Sa. 14. Nov. 2020PetraM15/11/2020 - 19:44151
Fr/Sa 13./14. Nov. 2020PetraM14/11/2020 - 17:22149
Do. 12. Nov. 2020PetraM13/11/2020 - 08:16116
Mi. 11. Nov. 2020PetraM12/11/2020 - 08:01140
Di. 10. Nov. 2020PetraM11/11/2020 - 08:0790
Mo. 09. Nov. 2020PetraM10/11/2020 - 07:59158
So. 08. Nov. 2020PetraM09/11/2020 - 03:55142
onlinetagebuch.com - WIE DAS LEBEN SO SCHREIBT ...