Sonntag, 12.08.2012 (Meine Mutter und Training)

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 Heute war so ein richtig schöner Tag. Die Sonne schien, es war herrlich warm (so dass ich draußen keine Jacke brauchte, nur eine Bluse an hatte) und das Schönste war, dass ich weiterhin schmerzfrei gewesen bin. Ja, ich kann es gar nicht glauben, ich war auch heute völlig schmerzfrei. Heute Mittag haben wir zunächst eine kleine Cabrio-Tour gemacht und sind dann schließlich zur Ruhr gefahren. Dort haben wir einen sehr langen Spaziergang gemacht und das herrliche Wetter so richtig genossen. Auf einer Seite "hin", dann über eine Brücke und auf der anderen Seite wieder bis zum Auto zurück. Insgesamt waren wir in etwa 1,5 Stunden unterwegs. Nach etwa einer Stunde hat sich mein unterer Rücken (LWS-Bereich) etwas "gemeldet", was jedoch, wenn man ständig im Hohlkreuz läuft, kein Wunder ist. Da ich von zu Hause eh eine 0,5 Liter Flasche Wasser in der Handtasche mitgenommen habe, haben wir dann auf einer Bank eine Pause gemacht. Etwas Trinken, ein bisschen sonnen und insbesondere den Rücken etwas entspannen. Nach dieser Pause waren die Schmerzen dann wieder völlig weg und ich blieb den Rest des Nachmittages bzw. auch Abends völlig schmerzfrei.

Zu Hause habe ich mich dann zunächst auf den Haushalt gestürzt. So gut, wie ich drauf war, fiel mir heute irgendwie alles total leicht, alles ging so richtig flott. Anschließend bin ich dann noch Fahrrad gefahren, habe heute in 38 Minuten 10 Kilometer geschafft. Das hat so richtig gut getan. Ich bin heute durchschnittlich 15 - 17 km/h gefahren, also etwas schneller als sonst. Heute Morgen war ich zunächst auf der Waage, 79,5 Kg. O. k., wieder etwas mehr als letzte Woche, aber immerhin bin ich weiterhin unter der 80 (worüber ich auch total froh bin). Gerade deswegen bin ich heute Abend dann auch noch gefahren, ich nehme an, wenn ich letzte Woche regelmäßig gefahren wäre, dass ich heute dann im 78-Kg-Bereich gewesen wäre. 

Ja, auch wenn das gestrige Training beim PT wirklich sehr hart bzw. zum Teil sehr schwer gewesen ist, ich bin trotzdem froh darüber, dass mein Trainer es so mit mir durchgezogen hat, insbesondere auch, dass er mich zum Teil so motiviert hat. Wer weiß, wenn es "lascher" gewesen wäre, ob ich heute dann auch noch schmerzfrei gewesen wäre (es gab schon genug Sonntage, an denen ich zumindest wieder den Steißbein-Bereich gemerkt habe, aber noch nicht mals diesen Bereich habe ich heute wahrgenommen, eine völlige Schmerzfreiheit). Ich wünschte, dass es mehr Physiotherapeuten geben würde, die ebenfalls seine Einstellung zum Sport haben und nicht nur an "Schonung" denken, wenn sie hören, dass ein Patient Schmerzen hat. Dann wären mir schon in den letzten Jahren viele Schmerzen erspart geblieben. 

O. k., ich gebe es ja zu, während der Übung auf dem Bauch liegend habe ich innerlich mächtig "geflucht" (Grins) und hätte auch am liebsten sofort aufgegeben, aber Dank meines Trainers, der immer wieder auf mich eingeredet hat, mich immer wieder motiviert hat, habe ich auch diese Übung schließlich durchgezogen. Ja, ich bin meinem Trainer wirklich dankbar dafür, wie er das Programm mit mir durchzieht und mich dabei auch immer wieder unterstützt (teils mit Motivation, teils auch mit Hilfestellungen, wenn ich z. B. mit den Hanteln nicht so richtig klar komme). 

Heute wollte ich noch etwas auf die Erkrankung meiner Mutter eingehen (nicht im Detail, dafür ist es jetzt schon zu spät, demnächst werde ich darüber mehr schreiben, um auch das seelisch besser verarbeiten zu können). Wir beide, also meine Mutter und ich, haben eine gemeinsame "Angewohnheit". Bei anstrengenden Übungen auf dem Rücken liegend nehmen wir den Kopf kräftig in den Nacken. Dadurch habe ich mir, wenn ich alleine zu Hause KG-Übungen durchführe, schon sehr schmerzhafte Verspannungen im Nacken zugezogen. Meine Mutter hat diese falsche Haltung ebenfalls bei meiner Geburt eingenommen. Die Ärzte haben ihr immer wieder gesagt, dass sie bei den Wehen den Kopf sofort nach vorne, auf die Brust nehmen soll, aber sie nahm ihn immer wieder in den Nacken. Bei einer Presswehe ist es dann passiert, an ihrer Schilddrüse hat sich ein dicker "Knoten", so ein "Knubbel" gebildet, ein richtig dickes Ding. Ich kannte sie ja nicht anders, wie gesagt, es ist bei meiner Geburt passiert. Die Ärzte haben von Anfang an gesagt, dass das "gefährlich" sei, dass das unter Kontrolle bleiben muss. Jedes Jahr musste sie extra deswegen zur Untersuchung, Blutabnahme und dieser Knubbel wurde abgetastet und gemessen, ob er sich größenmäßig verändert.

Rund 20 Jahre lang ging es gut. 2 Jahre nach dem Tod meines Vaters (die Ärzte glauben, dass die seelische Aufregung mit eine Rolle gespielt haben könnte) ist dieser Knubbel plötzlich "umgeschlagen". Der Tumor-Marker im Blut war plötzlich sehr hoch und bei einer Probe (aus diesem Knubbel) stand dann fest, dass er "umgeschlagen" war, sie hatte plötzlich Schilddrüsenkrebs. Kurz danach kam dann schon die OP, die Schilddrüse wurde entfernt. Bei der ersten Kontrolluntersuchung war der Tumor-Marker im Blut immer noch sehr hoch, sie wurde sofort "auf den Kopf gestellt". Dabei wurden dann die Lungenmetastasen entdeckt. In beiden Lungenflügeln je eine Metastase, so dass eine OP völlig unmöglich war. Beide so groß wie ein "Tischtennisball". Kurz danach ging dann die Behandlung los, keine Chemo (die bei dieser Art von Tumoren wohl nicht helfen würde), sondern eine Therapie mit "radioaktiven Kapseln" (worauf ich später näher eingehen werde). Diese Methode war zum damaligen Zeitpunkt noch sehr neu, es gab kaum Vergleichsmöglichkeiten, dennoch willigte meine Mutter ein (als eine Art "Versuchskaninchen"). Ihr blieb ja auch nichts anderes übrig. Über mögliche Nebenwirkungen war damals noch nichts bekannt, die hat meine Mutter im Laufe der Jahre dann erst "am eigenen Körper erfahren".

Die Therapie mit der radioaktiven Kapsel, die über mehrere Jahre lief, schlug sehr gut an, nach jeder Therapie-Einheit, nach jeder weiteren Untersuchung konnte man sehen, wie die Metastasen immer mehr schrumpften. Als sie auf einer Größe von "Erbsen" waren, waren die Ärzte schließlich soweit zufrieden, mehr konnten sie nicht tun. Sie sagten, die Metastasen wären jetzt "eingekapselt", jetzt könne man nur mit Medikamenten alles versuchen, um sie so lange wie möglich unter Kontrolle zu halten (sobald sie wieder wachsen würden, was bis heute nicht der Fall war, wäre das eine Katastrophe). Ja, und das ist bis heute der Fall, sie muss seit damals Unmengen an Tabletten nehmen, damit sie auf Dauer weiterhin eingekapselt bleiben. Außerdem natürlich Medikamente für eine "künstliche Schilddrüse", denn ohne kann kein Mensch leben. Manche dieser Medikamente haben unwahrscheinliche Nebenwirkungen, "greifen" den Magen z. B. sehr stark an, so dass sie ebenfalls Medikamente nehmen muss, um diese Nebenwirkungen in den Griff zu bekommen. Aber ohne diese ganzen Medikamente hätte sie gar keine Überlebenschance. Ja, aber im Laufe der Zeit sind diese Nebenwirkungen dann halt doch auf die Nieren geschlagen (womit die Ärzte im Prinzip schon die ganze Zeit gerechnet hatten). Das sind jedoch bei weitem nicht die einzigsten Nebenwirkungen, aber wie gesagt, ich kann heute nicht mehr auf alles eingehen, dafür ist es zu spät.

Wenn ich früher als Kind zur KG musste (es waren damals zum Teil ja schon ähnliche Übungen wie heute), dann hat meine Mutter immer darauf geachtet, dass ich den Kopf bei Anstrengung nicht zu weit in den Nacken nehme (was ich meistens mache), sie hat mich immer wieder an ihren Hals erinnert, was dabei passieren kann (damals hatte sie den Krebs ja noch nicht, sie bekam ihn, als ich Anfang 20 war, damals hatte sie "nur" den dicken Knubbel am Hals). Sie hat immer darauf geachtet, dass ich die Hände in den Nacken nehme und den Kopf etwas nach vorne drücke. 

Ja, und wenn ich jetzt beim Training (egal ob bei KG oder beim PT) Übungen auf dem Rücken liegend mache, dann nehme ich immer sofort völlig automatisch die Hände in den Nacken, den Kopf möglichst nach vorne drücken. Allerdings dadurch, dass ich diese "Grundhaltung" halt immer schon einnehme, sind meine Nackenmuskeln auch ziemlich geschwächt. Sobald ich den Kopf (ohne Hände im Nacken) anheben soll, fängt mein Nacken an zu zittern ohne Ende. Diese Grundhaltung mit den Händen im Nacken kenne ich halt von Kindheit an (oder aber mein Kopf ist weit im Nacken). Wenn man mehrere Übungen so durchführt, dann geht es allerdings mächtig in die Oberarme, das kann zum Teil auch schmerzhaft werden, aber das nehme ich meistens in Kauf, besser dort ein paar Schmerzen, als Schmerzen im Nacken zu bekommen bzw. den Kopf zu weit in den Nacken zu nehmen. 

Meinem Trainer ist das allerdings zum Teil auch ein "Dorn im Auge", weil ich diese "Grundhaltung" nicht so richtig einschätzen kann. Bei vielen Übungen soll man den Kopf ja gerade halten (also als Verlängerung zum Rücken), ich gehe jedoch meistens hin und drücke ihn dann mit den Händen weit nach vorne, also das Kinn bis auf die Brust. Das kann er überhaupt nicht haben, dann spricht er mich jedes Mal darauf an und ich versuche dann, mich mehr darauf zu konzentrieren, mit den Händen den Nacken nur abzustützen, den Kopf dabei aber nicht zu weit nach vorne zu drücken. Aber dabei den richtigen "Mittelweg" zu finden, das fällt mir bei manchen Übungen sehr schwer. 

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