Sonntag, 22.07.2012

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Der heutige Tag war im großen und ganzen total gut. Als ich zuerst auf der Waage war, da war ich total happy, glatte 79 kg, ich konnte es kaum glauben. Ich war drei Mal auf der Waage und mein Freund kam auch gucken, was los ist. Als wir aus dem Urlaub zurückgekommen sind, waren es ja noch 81 kg, als ich 1,5 Wochen später wieder Arbeiten ging noch 80,2 kg und in den letzten beiden Wochen habe ich dann einen Kilo geschafft. Einfach herrlich, ich hoffe, dass es so jetzt langsam aber sicher weiter geht. Da weiß man wenigstens, wofür man alles macht, also weshalb man sich bezüglich der Ernährung so viele Gedanken macht, was man am besten auf Dauer ändern kann.

Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir dann mit dem Cabrio losgefahren. Zuerst eine große Tour durch Essen-Kettwig, anschließend noch ein kleiner Bummel durch Essen-Werden (auch eine schöne kleine Altstadt) und zum Schluss waren wir noch rund eine halbe Stunde in einem nahegelegenen Park, haben dort noch eine Runde gedreht. Zu Hause habe ich mich dann noch etwa 20 Minuten auf den Balkon gesetzt, die Sonne schien gerade so schön darauf. Danach habe ich mich dann noch um den Haushalt gekümmert.

Heute Abend bin ich dann noch Fahrrad gefahren. Zuerst kam ich nur schleppend in die Gänge, fuhr nur rund 14 km/h. Aber dann fielen mir die 79 kg wieder ein, dass ich ja will, dass die Pfunde weiter purzeln, also gab ich dann Gas. Ich fuhr dann erst etwa 5 Minuten lang mit 15 km/h, habe danach auf 16 km/h beschleunigt, gab danach immer mehr Gas und in den letzten Minuten war ich bei 22 km/h, "volle Power" sozusagen. Als ich nach 34 Minuten die 9 Kilometer geschafft hatte, hörte ich dann auf zu fahren, das hat mir für heute dann gereicht. 

Wie ich letztens schon geschrieben habe, wollte ich auch mal mehr über meine Mutter schreiben. Auch das muss ich mal so richtig verarbeiten. Also, ich liebe sie wirklich und hänge sehr an ihr, sie war halt während meiner Kindheit und Jugendzeit immer meine engste Bezugsperson. Trotzdem gibt es Sachen, die mich unheimlich an ihr stören. Sie fühlt sich in allem wie die Beste, die niemals Fehler macht, die immer alles im Griff hat, die in jeder Situation weiß, wie man sich richtig verhält. Wenn ich vor einer Situation unsicher bin, egal wo, sei es auf der Arbeit oder auch beim Sport, dann heißt es immer, "Du musst das so machen, Du musst das und das Sagen, Du musst so und so auf die Leute zugehen" usw. Immer nur "Du musst". Es mag ja sein, dass sie dann immer so handeln würde, aber ich bin vom Charakter her nunmal völlig anders als sie, wesentlich stiller, letztendlich mache ich die meisten Sachen dann völlig anders, als sie es mir "empfohlen" hat. 

Was mich an ihr auch sehr stört, dass sie immer alles total übertreiben muss. Sie sagt immer, dass es sich dann besser anhört. Aber dadurch weiß man dann nie, was wirklich die Wahrheit ist, insbesondere auch, wenn es um Krankheiten geht. Morgen früh hat sie einen Termin bei ihrer Internisten und will sich von ihr den Befund vom Nephrologen, also vom Nierenarzt bis ins Detail erklären lassen, ob diese Ärztin auch der Meinung ist, dass sie in Kürze mit der Dialyse anfangen soll. Eine zweite Meinung einzuholen, das ist ja gut und schön, aber mich würde es auch nicht wundern, wenn sie mir morgen erzählen würde, dass ihre Nieren wieder "völlig gesund" sind. Es ist halt schwer, alles zu glauben, wenn ein Mensch ständig zu Übertreibungen neigt.

Als ich z. B. damals mal krank war, als ich noch zu Hause im Kinderzimmer gewohnt habe, da ist mein Kreislauf etwas zusammen gebrochen (ganz klar, wenn ich mich nicht wohl fühle, dann trinke ich auch nichts mehr). Unser Hausarzt kam dann nach seiner Sprechstunde kurz vorbei, untersuchte mich kurz und ließ mir ein Rezept für Medikamente da. Meine Mutter hat dann allen (Bekannten und Verwandten) erzählt, dass der Notarzt extra für mich gekommen ist. Als ich sagte, dass das der "normale" Hausarzt war, da meinte sie, das hört sich so "langweilig" an, ein Notarzt würde sich viel besser anhören. Sie blieb dabei, dass der Notarzt abends extra für mich kommen musste.....

Auch als ich damals die Salmonellen hatte. Ein Arzt hatte dann die Idee, mit einem Medikament, Tropfen, die in Ampullen sind, die man in Wasser nehmen musste. Das hat mir damals geholfen, damit habe ich es wieder in den Griff bekommen. Dieses Mittel ist nicht allzu gebräuchlich und war in der Apotheke nicht vorrätig, musste zunächst im Großhandel bestellt werden (ich konnte es dann am nächsten Tag abholen). Meine Mutter machte dann daraus ein Medikament, das "extra für mich aus Amerika eingeflogen worden ist". Wie peinlich, alle Verwandten und Bekannten sprachen mich später darauf an, was ich ohne dieses tollte Medikament aus Amerika gemacht hätte.... Aber etwas, das aus Amerika eingeflogen worden ist, das hört sich natürlich besser an, als ein Medikament, das aus einem Großhandel geliefert wird. Mein Freund konnte das auch nicht verstehen, weshalb meine Mutter diese Sache so "ausschmücken" musste, weshalb sie solche Geschichten erfindet und nicht bei der Wahrheit bleiben kann. Ja, meiner Mutter kann man leider nicht immer alles glauben.

Wenn meine Mutter nicht wäre, dann wären wir wahrscheinlich auch schon längst verheiratet. Wir hatten es vor einigen Jahren bereits vor, haben die Pläne dann jedoch wieder "aufs Eis gelegt". Ich sage mal so, wenn wir heiraten, dann soll es unser Tag werden, dann möchten wir bestimmen, wer daran teilnimmt. Als meine Mutter damals von diesen Plänen hörte, da fing sie direkt an, dass ich auch Verwandte (Tanten, Cousinen usw.) und entfernte "Bekannte", mit denen ich schon seit meiner Kindheit keinen Kontakt mehr habe (auch keinen Kontakt mehr haben möchte) zu dieser Hochzeit einladen muss. Als wir uns dagegen gesträubt haben, da meinte sie direkt, wenn ich diese Personen nicht von mir aus einladen würde, dann würde sie sich darum kümmern. Sie würde sie benachrichtigen, in meinem Namen einladen und sich auch um deren Unterkunft kümmern. Darüber haben wir uns (mein Freund und ich) sehr aufgeregt, dass meine Mutter sich so einmischt und haben die Pläne schließlich aufgegeben. Man kann auch ohne Trauschein zusammen leben, selbst mit Trauschein kann man schließlich eh nie sicher sein, dass es auf Dauer gut geht. Solange es alles so gut funktioniert, solange kann man es auch ohne Trauschein genießen.

Ein paar Jahre später, als wir im Urlaub waren, meinte mein Freund dann, wir könnten eigentlich auch im Urlaub heiraten, so ähnlich wie in Las Vegas, ganz für uns alleine und wenn wir dann als "Ehepaar" wieder nach Hause kommen, dann könnten wir nachträglich mit den Anderen (die wir dabei haben wollen) Essen gehen. Eine große Hochzeit wollen wir eh nicht haben, davon war bei uns nie die Rede. Als meine Mutter dann mal wieder am Drängeln war (sie spricht uns ständig aufs Heiraten an, immer und immer wieder), da meinten wir dann ganz locker, dass wir vielleicht irgendwann im Urlaub heiraten werden (das ist wirklich nicht ausgeschlossen, diese Gedanken waren uns ernst!!). Da wurde meine Mutter sofort total sauer. Sie würde darauf "bestehen", dass sie dabei ist, dass sie mich zum Traualtar führen darf und mich dort dann meinem Freund "übergeben" darf. Ja, wir hatten deswegen einen richtigen "Familienstreit". Und dann kam wieder das "alte Lied", bei dem anschließenden Essen müsste ich alle einladen, auch die, die ich nicht will. Um die Anderen würde sie sich dann halt kümmern, um die Einladungen und die Unterkünfte.

Mein Freund wurde daraufhin so richtig sauer. Seitdem will er vom Heiraten nichts mehr wissen. Es kann zwar sein, dass wir irgendwann, in ferner Zukunft, doch mal heiraten werden, aber dann wirklich nur im absolut kleinsten Kreise, aber in den nächsten Jahren ganz bestimmt noch nicht (in einem halben Jahr sind wir 25 Jahre zusammen). 

Ja, meine Mutter kann sehr "dominant" sein, will immer über alles bestimmen und alle Fäden in der Hand haben. Wie ich bereits erwähnt habe, können sich mein Freund und meiner Mutter auch nicht allzu gut verstehen. Die beiden "akzeptieren" sich mir zu liebe halt, aber mehr ist nicht drin. Mein Freund kann es halt nicht haben, dass sie sich immer mal wieder extrem in unser Leben einmischen will, uns Vorschriften machen will, er kriegt dann jedes Mal zu viel. 

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