Sonntag, 28.10.2012 (Träume)

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Heute war mal wieder ein völlig normaler Sonntag in meinem Leben, an dem ich mich überwiegend mit dem Haushalt beschäftigt habe. Mein Freund hatte gestern ja Spätschicht und hat ab Montag  wieder Frühschicht, wollte deswegen mal einen ruhigen Tag zu Hause haben, was ich auch voll und ganz akzeptiert habe. 

Als nächste "seelische Überwindung" steht bei mir jetzt der neue Start bei der Wassergymnastik und dem Schwimmen an. Ich will es auf jeden Fall durchziehen plane es ganz fest ein. Die Bewegung im Wasser macht mir ja auch Spaß und tut mir gut. Es ist im Moment halt nur die Überwindung vor dem ersten Mal, vor dem neuen Start an sich.

In diesem Zusammenhang wollte ich mal über meine schrecklichen Träume schreiben. Vielleicht spielt das bei mir auch eine Rolle, weshalb ich so wenig schlafe, weil ich zum Teil ganz schreckliche Träume habe. Also positive Träume habe ich eigentlich nie, ich kann mich zumindest im Moment an keinen schönen Traum erinnern. Andere Menschen (auch wenn ich hier im Internet schon mal andere Tagebücher lese) träumen auch schon mal von schönen Sachen, sind in ihren Träumen der "Held", alles endet positiv und sie sind enttäuscht, wenn sie dann schließlich erwachen. Bei mir ist das Gegenteil der Fall, meine negativen Träume sind oft so realistisch, dass ich im Schlaf total unruhig werde, dass mein Freund mich dann zum Teil sogar weckt (weil er davon wach geworden ist), was ich dann immer wieder gut finde. 

In der Realität bin ich eh schon ein pessimist, ich stelle mich immer darauf ein, was alles eventuell schief gehen kann und bin dann froh, wenn so wenig wie möglich davon eintrifft, wenn dann doch alles relativ positiv und gut verläuft. Wenn ich ein optimist wäre und dann doch was schief gehen würde, dann wäre ich darüber letztendlich viel zu sehr enttäuscht (eine Frau vom Seminar hat diesbezüglich ganz genauso geredet, ich stehe mit dieser Denkweise also anscheinend nicht ganz alleine da). 

In meinen Träumen bin ich immer der größte Pessimist, den es gibt, dazu noch viel schüchterner als im realen Leben. Das ist allerdings auch nicht immer so einfach. Ich träume teils von der Vergangenheit, teils aber auch von der Zukunft. Letzte Nacht habe ich z. B. vom Schwimmbad geträumt. Ich war bereits umgezogen, hörte die Stimmen im Schwimmbad und traute mich dann nicht dort rein (so ähnlich, wie bei meiner früheren Gruppe bei der Wassergymnastik). Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ich, wenn es dann soweit ist, wirklich dort rein gehen werde und dabei mitmachen werde. In meinem Traum letzte Nacht bin ich stattdessen jedoch abgehauen, habe mich umgedreht, bekam etwas Panik und konnte dann gar nicht schnell genug das Gebäude wieder verlassen. Es war so eine typische Situation, dass man schnellstmöglich vor einer Situation weglaufen will, aber trotzdem irgendwie nur in Zeitlupe voran kommt. Wenn man aber erst einen solchen Alptraum hatte, dann finde ich es immer schwer, wenn ich in der Realität dann in der gleichen Situation bin, trotzdem den Mut zusammen zu nehmen und gegen diese innere Angst anzukämpfen. 

Nach diesem Muster hatte ich, gerade auch schon während der Schulzeit, schon unendlich viele Träume. Gerade vor wichtigen Prüfungen oder wenn ich z. B. wusste, dass ich in Kürze vor der Klasse reden muss (z. B. bei einem Physik-Experiment). Ich habe davor dann immer geträumt, das blöde Kommentare aus der Klasse kommen (was in der Realität nie der Fall gewesen ist) und dass ich dann schnellstmöglich aus der Klasse raus renne. Wie gesagt, es kamen nie blöde Sprüche und ich habe es immer bis zum Schluss durchgezogen, völlig egal, wie es seelisch dabei in mir ausgesehen hat (natürlich war ich dabei immer total nervös). Aber trotzdem hat sich der Traum mit der Flucht vor jeder neuen schwierigen Aufgabe wiederholt. Im Traum bin ich super ängstlich und möchte vor allem wegrennen, aber in der Realität stelle ich mich den Herausforderungen.

Ganz schlimm war es damals, als ich in der Schule beim Schwimmen unter Wasser die Orientierung verloren habe. Damals habe ich danach dann immer geträumt (eine ganze Zeitlang), dass ich Steine an den Füßen hätte, im Becken immer weiter laufe, bis zur tiefsten Stelle und dort dann nicht mehr hoch bzw. weg komme. Das war immer ganz schrecklich. Ich hatte im Traum immer das Gefühl, dass ich ersticken (bzw. ertrinken) würde, keine Luft mehr bekomme, dann "packte" mich jemand und zog mich hoch, in dem Moment, wenn ich an der Luft wieder atmen konnte, bin ich dann wieder wach geworden.  Dann war ich immer froh, dass der Traum wieder vorbei war (Ja, Schlafen, zumindest mit diesen Träumen, ist für mich etwas schreckliches). 

Auch solche Träume, dass ich mich aussperre, stehen bei mir auf der "Tagesordnung". Diese Träume machen mich auch im Alltag sehr unsicher (obwohl es mir bisher noch nie passiert ist), so dass ich immer einen Schlüssel dabei habe. Wenn ich z. B. in den Keller gehe (für die Wäsche), dann ziehe ich die Türe niemals nur so zu, lasse sie auch ganz bestimmt nicht offen stehen (sie könnte ja zufallen), ich habe immer den Schlüssel dabei und mache sie von außen mit dem Schlüssel zu, nicht abschließen, aber dennoch mit dem Schlüssel zu machen, niemals nur so ins Schloss fallen lassen. Schon alleine damit ich mir sicher bin, dass ich den Schlüssel auf jeden Fall dabei habe. Deswegen haben auch alle meine Hosen Taschen, damit ich den Schlüssel auf der Arbeit (und auch zu Hause) immer in der Tasche dabei haben kann. Dort (auf der Arbeit) könnte zwar nichts passieren, in meiner Abteilung haben alle den gleichen Büroschlüssel, aber trotzdem, dieses Denkmuster (dank der Alpträume) kriege ich nicht aus meinem Kopf raus. 

Ja, meine Kolleginnen und Kollegen. Obwohl ich mich mit allen gut verstehe, habe ich auch von denen (nicht von allen, aber von den meisten) immer mal wieder heftige Alpträume. Es sind immer wieder blöde Situationen, wie sie nie in der Realität passieren würden bzw. bisher auch nicht passiert sind. Aber die kleinsten alltäglichen Situationen reichen bei mir schon aus und meine Gedanken "spinnen" eine Geschichte drum herum, von der ich dann den nächsten Alptraum habe. In den Träumen renne ich dann auch auf der Arbeit immer weg, immer raus aus dem Büro. Auch als ich letztens etwas "Stress" mit meinem Chef hatte (woran ich nicht ganz "unschuldig" war, ich hatte halt über eine Sache nicht weiter nachgedacht, die mir erst so richtig bewusst geworden ist, als er mich direkt darauf angesprochen hat), da hatte ich jede Nacht sehr heftige Alpträume von ihm, das Gespräch, das wir in der Realität geführt haben, das war dagegen schon sehr locker gewesen, in den Träumen war das Gespräch dagegen wesentlich heftiger. 

Beim Autofahren hatte ich (in den Träumen) schon unzählige heftige Unfälle (in der Realität nur kleine Blechschäden). Beim Sport bin ich schon viele Male bei verschiedenen Übungen von dem großen Gymnastikball gerutscht, habe darauf das Gleichgewicht verloren. Diese Alpträume fingen natürlich an, als mir damals der kleine "Unfall" auf dem Ball passiert ist, als ich nicht mehr hochgekommen bin, seitdem verfolgt mich dieser Traum mit dem Ball, dass ich nicht mittig bin und seitlich runter rutsche (was mich in der Realität bei diesen Übungen mit dem Ball auch immer wieder verunsichert, also beeinflusst). 

Früher haben wir bei der KG immer viele Übungen an der Sprossenwand gemacht. Auch davon hatte ich unzählige Träume, dass ich mich daran nicht halten kann, abrutsche und runter falle. Ich hatte damals während der KG dann immer so eine Angst, dass so ein Traum Realität werden könnte, dass ich die Übung immer schon nach kurzer Zeit abgebrochen habe, aus Angst, dass sonst wirklich noch was passieren könnte. Ja, solche Alpträume können einen auch in der Realität mächtig prägen bzw. beeinflussen. 

Andere Frauen träumen von ihren Lieblingsschauspielern oder von tollen Männern, aber wenn ich überhaupt mal von einem tollen Mann träume, dann ganz bestimmt mal wieder nur im negativen Sinne. Irgendwas negatives passiert in dem Traum dann garantiert und ich bin so wie immer froh, wenn ich endlich wieder wach werde. 

Die Liste dieser Träume ließe sich noch unendlich lange fortsetzen, aus den verschiedensten Lebensbereichen. Manche Situationen aus der Vergangenheit erlebe ich dann nochmals doppelt und dreifach so heftig (und zum Teil auch total übertrieben) und Situationen, die die Zukunft betreffen, verunsichern mich und ich habe dann Angst, dass diese Träume annähernd so realität werden könnten. Das geht halt schon seit der Schulzeit so. 

Wirklich "unheimlich" wird es dann immer, wenn ich im Vorfeld einen solchen Traum habe und ich in der Realität, wieso und weshalb auch immer, dann tatsächlich so reagiere, wie in diesem Traum "vorher gesehen". Das macht mich dann immer mächtig ängstlich und nervös, im Laufe der Zeit ist auch das schon mehrmals passiert. Also die Situation war dann nicht ganz so krass, wie im Traum, aber vom Ablauf her dennoch identisch und ich habe (z. B. in der Schulzeit, wenn ich vor der Klasse reden musste) einen roten Kopf bekommen und habe dann den "roten Faden" verloren. In der Realität war das nicht ganz so schlimm, notfalls konnte ich dann nochmals von vorne beginnen, aber trotzdem war ich dann total verunsichert, wenn ich zuvor geträumt habe, dass ich vor der Klasse stehe und nicht weiter komme, wenn das dann tatsächlich eingetroffen ist. 

Häufig habe ich solche Alpträume direkt als erstes, also wenn ich gerade eingeschlafen bin und wenn ich dann wach werde, dann will ich nicht weiter schlafen, will nicht den nächsten Alptraum haben. Auch, wenn ich dann gerade erst 2 oder 3 Stunden im Bett war, ich stehe dann trotzdem auf, laufe durch die Wohnung, trinke einen Kaffee, mache das Radio an und höre schöne Musik, Hauptsache nicht länger schlafen zu müssen, keine weiteren Alpträume mehr zu haben. Ja, Schlafen ist für mich einfach etwas ganz schreckliches, deswegen bin ich dann nach und nach auch zum "Nachtmensch" geworden, halte mich immer so lange und so gut es geht wach, bloß nicht einschlafen (es gab auch schon genug Alpträume, aus denen ich weinend wach geworden bin, dann fühle ich mich total geschlaucht und stehe völlig neben mir). 

TitelAutorDatumBesucher
Mi. 02. Dez. 2020PetraM03/12/2020 - 08:314
Di 01. Dez. 2020PetraM02/12/2020 - 09:1594
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Sa. 28. Nov. 2020PetraM29/11/2020 - 16:5057
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