2. Akt - Du willst nur Aufmerksamkeit

DruckversionPDF-Version

.... aber ich (vielleicht) auch.

Er hat eine Frau gesehen, die aussah wie ich. Das war wohl der Auslöser dafür mit wieder zu schreiben. Wie kompliziert war meine Welt geworden? Früher hätte ich ihn in meinen Mitternachtsmeetings verpeist. Aber ich schien Vernunft entwickelt zu haben. Ich sehne mich eben nach der Sicherheit die ich nie hattte, jetzt aber ansatzweise habe. 

Es wurde ein bisschen lodernder zwischen uns. Ich denke er hatte mich genau so vermisst wie ich ihn. Ich wollte ihn unbedingt sehen, auf der andeeren Seite kroch die Panik in mir hoch, wenn ich intensiver daran dachte. Wie sollte das erst werden, wenn der Tag tatsächlich kommen würde? Eines Abends bekam ich eine Nachricht von ihm, dass er sich eine bessere Rolle in meinem Leben vorstellen könnte. Die meines Freundes. Mein Herz sprang und gleichzeitig wurde mir so schlecht.

Eines verdorbenen Abends, ich war angetrunken vor Glückseeligkeit, überkam mich der Leichtsinn und ich fragte ihn, was er von Donnerstag halten würde. "Donnerstag? - Netter Tag" . Er war ungeduldig. Denn für mich gab es so viel halbes, aber nichts ganzes. "Finde ich auch". Nach einem ewigen Dialog, schrieb ich ihm, dass ich ihn abholen würde. Er versprach mir, mich nicht zu enttäuschen und da zu sein.

Mein Herz pochte die ganze Nacht. Lag es an dem Kaffee, den ich um 1 Uhr morgens getrunken hatte, oder war es diese verdammte Aufregung, die mich kein Auge hat zumachen lassen? Meine Gedanken kreisten panisch. Was ist, wenn das zu weit ging? Was ist, wenn wir Grenzen überschreiten? Was ist, wenn er erkennt, dass ich nicht die Person bin, die ich vorzugeben scheine? 

In den folgenden Nächsten plagten mich erregende und zugleich furchteinflößende Träume. Ich wurde krank und erkannte ernsthaft, dass die Sterne nicht gut um uns standen.

Ich sagte ihm sehr ungelenk für das Treffen ab und hoffte auf jegliche Ungunst in die ich gegenüber ihm verfallen konnte. Und so war es, er gab dieser Sache den Todesstoß. Und ich wusste, besser ich dachte, das wäre das letzte mal gewesen, dass wir voneinander gehört hatten.

Die Wochen zogen in das Land, ich war immer wieder gepackt von dem Gedanken, was gewesen wäre wenn... Frieden habe ich nicht geschlossen, aber ich habe mich damit abgefunden. Aus diesem wundervollen Sommer, wurde ein Herbst.

Wie der Herbst die Blätter fallen ließ, so versuchte ich auch meine Erinnerungen abzuschütteln und weniger bunt aussehen zu lassen, als ich dachte es gelang mir.... kam dieser eine Tag, an dem ich wussste ich werde ihn noch dieses Jahr sehen. Wie werden wir uns begegnen? 

 

onlinetagebuch.com - WIE DAS LEBEN SO SCHREIBT ...