So i cry and i pray and i beg

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...love me, love me/ Say that you love me. Fool me, fool me, go on and fool me/ Love me, love me. Pretend that you love me/ Leave me, leave/ Just say that you need me.

Damals saßen wir im Auto und fuhren gerade wieder zum Parkplatz. Wir kamen gerade vom Weiher, es war unser erstes Treffen und wir haben rumgemacht wie Jugendliche. Anstatt mich danach abzustoßen, nahm er meine Hand während er fuhr. Es fühlte sich so an als wäre das schon immer so gewesen. Genauer genommen fühlte es sich schon so an, als ich ihn zum allerersten Mal in der Küche einer Freundin gesehen hatte. Ich wusste vom ersten Moment an, dass ich zur Not alles bisher Bekannte und Vertraute über Bord werfen würde, nur um mit ihm zusammen zu sein. Die meisten Menschen halten mich für ziemlich abgeklärt und gefühlskalt. Aber dieser Kerl ließ mich gefühlstechnisch praktisch alles durchleben, was nur möglich ist. Es war Liebe auf den ersten Blick und ich wusste auf was für ein Gefühlschaos ich mich einließ, da hatte ich ihm noch nicht einmal die Hand zur Begrüßung gegeben.

Eines Freitag Nachmittags saß ich, unwissentlich, mit einer Freundin nah an dem Haus in dem er wohnt auf einer Bank. Der Wind umspielte die Blätter über uns und aus meinem Handy klang "Sign of the times", wir sahen aufs Wasser und ich spürte irgendwie seine Anwesenheit in meiner Nähe und auch die "dunkle Aura" die ihn umgab. Manchmal hattte er de Schnauze voll von der Distanz die ich teilweise zwischen uns aufgebaut hatte. Und ich spürte das genau. Er musste mir dazu nicht einmal etwas schreiben. Seine geschriebenen Worte, die im Anschluss kamen bestätigten das ganze nur.

Das selbe Lied lief auch, als ihn das letzte Mal etwas "dunkles" umgab. Und wieder fühle ich genau das was er fühlt. Es ist ein ziemlich unfaires Prinzip, das zu fühlen was er fühlt, aber ihm keineswegs die Gefühle nehmen zu können. Stattdessen liefert er sich voll und ganz aus und weiß nicht mehr wie er auf mich zukommen soll.

Ich habe es ihm nach der ersten Eskapade schon einmal gesagt. Ich liebe ihn bedingungslos. So wie ich noch keinen Menschen geliebt habe. Ich habe noch nie jemanden so bedingungslos akzeptiert wie ihn. Aber dennoch kann ich für mich selbst nicht mehr akzeptieren, dass er mich teilweise wie Luft behandelt. Das höchste Ziel eines Menschen sollte immer noch die bedingungslose Selbstliebe sein.

Ich bin an einem Punkt angelang, an dem ich nicht mehr weiter weiß. Vor nicht allzu langer Zeit sehnte ich mich nach Freiheit, nach Liebe. Jetzt sehne ich mich nach etwas mehr Beständigkeit in meinem Leben. Ich will nicht permanent etwas anzweifeln müssen. Nicht permanent angst davor haben, wieder einmal im Regen, in der Unwissenheit stehen gelassen zu werden. Ich will geliebt werden und ich will lieben. Ohne diesen ganzen Schmerz, der mich zu ersticken droht. 

Es ist so leicht sich von einem Menschen zu trennen, von dem man gefühlstechnisch so weit entfernt ist und so schwer sich von jemandem zu trennen bei dem sich die Gefühle eher einem lodernden Waldbrand als einer entflammenden Kerze gleichen.

 

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